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Bleeding Childers
Rasse: Englisches Vollblut
Vater: Darley Arabian
Mutter: Betty Leedes
Mutter-Vater: Wharton's Careless
Geschlecht: Hengst
Geburtsjahr: 1716
Land: England
Farbe: braun
Züchter: Colonel Leonard Childers of Cantley Hall
Besitzer: John Bartlett

Bleeding Childers, auch Bartlett's Childers genannt, war ein früher Zuchthengst des Englischen Vollbluts. Er ist ein Sohn des durch Thomas Darley nach Aldby Park, Buttercrambe 1704 aus Syrien importierten Araberhengst Darley Arabian, der neben Byerley Turk und Godolphin Barb einer der drei Gründerväter des Englischen Vollbluts ist. Über Bleeding Childers ist Darley Arabian der Vorfahr von 95 Prozent aller heute lebenden Englischen Vollblüter.[1][2]

NameBearbeiten

Der Hengst ist nach seinem Züchter Leonard Childers benannt. Er erhielt die Bezeichnung „Bleeding“, weil er bei größerer Anstrengung aus den Nüstern blutete. Er war deswegen für Rennen ungeeignet und wurde – während sein erfolgreicher Bruder Flying Childers an den Duke of Devonshire verkauft wurde – von Leonard Childers an den Tuchfärber John Bartlett verkauft. Der Hengst wird deswegen auch Bartlett's Childers genannt.

AbstammungBearbeiten

 
Darley Arabian, der Vater von Bleeding Childers

Darley Arabian, der Vater des Hengstes, kam, wie rund 200 weitere Hengste orientalischer Pferderassen, aus Nordafrika, der Levante oder der Türkei nach dem Jahre 1649 nach England. Die meisten der importierten Hengste standen wie Darley Arabian auf Landsitzen und Gestüten in dem für seine Pferdezucht bekannten North Yorkshire.[3] Darley Arabian deckte auf Aldby Park vor allem Zuchtstuten, die im Besitz der Familie Darley waren, wobei nur etwa 20 der Fohlen in das 1791 begründete General Stud Book aufgenommen wurden. Zu den sehr früh bei Pferderennen auffallenden Nachkommen dieses Hengstes zählten Aleppo und Almanzor, die beide bei Rennen gut abschnitten und später erfolgreich in der Zucht eingesetzt wurden. Noch erfolgreicher war Whistlejacket, der 1712 überlegen ein Pferderennen in York gewann und anschließend von der Familie Darley an den Züchter Leonard Childers verkauft wurde. Childers war von Whistlejacket so beeindruckt, dass er seine Stute Betty Leedes auf dem Gestüt der Familie Darley zweimal von Darley Arabian decken ließ. Flying Childers, der 1714 geborene Hengst aus dieser Anpaarung, gilt als eines der ersten wahren Rennpferde und war wegen der spektakulären Wetten, die auf ihn abgeschlossen wurden, in England sehr bekannt. Bleeding Childers stammt aus der zweiten Anpaarung von Darley Arabian und Betty Leedes.

ZuchthengstBearbeiten

 
Eclipse, Nachfahre von Bleeding Childers, Porträt von George Stubbs

John Bartlett, der den für Rennen ungeeigneten Hengst von Leonard Childers kaufte, setzte diesen gleichfalls als Deckhengst ein. Während Flying Childers nach Abschluss seiner Rennkarriere auf dem Gestüt des Duke of Devonshire stand und dort fast ausschließlich Stuten im Besitz des Herzogs deckte, ließen eine Reihe von Züchtern ihre Stuten durch Bleeding Childers decken, weil dieser nicht nur von den gleichen Elterntieren abstammte, sondern auch vergleichsweise geringe Deckgebühren kostete.

Bleeding Childers war auf Grund der Rennerfolge seiner Nachkommen 1742 Champion der Vaterpferde in England und Irland. Dabei wird für jeden Deckhengst die Gewinnsumme seiner Söhne und Töchter im zurückliegenden Jahr ermittelt. Es zählen Preisgelder, welche die Söhne und Töchter in Flachrennen in England und Irland gewonnen haben. Er bewies damit, dass ein Hengst nicht zwingend selber erfolgreich Rennen gelaufen sein muss, um hervorragende Rennpferde zu zeugen. Zu seinen Nachkommen zählen unter anderem die Pferde Squirt und Marske. Von diesem wiederum stammt Eclipse ab, das dominierende Pferd in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

PedigreeBearbeiten

Ahnentafel von Bleeding Childers, Brauner, 1716
Vater
Darley Arabian
1700
(unbekannt) (unbekannt) (unbekannt)
(unbekannt)
(unbekannt) (unbekannt)
(unbekannt)
(unbekannt) (unbekannt) (unbekannt)
(unbekannt)
(unbekannt) (unbekannt)
(unbekannt)
Mutter
Betty Leedes
Old Careless Spanker
ca. 1678
Darcy’s Yellow Turk
Old Morocco Mare
Barb mare (unbekannt)
(unbekannt)
Cream Cheeks[4] Leedes Arabian
ca. 1685
(unbekannt)
(unbekannt)
[Young] Spanker Mare[4] Spanker oder Young Spanker[5]
Old Morocco Mare

In der mütterlichen Linie von Bleeding Childers finden sich ausschließlich Pferde, die entweder wie D'Arcy's Yellow Turk aus dem südlichen oder südöstlichen Mittelmeerraum nach England importiert wurden oder – wie Old Morocco Mare – in Großbritannien mit solchen importierten Pferden gezüchtet worden sind. Old Morocco Mare stammt von einem Araber und einer Berberstute ab.[4]

LiteraturBearbeiten

  • Christopher McGrath: Mr. Darley's Arabian - High Life, Low Life, Sporting Life: A History of Racing in Twenty-Five Horses. John Murray, London 2016, ISBN 978-1-84854-984-5.

EinzelbelegeBearbeiten

  1. Archivlink (Memento des Originals vom 11. März 2007 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/science.orf.at
  2. 95% of thoroughbreds linked to one superstud. In: New Scientist, 6. September 2005. 
  3. McGrath: Mr. Darley's Arabian. Kapitel The cross strains now in being are without end, E-Book Position 583.
  4. a b c Geschichte des Englischen Vollbluts, hier zur Stute Old Morocco Mare, aufgerufen am 21. September 2017
  5. Geschichte des Englischen Vollbluts, hier zur Stute Old Morocco Mare, aufgerufen am 21. September 2017