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Bob Holbert

US-amerikanischer Unternehmer und Autorennfahrer

Herkunft und JugendBearbeiten

Bob Holbert wuchs in einer Kleinstadt im Bucks County im US-Bundesstaat Pennsylvania. Bei seiner Geburt lag die Einwohnerzahl von Warrington unter 1000 Bürgern (2016 waren es 24.227). Seine Eltern betrieben am Hauptplatz des Ortes einen Baumarkt und Gemischtwarenladen. Im Hof des elterlichen Betriebs reparierte er in seiner Jugendzeit Fahrräder und machte nach dem Ende seiner Schulzeit eine Ausbildung zum Mechaniker. Im Zweiten Weltkrieg diente er in der United States Navy im Pazifikkrieg. Seine Aufgabe bestand in der Wartung der V12-Motor der PT-Schnellboote.

Porsche-HändlerBearbeiten

Ende der 1940er-Jahre eröffnete Bob Holbert in Nachbarschaft zu Holbert's Hardware, dem Laden seiner Eltern, seine erste Reparaturwerkstatt für Motorräder und Automobile. 1951 eröffnete er gegenüber dem alten Standort Holbert's Garage, eine Werkstätte für Sportwagen. 1954 wurde Holbert der zweite Porsche-Händler der Vereinigten Staaten. Später kamen die Marken Volkswagen und Audi hinzu. Holbert Porsche wurde zu einem der bekanntesten Porsche-Händler Nordamerikas. Viele Rennfahrer erwarben dort ihren ersten Porsche. Roger Penske begann auf einem Holbert-Porsche seine lange Motorsportkarriere.

Sein älterer Sohn Al Holbert, ein dreifacher Le-Mans- und 2-facher Sebring-Sieger, führte das Unternehmen in den 1970er- und 1980er-Jahren. Nach dessen Tod bei einem Flugzeugabsturz 1988 war sein Bruder Larry 25 Jahre lang Geschäftsführer des Unternehmens. 2016 wurde Porsche Warrington an die Familie Sloane verkauft[1].

Karriere als RennfahrerBearbeiten

Die Fahrerkarriere von Bob Holbert begann 1953 auf einem MG TD in der SCCA National Sports Car Championship. Bereits sein dritter Rennstart endete mit einem Sieg[2]. In den 1950er-Jahren gewann er fünf nationale Sportwagenmeisterschaften und debütierte 1958 beim 12 Stunden-Rennen von Sebring. Holbert unterhielt ein kleines Rennteam und meldete ausschließlich Porsche-Rennwagen bei den jeweiligen Rennen. Er startete jedoch auch für andere Teams und fuhr dabei Wagen wie den Maserati 300S, den Saab 93 und 1963 für das Team von Carroll Shelby einen Shelby Cobra.

Seine besten internationalen Ergebnisse waren der Gesamtsieg beim 400-km-Rennen von Bridgehampton 1962, einem Wertungslauf der Sportwagen-Weltmeisterschaft dieses Jahres, und der zweite Rang beim 12-Stunden-Rennen von Sebring 1960. Seine einzige Teilnahme in Le Mans endete 1961 mit dem fünften Endrang und Klassensieg im Werks-Porsche 718/4 RS Spyder, gemeinsam mit Masten Gregory. Nach dem tödlichen Unfall seines langjährigen Freundes und Teamkollegen Dave McDonald beim 500-Meilen-Rennen von Indianapolis 1964 beendete er seine Fahrerkarriere.

StatistikBearbeiten

Le-Mans-ErgebnisseBearbeiten

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1961 Deutschland  Porsche System Engineering Porsche 718/4 RS Spyder Vereinigte Staaten  Masten Gregory Rang 5 und Klassensieg

Sebring-ErgebnisseBearbeiten

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1958 Vereinigte Staaten 48  Marshall Motors Porsche 550 RS Vereinigte Staaten 48  Charles Wallace Vereinigte Staaten 48  Skip Hudson Rang 25
1959 Vereinigte Staaten 48  Cyrus Fulton Porsche 718 RSK Vereinigte Staaten 48  Don Sesslar Rang 4
1960 Vereinigte Staaten  Brumos Porsche Car Corp. Porsche 718 RS 60 Vereinigte Staaten  Roy Schechter Vereinigte Staaten  Howard Fowler Rang 2
1961 Vereinigte Staaten  Brumos Porsche Company Porsche 718 RS/61 Vereinigte Staaten  Roger Penske Rang 5 und Klassensieg
1962 Deutschland  Porsche System Engineering Porsche 356B Carrera Abarth GTL Vereinigte Staaten  Dan Gurney Rang 7 und Klassensieg
1963 Deutschland  Porsche System Engineering Porsche 356B Carrera Abarth GTL Vereinigte Staaten  Don Webster Rang 9
1964 Vereinigte Staaten  Shelby American Corp. Shelby Cobra Daytona Coupe Vereinigte Staaten  Dave MacDonald Rang 4

Einzelergebnisse in der Sportwagen-WeltmeisterschaftBearbeiten

Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22
1958 Marshall Motors Porsche 550 Argentinien  BUA Vereinigte Staaten  SEB Italien  TAR Deutschland  NÜR Frankreich  LEM Vereinigtes Konigreich  RTT
25
1959 Cyrus Fulton Porsche 718 Vereinigte Staaten  SEB Italien  TAR Deutschland  NÜR Frankreich  LEM Vereinigtes Konigreich  RTT
4
1960 Brumos Porsche Porsche 718 Argentinien  BUA Vereinigte Staaten  SEB Italien  TAR Deutschland  NÜR Frankreich  LEM
2
1961 Brumos Porsche
Porsche
Porsche 718 Vereinigte Staaten  SEB Italien  TAR Deutschland  NÜR Frankreich  LEM Italien  PES
5 5
1962 Bob Holbert
Porsche
Chuck Cassel
Porsche 718
Porsche 356
Vereinigte Staaten  DAY Vereinigte Staaten  SEB Vereinigte Staaten  SEB Italien  MAI Italien  TAR Deutschland  BER Deutschland  NÜR Frankreich  LEM Frankreich  TAV Italien  CCA Vereinigtes Konigreich  RTT Deutschland  NÜR Vereinigte Staaten  BRI Vereinigte Staaten  BRI Frankreich  PAR
7 7 1 DNF
1963 Porsche
Carroll Shelby International
Porsche 356
Shelby Cobra
Vereinigte Staaten  DAY Vereinigte Staaten  SEB Vereinigte Staaten  SEB Italien  TAR Belgien  SPA Italien  MAI Deutschland  NÜR Italien  CON Deutschland  ROS Frankreich  LEM Italien  MON Deutschland  WIS Frankreich  TAV Deutschland  FRE Italien  CCE Vereinigtes Konigreich  RTT Schweiz  OVI Deutschland  NÜR Italien  MON Italien  MON Frankreich  TDF Vereinigte Staaten  BRI
7 9 DNF
1964 Carroll Shelby International Shelby Daytona Vereinigte Staaten  DAY Vereinigte Staaten  SEB Italien  TAR Italien  MON Belgien  SPA Italien  CON Deutschland  NÜR Deutschland  ROS Frankreich  LEM Frankreich  REI Deutschland  FRE Italien  CCE Vereinigtes Konigreich  RTT Schweiz  SIM Deutschland  NÜR Italien  MON Frankreich  TDF Vereinigte Staaten  BRI Vereinigte Staaten  BRI Frankreich  PAR
DNF 4

LiteraturBearbeiten

  • Ken Breslauer: Sebring. The official History of America's Great Sports Car Race. David Bull, Cambridge MA 1995, ISBN 0-9649722-0-4.
  • Peter Higham: The Guinness Guide to International Motor Racing. A complete Reference from Formula 1 to Touring Car. Guinness Publishing Ltd., London 1995, ISBN 0-85112-642-1.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Über Porsche Warrington (englisch)
  2. Sportwagenrennen Thompson 1953