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Bottighofen
Wappen von Bottighofen
Staat: Schweiz
Kanton: Thurgau (TG)
Bezirk: Kreuzlingenw
BFS-Nr.: 4643i1f3f4
Postleitzahl: 8598
Koordinaten: 732947 / 278065Koordinaten: 47° 38′ 23″ N, 9° 12′ 28″ O; CH1903: 732947 / 278065
Höhe: 396 m ü. M.
Fläche: 2,4 km²
Einwohner: 2180 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 908 Einw. pro km²
Website: www.bottighofen.ch
Karte
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Bottighofen ist eine politische Gemeinde im Bezirk Kreuzlingen des Kantons Thurgau in der Schweiz.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

 
Hafen Bottighofen

Bottighofen liegt am Nordwestufer des Obersee genannten Teils des Bodensees. Die Nachbargemeinden von Bottighofen sind Kreuzlingen, Münsterlingen und Lengwil. Der tiefst gelegenste Punkt des Gemeindegebiets ist das Seeufer im Norden und liegt auf ca. 396 m ü. M., der höchstgelegene liegt auf dem kleine Rigi an der Westgrenze der Gemeinde auf 453 m ü. M.[2]

GeologieBearbeiten

Die Geologie von Bottighofen und Umgebung ist geprägt von den Ablagerungen und den landschaftsbildenden Prozessen der letzten Eiszeit. Das ganze Gebiet wird bedeckt von einer wenige bis viele Meter mächtigen Grundmoräne, deren Zusammensetzung sowohl von der Korngrösse (ton bis Findling) wie auch vom Gesteinsmaterial her sehr vielfältig ist. Auf dieser Moränendecke bildeten sich deshalb fruchtbare Böden mit einem günstigen Wasserhaushalt, die sich vorzüglich für die Landwirtschaft eignen.[2]

GeschichteBearbeiten

Die ältesten Funde, welche in Bottighofen gefunden wurden, stammen aus der Jungsteinzeit. Daraus schliesst man, dass sich an dem damals dicht bewaldeten Ufer des Sees Pfahlbauten befunden hatten.

Vereinzelnde Funde aus der Bronzezeit gelangten nach Frauenfeld und Zürich. Ein in Bottighofen gefundenes Bronzebeil wird heute im Rosgartenmuseum in Konstanz aufbewahrt.

Zur späten Bronze- und frühen Eiszeit lag Bottighofen im Gebiet der Helvetier. Durch die Niederlage der Helvetier gegen die Römer bei der Schlacht bei Bibracte geriet auch das Gebiet um Bottighofen während 500 unter die Herrschaft Roms und wurde somit romanisiert.

Die Römer bauten in der Bodenseeregion Strassen. Kastelle, Gutshöfe und Städte. Doch im Laufe der ersten Jahrhunderte musste sich die Römer zurückziehen und die Alemannen nahmen Besitz von diesem Land.

Im frühen Mittelalter führten Machtpolitische Begebenheiten zu Umwälzungen und Verschiebungen. Es bildeten sich Gaue, so der Thurau, der vom Bodensee bis an den Zürichsee reichte. Eine reiche Kultur entfaltete sich und verschiedene Künste blühten auf, vor allem innerhalb der Mauern von Klöstern und Abteien.

Der Name von Botighofen enthält den germanischen Personennamen Botto oder Potto. Der älteste Beleg lautet Pottinichovum. Pottinchovum heisst bei den Höfen der Pottinge, den Nachfahren eines Botto oder Potto. Später wurde der Name abgewandelt in Bottighoven, Pottikon, Bottikofen und schließlich Bottighofen.

Im Jahre 830 erscheint der Name Bottighofen erstmals in einer Urkunde. Es handelt sich dabei um eine Pergamenthandschrift des Klosters St. Gallen vom 4. April 830. In diesem ersten Dokument übertrug Immo (Personenname) dem Kloster St. Gallen alle seine Besitztümer in den Dörfern Rickenbach und Bottighofen.

Die nächste Urkunde stammt aus dem Jahre 837. Abt Bernwic verleiht an Nidhart und Engilsind den von ihnen an St. Gallen übertragenen Besitz zu Bottighofen gegen Zins.

1083 wird Waceli de botinhoven unter anderem als Zeuge in einer Urkunde einen Tausch zweier Güter betreffend zwischen dem Kloster Allerheiligen zu Schaffhausen und dem erlauchten Manno Tuto von Wagenhausen genannt. Die Urkunde wird im Staatsarchiv Schaffhausen aufbewahrt.

1176 bezeugt Bertold, Bischof von Konstanz in einer Urkunde, dass Ulrich König, Bürger von Konstanz, einige Besitzungen im Thurgau, nämlich Botenchouen usw. der Domkirche zu Konstanz übergeben habe.

Im Ganzen wurden an die 200 Schriftstücke aus dem hohen und späten Mittelalter um Bottighofen archiviert. Diese Schriftstücke lassen darauf schließen, dass nicht nur Geistlichkeiten und Adelige, sondern auch angesehene Konstanzer Bürger Güter und Boden in Bottighofen in Besitz hatten.

Am 10. Januar 1800 erschienen vor Bottighofen elf bewaffnete Schaluppen und der Kommandant der österreichischen Flotte ließ das Feuer eröffnen. Das waren bis zum Ersten Weltkrieg die einzigen kriegerischen Ereignisse auf dem See.

Bottighofen war 1803–1993 eine Ortsgemeinde der ehem. Munizipalgemeinde Scherzingen und ist seit 1994 autonom.[3]

VerkehrBearbeiten

1845 erhielt Bottighofen eine Postablage. Um nach Zürich zu gelangen, gab es nur eine private Postkutsche in Konstanz, welche einmal in der Woche fuhr. Einige Jahre später führte der Postkurs einer einspännigen Chaise über Bottighofen, nämlich der tägliche Courier von Uttwil – als einem gewichtigen Hafenort – nach Tägerwilen.

1871 eröffnete die Schweizerische Nordostbahn die Bahnstrecke Romanshorn – Konstanz, welche auch einen Halt in Bottighofen hatte. Täglich fuhren ein Schnellzug, fünf Personenzüge und ein gemischter Personen-/Güterzug in jede Richtung.[3]

StichbachBearbeiten

Der Stichbach, ist ein Bach, welcher sich durch den Bottighoferwald und durch Bottighofen zieht. Am 14. Juni 1999 trat der Stichbach über die Ufer. Heftige lokale Niederschläge im Einzugsgebiet des Stichbaches führten zu einem schnellen Anstieg des Baches. Viel Gehölz wurde durch die Wassermassen mitgerissen und verstopfte die Durchlässe unter den Brücken. Das Wasser setzte die Stromversorgung für das ganze Dorf außer Betrieb und überschwemmte mehrere Liegenschaften im Bereich Rüti, Obere Mühle, Brunnenstrasse und Hauptstrasse. Dieses Jahrhundertereignis führte zu genaueren Untersuchungen des ganzen Bachlaufes. So wurden am 24. August 1999 durch die Gemeindeversammlung ein Kredit über 2,5 Mio. Franken für die Sanierung des Baches und dessen Renaturierung zugesprochen.[2]

 
Untere Mühle

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Hafen Bottighofen mit dem Schlössli im Hintergrund

In Bottighofen gab es 4 Mühlen. Drei von diesen waren am Oberlauf des Stichbaches, die vierte (Untere Mühle) war am Ende des Stichsbach bei Auslauf zum Bodensee. Da alle vom gleichen Gewässer abhängig waren, gab es oft Streit unter den Müllern.

Das Schlössli, ehemaliges Restaurant und Hotelbetrieb, ist heute ein Wohnhaus. Die Wirtschaft am Schlössli wird im ehemaligen Hafenmeistergebäude geführt.[4]

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

  • Hans Munz (1916–2013), Politiker (FDP) und Rechtsanwalt

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Magdalena Munz-Schaufelberger: Bottighofen. Ein weiterer Beitrag aus dessen Vergangenheit: Rund um die Offnung der Vogtei Eggen und Bottighofer Einzugsbriefe und die bäuerliche Bewirtschaftung in unserem Dorf. Bottighofen 2003.
  • Magdalena Munz-Schaufelberger: 1150 Jahre Bottighofen (830–1980). 1980
  • Regine Abegg, Peter Erni, Alfons Raimann: Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau, Band VIII: Rund um Kreuzlingen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 125). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2014, ISBN 978-3-03797-116-1, S. 34–65.
  • Carl Ruch, Heinrich Näf, Martin Nigg, Urs Fröhlich: Der Stichbach. Hrsg. von der Gemeinde Bottighofen. Bottighofen 2002

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. a b c Carl Ruch, Heinrich Näf, Martin Nigg, Urs Fröhlich: Der Stichbach. Hrsg.: Gemeinde Bottighofen. Bottighofen 2002, S. 83.
  3. a b Magdalena Munz-Schaufelberger: 1150 Jahre Bottighofen (830-1980). Hrsg.: Gemeinde Bottighofen. Bottighofen 1980, S. 64.
  4. Ines Rusca, Magdalena Munz-Schaufelberger: Die Bottighofer Mühlen und das Schlössli am See. Hrsg.: Gemeinde Bottighofen. Bottighofen 1994, S. 145.