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Blome (Adelsgeschlecht)

Adelsgeschlecht
Wappen derer von Blome

Blome ist der Name eines ursprünglich niedersächsischen Adelsgeschlechts, das dem Calenberger Uradel entstammt und später nach Holstein und Dänemark gelangte.

GeschichteBearbeiten

Das Geschlecht erscheint urkundlich erstmals am 12. Dezember 1342 mit dem wunstorfer Knappen Thederich Blome,[1] der 1361 in einer Urkunde des Klosters Wennigsen mit einem Windhund im Schild siegelt.[2] Mit Didrik Blome (Blum, Blumen), der um 1400 eine Schwadron Reiter aus Braunschweig nach Holstein geführt haben soll und in Holstein ansässig wurde, beginnt die ununterbrochene Stammreihe der Familie. Von 1413 bis 1420 war Didrik Amtmann zu Tondern in Schleswig und vermählte sich mit einer Tochter des Schack von Rantzow (Rantzau). Von den Nachkommen des Paares fielen die Brüder Hans von Blome auf Seedorf und Heinrich von Blome, Amtmann auf Schloss Gottorf 1500 in der Schlacht bei Hemmingstedt. Hans von Blome, Herr auf Seedorf im Kreis Segeberg, Rat und Amtmann zu Hadersleben, und Dietrich von Blome, Herr auf Hornstorf, waren 1580 als Räte an dem Erbvergleich beteiligt, den König Friedrich II. von Dänemark mit Herzog Adolph I. in Holstein vornahm. Otto von Blome war 1640 herzoglicher Landrat vor, Hans von Blome war Ober-Landjägermeister, und Wolff (Wulf) und Dietrich von Blome werden 1698 als dänische Geheime Räte und Ritter vom Dannebrog aufgeführt. Die Blome wurden zu einem der angesehensten Geschlechter des Herzogtums Holstein und erwarben bedeutenden Grundbesitz.

Mit dem Tod von Hans Graf Blome 1945 in Rumänien starb das Geschlecht im Mannesstamm aus.

AdelserhebungenBearbeiten

In Dänemark kam die Familie teils im Lehnsgrafenstand, teils im Freiherrenstand vor.

Otto von Blome (1770–1849), Herr auf Heiligenstedten, Bahrenfleth, Campen, Bekhof und Bekmünde, dänischer General-Lieutenant und Gesandter am kaiserlich russischen Hof, wurde zusammen mit seinem gleichnamigen Neffen Otto von Blome (1795–1884) auf Gut Salzau und Blomesche Wildnis, dänischer Kammerherr und Rittmeister, dem ältesten Sohn seines verstorbenen Bruders Friedrich von Blome, durch eine Resolution Königs Friedrich Vl. von Dänemark vom 11. September 1819 in den dänischen Lehnsgrafenstand erhohen.

BesitzungenBearbeiten

 
Die Blomenburg in Selent

Nach den Blomes ist die Blomesche Wildnis benannt. Nach Otto Blome I., der jahrelang als Diplomat in dänischen Diensten war, ist die Blomestraße in Heiligenstedten benannt.

FamilienarchivBearbeiten

Das Familienarchiv (mit echten Nachlässen) kam 1959 und 1965 mit den Gutsarchiven von Salzau und Heiligenstedten in das Landesarchiv Schleswig-Holstein in Schleswig.[3]

WappenBearbeiten

Das Stammwappen zeigt in einem blauen Schild ein nach der rechten Seite aufspringenden silbernen Windhund mit goldenem Halsband. Auf dem Helm mit blau-silbernen Decken steht ein Schweif von acht Pfauenfedern (4 und 4). In frühen Varianten springt der silberne Windhund nach links oder läuft nach rechts. Das Halsband des Windhunds wird auch als rot, mit Edelsteinen verziert beschrieben.

Beim gräflichen Wappen steht auf dem Schild die Grafenkrone, und auf ihr drei gekrönte Helme. Aus dem rechten Helme springt nach einwärts das Windspiel des Schildes auf; der mittlere Helm trägt einen Pfauenschweif von zehn Federn (5 und 5) (Helm des Stammwappens), und der linke einen wachsenden, einwärtssehenden goldenen Löwen. Den Schild halten zwei gekrönte, auswärtssehende goldene Löwen, und das Ganze umliegt gewöhnlich ein mit einer Krone bedeckter Wappenmautel. Die Helmdecken sind blau und silbern. Der lateinische Wahlspruch lautet: Aut mors aut vita decora.

NamensträgerBearbeiten

 
Otto Blome (1735–1803), Porträt von Jens Juel
  • Adelheit Benedikte von Ahlefeldt, geborene Blome
  • Ritter Hinrich Blome
  • Otto Blome (1589–1645) Gutsbesitzer auf Nienhof und Kaltenhof, starb bei einem Duell
  • Christoph von Blome (1657–1729), Geheimer Rat und dänischer Minister
  • Otto Blome (1684–1738), dänischer Oberhofmarschall
  • Wulf Blome (1651–1735), Besitzer von Hagen, Klosterprobst in Preetz
  • Christoph Blome (1691–1743), Besitzer des Gutes Bahrenfleth
  • Wulf Blome (1728–1784)
  • Baron Rudolf Blome († 1920)

LiteraturBearbeiten

  • Ernst Heinrich Kneschke: Deutsche Grafen-Haeuser der Gegenwart : in heraldischer, historischer und genealogischer Beziehung, Band 3, Leipzig 1854, S. 32f Digitalisat
  • Die Bibliothek der Grafen von Blome-Heiligenstedten: Versteigerung (Band 1): Geschichte (darunter viele deutsche Chroniken u. eine Napoleon-Sammlung), Kulturgeschichte, Literatur, Geographie, Reisen, Archäologie einschließlich bedeutender Kupferstichwerke des 17. und 18. Jahrhunderts: Versteigerung am 25. und 26. Februar 1927 (Katalog Nr. 25). Hamburg: Bücherstube Hans Götz 1927 (Digitalisat)
  • Die Bibliothek der Grafen von Blome-Heiligenstedten: Versteigerung (Band 2): Insbesondere deutsche Chroniken, deutsche u. französische Literatur, sowie alte illustrierte Reisewerke: Mai 1927 (Katalog Nr. 28). Hamburg: Bücherstube Hans Götz 1927 (Digitalisat)
  • Otto Hintze: Geschichte des uradeligen Geschlechts der Herren und Grafen Blome. 1929
  • Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band I, Band 53 der Gesamtreihe, S. 436, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1972, ISSN 0435-2408

WeblinksBearbeiten

  Commons: Blome family – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Sudendorf, Urkundenbuch der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg, Band II, Nr. 22
  2. Staatsarchiv Hannover
  3. Eintrag in der Zentralen Datenbank Nachlässe