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Bolko Hoffmann

deutscher Politiker, Herausgeber der Börsenzeitschrift Effecten Spiegel

Bolko Hoffmann (* 25. Dezember 1937 in München; † 20. August 2007 in Düsseldorf) war ein deutscher Politiker (Pro DM), Herausgeber der Börsenzeitschrift Effecten Spiegel und Vorstand der Effecten-Spiegel AG.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Bolko Hoffmann wurde als Sohn des NS-Gauleiters Westfalen-Süd Albert Hoffmann und seiner Frau Gretel geboren.[1][2][3]

Effecten-Spiegel AGBearbeiten

Der Diplom-Kaufmann Hoffmann machte sich zunächst mit seiner Werbeagentur Thersal selbständig. 1972 gründete er die Effecten-Spiegel AG.

Die Effecten-Spiegel AG ist eine in Düsseldorf ansässige AG, deren Stamm- und Vorzugsaktien im Freiverkehr an den Börsen München und Stuttgart notieren. Gegenstand des Unternehmens sind das Verlagsgeschäft, die Kapitalanlage für eigene Rechnung sowie die Beteiligung an anderen Unternehmen und Gesellschaften. Die Effecten-Spiegel AG gibt jede Woche ein gleichnamiges Börsenjournal heraus, das als Printprodukt im Abonnement, über den Pressegroßhandel (Grosso) und in Bahnhofsbuchhandlungen sowie auch digital vertrieben wird.[4]

Die Effecten-Spiegel AG erzielte 2016 einen Umsatz von 20,4 Mio. EUR, davon resultieren 2,9 Mio. EUR aus dem Verlagsgeschäft und 17,5 Mio. EUR aus dem Wertpapiergeschäft.

Die Blazek & Bergmann seit 1891 AG hält laut Geschäftsbericht 2016 der Effecten-Spiegel AG 17,83 % am Grundkapital der Aktiengesellschaft, wobei nicht bekannt gegeben wird, wie hoch der Stimmrechtanteil ist. Das Grundkapital setzt sich derzeit aus 3.812.500 auf den Inhaber lautende Stückaktien zusammen, gleichverteilt auf Stammaktien und Vorzugsaktien.[4]

Neben der Blazek & Bergmann seit 1891 AG, die wiederum im Mehrheitsbesitz der Hoffmann-Gruppe ist, sind mehrere Tausend Kleinaktionäre an der Gesellschaft beteiligt.

Die Gesellschaft war an den nachfolgend aufgeführten Unternehmen unmittelbar oder mittelbar beteiligt:

Bolko Hoffmann zog sich im August 2007 aufgrund gesundheitlicher Probleme aus allen Aktivitäten der Effecten-Spiegel AG und deren Beteiligungen zurück. Am 17. August 2007, drei Tage vor dem Tod Hoffmanns, wurde Marlis Weidtmann als Alleinvorstand der Aktiengesellschaft eingesetzt.

WirtschaftskarriereBearbeiten

Der Multimillionär Hoffmann wurde der deutschen Öffentlichkeit durch eine Werbekampagne gegen den Euro bekannt, die er größtenteils aus seinem privaten Vermögen finanzierte. 1979 gehörte Hoffmann zu den Gründern der Bürgerpartei und wurde zu deren stellvertretendem Vorsitzenden gewählt. Von 1983 bis 1994 war er Besitzer der Nachrichtenagentur ddp, die er in einem Konkursverfahren erwarb und später an Wolf E. Schneider verkaufte.

Partei Pro DMBearbeiten

1998 gründete er die Partei Pro DM, deren Hauptziel es war, eingebettet in ein rechtspopulistisches Wahlprogramm, die Einführung des Euro zu verhindern. Hoffmann war auch Vorsitzender dieser Partei.[5]

Im Jahr 2003 gewann er den aus der Schill-Partei ausgeschlossenen ehemaligen Hamburger Innensenator Ronald Schill als Spitzenkandidaten für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft. Die Liste Pro DM/Schill erreichte dabei 3,1 % der Stimmen. Vor der für Schill erfolgreichen Bürgerschaftswahl 2001 hatte Hoffmann Schill noch bekämpft, weil dieser mit der Partei-Abkürzung PRO (Partei Rechtsstaatlicher Offensive) hatte antreten wollen. Hoffmann verklagte Schill wegen der Verwechslungsmöglichkeit mit seiner Partei Pro DM, woraufhin Schills Partei mit dem Kürzel Schill antrat.

Nach seinem Tod im August 2007 beschloss die Partei Pro DM ihre Auflösung, welche zum 31. Dezember 2007 in Kraft trat.

HunzingerBearbeiten

Bolko Hoffmann war mit seiner Effecten-Spiegel AG seit 2. September 2002 Großaktionär und seit dem 1. April 2004 Aufsichtsratsvorsitzender der 1979 von Moritz Hunzinger (Frankfurt am Main) gegründeten Hunzinger Information AG. Seine erste Handlung 2004 war die Entlassung des Firmengründers und bis dato 25 Jahre tätigen Vorstandsvorsitzenden Hunzinger.[6][7] Gerichtlich erstritt dieser gegenüber der in Action Press Holding AG umbenannten Hunzinger Information AG einen Pensionsanspruch von 220.000 Euro jährlich. Noch kurz vor seinem Tod kündigte Hoffmann Berufung gegen das Urteil an.[8] Nach dem Tod Hoffmanns einigten sich Hunzinger und die Action Press Holding AG Ende 2007 auf einen Vergleich und beendeten ihre Streitigkeiten.[9] Seit 2013 firmiert der Konzern als infas Holding AG.

EinzelnachweiseBearbeiten

WeblinksBearbeiten