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Blankenloch

Ortsteil von Stutensee, Baden-Württemberg, Deutschland

Blankenloch ist ein Ort nördlich von Karlsruhe, der seit dem 1. Januar 1975 zusammen mit den drei Nachbarorten Friedrichstal, Spöck und Staffort die Stadt Stutensee bildet. Zum Stadtteil Blankenloch gehört auch der Ort Büchig. Seit dem 1. Januar 1998 ist Stutensee eine Große Kreisstadt.[1]

Blankenloch
Stadt Stutensee
Wappen von Blankenloch
Koordinaten: 49° 3′ 53″ N, 8° 28′ 18″ O
Höhe: 112 m ü. NN
Einwohner: 12.623 (30. Nov. 2018)
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 76297
Vorwahl: 07244
Blick vom Kirchturm nach Nordwesten
Blick vom Kirchturm nach Nordwesten
Hermannshäusle in Blankenloch, dahinter die Michaeliskirche

GeschichteBearbeiten

Blankenloch wurde am 15. Februar 1337 erstmals als Blankelach urkundlich erwähnt. Auf der Gemarkung des Dorfes wurde auch römische und frühe fränkische Besiedlung nachgewiesen. Die Kirche wird erstmals 1392 genannt. 1689 wurde das Dorf während des Pfälzer Erbfolgekriegs von den Truppen Melacs in Schutt und Asche gelegt, nur die Kirche und das sogenannte Kerns-Max-Haus überstanden die Einäscherung, der Rest wurde neu aufgebaut.

Auf der Gemarkung von Blankenloch wurde 1749/50 das Schloss Stutensee mit den Steinen des ebenfalls 1689 gesprengten Stafforter Schlosses errichtet. Dieses Schloss, das ehemals Mittelpunkt des großherzoglichen Gestüts war, gab der heutigen Stadt ihren Namen.

1783 wurde erstmals die in der Hauptstraße verlaufende Blankenlocher Dorfbach erwähnt, die um 1962 beseitigt wurde.

Blankenloch erhielt am 1. April 1936 im Rahmen einer Verwaltungsreform das Nachbardorf Büchig. Am 1. Januar 1975 kam Blankenloch zur neuen Gemeinde Stutensee.[2]

Es besteht eine Städtepartnerschaft mit der ungarischen Gemeinde Tolna.

IndustrialisierungBearbeiten

  • Die Industrialisierung setzte in Blankenloch ab 1830 ein, die laut der 1895 veröffentlichten Dissertation von Moritz Hecht in der unteren Hardt zu einem bescheidenen Wohlstand der Zwerg- zu Industriebauern führte. Die Beschreibung der Kleinbauernentwicklung in Hagsfeld, Blankenloch und Friedrichstal stand im krassen Gegensatz zu den Ansichten von Karl Marx und wurde von W.J. Lenin 1901 in einem Aufsatz diskutiert.[3]
  • Zum Thema wurde diese Diskussion 2017 im Theaterstück „Lenin in Stutensee“, das die fünf Stutenseer Ortsteile gemeinsam vor dem Schloss aufführten.[4]

SportBearbeiten

In Blankenloch gibt es zwei Mehrsparten-Sportvereine, den SV Blankenloch und die TSG Blankenloch, deren Volleyball-Männer seit 2018 höherklassig in der 3. Liga spielen.

LiteraturBearbeiten

  • Heinz Bender: Vergangenheit und Zeitgeschehen: Blankenloch, Büchig und Schloss Stutensee; Hrsg.: Gemeinde Stutensee mit Beiträgen von Klaus Demal und Hanspeter Gaal; Originalausgabe 872 Seiten Stutensee 1995
  • Wilhelm Hauck: Staffort - Schloß und Dorf an der steten Furt (Ortschronik). Gemeinde Stutensee 1993[5]
  • Arnold Hauck: Duwaggbreche in Stutensee. Stutensee Hefte, Stadt Stutensee 2003[6]
  • Moritz Hecht: Drei Dörfer der Badischen Hardt, (Hagsfeld Blankenloch Friedrichstal); Commisionsverlag Leipzig 1895
  • Manfred G. Raupp: Ortsfamilienbuch Staffort 1669-1920, Herausgeber Stadt Stutensee, Verlag Gesowip Basel 2010 (= Badische Ortssippenbücher 146), ISBN 978-3-906129-64-8[7]
  • Walter August Scheidle: Ortssippenbuch Blankenloch - Büchig und dem Stutensee 1672-1920 (= Band 93 der Badischen Ortssippenbücher), Lahr-Dinglingen, Heimat- und Museumsverein Blankenloch-Büchig 2001, ISBN 3-00-008164-X

WeblinksBearbeiten

  Commons: Blankenloch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Stutensee Zahlen und Daten (Memento des Originals vom 17. August 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stutensee.de
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 482.
  3. In: W. I. Lenin. Die Agrarfrage und die Marx-Kritiker, verfasst 1901
  4. Lenin in Stutensee | WERKRAUM: Karlsruhe; Theater, Film und Soziales. Abgerufen am 31. Juli 2017 (deutsch).
  5. Wilhelm Hauck im Stadtwiki Karlsruhe
  6. Arnold Hauck im Stadtwiki Karlsruhe
  7. Manfred G. Raupp im Stadtwiki Karlsruhe