Billy Mitchell (General)

US-amerikanischer General

William Lendrum „Billy“ Mitchell (* 28. Dezember 1879 in Nizza; † 19. Februar 1936 in New York City) war ein US-amerikanischer Generalmajor. Billy Mitchell gilt als der Vater der United States Air Force.[1][2] Er ist eine der berühmtesten und umstrittensten Figuren der amerikanischen militärischen Luftfahrt.

Billy Mitchell, 1920er Jahre

LebenBearbeiten

Sein Vater war der Politiker der Demokratischen Partei John L. Mitchell, der den Bundesstaat Wisconsin u. a. in beiden Kammern des Kongresses vertrat.

Mitchell diente während des Spanisch-Amerikanischen Kriegs und während der Schlacht von St. Mihiel im Ersten Weltkrieg.

Mitchell unternahm 1921 Tests, in denen er die nach dem Ersten Weltkrieg an die USA als Reparation ausgelieferten deutschen Schiffe SMS Ostfriesland sowie SMS Frankfurt mit Bombentreffern aus der Luft versenkte. Dies waren die ersten Tests mit Bombenabwürfen auf große Kriegsschiffe überhaupt. Die Auswirkungen auf den Seekrieg wurden aber von der Politik und der militärischen Führung nicht begriffen, wodurch Mitchell mit diesen in Konflikt geriet. Der Verlust großer, moderner Schlachtschiffe wie der HMS Prince of Wales zu Beginn des Zweiten Weltkriegs war ein Schock. Douglas MacArthur kommentierte:

Sir Tom ging mit der Prince of Wales unter und mit ihm eine ganze Ära. Niemals wieder wurden große Schiffe ohne Luftunterstützung in feindliche Gewässer geschickt; Billy Mitchell hatte recht.“

Douglas MacArthur: Reminiscences, New York 1964 und Reid, John Alden. „Bomb the Dread Noughts!“ Air Classics, 2006

General William „Billy“ Mitchell war 1926 von einem Militärgericht verurteilt und degradiert worden, weil er seine Vorgesetzten wegen ihres Widerstandes gegen den Ausbau der US-Luftwaffe öffentlich kritisiert hatte.[3]

Seine letzte Ruhestätte fand er im Grab der Mitchell-Familie auf dem Forest Home Cemetery in Milwaukee.

AuszeichnungenBearbeiten

 
Mitchells Orden im National Museum of the US Air Force

Mitchell erhielt zahlreiche Auszeichnungen, wie etwa das Distinguished Service Cross und postum 1946 die Congressional Gold Medal auf Vorschlag des damaligen Präsidenten Franklin D. Roosevelt. 1944 benannte die US Marine den Truppentransporter USS General William Mitchell (AP-114) nach ihm. Postum ernannte man ihn 1946 zum Generalmajor. Billy Mitchell ist die einzige Persönlichkeit der USA, nach der ein Kampfflugzeug, die North American B-25 Mitchell, benannt wurde. 1941 benannte man den Milwaukee County Airport in General Mitchell Field um. 1986 erfolgte dann die Umbenennung in Milwaukee Mitchell International Airport. 1955 setzte ihm Hollywood mit der Filmbiografie Verdammt zum Schweigen ein Denkmal, wo Gary Cooper Mitchell verkörperte. 1966 wurde er in die National Aviation Hall of Fame aufgenommen. Der Vulkan Billy Mitchell auf Bougainville ist nach ihm benannt. Die Kadetten der Civil Air Patrol erhalten seit 1964 nach dem erfolgreichen Abschluss der zweite Phase des Kadettenprogramms den Billy Mitchell Award.[4][5] 1968 benannte man den Mount Billy Mitchell in den Chugach Mountains nach ihm. 1999 brachte man eine Briefmarke mit Porträt von Mitchel heraus. Daneben tragen Gebäude und Einrichtungen seinen Namen.

WeblinksBearbeiten

Commons: Billy Mitchell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. The Father of the U.S. Air Force, Webseite U.S. Air Force, Warren Air Force Base
  2. Informationen zu Billy Mitchell, engl.
  3. http://www.lexikon-der-politischen-strafprozesse.de/glossar-schlagwort/militaergericht/
  4. Billy Mitchell AwardHomepage Civil Air Patrol
  5. GENERAL BILLY MITCHELL AWARD FACT SHEETHomepage Civil Air Patrol