Blutiger Schnee (1984)

Fernsehfilm (1984)

Blutiger Schnee ist der Titel eines Filmdramas aus dem Jahr 1984, dessen Handlung sich auf authentische Erlebnisse in der Kindheit von Artur Brauner stützt.

Film
Deutscher TitelBlutiger Schnee
OriginaltitelWedle wyroków twoich...
Produktionsland Deutschland, Polen
Originalsprache Deutsch, Polnisch
Erscheinungsjahr 1984
Länge 95 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Jerzy Hoffman
Drehbuch Jerzy Hoffman,
Jan Purzycki
Produktion Artur Brauner
Musik Andrzej Korzyński
Kamera Jerzy Gościk
Schnitt Zenon Piórek,
Sybille Windt
Besetzung

HandlungBearbeiten

Die zwölfjährige Ruth, aufgewachsen in einer Kleinstadt in Polen, soll nach dem Einmarsch der Wehrmacht zusammen mit ihrer Mutter mit anderen Juden in einem Wald erschossen werden. Ihrer Mutter gelingt es, sie gerade noch rechtzeitig vom LKW zu stoßen, bevor sie wenige Minuten später ermordet wird.

Für Ruth beginnt nun eine Odyssee durch ganz Polen. Zunächst kommt sie bei ihrer Tante im Warschauer Ghetto unter, das jedoch bald von den Nazis geschlossen wird und dessen Einwohner ermordet werden. Ruth, die erneut dem Tod entgehen kann, kommt in einem Ursulinenkloster unter. Hier verlebt sie ein Jahr und lernt, dank der Unterstützung der Nonnen, die christliche Lebensweise kennen. Sie nimmt dadurch die Identität einer Christin an, die, so ihr Alibi, Tochter einer Italienerin ist. Nur so ließen sich ihre schwarzen Haare und auch ihr „nicht arisches“ Äußeres erklären.

Als das Kloster von deutschen Soldaten durchsucht wird und es sich herausstellt, dass die Nonnen weitere jüdische Kinder beherbergen, werden diese sofort deportiert; Ruth kann erneut entkommen. In einer polnischen Kleinstadt lernt sie den gleichaltrigen Antek kennen, der in der Widerstandsbewegung aktiv ist, und mit seinen Kollegen durch Explosionen der Gleise deutsche Züge zum Entgleisen bringt. Auf der Flucht verliert Ruth jedoch ihren Mantel, der bald darauf den deutschen Besatzern in die Hände fällt. Der deutsche Obersturmführer Knoch, der es sich zum in diesen Tagen gewohnten Ziel gesetzt hat, jeden polnischen Juden und Partisanen umzubringen, nimmt die Verfolgung des Besitzers des Mantels auf.

Ruth und Antek werden verhaftet und sollen im Auftrag Knochs zusammen mit anderen Geiseln am jüdischen Friedhof erschossen werden. Dabei ahnt Knoch nicht, dass eine seiner Adjutantinnen, Anna, in Wahrheit Ruths Tante ist, die vor dem Massaker im Warschauer Ghetto untergetaucht war und sich der örtlichen jüdischen Widerstandsbewegung angeschlossen hat. Anna kann den Todeskandidaten in letzter Minute zur Flucht verhelfen, wenn auch unter Einsatz ihres eigenen Lebens. Antek und Ruth versuchen, mit einem Floß einen nahen Fluss hinunter zu paddeln. Dabei wird Antek jedoch erschossen.

Zuletzt wird in einem Insert darauf hingewiesen, dass sich die letzten Ereignisse im August 1944 zugetragen haben und vom weiteren Verbleib Ruths nichts bekannt ist.

KritikBearbeiten

  • film-dienst: Versuch, anhand eines Einzelschicksals die menschliche Dimension des Massenmordes am jüdischen Volk durch das Nazi-Regime nachvollziehbar zu machen. Die redliche Absicht und das ergreifende Thema werden durch eine oberflächliche Inszenierung, mangelnde Schauspielerführung und ein hölzernes Buch weitgehend verschenkt.

HintergrundinformationenBearbeiten

Der Film, der an Schauplätzen in Polen gedreht wurde, wurde in einer Zeit gedreht, in der durch Filme dieser Art die Bevölkerung aufgeklärt wurde, was im Holocaust vor sich ging. Durch Ruth, die von Sharon, der Nichte Artur Brauners verkörpert wird, bekommt der Zuseher ein authentisches Bild jener Zeit.

Die Erstausstrahlung fand am 3. September 1984 statt.

Einige Szenen werden als Rückblenden auch in dem 2014 erschienenen Film Auf das Leben! verwendet, in dem Sharon Brauner ebenfalls die Rolle der nun erwachsenen Ruth der 1970er-Jahre spielte.[1]

ArbeitstitelBearbeiten

Der Film wurde unter vier verschiedenen Arbeitstiteln gedreht: Freiwild, Ruth, Der weiße Bär, Zu Freiwild verdammt

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Sharon Brauner: News: Ab 27. November im Kino. „Auf das Leben!“ (vom November 2014). Stand: 28. Mai 2015