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Bokeloh (Wunstorf)

Ortsteil von Wunstorf in der Region Hannover in Niedersachsen

Bokeloh ist ein Dorf bei und Ortsteil von Wunstorf in der Region Hannover in Niedersachsen. Der Name bedeutet „Buchenwald“. Es wird von der Westaue durchflossen.

Bokeloh
Stadt Wunstorf
Wappen von Bokeloh
Koordinaten: 52° 25′ 1″ N, 9° 22′ 37″ O
Höhe: 46 m ü. NHN
Fläche: 9,7 km²
Einwohner: 2249 (1. Mrz. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 232 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31515
Vorwahlen: 05031, 05033
Bokeloh (Niedersachsen)
Bokeloh

Lage von Bokeloh in Niedersachsen

Luftbild von Bokeloh (links) und dem Kaliberg (rechts), der die kleinere Nachbarortschaft Mesmerode im Bild teilweise verdeckt
Luftbild von Bokeloh (links) und dem Kaliberg (rechts), der die kleinere Nachbarortschaft Mesmerode im Bild teilweise verdeckt

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Der Ortsname wird erstmals im Namen einer Burg des Bischofs Ludolf von Minden, dem „castrum boklo“, erwähnt. Dieser Bau besteht heute in Form des Schlosses Bokeloh („castrum novum“) fort. Später gelangte das Dorf in den Besitz des Grafen von Schaumburg. Im 15. Jahrhundert wurde das Amt Bokeloh geschaffen, dem auch die Nachbardörfer Idensen und Mesmerode sowie die Exklave Klein Heidorn angehörten. Im Volksmund wurde es „Butteramt“ genannt, weil es die nahe gelegene Stadt Hannover vor allem mit Butter versorgte. 1647 wurde das Amt in das Fürstentum Calenberg umgegliedert und 1819 an das größere Amt Blumenau (heute ein westlicher Stadtteil von Wunstorf) eingegliedert.

In Bokeloh wurden 1566–1620 Hexenverfolgungen durchgeführt: Zwei (oder drei) Frauen gerieten in Hexenprozesse, eine wurde 1566 wahrscheinlich verbrannt.[2] Im Amt Bokeloh wurde 1567 eine Hexenverfolgung durchgeführt, bei der eine Frau in einen Hexenprozess geriet und verbrannt wurde.[3]

Im Jahr 1928 wurde das bisher eigenständige, unmittelbar im Osten liegende Dorf Kronsbostel (historisch auch als Cronsbostel bezeichnet) nach Bokeloh eingemeindet.[4]

Am 1. März 1974 wurde Bokeloh in die Stadt Wunstorf eingegliedert.[5]

ReligionBearbeiten

 
St. Konrad von Parzham-Kirche

Die evangelisch-lutherische Kirche Zum Heiligen Kreuz, auch kurz Kreuzkirche genannt, befindet sich an der Straße „An der Kreuzkirche“. Sie wurde 1961 geweiht, ihre gleichnamige Kirchengemeinde gehört zum Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf.

Die katholische Kirche St. Konrad von Parzham befindet sich an der Mesmeroder Straße. Im März 1960 wurde ihr Grundstein gelegt, und im November gleichen Jahres wurde sie von Bischof Heinrich Maria Janssen geweiht. Seit dem 1. September 2012 gehört die Kirche zur Pfarrgemeinde St. Bonifatius in Wunstorf.

PolitikBearbeiten

OrtsratBearbeiten

Der Ortsrat von Bokeloh setzt sich aus fünf Ratsfrauen und zwei Ratsherren folgender Parteien zusammen:[6]

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

OrtsbürgermeisterBearbeiten

Der Ortsbürgermeister von Bokeloh ist Matthias Waterstradt (CDU). Seine Stellvertreterin ist Gisela Thisius (CDU).[6]

WappenBearbeiten

Der Entwurf des Wappens von Bokeloh stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der sämtliche Wappen in der Region Hannover entworfen hat. Die Verleihung des Wappens wurde am 24. Juni 1954 durch den Niedersächsischen Minister des Innern durchgeführt.[7]

Blasonierung:Gespalten, vorn in Grün ein silbernes, mit vier Bändern beschlagenes Butterfass, hinten in Silber ein aufgerichteter, grüner Buchenzweig mit drei Blättern, der Stiel überdeckt von zwei schwarzen, gekreuzten Berghämmern.“[7]
Wappenbegründung: Das frühere Amt Bokeloh, der Bereich um Bokeloh, Idensen und Mesmerode, wurde im Volksmund „Butteramt“ genannt, weil die Landwirte dieses Raumes Butter nach Wunstorf und Hannover auf den Markt brachten. Schlägel und Eisen ist seit dem Mittelalter das Symbol des Bergbaus, der durch das Kalibergwerk in Bokeloh eine Tradition hat. Der Buchenzweig mit den grünen Blättern soll den Namen des Ortes symbolisieren, denn Bokeloh bedeutet Buchenwald.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BaudenkmaleBearbeiten

Siehe: Liste der Baudenkmale in Bokeloh

FotogalerieBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Kaliwerk SigmundshallBearbeiten

In Bokeloh ist das Kaliwerk Sigmundshall der K+S AG angesiedelt. Das Bergwerk wurde 1896 als Kalibohrgesellschaft Wunstorf gegründet, diese wurde dann nach ihrem Aufsichtsratsvorsitzenden Sigmund Meyer benannt und 1906 an die Steinhuder Meer-Bahn angeschlossen. Die weithin sichtbare, weiß-graue Abraumhalde, ein so genannter Kalimandscharo, ist für eine Höhe von 140 Metern genehmigt.

NahversorgungBearbeiten

Im Jahr 2001 schloss der Nahversorgungsmarkt in Bokeloh. Seitdem war es nicht gelungen einen Investor und einen Betreiber für die Nahversorgung zu gewinnen. Die Bürger Bokelohs wurden im Jahr 2018 in der Arbeitsgemeinschaft „AG Zukunft Bokelohs“ aktiv und gründeten eine Betreibergesellschaft für ihren eigenen Dorfladen. Dieser soll für die Bevölkerung von Bokeloh und Umgebung die Nahversorgung mit Produkten des täglichen Bedarfs, insbesondere mit Lebensmitteln und Haushaltswaren, sicher stellen. Das integrierte kleine Cafe soll als Treffpunkt die Gemeinschaft fördern. Der Dorfladen soll auch Bildungsort zum Thema Produkte aus dem Ort werden. Die Eröffnung wird im Winter 2019 erwartet.[8][9]

VerkehrBearbeiten

Drei regelmäßige Busverbindungen der RegioBus Hannover im Tarifverbund des GVH bieten an neun Haltestellen Fahrten nach Wunstorf und in Nachbarorte.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Zahlen Daten Fakten. (PDF; 167 kB) In: Internetseite der Stadt Wunstorf. 1. März 2018, S. 1, abgerufen am 1. März 2019.
  2. Gerhard Schormann: Hexenverfolgung in Schaumburg. In: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte. Band 45, Hildesheim 1973, S. 149–151.
  3. Ebenda.
  4. Jan Peter Wiborg: Bokeloh: Ein Dorf im Strukturwandel. Bielefeld 1998, ISBN 3-89534-166-5.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 198.
  6. a b Mandatsträger/-innen in den Gremien der Stadt Wunstorf. (PDF; 176 kB) In: Internetseite der Stadt Wunstorf. Abgerufen am 1. März 2019 (S. 5).
  7. a b Landkreis Hannover (Hrsg.): Wappenbuch Landkreis Hannover. Selbstverlag, Hannover 1985, S. 532–533.
  8. Sven Sokoll: Dorfladen in Bokeloh wird wohl zum Jahresende öffnen. In: Internetseite Hannoversche Allgemeine Zeitung. 20. Mai 2019, abgerufen am 29. Juli 2019.
  9. Dorfladen Bokeloh. In: www.dorfladen-bokeloh.de. Abgerufen am 29. Juli 2019.