Brandenberg (Tirol)

Gemeinde in Österreich

Brandenberg ist eine Gemeinde mit 1531 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021) im Brandenberger Tal und gehört zum Bezirk Kufstein in Tirol. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Rattenberg.

Brandenberg
Wappen Österreichkarte
Wappen von Brandenberg
Brandenberg (Tirol) (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Kufstein
Kfz-Kennzeichen: KU
Fläche: 130,17 km²
Koordinaten: 47° 30′ N, 11° 53′ OKoordinaten: 47° 30′ 29″ N, 11° 53′ 27″ O
Höhe: 919 m ü. A.
Einwohner: 1.531 (1. Jän. 2021)
Postleitzahl: 6234
Vorwahl: 05331
Gemeindekennziffer: 7 05 04
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Brandenberg 8 b
6234 Brandenberg
Website: www.brandenberg.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Hannes Neuhauser (LUB)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2016)
(13 Mitglieder)

6 Liste unabhängiger Brandenberger (LUB)
5 Brandenberger Gemeinschaftsliste (BGL)
1 Parteifreie und SPÖ
1 Freiheitliche Bauern und Angestellte (FBA)

Lage von Brandenberg im Bezirk Kufstein
AlpbachAngathAngerbergBad HäringBrandenbergBreitenbach am InnBrixleggEbbsEllmauErlKirchbichlKramsachKufsteinKundlLangkampfenMariasteinMünsterNiederndorfNiederndorferbergRadfeldRattenbergReith im AlpbachtalRettenschössScheffau am Wilden KaiserSchwoichSöllThierseeWalchseeWildschönauWörglTirol (Bundesland)Lage der Gemeinde Brandenberg (Tirol) im Bezirk Kufstein (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Brandenberg Tirol.jpg
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

GeografieBearbeiten

Die Gemeinde Brandenberg umfasst die von der Brandenberger Ache und ihren Nebenflüssen geformten Täler. Im Nordwesten des Gemeindegebiets zählen zudem einige Flurstücke an den Quellen des Filzmoosbaches und des Weißbachls dazu. Das Gemeindegebiet grenzt im Norden an den Landkreis Miesbach im deutschen Freistaat Bayern und im Süden an die Gemeinde Kramsach im Inntal.

Das Gebirge gehört zum Großteil zu den Brandenberger Alpen. Die Täler sind relativ steil und bilden einige Klammen wie die berühmte Kaiserklamm.

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde besteht aus der einzigen Katastralgemeinde Brandenberg und umfasst folgende zwei Ortschaften (Einwohner Stand 1. Jänner 2021[1])

  • Aschau (370)
  • Brandenberg (1161)

NachbargemeindenBearbeiten

Drei von sieben Nachbargemeinden liegen im Bezirk Kufstein, zwei im Bezirk Schwaz (SZ) und zwei im Landkreis Miesbach (MB) in Bayern.

Steinberg am Rofan (SZ) Kreuth und Rottach-Egern (MB) Thiersee
Achenkirch (SZ)  
Kramsach Breitenbach am Inn

GeschichteBearbeiten

In einer Urkunde von 1140–1147 wird der Ortsname als Brantenberch erstmals schriftlich erwähnt. Der Name geht auf das Flurstück bei der Ortschaft Brandenberg zurück, das wohl mit Brandrodung in Verbindung steht. Ursprünglich war für das Tal der Name Valepp o. ä. vorherrschend. Die Brandenburger Ache hieß im Mittelalter Wldeppe (1078/80) bzw. fluvius Vulteppe (1267),[2] und noch heute gibt es eine Siedlung Voldöpp, wo die Ache in den Inn mündet, sowie ein Flurstück Valepp in Bayern, das an die Gemeinde Brandenberg angrenzt. Demnach dürfte der Name erst durch die Brandrodung und die folgende Besiedlung eingeführt worden sein.[3]

Die Gemeinde ist im 20. Jh. vergleichsweise wenig gewachsen, da es kaum Zuzug gab. Die gebirgige Natur ist dafür in Teilen ausschlaggebend.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Pfarrkirche Hl. Georg

BauwerkeBearbeiten

Kulinarische SpezialitätenBearbeiten

Eine Spezialität des Ortes ist die Prügeltorte.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Seit dem Hochmittelalter ist eine durchgehende landwirtschaftliche Nutzung feststellbar, und heute haben neben dem Tourismus vor allem Jagd- und Forstwirtschaft große Bedeutung. Relikte aus der Zeit der Holztrift finden sich im gesamten Brandenberger Tal, das bis 1966 ein Zentrum der Holzwirtschaft war. Am bekanntesten sind die Erzherzog-Johann-Klause, die Tiefenbach- und die Kaiserklamm.

WirtschaftssektorenBearbeiten

Von den 113 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 waren 39 Haupterwerbsbauern. Im Produktionssektor arbeiteten zwölf Erwerbstätige in der Bauwirtschaft. Die wichtigsten Arbeitgeber im Dienstleistungssektor waren die Bereiche soziale und öffentliche Dienste (40), freiberufliche Dienstleistungen (27) und Beherbergung und Gastronomie (26 Mitarbeiter).[4][5][6]

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 113 112 71 46
Produktion 11 10 23 19
Dienstleistung 51 39 138 114

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, PendelnBearbeiten

Im Jahr 2011 lebten 743 Erwerbstätige in Brandenberg. Davon arbeiteten 180 in der Gemeinde, drei Viertel pendelten aus.[7]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat besteht aus 13 Mandataren.

Partei 2016[8] 2010[9]
% Mandate % Mandate
Liste unabhängiger Brandenberger 44,34 6 46,41
Brandenberger Gemeinschaftsliste - Liste der ÖVP 38,48 5
Parteifreie und SPÖ Brandenberg 9,88 1 13,52
Freiheitliche Bauern- und Arbeiterliste 7,29 1 9,36
Brandenberger Gemeinschaftsliste / Liste des Bürgermeisters 30,72

BürgermeisterBearbeiten

  • bis 2010 Albert Ender (Gemeinschaftsliste)
  • seit 2010 Hans Jürgen Neuhauser (Liste unabhängiger Brandenberger)[10]

WappenBearbeiten

Die Tiroler Landesregierung hat mit Beschluss vom 22. Jänner 1974 folgendes Wappen verliehen: „Silbernes Schildhaupt mit drei grünen Spitzen, darunter eine schwarze gestürzte Spitze mit zwei silbernen Balken und einer silbernen Spitze im Schildfuß, begleitet von zwei grünen Feldern.“[11]

Das Wappen symbolisiert mit der gestürzten Spitze und den Balken die Triftklausen an der Brandenberger Ache, mit dem Grün den Wald und mit den Spitzen den Namensbestandteil „Berg“.[12]

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Andrä Rupprechter (* 1961), Politiker (ÖVP), ehemaliger Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2021 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2021), (xlsx)
  2. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Band 1: Bis zum Jahr 1140. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 978-3-7030-0469-8, S. 227, Nr. 257.
  3. Peter Anreiter, Christian Chapman, Gerhard Rampl: Die Gemeindenamen Tirols: Herkunft und Bedeutung (= Veröffentlichungen des Tiroler Landesarchives). Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 3-7030-0449-5, S. 282 ff.
  4. Ein Blick auf die Gemeinde Brandenberg, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 14. Juni 2021.
  5. Ein Blick auf die Gemeinde Brandenberg, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 4. Juni 2021.
  6. Ein Blick auf die Gemeinde Brandenberg, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 14. Juni 2021.
  7. Ein Blick auf die Gemeinde Brandenberg, Berufspendler. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 14. Juni 2021.
  8. Land Tirol - Wahlen 2016. Abgerufen am 14. Juni 2021.
  9. Land Tirol - Wahlen 2010. Abgerufen am 14. Juni 2021.
  10. Bürgermeister. Gemeinde Brandenberg, abgerufen am 14. Juni 2021 (österreichisches Deutsch).
  11. Landesgesetzblatt für Tirol, Nr. 20/1974. (Digitalisat)
  12. Eduard Widmoser: Tiroler Wappenfibel. Tyrolia-Verlag, Innsbruck 1978, ISBN 3-7022-1324-4, S. 38.

WeblinksBearbeiten

Commons: Brandenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien