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Die Boeing MQ-25 Stingray ist eine im Rahmen des UCAAS-Programmes (Unmanned Carrier Aviation Air System) in der Entwicklung befindliche Tarnkappendrohne der U.S. Navy. Die primäre Aufgabe der MQ-25 ist die Luftbetankung bemannter Flugzeuge vom Typ F/A-18E/F Super Hornet und F-35C. Zu den sekundären Aufgaben gehören ISR-Fähigkeiten, sowie die Verwendung als Kommunikationsrelais.

Boeing MQ-25 Stingray
f2
Typ: UAV
Entwurfsland:

Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten

Hersteller:

Boeing

Indienststellung: In der Entwicklung
Stückzahl: 1

BeschreibungBearbeiten

Die Entwicklung der MQ-25 Stingray geht auf der UCLAAS-Programm (Unmanned Carrier-Launched Airborne Surveillance and Strike) zurück, welches das Ziel hatte, eine trägergestütztes Tarnkappendrohne mit ISR- und Angriffsfähigkeiten zu schaffen. Im Rahmen dieses Programmes reichten Boeing, General Atomics, Lockheed Martin und Northrop Grumman Vorschläge auf Basis bereits bestehender Muster ein, nachdem diese im August entsprechende Verträge für Vorentwurfsstudien erhalten hatten. Boeing selbst griff dabei auf die Phantom Ray zurück. Für das zukünftige Muster wurde die Bezeichnung „RAQ-25“ reserviert. Wie zahlreiche Drohnen-Beschaffungsprogramme zuvor, litt auch das UCLAAS-Programm unter teils erheblichen Verzögerungen.

Am 1. Februar 2016 wurde das UCLAAS-Programm teilweise in das CBARS-Programm (Carrier-Based Aerial-Refueling System) umgewandelt. Der wichtigste Unterschied dabei war, dass auf die Angriffsfähigkeiten verzichtet wird. Stattdessen lag der neue Schwerpunkt nun auf der Luftbetankung bemannter Kampfflugzeuge. Hintergrund dieser Entscheidung war, dass mit solch einer Tankerdrohne die Reichweite trägergestützter Kampfflugzeuge sich erheblich steigern lässt. Das Wiederum erhöht die Effektivität der Flugzeugträger der U.S. Navy, da sie eine höhere Distanz zum Ziel bzw. zur Küste halten können. Vizeadmiral Mike Shoemaker gab an, dass der Einsatzradius einer Super Hornet mit der MQ-25 sich von 830 km auf über 1300 km steigern ließe. Die Navy sieht in der neuen Drohne auch eine Reaktion auf ballistische Anti-Schiff-Raketen, sogenannten Carrier Killer, wie zum Beispiel des chinesischen DF-21D.

Die Neuausrichtung des Programms stellte die Hersteller vor teilweise erhebliche technische Schwierigkeiten. Bei Boeing verwarf man nun die Phantom Ray als Ausgangsmuster, da man davon ausging, dass für die neuen Anforderungen ein klassischer Entwurf effektiver sei als ein Nurflügler. Nachdem die U.S. Navy im Oktober 2017 die finalen Anforderungen (RFP) an die Hersteller hinausgab, zog sich Northrop Grumman aus dem Programm zurück. Wie Boeing kam man auch hier zu dem Schluss, dass ein Nurflügler, wie die verwendete X-47B, ungeeignet für das CBARS-Programm sei. Inzwischen war die Bezeichnung „RAQ-25“ in „MQ-25A Stingray“ und „CBARS“ in „UCAAS“ (Unmanned Carrier Aviation Air System) abgeändert worden.

Am 30. August 2018 gab die U.S. Navy Boeing als Gewinner der Ausschreibung bekannt. Boeing erhielt eine Vertrag über 805,3 Mil. US-$ für die Entwicklung von vier Vorserienmaschinen, die 2021 die Flugerprobung aufnehmen sollen. Insgesamt plant die U.S. Navy die Anschaffung von 72 MQ-25 Stingrays, welche 2024 in Dienst gestellt werden sollen.[1][2]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. US Navy awards Boeing $805 million MQ-25A Stingray contract. FlightGlobal, 31. August 2018, abgerufen am 31. August 2018 (englisch).
  2. Boeing wins Navy MQ-25 competition. Combat Aircraft, 31. August 2018, abgerufen am 31. August 2018 (englisch).