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GeographieBearbeiten

Biglen liegt im oberen Teils des Bigentals, welches zur geografischen Region Emmental gehört. Nebst dem Dorf, das vom Biglenbach durchflossen wird, gehören der Weiler Änetbach nördlich des Dorfs sowie zahlreiche Häusergruppen und Einzelgehöfte zur Gemeinde. Mit Ausnahme kleiner Waldstücke am Enggist, am Adlisberg (höchster Punkt der Gemeinde mit 905 m. ü. M.) und am Biglenbach gibt es keine Waldflächen. Vom Gemeindeareal von 361 ha sind 278 ha (75,7 %) landwirtschaftliche Nutzfläche, 63 ha (19,0 %) Siedlungsfläche, nur 18 ha (5,0 %) Wald und Gehölz und 2 ha (0,3 %) unproduktive Fläche.

Die Gemeinden Arni, Grosshöchstetten, Walkringen und Worb sind Nachbargemeinden von Biglen.

BevölkerungBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1764 495
1850 930
1910 960
1941 1'251
1950 1'299
1970 1'542
1980 1'437
1990 1'638
2000 1'790
2005 1'780
2010 1'762
2015 1'740

Zwischen 1764 und 1850 verdoppelte sich die Einwohnerzahl nahezu (+ 87,9 %). Danach stagnierte sie bis 1910, um anschliessend bis 1941 stark anzusteigen (1910–1941: +30,3 %). Einen weiteren Wachstumsschub gab es zwischen 1950 und 1970 (+ 18,7 %). Nach einem Bevölkerungsrückgang in den 1970er Jahren wuchs die Bevölkerung von 1980 bis 2000 (+ 24,6 %) auf einen Bevölkerungshöchststand an. Seither stagniert die Zahl der Bewohner.

SprachenBearbeiten

Die Bevölkerung spricht im Alltag eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 94,86 % Deutsch, 1,45 % Italienisch und 1,28 % Albanisch als Hauptsprache an.

Religionen – KonfessionenBearbeiten

In früheren Zeiten gehörten alle Bewohner der evangelisch-reformierten Landeskirche an. Durch Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland hat sich dies geändert. Heute (Stand 2000) sind 81,90 % evangelisch-reformierte, 8,88 % römisch-katholische und 0,45 % andere Christen. Ausserdem findet man 2,68 % Konfessionslose, 2,12 % Muslime und 0,61 % Hindus. 3,35 % der Bevölkerung verweigerten die Angabe der Religionszugehörigkeit. Die Muslime sind meist türkischer, albanischer und kurdischer Herkunft. Bei den Hindus handelt es sich um Personen tamilischer Herkunft.

Herkunft – NationalitätBearbeiten

Am 30. November 2015 waren von den 1'740 Einwohnern 1'606 Schweizer Staatsangehörige und 134 Zugewanderte aus dem Ausland (7,7 %). Bei der letzten Volkszählung waren 1'656 Schweizer Staatsangehörige (=92,51 %), davon 33 Doppelbürger. Die grössten Einwanderergruppen kommen aus Serbien-Montenegro (meist Albaner), Italien, Deutschland, Sri Lanka und der Türkei.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Bei den Wahlen vom 29. November 2015 (Stimmbeteiligung von 38 %) wurden 6 Mitglieder des Gemeinderates gewählt

  • Portenier Walter, SVP, bisher
  • Eichenberger Beatrice, BDP, bisher
  • Heiniger Marlis, BDP, neu
  • Moser Verena, SVP, bisher
  • Appenzeller Peter, SP, bisher
  • Studer Walter, SVP, neu

Der Gemeinderat hat Peter Habegger (FDP, bisher) als Gemeinde- und Gemeinderatspräsident (in einer Person) für die Legislaturperiode 2016–2019 bereits am 22. April 2015 als gewählt erklärt (Stille Wahl).[2]

Nationale WahlenBearbeiten

Die Stimmenanteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahlen 2015 betrugen: SVP 38,0 %, BDP 21,1 %, SP 12,8 %, FDP 6,4 %, glp 6,2 %, EVP 5,2 %, GPS 4,3 %, EDU 2,3 %, CVP 1,7 %, PPS 1,1 %.[3]

WirtschaftBearbeiten

 
Biglen von Süden aus gesehen
 
Flugaufnahme 1958

Bis ins 18. Jahrhundert dominierte der Getreideanbau. Seit dem 19. Jahrhundert leben die Landwirte vorwiegend von der Viehhaltung. Deshalb entstand 1828 eine erste Talkäserei in Änetbach. Derzeit gibt es noch 21 Landwirtschaftsbetriebe (im Jahr 2000 noch 27). 2001 gab es 24 Industrie- und Gewerbebetriebe und 53 Dienstleistungsbetriebe. Grösster Arbeitgeber ist die Bigla AG. Von den (Stand 2000) 690 Erwerbstätigen in Biglen sind 296 Einheimische und 394 Zupendler. Gleichzeitig gab es unter den 973 Einheimischen 677 Wegpendler (69,6 %).

VerkehrBearbeiten

Biglen liegt an der Bahnlinie Thun–Burgdorf–Solothurn der BLS und hat einen eigenen Bahnhof. Die Gemeinde ist ausserdem durch verschiedene Buslinien mit der Umgebung verbunden und ist seit Juni 2017 Ausgangspunkt der ersten Postautolinie mit historischen Fahrzeugen der Schweiz.[4] Der Ort ist dank der Strasse Konolfingen–Hasle-Rüegsau erreichbar. Die nächstgelegenen Autobahnanschlüsse sind Rubigen und Muri an der A6.

GeschichteBearbeiten

Im Dorf wurden Funde aus der Römerzeit ausgegraben. In historischer Zeit erste Erwähnung in einer Urkunde vom 18. Juli 1236 unter dem Namen Biglun. Bereits früh geriet die Gemeinde unter die Herrschaft der Stadt Bern. Seit 1529 gehörte der Ort zur Landvogtei Signau, von 1798 bis 1803 zum helvetischen Distrikt Grosshöchstetten. Von 1803 bis 2010 bildet die Gemeinde einen Teil des Amtsbezirks Konolfingen.

SchulenBearbeiten

Biglen verfügt über alle Bildungseinrichtungen vom 2-jährigen Kindergarten über die Primarschule bis zur Real- und Sekundarschule. Seit August 2010 führt Biglen auch eine Tagesschule.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Der historische Dorfkern mit der spätgotischen Kirche aus dem Jahr 1521,[5] das Kirchgemeindehaus, das Pfarrhaus das Zehntenspeicher von 1680, das Gasthaus und das Gemeindehaus (ein Bauernhaus, welches in früheren Jahren als Primarschulhaus genutzt wurde) sind Sehenswürdigkeiten Biglens.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Regina Bühlmann: Kirche Biglen (= Schweizerische Kunstführer. Nr. 418). Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, 1987, ISBN 3-85782-418-2, S. 24.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. Gemeindewahlen vom 29. November 2015 Abgerufen am 26. Dezember 2015.
  3. Wahlen 2015: Resultate der Gemeinde Biglen. Kanton Bern, abgerufen am 18. März 2016
  4. Historische Postautolinie über die Moosegg
  5. Hans-Jakob Meyer, Luc Mojon, Regina Bühlmann, Samuel Rutishauser, Siegfried Moeri, Thomas Loertscher: Kirche Biglen BE. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 418). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1981, ISBN 3-85782-418-2.