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Bismarckjugend

antikommunistische Jugendbewegung in der Weimarer Republik
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Sieveking und Bismarckjugendaktivisten, 1931.

Die Bismarckjugend (eigentlich: Bismarckjugend der Deutschnationalen Volkspartei) war die Jugendorganisation der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) in der Weimarer Republik.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die Organisation wurde 1922 in Hannover gegründet, als sich verschiedene Jugendgruppen, die der DNVP nahestanden, zusammenschlossen. Die DNVP war die letzte Partei im Reichstag, die eine eigene Jugendorganisation gründete. Die Bismarckjugend war politisch vollständig von der DNVP abhängig. Zu Beginn wurde sie von Wilhelm Kube geführt. Ihre ersten Ortsgruppen entstanden in den industriellen Gebieten Deutschlands. Später expandierte sie aber auch in die ländlichen Gebiete im Osten des Landes.[1][2]

Kurz nach der Gründung der Jugendorganisation übernahm Otto Sieveking den Vorsitz. Unter Sievekings Leitung bekam die Organisation einen paramilitärischen Charakter. Zudem begann die Bismarckjugend jährliche nationale Jugendtreffs zu veranstalten.[1]

Mitte 1923 zerfiel die Bismarckjugend immer stärker, da die DNVP mit der gesellschaftlichen Ordnung des Kaiserreichs identifiziert wurde und deshalb unpopulär unter Jugendlichen wurde.[2]

Im Juli 1928 zelebrierte die Bismarckjugend im Rahmen ihres siebten nationalen Jugendtreffs in Friedrichsruh ein Gedenken zum dreißigsten Todestag Otto von Bismarcks. Friedrichsruh ist der Standort des Bismarck-Mausoleums. Das Treffen hatte eine große Bedeutung für die Mutterpartei. Denn damit konnte die DNVP ihre Stärke, trotz des schlechten Ergebnisses bei den Reichstagswahlen im selben Jahr, zeigen. Gegen Ende der 1920er Jahre hatte sich die Bismarckjugend erholt und ihre Mitgliederzahl wieder vergrößert.[2]

Nach der Gleichschaltung durch die NSDAP im Jahr 1933 wurden alle anderen Parteien entweder aufgelöst oder verboten. Am 21. Juni 1933 wurden die Jugendorganisationen der DNVP wegen angeblicher kommunistischer Unterwanderung verboten. 1935 wurden schließlich die Uniformen der Bismarckjugend per Gesetz verboten.[3][4]

NameBearbeiten

Nach Gründung der Organisation lautete ihr Name zunächst Reichsverband der Jugendgruppen der Deutschnationalen Volkspartei. Im Herbst 1922 wurde der Name in Bismarckjugend der Deutschnationalen Volkspartei geändert, die man dann kurz Bismarckjugend nannte.[2] Ab 1929 wurde der Name Bismarckbund geführt.

Der Name verweist auf den deutschen Kanzler Otto von Bismarck und sollte die Organisation mit dem historischen Erbe Bismarcks verbinden. Bismarcks Enkel Otto Fürst von Bismarck erlaubte der Jugendorganisation, den Namen seines Großvaters zu benutzen.[1]

MitgliedschaftBearbeiten

Mitglieder konnten Frauen und Männer im Alter zwischen 14 und 25 Jahren werden. Die Organisation hatte 800 lokale Unterorganisationen in ganz Deutschland. Die größte Mitgliederzahl wurde mit 42.000 erreicht, was sie zur zweitstärksten Parteijugendorganisation nach der Sozialistischen Arbeiter-Jugend der SPD machte. Generell war die Bewegung in den protestantischen Gebieten Deutschlands stärker ausgebildet als in den katholischen. Hochburgen waren Berlin, Magdeburg, Hessen, Thüringen, Niedersachsen, Pommern, Württemberg und Hamburg.[1]

Die meisten Mitglieder kamen aus bürgerlichen oder adeligen Familien. Dennoch war die Bismarckjugend Berlin, die größtenteils aus Mitgliedern der Arbeiterklasse bestand, die größte Teilorganisation. Im Jahr 1922 hatte die Bismarckjugend Berlin um die 6.000 Mitglieder, von denen 80 % der Arbeiterklasse entsprangen. Der Berliner Ableger der Bismarckjugend wurde 1920 gegründet.[1]

ZeitschriftBearbeiten

Die Bismarckjugend veröffentlichte die Zeitschrift Deutsches Echo.[1]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f Robert Gerwarth: The Bismarck Myth: Weimar Germany and the Legacy of the Iron Chancellor. Oxford historical monographs. Clarendon Press, Oxford 2005, S. 106–107.
  2. a b c d Larry Eugene Jones, James N. Retallack: Elections, Mass Politics, and Social Change in Modern Germany: New Perspectives, German Historical Institute, Washington, D.C. 1992, S. 354.
  3. Martin Kitchen: A History of Modern Germany, 1800–2000. Blackwell, Malden, Massachusetts 2006.
  4. Michael Burleigh, Wolfgang Wippermann: The Racial State: Germany, 1933–1945. Cambridge University Press, Cambridge [England] 2002, S. 228.