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Boeing

US-amerikanisches Luftfahrtunternehmen
(Weitergeleitet von Boeing Satellite Systems)
The Boeing Company

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Rechtsform Corporation
ISIN US0970231058
Gründung 15. Juli 1916 als Pacific Aero Products Company
Sitz Chicago, Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Leitung Dennis Muilenburg, CEO
David L. Calhoun, Chairman
Mitarbeiterzahl rund 153.000 (Ende 2018)[1]
Umsatz 101 Mrd. US-Dollar (2018)[1]
Branche Luft- und Raumfahrttechnik, Rüstungsindustrie
Website www.boeing.com

Das US-amerikanische Unternehmen The Boeing Company ist der weltgrößte Hersteller von Luft- und Raumfahrttechnik. Zu den Produkten des Unternehmens zählen unter anderem zivile und militärische Flugzeuge, Hubschrauber, Raumschiffe und Satelliten sowie Trägerraketen und Raketenwaffen. Gemeinsam mit dem europäischen Wettbewerber Airbus bildet Boeing das Duopol für Großraumflugzeuge.

GeschichteBearbeiten

20. JahrhundertBearbeiten

 
Gedenktafel für Wilhelm Böing in Hagen-Hohenlimburg
 
Vorläufer von Boeing
 
Eine 707 in Heathrow, 1964

Der Ingenieur William Edward Boeing, Sohn des deutschen Auswanderers Wilhelm Böing, hatte an der Yale University studiert und anschließend zunächst in der Holzverarbeitungsindustrie gearbeitet, wo er Kenntnisse über Holzstrukturen erwarb, die ihm für seine spätere Tätigkeit im Flugzeugbau nützlich sein würden.[2] 1915 begann er in Seattle (Bundesstaat Washington) zusammen mit seinem Kollegen George Conrad Westervelt die Arbeit an einem ersten Flugzeug, dem B & W Seaplane, einem Wasserflugzeug aus Holz, Leinen und Draht.[3] Als Westervelt die Mitarbeit an dem Projekt aufgab, stellte Boeing die ersten beiden B&Ws ohne seine Hilfe fertig. Den Erstflug mit der ersten Bluebill genannten Maschine führte William Boeing selbst am 15. Juni 1916 durch.[4] Die Firmengründung fand am 15. Juli 1916 als Pacific Aero Products Company statt. Bereits 1917 wurde das Unternehmen in Boeing Aeroplane Company umbenannt.

Im Jahr 1926 gründete das Unternehmen die Tochtergesellschaft Boeing Air Transport, welche die Ausschreibung des United States Postal Service für Postflüge zwischen Chicago und San Francisco gewann. Der Flugbetrieb wurde am 1. Juli 1927 mit Flugzeugen des Typs Boeing Model 40 auf dieser Strecke aufgenommen. Die Postflüge erwiesen sich als sehr lukrativ, wodurch Boeing Air Transport schnell expandieren und kleinere Postfluggesellschaften wie Varney Air Lines aufkaufen konnten.[5] Im Jahr 1929 übernahm Boeing Company die Stearman Aircraft Corporation in Wichita (Kansas) und führte den Betrieb als Zweigwerk weiter.[6] Ende der 1920er-Jahre schlossen sich Boeing Company, die Fluggesellschaft Boeing Air Transport und der Motorenhersteller Pratt & Whitney zur United Aircraft and Transport Company zusammen, welche im Jahr 1930 weitere Ausschreibungen für Postflüge gewann.

Als 1934 durch den Air Mail Scandal bekannt wurde, dass bei diesen Ausschreibungen Unregelmäßigkeiten im Spiel waren, kündigte die US-Regierung die Verträge auf und untersagte den Herstellern eine Beteiligung an den im Postflugverkehr tätigen Fluggesellschaften.[7] Die United Aircraft and Transport Company musste dadurch zwangsweise aufgespalten werden. William Boeing klagte gegen die Regierungsentscheidung und verlor. Er schied danach resigniert aus seiner Firma aus. Aus der Auftrennung der Unternehmensgruppe ging unter anderem die Fluggesellschaft United Air Lines hervor.

Während des Zweiten Weltkrieges entwickelte sich der Flugzeugbauer mit der im Boeing Werk 2 gefertigten B-17 bald zu einem der größten Produzenten von Bombenflugzeugen. Mit dem Beginn des Kalten Krieges konnte Boeing die führende Position in dieser Sparte mit der B-47 und B-52 weiter festigen. Weil die Reichweite dieser Bomber für einen Angriff auf die Sowjetunion nicht ausreichte, entwickelte Boeing für die United States Air Force auch das jetgetriebene Tankflugzeug KC-135, das von Boeing zur 707 weiterentwickelt wurde und so Boeings Aufstieg zum größten Produzenten von Zivilflugzeugen einleitete. Während Boeing mit Zivilflugzeugen immer erfolgreicher wurde, ging der Erfolg bei der Ausschreibung neuer Bomberprojekte zurück. In den 1950er-Jahren betrat Boeing mit der Entwicklung der ballistischen Interkontinentalrakete Minuteman technisches Neuland. Darauf aufbauend konnte der Konzern in der Raumfahrt erfolgreich Fuß fassen: Boeing produzierte unter anderem die erste Stufe der Mondrakete Saturn V. 1997 übernahm Boeing den in der zivilen Luftfahrt zur Nummer drei (hinter Airbus) abgesunkenen Flugzeugbauer McDonnell Douglas und die Aerospace Units von Rockwell International (Boeing North American).

Im März 2001 gab Boeing bekannt, den Firmensitz von Seattle an einen anderen Ort zu verlegen. Im Gespräch waren unter anderem Chicago, Denver oder Dallas, wobei man sich letztlich für Chicago entschied. Die Produktion von Flugzeugen blieb davon unangetastet.

Boeing war von 1974 bis 1985 auch eine Bootswerft, es wurden Tragflügelboote, sog. JETFOILs hergestellt; das bekannteste Modell ist Boeing 929.[8] Danach wurden einige Boote mit Boeing-Lizenzen von anderen Werften gebaut.

Luftfahrtkrise ab 2001Bearbeiten

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In den letzten Jahren[Stand?] musste der Konzern einige Rückschläge hinnehmen. Durch die Krise im Luftverkehr und die Terroranschläge am 11. September 2001 war keine Fluggesellschaft bereit, den zwar schnellen, aber relativ unwirtschaftlichen Sonic Cruiser zu bestellen. Der Konkurrent Airbus gewann darüber hinaus immer mehr Marktanteile. Dazu kam, dass der Konzern einen großen Auftrag an Lockheed Martin verlor: Das von Boeing entwickelte Militärflugzeug X-32 wurde von der Air Force abgelehnt. Außerdem warf die NASA der Boeing Nachlässigkeiten wegen des Columbia-Unglücks vor.

Boeing verbuchte im Geschäftsjahr 2002 einen Umsatz von 54,069 Milliarden US-Dollar bei einem Gewinn von 0,492 Milliarden US-Dollar. 2002 produzierte Boeing 381 Flugzeuge.

2003 gab das Unternehmen bekannt, die 757-Produktion Ende 2004 einzustellen – seit den Terroranschlägen 2001 wurden nur neun Flugzeuge dieser Art bestellt. Auch der 767, im transatlantischen Luftverkehr in den letzten 20 Jahren dominierend gewesen, droht wegen mangelnder Nachfrage das Aus, zumal ein Nachfolgemodell, die 787, bereits angeboten wird.

 
Netto-Bestellungen von Flugzeugen seit 2001 von Boeing[9] und Airbus

Mit der 787, dem sogenannten Dreamliner, versucht Boeing, auf dem 250-Sitzer-Markt wieder Fuß zu fassen. Das Modell soll damit die 757 und 767 ersetzen. 2005 gab das Unternehmen bekannt, auch die 717-Produktion Ende 2006 einzustellen, als Grund wird ebenfalls mangelnde Nachfrage angegeben.

Boeing erklärte das Direktverbindungskonzept, im Gegensatz zum Drehkreuzkonzept, zum Luftverkehrsmodell der Zukunft. Daher würden zukünftig kleinere Flugzeuge mit größerer Reichweite erforderlich.[10]

Entwicklung seit 2005Bearbeiten

Seit dem Jahr 2005 ist die Anzahl der bestellten Flugzeuge wieder deutlich angestiegen. Auch die Umsätze und Gewinne im Vergleich zu den Jahren davor sind wieder gestiegen,[9] sodass die Krise mit dem Jahr 2005 beendet wurde. Im Jahr 2010 ist der Umsatz allerdings im Vergleich zum Vorjahr von 68,281 Mrd. auf 64,308 Mrd. US-Dollar gesunken. Den größten Umsatzrückgang musste die zivile Flugzeugsparte hinnehmen, dort sank der Umsatz von 34,051 Mrd. auf 31,834 Mrd. US-Dollar. Dies dürfte auf Spätfolgen der Finanzkrise zurückzuführen sein, da viele Fluggesellschaften Aufträge stornierten oder aufschoben mitunter wegen des erneut stark gestiegenen Ölpreises und weiterhin bestehenden Sorgen über die Erholung der weltweiten Konjunktur.

Jedoch sank auch der Umsatz im militärischen Bereich (Boeing Defense, Space & Security) von 33,661 Mrd. auf 31,943 Mrd. US-Dollar.[11] In der militärischen Sparte dürften ähnliche Gründe wie im zivilen Bereich für den Rückgang eine Rolle spielen, beispielsweise war 1995 ursprünglich geplant 800 F-22-Jagdflugzeuge zu beschaffen, aufgrund der sehr hohen Kosten und günstigeren Alternativen wie der F-35 wurden letztendlich lediglich 187 Exemplare bestellt. Allerdings handelt es sich im eigentlichen Sinne nicht um eine Krise bei Boeing selbst, sondern um Folgen der weltweiten Finanzkrise. Mit der Einführung neuer und moderner Flugzeuge wird ein weiterer Umsatzanstieg in den kommenden Jahren erwartet.

Im Januar 2012 wurde bekannt, dass Boeing bis zum Ende des Jahres 2013 das Werk in Wichita schließen will. Grund sind Kürzungen im US-Verteidigungsetat und damit einhergehend weniger Bestellungen. Von der Schließung eines der Hauptarbeitgeber des Ortes wären 2160 Beschäftigte betroffen, die ab dem 3. Quartal 2012 entlassen würden.[12]

2012 hatte Boeing wieder seit 2007 die Spitzenposition vor Airbus erreicht und mehr Flugzeuge in Bestellung und Auslieferung als der europäische Konkurrent.[13]

2015 gab Boeing bekannt, in China ein Werk für die Endmontage der Boeing 737 zu bauen. Im Gegenzug bestellen chinesische Leasingunternehmen bis zu 250 Boeing 737 und 50 Langstreckenflugzeuge.[14] Das Werk wurde zusammen mit der chinesischen Comac, die zu 40 % am Werk beteiligt ist, gebaut. Am 15. Dezember 2018 wurde das erste in China fertiggestellte Flugzeug, eine Boeing 737 MAX an Air China übergeben.[15]

Rechtsstreit mit CIA und FBIBearbeiten

Zusammen mit American Airlines, United Airlines, US Airways, Delta Air Lines und Continental Airlines hat Boeing im Jahr 2007 eine Klageschrift gegen FBI und CIA eingereicht. Ziel ist die Klärung der Frage, ob die Branche der Fluggesellschaften eine Mitschuld an den Terroranschlägen vom 11. September 2001 trägt und/oder ob ihre Reaktionen richtig und angemessen waren.[16]

Finanzierung/Staatliche SubventionenBearbeiten

Boeings Forschungs- und Entwicklungsarbeit wird seit vielen Jahren in hohem Maße von der US-Regierung über die NASA, das US-Verteidigungsministerium, das US-Handelsministerium und andere Regierungsstellen subventioniert. Seit 1990 erhielt Boeing ca. 23,7 Milliarden US-Dollar an Regierungssubventionen.[17] Zusätzlich erhält Boeing etwa 200 Millionen US-Dollar an Exportsubventionen nach dem Extraterritorial Income Exclusion Act (obwohl diese von der WTO als illegal erklärt wurden).

Die massiven Verstöße Boeings gegen Festlegungen im „Übereinkommen über Subventionen und Ausgleichsmaßnahmen“ der WTO sowie gegen das 1992 geschlossene US-EU Agreement on Trade in Large Civil Aircraft[18] führten zu zahlreichen Beschwerden der EU bei der WTO, und im Gegenzug zu Beschwerden der USA bezüglich illegaler Subventionierung von Boeings Hauptkonkurrenten Airbus.[19][20][21] Ein Nachweis für unerlaubte Subventionierung ist aber auch sehr schwierig, da sowohl Boeing als auch EADS (Airbus) ihren Umsatz zu erheblichen Anteilen mit Rüstungsaufträgen ihrer eigenen Regierungen machen. Es müsste also nachgewiesen werden, dass die Regierungen bei den Rüstungsgütern überhöhte Preise akzeptieren. Die FAS berichtete im März 2010, die Untersuchung der WTO habe die amerikanischen Vorwürfe teilweise bestätigt.[22]

Krise infolge zweier Abstürze in den Jahren 2018 und 2019Bearbeiten

 
Seit 11. März 2019 müssen alle chinesischen Maschinen der Serie 737 Max am Boden bleiben, am 12. und 13. folgten die Grounding-Anordnungen von EASA und FAA

Am 29. Oktober 2018 und am 10. März 2019 kam es zu zwei Abstürzen von Boeing-737-MAX-8-Maschinen mit insgesamt 346 Todesopfern. In beiden Fällen erfolgte der Absturz aufgrund fehlerhafter Daten des Anstellwinkelsensors AoA, der das Maneuvering Characteristics Augmentation Systems (MCAS) aktivierte. Dieses System greift automatisch in die Steuerung des Flugzeugs ein, verstellt die Höhenflosse und drückt die Nase des Flugzeugs nach unten.[23][24]

In der Folge wurden weltweit Flugverbote für alle „MAX“-Versionen erteilt. Dies betraf 371 bereits in Dienst gestellte Maschinen.[25] Weitere Auslieferungen der 737 MAX wurden gestoppt, was für Boeing im 2. Quartal 2019 einen Umsatzausfall von 5,6 Milliarden US-Dollar verursachte. Für mögliche Schadenersatzansprüche der Airlines und weitere Kosten durch das Grounding wurden 4,9 Milliarden Dollar zurückgestellt.[26][27] Insgesamt führte dies zum Ausweis eines Konzernquartalsverlusts von 2,9 Milliarden US-Dollar, dem bis dahin größten in der Geschichte des Unternehmens.[28] Innerhalb der ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2019 gingen die Auslieferungen ziviler Boeing-Flugzeige gegenüber dem Vorjahr um 47 Prozent auf 302 Stück zurück.[29][30] Im selben Zeitraum stieg der Börsenkurs von Boeing, in dem sich die Zukunftserwartungen der Investoren für das Gesamtunternehmen widerspiegeln, um 21 %.[31]

Eine unabhängige Expertenkommission, die Bauweise der MAX 737, Zulassung und Abstürze untersuchte, kritisierte sowohl Boeing als auch die Federal Aviation Administration (FAA). Der Hersteller habe nicht genügend Informationen übermittelt, die Flugaufsicht habe nicht genügend Personal für die Überprüfung. Auch wurde die Qualifikation der FAA-Beamten in Frage gestellt.[32] Im Raum steht auch der Vorwurf, die FAA habe wesentliche Schritte der Zertifizierung Boeing selbst überlassen.[33] Anfang Oktober 2019 waren etwa einhundert Klagen wegen der Abstürze und des Groundings gegen Boeing anhängig.[32][34]

Am 11. Oktober beschloss der Boeing-Aufsichtsrat, dass Dennis Muilenburg die Funktion des Aufsichtsratsvorsitzenden mit sofortiger Wirkung an David Calhoun abgibt, einen Manager der Beteiligungsgesellschaft Blackstone.[35] Muilenburg bleibt Vorstandsvorsitzender, doch wurde sein Rückzug aus dem Aufsichtsrat in der Presse als Entmachtung interpretiert.[33] Er muss am 30. Oktober 2019 vor einem Ausschuss des US-Kongresses aussagen.[32]

VorstandBearbeiten

Der Boeing-Vorstand setzt sich wie folgt zusammen (Stand Oktober 2019):

LobbyingBearbeiten

Wie in den Vereinigten Staaten üblich nimmt auch Boeing mittels Lobbying Einfluss auf die US-Politik und staatliche Beschaffungsmaßnahmen, hier vor allem im Rüstungs- und Raumfahrtbereich: 2018 gab das Unternehmen 15,1 Millionen US-$ für Lobbyisten aus; damit lag es im 20-Jahreszeitraum seit 1998 auf Platz 10 aller US-Konzerne.[36] Zum Vergleich: In der Fortune-500-Liste der umsatzstärksten US-Unternehmen befand sich Boeing im Jahr 2018 auf Platz 27.[37]

Auch beim Verteilen von Wahlkampfspenden an Vertreter beider großen Parteien, der Republikaner und der Demokraten, macht Boeing keine Ausnahme. So gab Boeing beispielsweise bei den Halbzeitwahlen in den Vereinigten Staaten 2018 4,5 Millionen US-$ für Wahlkampfspenden aus.[36]

GeschäftszahlenBearbeiten

Im Geschäftsjahr 2018 erwirtschaftete Boeing einen Umsatz von 101 Mrd. $, was einer Verdopplung innerhalb von 15 Jahren entspricht. Der Gewinn belief sich 2018 auf 10,5 Mrd. $ und der Börsenwert zum Jahresende auf 179,6 Mrd. $,[38] ein Anstieg von 580 % gegenüber dem Börsenwert zum Jahresende 2003. Auch im Jahr 2019 stieg der Marktwert des Unternehmens – bei rückläufigem Umsatz und Gewinn – weiter an (Stand Oktober).

Jahr Umsatz
in Mrd. US-Dollar
Gewinn
in Mrd. US-Dollar
Bilanzsumme
in Mrd. US-Dollar
Börsenwert
in Mrd. US-Dollar
2000 51,3 2,1 43,5 57,8
2001 58,2 2,8 49,0 32,5
2002 54,1 0,5 52,3 27,7
2003 50,3 0,7 53,0 26,4
2004 51,4 1,9 56,2 33,7
2005 53,6 2,6 60,0 41,1
2006 61,5 2,2 51,8 44,5
2007 66,4 4,1 59,0 66,3
2008 60,9 2,7 53,8 67,2
2009 68,3 1,3 62,1 31,0
2010 64,3 3,3 68,6 40,0
2011 68,7 4,0 80,0 48,0
2012 81,7 3,9 88,9 52,1
2013 86,6 4,6 92,7 56,9
2014 90,8 5,5 92,9 102,0
2015 96,1 5,2 94,4 91,9
2016 94,6 4,9 90,0 96,1
2017 93,4 8,2 92,3 133,7
2018 101,1 10,5 117,4 179,6

GeschäftsfelderBearbeiten

Commercial AirplanesBearbeiten

Boeings Hauptgeschäft seit Gründung der Firma ist die Entwicklung und der Bau von Verkehrsflugzeugen (englisch Commercial Airplanes).

Boeing VertolBearbeiten

Boeing Vertol ist seit 1960 eine eigene Abteilung von Boeing. Die frühere Vertol Aircraft Corporation ging aus der Firma Piasecki Helicopter Corporation hervor und hat ihren Sitz in Morton, Pennsylvania. Neben Hubschraubern stellte sie auch Schienenfahrzeuge her.

Boeing Defense, Space and SecurityBearbeiten

Zum Bereich Verteidigung, Raumfahrt und Sicherheit gehören die Abteilungen Boeing Military Aircraft, Global Services & Support, Network & Space Systems und Phantom Works sowie Joint Ventures.

Boeing CapitalBearbeiten

Diesem Geschäft liegt in erster Linie die Finanzierung der firmeneigenen Geschäftsbereiche und Tochterfirmen zugrunde. Boeing Capital tritt weltweit außerdem auch als Kapitalgeber für den Kauf von Boeings Produkten in Erscheinung.

Boeing HydrofoilsBearbeiten

 
Boeing Jetfoil 929

Ab 1974 wurden auch Tragflügelboote (auch JETFOILs genannt) hergestellt; zum Beispiel das Modell Boeing 929. Aktuell werden keine Schiffe mehr produziert.

Flugzeugbestellungen und -auslieferungenBearbeiten

FlugzeugbestellungenBearbeiten

Von 1955 bis zum Mai 2006 wurden bei Boeing insgesamt 17.521 Flugzeuge bestellt.

Den Bestellungen stehen eventuelle Abbestellungen und Umwandlungen in Orders für andere Flugzeugtypen gegenüber, sodass sich teilweise negative Zahlen bei einzelnen Typen ergeben.

Anzahl der bestellten Flugzeuge pro Jahr[39]
Jahr Bestellungen abzüglich Stornierungen und Umwandlungen Bestel-
lungen
Stornie-
rungen
Boeing 717 Boeing 737 Boeing 747 Boeing 767 Boeing 777 Boeing 787 Gesamt
2003 8 206 4 -1 10 12 239 240 1
2004 8 147 10 9 42 56 272 277 5
2005 -14 569 43 15 154 235 1002 1029 27
2006 nicht mehr
im Angebot
729 72 10 76 157 1044 1050 6
2007 846 21 36 141 369 1413 1423 10
2008 484 3 28 54 93 662 669 7
2009 178 2 2 19 −59 142 263 121
2010 486 −1 3 46 −4 533 625 92
2011 551 −1 42 200 13 805 921 116
2012 1124 1 22 68 −12 1203 1339 136
2013 1046 12 2 113 182 1355 1531 176
2014 1104 0 4 283 41 1432 1550 118
2015 588 2 49 58 71 768 878 110
2016 550 17 26 17 58 668 848 180
2017 745 -2 15 60 94 912 1053 141
2018 675 18 40 51 109 893 1090 197
Die nachfolgenden Zahlen sind nicht mit den vorstehenden vergleichbar,
weil die Bestellung des 4. Quartals fehlen.
2019
Q1–Q3
-53 0 26 36 47 56 170 114

FlugzeugauslieferungenBearbeiten

Anzahl der ausgelieferten Flugzeuge pro Jahr[9][40]
Jahr Boeing 717 Boeing 737 Boeing 747 Boeing 757 Boeing 767 Boeing 777 Boeing 787 Gesamt
2003 12 173 19 14 24 39 Produktion
noch nicht
angelaufen
281
2004 12 202 15 11 9 36 285
2005 13 212 13 2 10 40 290
2006 5 302 14 nicht mehr
in
Produktion
12 65 398
2007 nicht mehr
in
Produktion
330 16 12 83 441
2008 290 14 10 61 375
2009 309 6 11 68 394
2010 376 0 12 74 462
2011 372 9 20 73 3 477
2012 415 31 26 83 46 601
2013 440 24 21 98 65 648
2014 485 19 6 99 114 723
2015 495 18 16 98 135 762
2016 490 9 13 99 137 748
2017 529 14 10 74 136 763
2018 580 6 27 48 145 806

Weiteres

  • Am 14. August 1989 wurde das 1000. Flugzeug der Produktion in Everett (eine Boeing 767-300ER für SAS Scandinavian Airlines) ausgeliefert.
  • Am 15. Mai 1998 wurde das 2000. Flugzeug der Produktion in Everett (eine Boeing 747-400 für British Airways) ausgeliefert.
  • Am 13. Februar 2006 verließ die 5000. Boeing 737 die Produktionslinie, ein Flugzeug für Southwest Airlines.
  • Von 1958 bis Mai 2006 lieferte Boeing insgesamt 15.457 Flugzeuge aus.
  • Am 28. August 2007 lieferte Boeing das 3000. Großraumflugzeug (eine 777-200ER an Korean Airlines) aus.
  • Am 2. Februar 2011 verließ die 1000. Boeing 767 die Endmontagelinie in Everett, eine 767-300ER für All Nippon Airways (ANA).[41]
  • Im März 2012 wurde das 1000. Flugzeug der 777-Familie (eine 777-300ER für Emirates) ausgeliefert.[42]
  • Am 2. Dezember 2016 wurde die 500. Boeing 787 ausgeliefert, eine 787-9 für AerCap, die das Flugzeug an Air France verleaste.[43]

FlugzeugpreiseBearbeiten

Die Preise für die Flugzeuge variieren je nach Konfiguration. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht der Durchschnittspreise für das Jahr 2012 (Angaben in Millionen US-Dollar)[44]:

Boeing-737-Familie
737-700 74,8 737-800 89,1 737-900ER 94,6
Boeing-747-Familie
747-8 351,4 747-8F 352
Boeing-767-Familie
767-200ER 160,2 767-300F 185,4 767-300ER 182,8 767-400ER 200,8
Boeing-777-Familie
777-200ER 258,8 777-200LR 291,2 777-300ER 315 777F 295,7
Boeing-787-Familie
787-8 206,8 787-9 243,6

FlugzeugmodelleBearbeiten

ZivilflugzeugeBearbeiten

 
Boeing 737-900 von Continental Airlines
 
Eine Boeing 777-300ER von Swiss
 
Die Boeing 787-8 in Werksbemalung von Boeing
 
Boeing 747-8F von Cargolux

Aktuell produziertBearbeiten

Aktuell geplantBearbeiten

Nicht mehr angebotenBearbeiten

Ehemals geplantBearbeiten

  • Boeing B-2707 (Ende der 1960er-Jahre geplantes Überschallflugzeug, Projekt eingestellt)
  • Boeing 7J7 (Ende der 1980er-Jahre geplanter Nachfolger der Boeing 727, Projekt eingestellt)
  • Boeing 787-3 (Ende der 2000er-Jahre für Japan geplant, Projekt eingestellt)
  • Boeing Sonic Cruiser (Mitte der 1990er-Jahre geplantes Flugzeug, sollte knapp unter der Schallgrenze fliegen, Projekt eingestellt)

Die genaue Bezeichnung eines Flugzeugs variierte bis zur Einführung der 787 und der Max-Serien[46] in den letzten zwei Stellen, so bedeutet bspw. 737-86N(WL), dass es sich um eine 737-800 mit Winglets handelt, die nach dem Boeing Customer Code[47] der Leasing-Firma GECAS gehört. Speziell bei Leasingfirmen bedeutet dies jedoch nicht, dass das Flugzeug unter dem Eigentümernamen oder dessen Länderkennzeichen fliegt.

ZeitleisteBearbeiten

Zeitleiste ziviler Strahlverkehrsflugzeuge von Boeing (inkl. McDonnell Douglas)
Boeing
McDonnell Douglas Douglas McDonnell Douglas Boeing
Typ 1960er 1970er 1980er 1990er 2000er 2010er
Strecke Rumpf Antrieb 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9
kurz/mittel Schmal zweistrahlig DC-9 MD-80 / MD-90 717 (MD-95)
kurz/mittel Schmal zweistrahlig 757
mittel Schmal zweistrahlig 737 (736, 73G, 738, 739)
kurz/mittel Schmal dreistrahlig 727
mittel/lang Schmal vierstrahlig DC-8
mittel/lang Schmal vierstrahlig 707 (707, 720)
lang Großraum zweistrahlig 767 (762, 763, 764)
lang Großraum zweistrahlig 787 („Dreamliner“)
lang Großraum zweistrahlig 777 (772, 773)
lang Großraum dreistrahlig DC-10 MD-11
lang Großraum,
zwei Decks
vierstrahlig 747 („Jumbo Jet“)


Wichtige militärische FlugzeugeBearbeiten

Neben Waffensystemen, Raketen (Minuteman), Lenkflugkörpern (z. B. Peacekeeper), Hubschraubern (u. a. AH-64 Apache, RAH-66 Comanche) sowie Überwachungs- und Schulungsflugzeugen produziert Boeing Kampfflugzeuge, Jagdflugzeuge und Bomber sowie Tank- und Transportflugzeuge.

Der Umsatz von Boeing mit Rüstungsgütern belief sich 2012 auf 27,6 Milliarden Dollar.[48]

FahrzeugeBearbeiten

Boeing baute die Mondautos für das Apollo-Programm der NASA.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Boeing 100 Jahre: Wie der Flugzeugbauer die Welt veränderte. (Titelgeschichte) In: Aero international Nr. 8A/2016, S. 6-11; in dieser Ausgabe befinden sich weitere Artikel zur Geschichte des Unternehmens
  • 100 Jahre Boeing. Wegbereiter der Luftfahrt: Am 15. Juli 1916 schlug die Geburtsstunde von Boeing. Damit wird der US-amerikanische Flugzeugbauer 100 Jahre alt. Kein anderes Unternehmen der Welt hat die Entwicklung der zivilen Luftfahrt durch seine Innovationen so sehr geprägt wie dieses. Grund genug für einen Rückblick auf die Unternehmensgeschichte. In: Aero International Nr. 7/2016, S. 74–79
  • 100 Jahre Boeing: Ein Weltkonzern mit deutschen Wurzeln. In: FliegerRevue Nr. 7/2016, S. 48–51
  • Jochen K. Beeck: Typenkompass: Boeing Verkehrsflugzeuge seit 1919, Motorbuch, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-613-03002-2

WeblinksBearbeiten

  Commons: Boeing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikinews: Boeing – in den Nachrichten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b FORM 10-K für das Geschäftsjahr 2018, The Boeing Company, 8. Februar 2019.
  2. 100 Jahre Boeing: Vom Bootsschuppen zum weltgrößten Flugzeughersteller. In: Spiegel Online. 15. Juli 2016, abgerufen am 5. Januar 2017.
  3. Die Geschichte der ersten beiden B&W, boeing.com
  4. Boeing Chronology (PDF englisch)
  5. John G. Wensveen: Air Transportation: A Management Perspective - 7th Edition, Farnham: Ashgate Publishing, 1996, ISBN 0-7546-7171-2, S. 47.
  6. History – Stearman. Boeing, Abruf am 18. August 2011.
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Koordinaten: 47° 30′ 50″ N, 122° 17′ 49″ W