Badge

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Eine amerikanische Dienstmarke

Der oder auch das Badge (dt.: veraltet – oder wohl in der Heraldik noch üblich – „Bilddevise“, ansonsten [Dienst-]Abzeichen oder auch Erkennungsmarke[1] und kurz Marke[2]) ist eine englische Bezeichnung für verschiedene historische und auch gegenwärtige Bedeutungen.

HeraldikEdit

In der Heraldik ist ein Badge oder Cognizance (Abzeichen) eine gegenständliche Darstellung, mit der zunächst englische Adelsgeschlechter Urkunden, Gebäude oder andere Gegenstände versehen haben, um sie als zugehörig zu kennzeichnen, also quasi eine Marke. Später übernahmen Adelsgeschlechter in ganz Europa diese Gepflogenheit.

BeispieleEdit

EnglischEdit

Beispiele aus dem Bereich der englischen Heraldik:

Burgundisch und FranzösischEdit

Beispiele aus dem Bereich der burgundischen und französischen Heraldik:

DeutschEdit

Beispiele aus dem deutschsprachigen Raum:

  • Die Palme für Eberhard im Bart und daran angelehnt,
  • die Palme als Badge der von ihm gegründeten Universität Tübingen
  • der mehrfach gebrochene (Zick-Zack-)Balken als Allod-Zeichen der Wittelbacher, deren Stammburg Scheyern ins Kloster Scheyern überging, das Zeichen findet sich im Gemeindewappen von Scheyern und Wappen im Landkreises Dachau wieder.

GegenwartEdit

Heutzutage wird der Begriff Badge allgemein im Zusammenhang mit Namensschildern oder Zutrittsausweisen verwendet, im Englischen beispielsweise für Polizeimarken oder sichtbar getragene ID-Anhänger mit Clip, Lanyard oder Kette. Siehe hierzu Plakette. Auch Ansteck-Buttons werden bisweilen so genannt.

Ebenso ist die Bezeichnung innerhalb von militärischen Verbänden üblich, die zumeist auf der rechten Schulter unter der Hoheitskennung das Wappen des angehörigen Verbandes tragen.

Bei Computern sind 2,5 × 2,5 cm große sogenannte Case Badges (Gehäuse-Aufkleber) als Beigabe zu diverser Hardware (und seltener auch Software) üblich, um auf dem Gehäuse für diese zu werben.

Bei Software bezeichnet ein Badge außerdem eine kleine, zusätzliche Grafik innerhalb des Symbols für ein Programm oder eine App. Diese weist den Benutzer beispielsweise darauf hin, dass es sich bei einer Datei um eine Verknüpfung handelt oder bei Messengern eine ungelesene Nachricht eingegangen ist.

Im E-Learning-Kontext ist ein Badge ein digitales Zertifikat bzw. ein Lernabzeichen, welches das Vorhandensein bestimmter Fertigkeiten oder Kenntnisse bestätigt, beispielsweise im Rahmen des Open-Badges-Systems.

Siehe auchEdit

Wiktionary: badge – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

LiteraturEdit

  • Renate Holzschuh-Hofer, Feuereisen im Dienst politischer Propaganda von Burgund bis Habsburg, in: RIHA Journal (Journal of the International Assoziation of Research Institutes in the History of Arts) 0006, 2010[5]
  • Simona Slanička, Krieg der Zeichen: Die visuelle Politik Johanns ohne Furcht und der armagnakisch-burgundische Bürgerkrieg. Vandenhoeck und Ruprecht Verlag, Göttingen 2002. ISBN 978-3-525-35178-9.

Einzelnachweise und AnmerkungenEdit

  1. BadgeDuden, 2018
  2. (allgemeiner) auch Dienstmarke (siehe auch wikt:Special:Suche/Dienstmarke oder wikt:Polizeimarke) oder (im Besonderen) Kriminaldienstmarke genannt
  3. A chaque roi son animal, in: La renardes des Alpes. Un blog pur partager mon passion de la nature, 31. Oktober 2013
  4. Fanny Bury Palliser: Historic Devices, Badges, and War-Cries. s. n., London 1870, S. 35.
  5. Renate Holzschuh-Hofer, Feuereisen im Dienst politischer Propaganda von Burgund bis Habsburg, in: RIHA Journal (Journal of the International Assoziation of Research Institutes in the History of Arts) 0006, 2010