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Bei der Boeing P-8 Poseidon handelt es sich um ein Seefernaufklärungs- und U-Boot-Jagdflugzeug der United States Navy. Das zweistrahlige Flugzeug ist das Ergebnis des „Multimission-Maritime-Aircraft“-Programms (vorübergehend auch als „MMA“ bezeichnet) und basiert auf dem Kurz- und Mittelstreckenflugzeug Boeing 737-800. Bei der US Navy ersetzt die P-8 die P-3-Orion-Flotte. Als erster Exportkunde verwendet Indien für die Maschine den Beinamen Neptune.

Boeing P-8 Poseidon
P-8 over Pacific.jpg
P-8A der US-Navy über dem Pazifik
Typ: Seeaufklärungs- und U-Boot-Jagdflugzeug
Entwurfsland:

Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten

Hersteller:

Boeing

Erstflug: 25. April 2009
Indienststellung: 29. November 2013
Produktionszeit:

Seit 2011 in Serienproduktion

Stückzahl: 82 (Stand: April 2018)[1]

GeschichteBearbeiten

EntwicklungBearbeiten

Die Entwicklung der P-8 lässt sich bis Mitte der 1980er-Jahre zurückverfolgen. Damals suchte die US-Marine nach einem möglichen Nachfolger für die P-3 und begann, die Anforderungen an solch eine Maschine zu definieren. Die primäre Forderung war dabei die Senkung der Betriebskosten im Vergleich zur P-3. Diese litt unter einer vergleichsweise starken Materialermüdung, weshalb die neue Maschine über eine Flugzeugzelle mit einer hohen Lebenserwartung verfügen sollte. Des Weiteren wurden eine erhöhte Reichweite bzw. eine verlängerte Patrouillendauer sowie ein geringeres Gesamtgewicht gefordert. 1989 vergab dann die Marine einen Entwicklungsauftrag an Lockheed, der den Bau von zwei Prototypen umfasste. Diese als P-7 bezeichneten Maschinen wurden allerdings nie gebaut, da 1990 Lockheed der Auftrag wieder entzogen wurde, nachdem eine Kostenüberschreitung von 300 Millionen US-Dollar eingeräumt werden musste.

Nach dem Ende des Kalten Krieges und den daraus resultierenden Kürzungen im Verteidigungsbudget wurde die Suche nach einem Nachfolger für die P-3 zunächst aufgegeben. Die Lebensdauer der Flugzeugzelle wurde zunächst mit verschiedenen Modernisierungsprogrammen verlängert. Als sich andeutete, dass dies auf die Dauer ebenfalls sehr teuer würde, wurde im Jahre 2000 ein neues Entwicklungsprogramm begonnen – das Multimission Maritime Aircraft Program. Im Gegensatz zu den ursprünglichen Anforderungen wurde dabei auf die Gewichtsreduzierung verzichtet, da man bereit war, dies für höhere Reichweiten und Einsatzzeiten in Kauf zu nehmen. Des Weiteren wurden die Anforderungen im Bereich Avionik und Kommunikationssystem erhöht. Neu im Lastenheft war zudem die Forderung, dass die neuen Maschinen UAVs ohne zusätzliche bodengestützte Anlagen steuern können sollten.

 
Rollout der P-8A „Poseidon“

Zunächst nahmen nur Boeing und Lockheed Martin an dem neuen Wettbewerb teil. Lockheed schlug dabei die sogenannte Orion 21 vor, bei der es sich um eine komplett überarbeitete Version der alten Turboprop-P-3 handelte. Derweil ging Boeing einen anderen Weg und legte einen Vorschlag vor, der eine Modifizierung ihres 737-800ERX-Verkehrsflugzeugs vorsah. 2001 stieg BAE Systems mit der Nimrod MRA.4 in den laufenden Wettbewerb ein. Sie boten eine modernisierte Variante der alten Nimrod MR.Mk.2 von 1969 an, die bereits für die britische Marine neu entwickelt wurde. Allerdings zog sich BAe im Oktober 2002 aus dem Wettbewerb zurück, da man erkannt hatte, dass es politisch nicht möglich gewesen wäre, sich gegen die US-amerikanischen Konkurrenten durchzusetzen. Schließlich gewann am 14. Juni 2004 Boeing den Wettbewerb.[2]

Nachdem der US-Hersteller das 3,9 Mrd. US-Dollar schwere[2] MMA-Programm für sich entscheiden konnte, gab die US Navy am 8. Juli 2004 die ersten fünf Maschinen in Auftrag. Anfang August 2008 wurde die Montage des ersten Prototyps P-8A-T1 im Werk Renton abgeschlossen. Daraufhin wurde in Seattle mit der Instrumentierung sowie mit verschiedenen Bodentests begonnen.[3] Am 25. April 2009 absolvierte die erste P-8A ihren Erstflug,[4] so dass sie spätestens ab 2013 die Lockheed P-3 ablösen konnte. Abwurftests von Sonarbojen begannen im Oktober 2010 auf der NAS Patuxent River. Am 19. Juli 2011 startete die erste Vorserienmaschine aus dem sechs Flugzeuge umfassenden LRIP1-Vorserienvertrag in Renton zu ihrem Erstflug.[5] Insgesamt plant die US Navy, 108 Flugzeuge zu beschaffen,[6] wodurch sich die Kosten auf etwa 15 Milliarden US-Dollar belaufen. Neben Boeing sind als Zulieferer auch Raytheon, Northrop Grumman, Spirit AeroSystems, GE Aviation Systems, Marshall Aerospace, CFMI, BAE Systems und Marotta beteiligt. Aufgrund der Absage von Lockheed Martin, das „Aerial Common Sensor“-Projekt weiterzuentwickeln, benutzt Boeing nun ein Linux-System von Wind River Systems für die Aufklärungs- und Missionssysteme.[7]

Die P-8 wird von den Test and Evaluation Squadrons VX-1 und VX-20 erprobt, die auf der Naval Air Station Patuxent River in Maryland stationiert sind. Am 3. Februar nahm erstmals eine P-8 an einer Übung der US-Marine teil, wobei insgesamt 34 Übungseinsätze im Rahmen von „Bold Alligator“ geflogen wurden.[8] Das Testprogramm der US Navy wurde Anfang April 2013 abgeschlossen, die ersten Maschinen sollen im Dezember ihre Premiere in einem Auslandseinsatz haben.[9]

Die P-8 wurde auf der Dubai Airshow 2013 erstmals auf einer internationalen Luftfahrtschau einem größeren Publikum vorgeführt.[10]

Am 29. November 2013 erreichte die P-8 Poseidon ihre Initial Operating Capability (IOC).[11]

ProduktionBearbeiten

 
Prototyp T-1 der P-8A „Poseidon“

Bis Juni 2019 wurden 116 „Poseidon“ ausgeliefert, davon 95 an die United States Navy (inklusive einer Bruchzelle sowie eines weiteren statischen Versuchsträgers), 11 an die Royal Australian Air Force sowie acht an die indische Marine.

MSN LN Registrierung Betreiber Auslieferung Anmerkung Test-Registrierung
34395 2722 - United States Navy Dezember 2008 Statische Zelle, mittlerweile zerlegt
34398 3069 - US Navy Dezember 2009 Nicht mehr in Betrieb
34394 2599 167951 US Navy August 2008 N541BA
34396 2814 167953 US Navy Juni 2009 N441BA
34397 2931 167954 US Navy September 2009 N397DS
40594 3324 167952 US Navy Oktober 2010 N327DS
40595 3426 167955 US Navy Januar 2011 N328DS
40596 3522 167956 US Navy April 2011 N391DS
40808 3612 168428 US Navy Juli 2011 N392DS
40809 3792 168429 US Navy Dezember 2011 N397DS
40810 3879 168430 US Navy März 2012 N398DS
40811 3916 168431 US Navy April 2012 N507DS
40812 3969 168432 US Navy Mai 2012 N516DS
40813 4055 168433 US Navy August 2012 N530DS
40814 4099 168434 US Navy September 2012 N532DS
40815 4141 168435 US Navy Oktober 2012 N533DS
40816 4219 168436 US Navy Dezember 2012 N536DS
40817 4256 168437 US Navy Februar 2013 N537DS
40818 4294 168438 US Navy März 2013 N327DS
40819 4331 168439 US Navy April 2013 N539DS
40820 4366 168440 US Navy Mai 2013 N708DS
42250 4547 168754 US Navy November 2013 N736DS
42251 4609 168755 US Navy Januar 2014 N740DS
42252 4673 168756 US Navy Februar 2014 N753DS
42253 4728 168757 US Navy März 2014 N755DS
42254 4768 168758 US Navy April 2014 N758DS
42255 4813 168759 US Navy Mai 2014 N762DS
42256 4898 168760 US Navy Juli 2014 N768DS
42257 4938 168761 US Navy August 2014 N771DS
42258 4978 168762 US Navy September 2014 N780DS
42259 5020 168763 US Navy Oktober 2014 N781DS
42260 5098 168764 US Navy November 2014 N783DS
44140 5138 168848 US Navy Dezember 2014 N784DS
44141 5178 168849 US Navy Februar 2015 N785DS
44142 5218 168850 US Navy Februar 2015 N789DS
44143 5262 168851 US Navy März 2015 N790DS
44144 5298 168852 US Navy April 2015 N715DS
44145 5338 168853 US Navy Juni 2015 N717DS
44146 5368 168854 US Navy Juni 2015 N722DS
44147 5398 168855 US Navy Juli 2015 N729DS
44148 5428 168856 US Navy Juli 2015 N805DS
44149 5458 168857 US Navy August 2015 N590DS
44150 5478 168858 US Navy September 2015 N591DS
44151 5542 168860 US Navy Oktober 2015 N593DS
44152 5510 168859 US Navy September 2015 N592DS
44938 5567 168996 US Navy November 2015 N595DS
44939 5623 168998 US Navy Dezember 2015 N598DS
44940 5656 168999 US Navy Januar 2016 N910DS
44941 5680 169000 US Navy Januar 2016 N914DS
44942 5587 168997 US Navy November 2015 N597DS
44943 5740 169002 US Navy März 2016 N934DS
44944 5765 169003 US Navy März 2016 N935DS
44945 5796 169004 US Navy April 2016 N936DS
44946 5851 169005 US Navy Mai 2016 N941DS
44947 5880 169006 US Navy Juni 2016 N942DS
44948 5903 169007 US Navy Juli 2016 N943DS
44949 5936 169008 US Navy Juli 2016 N944DS
44950 6020 169010 US Navy September 2016 N957DS
44951 5963 169009 US Navy August 2016 N949DS
44952 5712 169001 US Navy Februar 2016 N931DS
44953 6048 169011 US Navy Oktober 2016 N958DS
62288 5823 A47-001 Royal Australian Air Force Mai 2016 N940DS
62289 5993 A47-002 Royal Australian Air Force September 2016 N956DS
62290 6076 A47-003 Royal Australian Air Force November 2016 N959DS
62291 6104 169324 US Navy November 2016 N960DS
62292 6132 169325 US Navy Dezember 2016 N962DS
62293 6216 A47-004 Royal Australian Air Force Februar 2017 N974DS
62294 6244 169328 US Navy März 2017 N964DS
62295 6273 169329 US Navy März 2017 N968DS
62296 6300 169330 US Navy April 2017 N843DS
62297 6356 169331 US Navy Juni 2017 N852DS
62298 6160 169326 US Navy Januar 2017 N969DS
62299 6189 169327 US Navy Februar 2017 N963DS
62698 6385 169332 US Navy Juni 2017 N848DS
63179 6328 A47-005 Royal Australian Air Force Mai 2017 N832DS
63180 6412 169333 US Navy Juli 2017 N838DS
63181 6440 169334 US Navy August 2017 N839DS
63182 6468 A47-006 Royal Australian Air Force August 2017 N849DS
63183 6492 169335 US Navy September 2017 N854DS
63184 6532 169336 US Navy Oktober 2017 N857DS
63185 6560 169337 US Navy Oktober 2017 N858DS
63186 6595 169338 US Navy November 2017 N860DS
63187 6623 A47-007 Royal Australian Air Force Dezember 2017 N862DS
63188 6658 169339 US Navy Januar 2018 N863DS
63189 6687 169340 US Navy Januar 2018 N864DS
63190 6720 169341 US Navy Februar 2018 N869DS
63191 6750 A47-008 Royal Australian Air Force Februar 2018 Eingelagert N872DS
63192 6784 169342 US Navy März 2018 N874DS
63193 6812 169343 US Navy April 2018 N873DS
63194 6846 169344 US Navy April 2018 N304DS
63195 6876 169345 US Navy Juni 2018 N308DS
63196 6909 169346 US Navy Juni 2018 N318DS
63197 6941 169347 US Navy Juni 2018 N322DS
63198 6974 169348 US Navy Juli 2018 N323DS
63758 7004 169349 US Navy August 2018 N328DS
63759 7044 169426 US Navy August 2018 N332DS
64073 7074 169542 US Navy September 2018 N348DS
64074 7114 169543 US Navy Oktober 2018 N347DS
64075 7144 169544 US Navy November 2018 N360DS
64076 7184 169545 US Navy Dezember 2018 N364DS
64077 7219 169546 US Navy Dezember 2018 N368DS
64078 7289 169548 US Navy Februar 2019 N383DS
64079 7359 169549 US Navy März 2019 N392DS
64080 7462 169573 US Navy Mai 2019 N410DS
64083 7254 169547 US Navy Januar 2019 N374DS
64165 7324 A47-009 Royal Australian Air Force März 2019 N391DS
64166 7392 A47-010 Royal Australian Air Force April 2019 N397DS
64167 7427 A47-011 Royal Australian Air Force April 2019 N398DS
40610 3702 IN320 Indische Marine September 2011 N393DS
40611 4014 IN321 Indische Marine Juli 2012 N521DS
40612 4181 IN322 Indische Marine November 2012 N535DS
40613 4399 IN323 Indische Marine Juni 2013 N718DS
40614 4445 IN324 Indische Marine Juli 2013 N720DS
40615 4481 IN325 Indische Marine September 2013 N726DS
40616 4859 IN326 Indische Marine Juni 2014 N763DS
40617 5058 IN327 Indische Marine November 2014 N782DS
Stand 27. Juni 2019[12]

KonstruktionBearbeiten

 
Erprobungsflug einer P-8A über Patuxent River

Die P-8 Poseidon basiert auf der Zivilmaschine Boeing 737. Der von der Version 737-800 stammende Rumpf wurde verstärkt, um der erhöhten Beanspruchung Rechnung zu tragen und einen Waffenschacht integrieren zu können. Auch die umfangreichen Sensoranlagen, deren Antennenanlagen entlang der Rumpfunterseite sichtbar sind, sowie die Avionik machten diese Verstärkung notwendig. An den von der Boeing 737-900 stammenden Tragflächen können ebenfalls Waffen mitgeführt werden.[13]

Als wichtigstes Element der Überwachungsausrüstung gilt das synthetische Breitbandradar Raytheon AN/APY-10 (JETDS-Bezeichnung), eine Weiterentwicklung des AN/APS-137-Radars mit verringertem Energie- und Raumbedarf.

VersionenBearbeiten

  • P-8A: Basisversion für die US-Navy, dient auch für den Export nach Australien und Kanada.
  • P-8I: Exportversion der P-8A für die indische Marine, die einen Bedarf von 12 bis 16 Maschinen hat. Teile der Elektronik stammen dabei aus indischer Produktion. Ein weiterer Hauptunterschied zwischen der P-8A und P-8I ist, dass letztere ein zweites APY-10-Radar im Rumpfheck besitzt, das somit eine 360°-Rundumsicht bietet.
  • EP-8: Nicht realisierte SIGINT-Variante der P-8 als Ersatz für die veraltete Lockheed EP-3E Aries. Die US-Navy prüfte die Anschaffung von 19 bis 26 Maschinen im Rahmen des EP-X-Programms, brach dieses aber zugunsten einer unbemannten Plattform ab.[14]
  • P-8 AGS: Eine von Boeing 2010 angebotene „Airborne Ground Surveillance“ Version für die U.S. Air Force, als Ersatz für die E-8 Joint STAR, nachdem die E-10 MC2A gestrichen worden war. Der Entwurf, bei dem ein AESA-Radar im Rumpf und Sensorpods an den Tragflächen verbaut werden würde, gilt als Alternative zur Modernisierung der E-8-Flotte.[15]

NutzerBearbeiten

 
P-8I der indischen Marine über dem Mount Rainier
Australien  Australien
15 P-8A „Poseidon“, ursprünglich acht bestellt plus vier Optionen, Anzahl 2016 erhöht. Australien plante zunächst, acht P-8A und sechs MQ-4C Triton zu leasen, um wie auch die U.S. Navy die P-8 im Netzwerk mit UAV einzusetzen.[16] Letztendlich wurden die Leasingpläne verworfen und im Februar 2014 bestellte Australien dann zunächst acht Poseidons für 3,6 Mrd. US-Dollar, wobei die Frage der UAVs offenblieb. Diese acht Maschinen sollen 2017/2018 ausgeliefert werden und 2021 voll einsatzfähig sein, um die 19 AP-3C Orion zu ersetzen.[17] Das im Februar 2016 veröffentlichte Weißbuch sieht langfristig eine Flottenzielgröße von 15 Flugzeugen vor.[18]
Die erste australische P-8A traf im November 2016 auf ihrer neuen Heimatbasis RAAF Base Edinburgh und ihrem Betreiber, der 11. Squadron ein.
Indien  Indien
22 P-8I „Neptune“ in drei Tranchen bestellt. Am 2. Januar 2009 entschied sich die indische Marine zur Beschaffung von acht P-8I-Maschinen, die am 29. März 2017 die Tu-142 ersetzten.[19] Das Auftragsvolumen des P-8I-Exports betrug etwa 2,1 Mrd. US-Dollar, wobei der Stückpreis bei etwa 200 Mio. US-Dollar liegt. Boeing plant eine Minderheitsbeteiligung indischer Firmen mit einem Anteil von rund 30 %.[20] Die Bestellung wurde im Juli 2016 auf zwölf Maschinen erhöht. Der Erstflug fand am 28. September 2011 und die erste Übergabe am 20. Dezember 2012 beim Hersteller statt. Die erste P-8I traf am 15. Mai 2013 auf ihrer Einsatzbasis in Indien ein. Die acht ursprünglichen Exemplare wurden bis 2015 ausgeliefert und die folgenden vier sollen 2019/2020 zulaufen.[21] Im Juni 2019 bestellte Indien weitere zehn Flugzeuge, bis dahin waren acht Maschinen ausgeliefert.[22]
Betreiber ist die Staffel INAS 312 (Indian Naval Air Squadron), die auf der Indian Naval Station Rajali, kurz INS Rajali, in der Nähe Arakkonams stationiert ist.
Korea Sud  Südkorea
4 P-8A „Poseidon“ bestellt.[23]
Neuseeland  Neuseeland
4 P-8A „Poseidon“ bestellt.[24] Neuseeland hatte im Frühjahr 2017 Preise und Lieferzeiten bei der US-Regierung für vier P-8A angefragt[25] und die Bestellung dann im folgenden Sommer in Auftrag gegeben.
Im Unterschied zu ihren auf der RNZAF Base Auckland stationierten P-3K2-Vorgängern wird die 5. Squadron ihre P-8A in RNZAF Base Ohakea stationieren.[26]
Norwegen  Norwegen
5 P-8A „Poseidon“ bestellt. Das Beschaffungsvorhaben für die Luftforsvaret wurde im November 2016 bekannt und die Bestellung erfolgte im folgenden März[27].
Die Flugzeuge sollen 2021/22 zulaufen und in Evenes stationiert werden[28].
Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich
9 Poseidon MRA.1 (P-8A) bestellt. Im Rahmen der Veröffentlichung ihres neuen Weißbuchs gab die Regierung ihrer Majestät im November 2015 die geplante Beschaffung von neun P-8A an, die Bestellung erfolgte im Juli 2016[29]. Der Erstflug des ersten Exemplars erfolgte drei Jahre später[30] und wenige Monate später Ende Oktober 2019 begann die Auslieferung für das anfängliche Crew Training auf der US-Naval Air Station Jacksonville[31].
Der erste Poseidon-Verband ist die 120. Squadron, die ihre ersten Exemplare 2020 in RAF Lossiemouth stationieren wird.[32]
Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten
123 P-8A „Poseidon“ bestellt. Die US-amerikanische Marine plante zunächst die Anschaffung von insgesamt 114 P-8As, die in das neue Maritime Surveillance UAV-System integriert werden. Dieses soll ab 2010 die kontinuierliche Seeüberwachung ermöglichen. Dafür werden zusätzlich 68 UAVs vom Typ MQ-4C nötig, die dann von fünf Standorten aus operieren sollen: Hawaii, Diego Garcia, Jacksonville (Florida), Kadena Air Base (Japan) und Sigonella (Italien). Die MQ-4C (seinerzeit als RQ-4N bezeichnet) konnte sich nach einem dreijährigen Auswahlverfahren im August 2008 gegen die Konkurrenzmuster MQ-1C und MQ-9N durchsetzten. Die P-8A werden einen Großteil der operativen Einsatzleitung für die MQ-4C übernehmen.
Am 17. Juni 2009 gab die US-Navy bekannt, dass sie für 1,8 Mrd. US-Dollar neun weitere Maschinen anschaffen wolle, wodurch sich die gesamte Flottenstärke auf 123 Maschinen erhöht.[33]
Die Initial Operating Capability der Poseidon wurde im November 2013 auf der NAS Jacksonville in Florida erreicht, wo die erste Serienmaschine Anfang März 2012 eingetroffen war. Die Schulstaffel ist die Fleet Replacement Squadron VP-30, die auch für die P-3C- und MQ-4C-Ausbildung verantwortlich zeichnet. Die sechs „Ostküsten“-Einsatzstaffeln wurden zwischen Mitte 2012 und Mitte 2016 aufgestellt, bei ihnen handelt es sich in der Reihenfolge ihrer Aufstellung um die Patrol Squadrons VP-16, VP-5, VP-45, VP-8, VP-10 und VP-26.
Nach der erfolgten Umrüstung der Staffeln am Atlantik begann die Umrüstung der geplanten sechs „Westküsten“-Einsatzstaffeln auf der NAS Whidbey Island 2017. Die Umrüstung der Staffeln VP-4, VP-47 (Reihenfolge der Aufstellung bereits festgelegt) sowie VP-9, VP-1, VP-40 und VP-46 soll bis 2020 abgeschlossen sein.[34][35]
Im Kommando-Bereich des United States Pacific Commands werden die Misawa Air Base in Nord-Japan und die Kadena Air Base in Okinawa für mehrmonatige Rotationen von Staffeln aus den USA genutzt. Im Dezember 2013 kam es zu einer ersten Rotation der VP-45 aus Jacksonville.[36]

InteressentenBearbeiten

Kanada  Kanada
Kanada bekundete bereits im Projektstadium Interesse an der P-8. Auch hier soll die P-3-Flotte, als CP-140 Aurora bezeichnet, abgelöst werden.
Italien  Italien
2004 bekundete Italien Interesse an der P-8. Die Pläne zur Anschaffung wurden allerdings 2008 aufgegeben und eine kostengünstigere Alternative auf ATR-72-Basis beschafft.

Technische DatenBearbeiten

 
Auf der NAF Atsugi in Japan stationierte P-8A der US-Navy
Kenngröße Daten
Besatzung 2 Cockpitbesatzung, 7 Operatoren
Länge 39,47 m
Spannweite 37,64 m
Höhe 12,83 m
Leermasse 62.730 kg
max. Startmasse 85.130 kg
Höchstgeschwindigkeit 906 km/h
Marschgeschwindigkeit 789 km/h
Dienstgipfelhöhe 12.500 m
Einsatzradius 2.200 km (bei 4 Std. Aufenthaltsdauer im Zielgebiet)
Antrieb zwei CFM International CFM56-7B mit je 120 kN Schub

BewaffnungBearbeiten

Folgende Bewaffnungsoptionen sind für die P-8 geplant:

Kampfmittel bis zu ca. 2.500 kg in einem 4,7 Meter langen internen Waffenschacht mittig im hinteren Rumpfabschnitt
Luft-Boden-Lenkflugkörper
Torpedos
Ungelenkte Bomben
  • 3–5 × unbekannter Wasserminen-Typ
Kampfmittel bis zu ca. 2.000 kg an vier Außenlaststationen unter den beiden Tragflächen
Luft-Boden-Lenkflugkörper

Avionik und SensorikBearbeiten

Mehrzweck-Suchradar
  • Raytheon AN/APY-10
Elektronische Aufklärungs- und Abwehrmaßnahmen[2]
  • AN/AAR-54 – Raketenwarner
  • AN/AAQ-24 – System für Gegenmaßnahmen im infraroten Bereich
  • AN/ALE-47 – Abwurfsystem für Täuschkörper
  • AN/ALQ-213 – Management-System für sämtliche Abwehr-Subsysteme
  • AN/ALQ-240 – Empfang und Identifizierung von elektronischen Signalen in sämtlichen Frequenzbereichen

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Boeing’s 100th P-8 Poseidon enters final assembly. Boeing, 10. April 2018, abgerufen am 11. April 2018 (englisch).
  2. a b c Lon Nordeen: American MPA Modernisation. In: Air International. Nr. 1. Key Publishing, Stamford Januar 2013, S. 74–83.
  3. FlugRevue Oktober 2008, S. 18, P-8A fertig zur Ausrüstung
  4. Global: First Boeing P-8A gets airborne. 25. April 2009, abgerufen am 3. März 2010
  5. FlugRevue September 2011, S. 14, Erste Serienmaschine fliegt
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