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Atmosphärische Blockierung

stabile Hochdruckwetterlage
(Weitergeleitet von Blockierendes Hoch)
Blockierendes Hoch über den Britischen Inseln im Januar 2019

Bei einer atmosphärischen Blockierung (engl. Blocking Action) handelt es sich um die die Blockierung der außertropischen Westwinddrift durch ein nahezu ortsfestes, bis in große Höhen reichendes, warmes Hochdruckgebiet, das als blockierendes Hoch bezeichnet wird.[1][2]

Ein blockierendes Hoch solches entsteht in mittleren Breiten der Nordhalbkugel aus einem nach Norden vorgeschobenen Keil eines Subtropenhochs. Durch die Blockierung spaltet sich die zonale Strömung in mehrere Äste mit meridionalen Komponenten auf. Somit werden die Tiefdruckgebiete an ihrer normalen Verlagerung gehindert, und ihre Zugbahn führt um das Höhenhoch herum,[1] oder die Westwinddrift kommt gänzlich zum erliegen, sie werden nach Norden abgedrängt oder zerfallen am Westrand des Hochs.

Wegen ihrer langen Lebensdauer bestimmen blockierende Hochs die Großwetterlage eines Gebiets oft für ein bis zwei Wochen oder länger. Prädestinierte Gebiete für die Ausbildung solcher Blockierungen befinden sich vor den Westküsten Europas und Nordamerikas. Am häufigsten bilden sie sich dabei im Spätwinter und Frühling, am seltensten ist mit solchen Wetterlagen im Spätsommer zu rechnen.[1][3]

Die Omegalage ist eine häufig auftretende spezielle Form einer atmosphärischen Blockierung. mit einem Hoch, westlich und östlich flankiert von einem Tief, die ebenfalls in ihrer Ostdrift blockiert sind. Dabei ähnelt die Höhenströmung dem griechischen Buchstaben Ω.[1][4]

Ein Maß für die Blockierung ist beispielsweise der Blocking-Index der Nordhalbkugel nach Lejenas und Okland (1983),[L 1] variiert von Tibaldi und Molteni (1990).[L 2] Er misst den 500-hPa-Geopotentialhöhen-Gradienten (GHG) in einer Zone um 60° N geographische Breite, als normierte Differenz zu 80° N und 40° N, und bestimmt eine Blockade, wenn der Gradient nach Norden positiv ist, der nach Süden unter −10 m Druckflächenabweichung je Grad liegt.[5] Das stellt eine typische Nordverschiebung eines Hochs in den Westwindgürtel dar. Daneben gibt es etliche andere Ansätze zur Quantifizierung der Blockade.[5]

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Blocking-Index nach Tibaldi/Molteni, als Hovmöller-Diagramm des gleitenden 5-Tages-Mittels, aufgetragen über die Zeitachse (Oben-Unten) und die geographische Länge (90°W – 90°W), farbcodiert die Intensität der Werte: Zeigt typische Blockadeepisoden. Charakteristisch ist das mehrtägige Verweilen auf gleicher Länge, was die abgerissene Westwinddrift darstellt, teils sogar leichte Drift nach Westen, ein Überschlagen der Jetstream-Oszillation mit Nordostströmungen.
(Grafik des NOAA-NWS Climate Prediction Center CPC)
Dieses Diagramm 1. Dezember 2009 – 1. März 2010 zeigt mehrere blockierende Hochs jeweils über dem Nordatlantik und Nordpazifik, mit Eindringen polarer Kaltluft an deren Ostseite: mehrere Kältewellen in Europa.

LiteraturBearbeiten

  1. H. Lejenas, H. Okland: Characteristics of Northern Hemisphere blocking as determined from a long time series of observational data. In: Tellus 35A (1983), S. 350–362.
  2. S. Tibaldi, F. Molteni: On the operational predictability of blocking. In: Tellus 42A (1990), S. 343–365.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Atmosphärische Blockierung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Blocking. NOAA-NCEP-Climate Prediction Center: cpc.ncep.noaa.gov > Monitoring and Data > Monitoring Weather & Climate – aktuelle Daten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Lexikonredaktion des Verlags F. A. Brockhaus (Hrsg.): Der Brockhaus. Wetter und Klima. Brockhaus, Leipzig/Mannheim 2009, ISBN 978-3-7653-3381-1, S. 48.
  2. blocking action bei spektrum.de, abgerufen am 11. Januar 2019
  3. Weblink Blocking. NOAA-NCEP-CPC, Abschnitt Composites – zur jahreszeitlichen Verteilung.
  4. Omegawetterlage im Wetterlexikon bei wetteronline.de, abgerufen am 11. Januar 2019
  5. a b Blocking Index. NOAA-NCEP-Climate Prediction Center: cpc.ncep.noaa.gov (abgerufen 23. Januar 2019).