Black Jack

Kartenglücksspiel
Ein Black Jack
Nahaufnahme eines privaten Black-Jack-Spiels mit Spieljetons
Beispiel eines Black-Jack-Spiels
Der Spieltisch (Spielbank Wiesbaden)

Black Jack (auch Blackjack) ist das am meisten gespielte Karten-Glücksspiel, das in Spielbanken angeboten wird. Black Jack ist ein Abkömmling des französischen Vingt (et) un (dt. Einundzwanzig bzw. Siebzehn und Vier, siehe dort).

Das SpielBearbeiten

Die Regeln von Black Jack sind international nahezu einheitlich, die nachstehende Beschreibung folgt dem Reglement, das für den Spieler am günstigsten ist. Dieses Reglement gilt in den meisten deutschen Casinos sowie in der Spielbank von Monte Carlo und den Spielbanken der Casinos Austria.

Die RegelnBearbeiten

AllgemeinesBearbeiten

Black Jack wird an einem annähernd halbkreisförmigen Tisch gespielt. An der geraden Seite des Tisches sitzt der Croupier (Dealer, Bankhalter, Kartengeber). Ihm gegenüber befinden sich die Plätze für bis zu sieben Spieler (Pointeure).

Es wird mit sechs Paketen französischer Spielkarten zu 52 Blatt, also 312 Karten gespielt – die Black-Jack-Karte hat Bridge-Format und trägt extra große Indexzeichen (large index) mit den englischen Bezeichnungen K, Q und J für die Bilder.

Ziel des Spiels ist es, mit zwei oder mehr Karten näher an 21 Punkte heranzukommen als der Croupier, ohne dabei den Wert von 21 Punkten zu überschreiten.

Die Werte der einzelnen KartenBearbeiten

  • Asse zählen nach Belieben ein oder elf Punkte. (Der Wert des Asses wird erst dann festgelegt, wenn der Spieler keine weitere Karte mehr kauft – dann zählt der Croupier das Ass so, wie es für den Spieler günstiger ist.)
  • Zweier bis Zehner zählen entsprechend ihren Augen.
  • Bildkarten (Buben, Damen, Könige) zählen zehn Punkte.

SpielablaufBearbeiten

Vor Beginn eines Spiels platzieren die Spieler ihre Einsätze auf den bezeichneten Feldern (boxes) entsprechend den vom Casino festgesetzten Einsatzlimits.

In einer Box dürfen neben dem Boxeninhaber auch andere Spieler mitsetzen; mitsetzende Spieler haben aber kein Mitspracherecht und müssen die Entscheidungen des Boxeninhabers akzeptieren. Der Einsatz der mitsetzenden Spieler darf nur so hoch sein, dass das vom Casino festgelegte Limit pro Box nicht überschritten wird. Hat der Boxinhaber bereits den maximal möglichen Einsatz getätigt, darf somit kein Mitspieler mehr auf diese Box mitsetzen.

Sind die Einsätze getätigt, beginnt der Croupier die Karten auszuteilen. Jeder Spieler und der Croupier erhalten zuerst eine offene Karte, danach erhält jeder Spieler – nicht aber der Croupier – eine zweite offene Karte (vgl. Regel-Varianten).

Beginnend mit dem Spieler zur Linken des Croupiers kann nun jeder Teilnehmer solange weitere Karten verlangen („hit“, „Karte“ oder „carte“), bis er glaubt, nahe genug an 21 Punkte herangekommen zu sein und keine weitere Karte mehr will („stand“, „steht“ oder „reste“). Wer jedoch mit seinen Karten den Wert 21 überschreitet (bust), hat sich überkauft und verliert sofort; die Karten und der Einsatz werden vom Croupier eingezogen.

Sind alle Spieler bedient, zieht der Croupier seine zweite Karte. Hat er 17 oder mehr Punkte, muss er stehen bleiben, hat er 16 oder weniger Punkte, muss er eine weitere Karte ziehen (“Dealer must stand on 17 and must draw to 16”).

Dabei gilt folgende Regel: Der Croupier muss ein Ass stets mit elf Punkten zählen, es sei denn, er würde auf diese Weise den Wert 21 überschreiten; nur dann zählt er das Ass mit einem Punkt. Hat der Croupier z. B. ein Ass und eine Sechs, muss er das Ass mit elf und die Hand mit siebzehn Punkten bewerten und darf keine weitere Karte ziehen (“Dealer stands on soft 17”).

Wenn der Croupier 21 Punkte überschreitet, haben alle noch im Spiel verbleibenden Teilnehmer automatisch gewonnen. Sonst gewinnen nur jene Spieler, deren Kartenwert näher an 21 Punkte heranreicht als der des Croupiers.

Hat ein Spieler gleich viele Punkte wie der Croupier, so ist das Spiel unentschieden (stand off, push, tie, égalité, en cartes), der Spieler verliert nichts, er gewinnt aber auch nichts.

Gewinnt ein Spieler, erhält er einen Gewinn in der Höhe seines Einsatzes (1 : 1, even money); in den beiden folgenden Fällen werden jedoch erhöhte Gewinne ausgeschüttet.

Triple SevenBearbeiten

Hat ein Spieler 21 Punkte bestehend aus drei Siebenern (Siebener-Drilling), gewinnt er sofort im Verhältnis 3 : 2, unabhängig von der Karte des Croupiers. Das Spiel ist für die betreffende Box nach der Gewinnauszahlung beendet. (Diese Regel ist außerhalb Österreichs unüblich; allerdings hat es sich auch in Deutschland und der Schweiz etabliert, dass der Gast in irgendeiner Form einen Bonus erhält.)

Black JackBearbeiten

Nach dem Siebener-Drilling ist Black Jack, eine Kombination von 21 Punkten, bestehend aus den ersten beiden Karten – also Ass und Zehn, bzw. Ass und Bild –, das beste Resultat.

Hat ein Spieler einen Black Jack, nicht aber der Croupier, so erhält der Spieler einen 3 : 2-Gewinn ausbezahlt („Black Jack pays 3 to 2“). Hat der Croupier jedoch auch einen Black Jack, ist das Spiel unentschieden.

Hat der Croupier einen Black Jack, verlieren alle noch im Spiel befindlichen Teilnehmer, ausgenommen diejenigen, welche ebenfalls einen Black Jack besitzen; insbesondere verlieren auch diejenigen Spieler, welche 21 Punkte in der Hand halten. (Hat ein Spieler einen Siebener-Drilling, hat er seinen Gewinn schon erhalten und ist bereits aus dem Spiel.)

Insurance (Versicherung gegen Black Jack)Bearbeiten

Hat der Croupier als erste Karte ein Ass, so können sich die Spieler gegen einen Black Jack des Croupiers versichern, indem sie einen entsprechenden Einsatz auf die Insurance line setzen. Zieht der Croupier als zweite Karte eine Zehn oder eine Bildkarte, hat er einen Black Jack und die Versicherung wird im Verhältnis 2 : 1 ausbezahlt („Insurance pays 2 to 1“). Hat der Croupier jedoch keinen Black Jack, wird die Versicherungsprämie eingezogen.

Hat ein Spieler einen Black Jack und der Croupier als erste Karte ein Ass, so kann sich der Spieler einen 1 : 1-Gewinn auszahlen lassen und das Spiel beenden. Das entspricht gerade dem Abschluss einer Versicherung, wobei der Spieler die Hälfte seines ursprünglichen Einsatzes auf die Insurance line platziert.

Die Versicherung gegen einen Black Jack des Croupiers ist im Grunde eine Nebenwette, der Bankvorteil beträgt bei der Insurance ca. 1/13 = 7,692 %.

Split (Teilen)Bearbeiten

Ein Spieler kann seine Hand teilen (split), wenn die ersten beiden Karten gleichwertig sind (z. B. zwei Sechser oder Bube und Dame); er spielt dann mit „geteilter Hand“ mit zwei getrennten Einsätzen weiter, wobei mehrfaches Teilen (resplit) möglich ist (in deutschen Spielbanken ist das mehrfache Teilen i. d. R. nicht zulässig). Für jede geteilte Hand ist ein weiterer Einsatz in der Höhe des ursprünglichen Einsatzes zu leisten. Der Spieler erhält nun in jeder geteilten Hand beliebig viele Karten.

Ausnahme: Teilt ein Spieler zwei Asse, so erhält er auf jedes Ass nur mehr eine weitere Karte. Ist diese ein weiteres Ass, ist ein nochmaliges Teilen aber weiterhin möglich.

In einer geteilten Hand gilt die Kombination Ass und Bild bzw. Ass und Zehn jedoch nicht als Black Jack, sondern als 21 Punkte, da die Kartenkombination nicht mit den ersten beiden Karten erzielt wurde.

Double Down (Verdoppeln)Bearbeiten

Ein Spieler kann, nachdem er seine ersten beiden Karten erhalten hat, seinen Einsatz verdoppeln (double). Der Wert der beiden Karten ist dabei unerheblich (Double down on any two). Verdoppelt ein Spieler, wird ihm danach noch genau eine Karte zugeteilt.

Ein Verdoppeln nach dem Teilen ist möglich (Double down on split pairs) (vgl. Regel-Varianten).

Ein mitsetzender Spieler in einer Box kann nur dann verdoppeln, wenn auch der Boxinhaber seinen Einsatz verdoppelt.

Surrender (Aufgeben)Bearbeiten

Wird Surrender angeboten, kann der Spieler, nachdem er seine ersten beiden Karten erhalten hat, aufgeben. Hierbei verliert er die Hälfte seines ursprünglichen Einsatzes; die andere Hälfte erhält er zurück.

Die häufigste Version hiervon ist Late Surrender; hierbei kann der Spieler erst aufgeben, wenn der Dealer seine Hand auf einen Black Jack geprüft hat; hat der Dealer einen Black Jack, ist kein Aufgeben möglich und der Spieler verliert seinen vollen Einsatz. Bei Early Surrender ist Aufgeben auch gegen einen potentiellen Black Jack des Gegners üblich. Diese Variante ist erheblich seltener.

BustBearbeiten

In vielen Spielbanken kann ein Spieler vor Beginn der Kartenausgabe darauf wetten, dass sich der Dealer in dieser Runde überkauft (Dealer busts oder kurz Bust).

Sollte der Dealer 22 oder mehr Augen erhalten und sich somit überkaufen, was mit einer Wahrscheinlichkeit von 28,16 % geschieht – also im Mittel in etwas weniger als zwei von sieben Fällen –, wird diese Nebenwette im Verhältnis 5 : 2 ausbezahlt, andernfalls wird der Einsatz auf diese Wette eingezogen. Der Bankvorteil bei dieser Wettart beträgt 1,44 %.

Regel-VariantenBearbeiten

Viele Casinos schränken die Wahlmöglichkeiten der Spieler unterschiedlich stark ein. Hierdurch kann sich der Bankvorteil in beide Richtungen tw. erheblich verändern. Es gibt bei Black Jack sehr viele dieser "Hausregeln"; die nachfolgende Tabelle zeigt eine Auswahl davon. Die jeweils verbreitetere Variante ist fett gedruckt:[1]

Regel Günstigere Variante Ungünstigere Variante Unterschied Bankvorteil (Prozentpunkte) Erklärung
Auszahlungsquote für Black Jack Auszahlung 3:2 Auszahlung 6:5 1,39
Regel für Dealer bei Soft 17 Dealer bleibt stehen ("Dealer must stand on all 17s") Dealer zieht ("Dealer must hit Soft 17") 0,22 Die zweite Variante ist vor allem in Amerika gebräuchlich.
Bank prüft Black Jack sofort Ja (USA) Nein (EUR) 0,11 Siehe Anmerkung am Fuß der Tabelle
Mehrfaches Teilen (Resplit) Erlaubt Nicht erlaubt 0,10
Verdoppeln einer geteilten Hand Erlaubt Nicht erlaubt 0,14
Hände, bei denen Verdoppeln möglich ist Alle Hände Nur 9, 10 und 11 Punkte 0,09 Es gibt viele günstige "Soft hand doubles" – siehe Abschnitt "Strategie"
Aufgeben (Surrender / Late Surrender) Erlaubt Nicht erlaubt 0,07
Weitere Karten nach Splitten zweier Asse Ziehen weiterer Karten erlaubt Spieler erhält nur eine Karte zu jedem Ass 0,19
5 Card Charlie (5-Karten-Trick) Ja Nein 1,46
Auszahlung 2:1 für 21 mit 5 oder mehr Karten Ja Nein 0,24
Anzahl verwendeter Kartendecks Weniger Decks Mehr Decks (im Casino meist 6 oder 8 Decks) (jeweils im Vergleich zu 8 Decks)

0,02 (6 Decks)

0,03 (5 Decks)

0,06 (4 Decks)

0,19 (2 Decks)

0,48 (1 Deck)

Je weniger Pakete verwendet werden, desto größer ist der Einfluss einzelner Karten auf die Zusammensetzung des restlichen Kartenpakets, so beträgt die Wahrscheinlichkeit für einen Black Jack bei Verwendung von nur einem Paket 4,83 %, bei Verwendung von acht Paketen aber nur noch 4,75 %. Darüber hinaus erleichtert die Verwendung von weniger Paketen das Kartenzählen.

Anmerkung: Regelvariante: Bank prüft Black Jack sofort: In den USA erhält der Croupier in der Regel seine zweite Karte unmittelbar nachdem alle Spieler ihre ersten beiden Karten erhalten haben – also nicht erst, nachdem alle Spieler sich erklärt haben und bedient sind. In diesem Fall wird die zweite Karte des Croupiers allerdings verdeckt gegeben und erst dann umgedreht, wenn der letzte Spieler bedient ist. Zeigt die erste Karte des Croupiers ein Ass oder eine Karte mit dem Wert zehn, prüft dieser, ob er einen Black Jack hat – dieses Verfahren hat für den Spieler den Vorteil, dass er bei einem Black Jack des Dealers in jedem Fall nur den einfachen Einsatz verliert und nicht den durch Teilen oder Verdoppeln erhöhten Einsatz. Dieser Unterschied ist jedoch praktisch völlig unerheblich, da man als Spieler ohnedies nur in wenigen Ausnahmefällen verdoppeln bzw. teilen sollte, falls der Dealer als erste Karte ein Ass oder eine Karte vom Wert zehn besitzt.

AnalyseBearbeiten

Betrachtet man die Regeln des Black Jack, so fällt auf den ersten Blick eine Reihe von Asymmetrien auf, die den Spieler bevorzugen.

Die Vorteile des SpielersBearbeiten

  • Gewinnt ein Spieler mit Black Jack, so gewinnt er im Verhältnis 3 : 2; gewinnt jedoch der Croupier mit Black Jack, gewinnt er nur im Verhältnis 1 : 1.
  • Der Spieler ist frei in den Entscheidungen, ob er eine Karte verlangen soll oder nicht, bzw. wie er ein Ass bewerten soll – er kann diese Entscheidungen abhängig vom Wert der ersten Karte des Croupiers treffen. Der Croupier aber ist in seiner Spielweise an eine starre Regel gebunden.
  • Der Spieler kann mit einem aussichtsreichen Blatt den Einsatz vor einem Kauf verdoppeln und damit den Croupier zwingen, das Spiel zum doppelten Betrag fortzusetzen.
  • Der Spieler kann zwei gleichwertige Karten teilen und so möglicherweise mit zwei Händen gegen den Croupier gewinnen.

Der Vorteil der SpielbankBearbeiten

Diesen Vorteilen steht ein – versteckter – Vorteil der Spielbank gegenüber. Wenn ein Spieler 21 Punkte überschreitet, verliert er seinen Einsatz sofort. Wenn nun in demselben Spiel der Croupier ebenfalls die 21 Punkte überschreitet, bleibt das Spiel für den Spieler verloren und gilt nicht als unentschieden, er erhält seinen Einsatz nicht mehr zurück.

Aus dieser Ungleichheit resultiert der Bankvorteil, der mathematisch dem Erwartungswert für die Einnahme der Spielbank pro gesetztem Betrag entspricht. Beim Black Jack hängt dieser Wert von der gewählten Spielstrategie ab.

Mathematische AnalyseBearbeiten

Die erste mathematische Analyse des Black Jack wurde 1956 veröffentlicht.[2] Dabei wurde eine optimale Strategie für den Spieler unter der Annahme berechnet, dass mit unendlich vielen Paketen gespielt wird, d. h., dass etwa die Wahrscheinlichkeit, als nächste Karte z. B. ein Ass zu ziehen, stets 1/13 beträgt – unabhängig davon, wie viele Asse und wie viele Karten bereits aus dem Schlitten gezogen worden sind. Die so erzielten Ergebnisse stellen eine gute Näherung dar für das reale Spiel mit 312 Karten.

Wenn ein Spieler eine Runde mit einem Einsatz von 100 € beginnt und er sich in jeder Situation im Sinne der Wahrscheinlichkeitsrechnung optimal entscheidet, so steigert er – infolge der Möglichkeiten zu teilen bzw. zu verdoppeln – seinen Einsatz im Mittel auf 111,67 € und verliert im Mittel 0,53 € je Spiel. Der Bankvorteil beträgt dann gerade 0,475 %, was verglichen mit anderen Spielen, die in Spielbanken zu finden sind, sehr niedrig ist.

Zum Vergleich: Der Bankvorteil bei den einfachen Chancen des Roulette beträgt 1,35 %, bei den mehrfachen Chancen 2,70 %.

StrategieBearbeiten

Basic strategyBearbeiten

Hält sich der Spieler an die folgenden – als Basic strategy bekannten – Regeln, so minimiert er den Bankvorteil.

Die hier angegebene Strategie ist optimal bezüglich des obigen Reglements, so wie es in den europäischen Spielbanken üblich ist. Regel-Abweichungen bedingen auch Änderungen der optimalen Strategie.[3]

Draw or standBearbeiten

Hard handsBearbeiten

Als Hard hand bezeichnet man alle Kombinationen ohne Ass sowie eine Hand mit einem Ass, wenn dieses mit einem Punkt gezählt wird. So ist z. B. die Kombination A-5-7 eine Hard 13.

  • Hält der Dealer ein Ass, 10, 9, 8 oder 7, soll man bei einer Hard 16 kaufen und bei einer Hard 17 stehenbleiben.
  • Hält der Dealer eine 6, 5 oder 4, soll man bei einer Hard 11 kaufen, aber bei einer Hard 12 oder höher stehenbleiben.
  • Hält der Dealer eine 3 oder 2, soll man bei einer Hard 12 kaufen, aber bei einer Hard 13 oder höher stehenbleiben.
Soft handsBearbeiten

Eine Soft hand ist eine Hand mit einem Ass, das mit elf Punkten bewertet wird. So kann z. B. eine Hand aus Ass und Sechs als 17 Punkte gezählt werden.

  • Bei einer Soft hand mit 19 oder mehr Punkten soll man niemals kaufen.
  • Mit einer Soft 18 bestehend aus drei oder mehr Karten soll man nur dann kaufen, wenn der Dealer eine 9, 10 oder Ass hält.
  • Mit einer Soft 17 oder weniger bestehend aus drei oder mehr Karten soll man immer kaufen.

Anmerkung: Wird eine Soft hand aus nur zwei Karten gebildet ist möglicherweise auch eine Verdopplung sinnvoll. Die entsprechenden Regeln finden sich im folgenden Abschnitt (Soft hand doubles).

DoublesBearbeiten

Soft hand doublesBearbeiten
  • Eine Hand von A-2 (soft 13) soll nur gegen eine 6 verdoppelt werden, in allen anderen Fällen soll der Spieler kaufen.
  • Eine Hand von A-3 (soft 14) oder A-4 (soft 15) soll gegen eine 6 oder 5 verdoppelt werden, in allen anderen Fällen soll der Spieler kaufen.
  • Eine Hand von A-5 (soft 16) soll gegen eine 6, 5 oder 4 verdoppelt werden, in allen anderen Fällen soll der Spieler kaufen.
  • Eine Hand von A-6 (soft 17) soll gegen eine 6, 5, 4 oder 3 verdoppelt werden, in allen anderen Fällen soll der Spieler kaufen.
  • Eine Hand von A-7 (soft 18) soll gegen eine 6, 5, 4 oder 3 verdoppelt werden; der Spieler soll gegen eine 2, 7 oder 8 stehenbleiben und gegen eine 9, 10 oder Ass kaufen.
  • Mit einer Hand von A-8, A-9 oder A-10 (Black Jack) soll man niemals verdoppeln, sondern stets stehenbleiben (siehe oben).

Für eine Hand mit zwei Assen (soft 12) siehe Splits.

Anmerkung: Entsprechend dem in amerikanischen Casinos üblichen Reglement, dass der Croupier sein Blatt unmittelbar auf Black Jack überprüft, gelten folgende Abweichungen:

  • A-2 (soft 13) soll auch gegen eine 5 verdoppelt werden.
  • A-4 (soft 15) soll auch gegen eine 4 verdoppelt werden.
Hard hand doublesBearbeiten
  • Eine Hard hand von 8 oder weniger Punkten soll man niemals verdoppeln.
  • Eine Hand von 9 Punkten (ohne Ass) bestehend aus zwei Karten soll man nur dann verdoppeln, wenn der Dealer eine 6, 5, 4 oder 3 hält.
  • Eine Hand von 10 oder 11 Punkten (ohne Ass) bestehend aus zwei Karten soll man stets verdoppeln, ausgenommen der Dealer hält 10 oder A.
  • Eine Hard hand mit 12 oder mehr Punkten soll man niemals verdoppeln.

SplitsBearbeiten

  • Zwei Asse soll man immer teilen, ausgenommen der Dealer hat ein Ass – in diesem Fall wertet man die Hand als soft 12 und verlangt eine weitere Karte.
  • Zweier, Dreier und Siebener soll man nur dann teilen, wenn der Dealer eine 2, 3, 4, 5, 6 oder 7 hält.
  • Zwei Vierer soll man nur dann teilen, wenn der Dealer eine 5 oder 6 hält.
  • Fünfer und Zehner soll man niemals teilen.
  • Zwei Sechser soll man nur dann teilen, wenn der Dealer eine 2, 3, 4, 5 oder 6 hält.
  • Zwei Achter soll man immer teilen, ausgenommen der Dealer hat 10 oder Ass.
  • Zwei Neuner soll man immer teilen, ausgenommen der Dealer hat eine 7, 10 oder Ass.

Surrender (falls angeboten)Bearbeiten

  • Hält der Dealer eine 9, so soll man mit Hard 16 (nicht in Form von 88) aufgeben.
  • Hält der Dealer eine 10, so soll man mit Hard 14-16 (auch 77, 88) aufgeben.
  • Hält der Dealer ein Ass, so soll man mit Hard 5-7 sowie Hard 12-17 (inkl. Paare) aufgeben.

Insurance (Versicherung)Bearbeiten

Es ist nicht sinnvoll, sich gegen einen Black Jack des Croupiers zu versichern bzw., falls der Croupier als erste Karte ein Ass hält, sich einen Black Jack zum Verhältnis 1 : 1 auszahlen zu lassen.

BustBearbeiten

Die Nebenwette Bust, dass der Croupier sich überkauft, ist bei weitem nachteiliger als das eigentliche Spiel; es ist daher nicht sinnvoll, diese Wette abzuschließen.

KartenzählenBearbeiten

 
Kartenschlitten

Früher war es üblich, dass die in einem Spiel benutzten Karten beiseitegelegt wurden und im nächsten Spiel die Karten vom Reststapel aus dem Kartenschlitten gezogen wurden. War der Stapel zu ungefähr drei Viertel abgespielt, wurden die abgelegten Karten mit dem restlichen Talon neu gemischt, und eine neue Taille begann.

Auf diese Weise war die Zusammensetzung des Kartenstapels in den einzelnen Spielen sehr unterschiedlich. Kamen z. B. im ersten Coup nach dem Mischen nur wenige hohe Karten, so wurde die Wahrscheinlichkeit für das Fallen hoher Karten im nächsten Coup natürlich größer.

Der US-amerikanische Mathematiker Edward O. Thorp entwickelte 1961 ein Spielsystem[4][5], mit dessen Hilfe man als Spieler einen Vorteil gegenüber der Spielbank erlangte. 1962 veröffentlichte Thorp eine ausführlichere Version als Buch Beat the Dealer.[6] Als Spieler konnte man durch Mitzählen der hohen Karten (Card counting) vorteilhafte Zusammensetzungen des Kartenstapels erkennen und in diesen Fällen einen höheren Einsatz riskieren.

Die Spielbanken setzten daraufhin Gegenmaßnahmen ein:

  • Die Anzahl der verwendeten Kartenpakete wurde erhöht; ursprünglich wurde mit nur einem Paket gespielt, später mit vier und heute zumeist mit sechs Paketen. Dies reduziert die Aussagekraft der bereits ausgespielten Karten – wenn vier Asse ausgespielt sind, ist bei nur einem Paket die Wahrscheinlichkeit für ein weiteres Ass null, bei sechs Paketen sind immer noch 20 Asse im Stapel.
  • Der Kartenstapel wird nicht mehr bis zum Ende gespielt, sondern es wird ein Viertel bis ein Drittel des Stoßes „abgeschnitten“.
  • Die Wahlmöglichkeiten des Spielers wurden zum Teil eingeschränkt (siehe Regel-Varianten).

Trotz dieser Gegenmaßnahmen bot das Kartenzählen dem Spieler weiterhin die Möglichkeit, seine Chancen zu verbessern.

Viele europäische Casinos verwenden nunmehr so genannte Shuffle stars, spezielle Kartenschlitten mit eingebauter Kartenmischmaschine. Die in einem einzelnen Spiel benutzten Karten werden nach dem Coup gleich in den Schlitten zurückgelegt und dort sofort wieder mit den übrigen Karten vermischt – auf diese Weise sind die einzelnen Coups beim Black Jack voneinander unabhängig, so wie die einzelnen Coups beim Roulette. Dadurch ist das Kartenzählen grundsätzlich obsolet.

Entgegen einer gelegentlich kolportierten Behauptung ist Kartenzählen in Casinos nach deutschem Recht (ebenso in den USA) nicht strafbar und auch nicht ordnungswidrig; das schließt aber nicht zwangsläufig aus, dass Casinos gegen identifizierte Kartenzähler ein Hausverbot verhängen.[7][8]

Third baseBearbeiten

Ein sehr weit verbreiteter Irrglaube beim Black Jack ist die Meinung, dass der Spieler, der unmittelbar zur Rechten des Croupiers sitzt – diese Position am Spieltisch wird Third base genannt – mit seiner Spielweise das Resultat des Croupiers beeinflussen kann, schließlich würde ja eine von ihm verlangte Karte andernfalls der Croupier erhalten bzw. erhält der Croupier die eine Karte, die er nicht mehr kauft.

Da aber die nächste Karte nicht bekannt ist, lässt sich für den Spieler aus dieser Position am Spieltisch kein Vorteil ziehen.

Als Spieler wird man an diesem Platz aber häufig von den übrigen Teilnehmern bezüglich der Spielweise kritisiert, weshalb dieser Platz eher gemieden werden soll.

FünfkartentrickBearbeiten

Der sogenannte Fünfkartentrick (Five Card Trick oder Five Card Charlie) wurde schon früher gestrichen: Ein Spieler, der fünf Karten auf der Hand hielt und dabei die 21 Punkte nicht überschritten hatte, gewann sofort im Verhältnis 1 : 1, es sei denn, der Croupier hatte einen Black Jack. In diesem Fall gewann die Bank – allerdings gab es hier auch abweichende Regeln. Mit dieser zusätzlichen Gewinnmöglichkeit lässt sich sogar eine Gewinnstrategie finden, die ohne Kartenzählen auskommt.

Der Fünfkartentrick ist heute nur noch selten vorzufinden, und wenn, dann gelten stets andere Einschränkungen der Wahlmöglichkeiten des Spielers, so dass insgesamt eine für den Spieler weniger aussichtsreiche Variante entsteht.

Black Jack SwitchBearbeiten

Black Jack Switch ist eine moderne Variante des Spiels, welche von Geoff Hall erfunden wurde.[9] Bei Black Jack Switch spielt der Spieler immer zwei Hände, als ob sie zwei verschiedenen Spielern gehören würden. Auf beide Hände muss der gleiche Betrag gesetzt werden.

Nach Austeilen der ersten beiden Karten pro Hand und der Karten für den Dealer darf sich der Spieler entscheiden, die jeweils obere Karte beider Hände zu vertauschen (switch) oder nicht. So können beispielsweise A-5 und 6-10, also Soft 16 und Hard 16, geswitcht werden zu A-10 und 5-6, welche eine erheblich bessere Gewinnerwartung bieten. Danach werden beide Hände nacheinander normal gespielt.

Die üblichen Regeln sind (wobei es auch hier Unterschiede gibt):

  • Auszahlung für Black Jack: 1:1
  • Dealer zieht bei Soft-17
  • 6 oder 8 Decks
  • Jede Hand darf in bis zu 4 Hände geteilt werden (wie üblich)
  • Verdoppeln einer geteilten Hand ist erlaubt
  • Bank prüft Black Jack direkt
  • Surrender ist normalerweise nicht erlaubt

Eine durch Tauschen erzeugte 21 (wie im oben genannten Beispiel) gilt nicht als Black Jack.

Der durch die Switch-Option erzeugte Vorteil wird durch die "Push 22"-Regel kompensiert, auf welche Geoff Hall ebenfalls das Patent hat. Erreicht der Dealer genau 22 Punkte (als Hard hand), so werden die verbleibenden Hände nicht ausgezahlt, sondern erhalten lediglich ihren Einsatz zurück (wie bei Unentschieden). Lediglich Black Jacks gewinne auch bei Push 22 und werden 1:1 ausbezahlt.

Der Bankvorteil mit den oben genannten Regeln und optimaler Strategie beträgt 0,58 %. Bleibt der Dealer bei Soft-17 stehen, so verringert sich der Bankvorteil auf 0,28 %.[10]

In der von Casinos Austria betriebenen Spielbank in Bregenz wird das Spiel unter dem Namen "Blackjack X-change" angeboten.

Super MatchBearbeiten

Super Match ist eine verbreitete Nebenwette, bei der der Spieler darauf wetten kann, unter den ersten vier Karten seiner beiden Hände wenigstens ein Paar zu haben. Die Auszahlung ist in der Regel wie folgt:

Kombination Auszahlung
Vierling 40:1
2 Paare 8:1
Drilling 5:1
1 Paar 1:1

Der Bankvorteil der Wette in dieser Form beträgt etwa 2,55 %.[10]

Black Jack Free BetBearbeiten

Auch diese Variante wurde von Geoff Hall erfunden und verwendet ebenfalls die "Push 22"-Regel.

Bei Black Jack Free Bet sind alle Splits, sowie Doubles von Händen mit 9-11 Punkten, kostenlos. Andere Hände können, wie gewohnt, kostenpflichtig verdoppelt werden.

Bei einem kostenlosen Split oder Double (Free Bet) platziert der Dealer anstelle des sonst üblichen, zweiten Einsatzes einen speziellen Chip. Dieser hat keinen Geldwert, bei einem Sieg wird jedoch für jede dieser Free Bets ebenfalls der ursprüngliche Einsatz ausbezahlt, d. h. in einer verdoppelten oder geteilten Hand kann man zwei Einsätze gewinnen, aber nur einen verlieren.

Die Strategie verändert sich hierdurch erheblich; kostenlose Doubles sollen immer durchgeführt werden, wenn sie möglich sind; ebenso kostenlose Splits, ausgenommen bei 5-5 (verdoppeln) und 10-10 (stehen bleiben).

Wie auch bei Black Jack Switch, werden bei 22 Augen des Dealers alle Hände (außer Black Jacks) als Unentschieden gewertet.

Auch bei Black Jack Free Bet zieht der Dealer üblicherweise bei Soft-17. Black Jacks werden 3:2 ausgezahlt.

Mit 1,04 % ist der Bankvorteil erheblich höher als bei Standard-Black Jack und Black Jack Switch.[11]

LiteraturBearbeiten

  • Regelbuch der Casinos Austria
  • Jörg Bewersdorff: Glück, Logik und Bluff: Mathematik im Spiel – Methoden, Ergebnisse und Grenzen, Vieweg+Teubner Verlag, 5. Auflage 2010, ISBN 3-8348-0775-3, doi:10.1007/978-3-8348-9696-4, S. 81–93 (enthält eine Erklärung der mathematischen Analyse)
  • Charles Cordonnier: Black Jack – Spiel und Strategie, printul Verlag, München 1985
  • Charles Cordonnier: Black Jack für Anfänger – 60 Strategiebeispiele in Wort und Bild, printul Verlag, München 1988
  • Claus Grupp: Glücksspiele mit Kugel, Würfel und Karten, Falken Verlag, Wiesbaden, 1976
  • Konrad Kelbratowski: Black Jack. Regeln und Strategien des Kasinospiels. Falken Verlag, Niedernhausen, Ts, 1984
  • Albert H. Morehead, Richard L. Frey, Geoffrey Mott-Smith: The New Complete Hoyle Revised, New York 1991
  • Albert H. Morehead, Geoffrey Mott-Smith: Hoyle’s Rules of Games 2nd revised edition. A Signet Book, 1983
  • David Parlett: The Oxford Dictionary of Card Games, Oxford 1992
  • David Parlett: The Oxford Guide to Card Games, Oxford 1990
  • Michael Rüsenberg: Black Jack – Handbuch für Strategen, Printul Verlag, Geretsried, 2003
  • Michael Rüsenberg: Black Jack für Einsteiger, Printul Verlag, Geretsried, 2006
  • Alexander B. Szanto: Roulette, Trente-et-Quarante, Baccara, Black Jack, Perlen Reihe, Band 645, Wien, 1977
  • Edward O. Thorp: Beat the Dealer: A Winning Strategy for the Game of Twenty-One, New York 1962, ISBN 0-394-70310-3
  • Andreas Witte: Card counting im Black Jack aus strafrechtlicher Sicht, in: JR 2012, 97-102.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Blackjack Rule Variations. Abgerufen am 8. Juni 2020.
  2. Roger R. Baldwin, Wilbert E. Cantey, Herbert Maisel, James P. McDermott: The Optimum Strategy In Blackjack, Journal of the American Statistical Association, Band 51, Heft 275, 1956, S. 429–439, JSTOR i314154, PDF (1,1 MB).
  3. Blackjack Basic Strategy - Wizard of Odds. Abgerufen am 8. Juni 2020.
  4. Edward Thorp: A Favorable Strategy for Twenty-One. In: Proceedings of the National Academy of Sciences. Band 47, Nummer 1, Januar 1961, S. 110–112, PMID 16590802, PMC 285252 (freier Volltext), JSTOR 70615
  5. 17 und 4: Formel des Glücks, Der Spiegel, 1964, Heft 18, 29. April 1964, S. 127–131 (online).
  6. Edward O. Thorp: Beat the Dealer: A Winning Strategy for the Game of Twenty-One, New York 1962, ISBN 0-394-70310-3
  7. Andreas Witte: »Card counting« im Black Jack aus strafrechtlicher Sicht, in: Juristische Rundschau 2012, Heft 3, 97–102
  8. Kartenverbot – Casinos verbannen Ben Affleck vom Black-Jack-Tisch. In: spiegel.de. 19. September 2014, aufgerufen am 23. Juni 2020.
  9. ThePOGG Interviews - Geoff Hall – Creator of Blackjack Switch. In: thepogg.com. Abgerufen am 8. Juni 2020 (englisch).
  10. a b Blackjack Switch. In: wizardofodds.com. Abgerufen am 18. Juni 2020.
  11. Free Bet Blackjack. In: wizardofodds.com. 11. November 2015, abgerufen am 11. Juni 2020 (englisch).