Ein Beutetier oder Beute ist ein Tier, das von einem räuberisch lebenden Tier (Prädator bzw. Beutegreifer als Konsument 2. oder 3. Ordnung) zum Zweck der Nahrungsaufnahme gefangen und ganz oder teilweise gefressen wird (Zoophagie). Zu den Beutetieren zählen die meisten Pflanzenfresser (Konsumenten 1. Ordnung), aber auch fleischfressende Tiere (Carnivora) können zu Beutetieren von Raubtieren werden. In solchen Fällen nehmen sie die ökologische Stellung eines Mesoprädators ein.

Buntspecht wird zur Beute einer Katze

Junge, kranke oder schwache Beutetiere werden häufiger zur Beute räuberischer Fleischfresser (Karnivoren), zum Beispiel von Raubtieren, denn die Auswahl eines solchen Beutetieres, erhöht deren Erfolgsaussicht bei der Jagd und minimiert den Energieaufwand.

Zwischen manchen Arten können die Rollen von Beutetier und Beutegreifer je nach Größe der Individuen auch vertauscht sein. Beispielsweise kann ein Wolfswelpe von einem Luchs erbeutet werden und ein Luchswelpe von einem Wolf.[1][2] Ein Tigerpython kann von einem großen Mississippi-Alligator erbeutet werden, umgekehrt können jüngere Alligatoren zur Beute von größeren Individuen des Tigerpythons werden.

Unter dem Beutespektrum versteht man alle Arten von Beutetieren, die eine bestimmte Art von Beutegreifer nutzen kann. Sowohl durch Spezialisierung als auch durch Erweiterung des Nahrungsspektrums für das Überleben der Art des Prädators Vorteile entstehen. Oft wird nur ein Teil des Beutespektrums ständig genutzt und nur bei Nahrungsmangel auf den verbleibenden Teil zurückgegriffen. Das Beuteschema ist die Übereinstimmung des Beutetieres mit dem Spektrum des Prädators für seine Beute. Merkmale im Aussehen und Verhaltensweisen der jeweiligen Beutetiere wirken beim Prädator als Auslösemechanismus, aufgrund dessen er das Beutetier angreift. Manche Beutetiere haben untereinander ein Warnsystem, beispielsweise die Murmeltiere, die gemeinsam auf den Warnpfiff eines einzelnen Artgenossen reagieren und in ihre Baue flüchten.[3]

Das Nahrungsspektrum einer Art zu kennen, ist von besonderer Bedeutung bei Maßnahmen zum Artenschutz, denn ein Mangel an zum Nahrungsspektrum gehörenden Beutetieren kann nicht durch ein Mehrangebot anderer Tiere ausgeglichen werden.

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Vadim Sidorowich: Findings on the interference between wolves and lynxes.
  2. Camilla Wikenros, Olof Liberg, Håkan Sand, Henrik Andrén: Competition between recolonizing wolves and resident lynx in Sweden. In: Canadian Journal of Zoology, Band 8, Ausgabe 3, 17. Februar 2010.
  3. Daniela Lenti Boero: Alarm calling in Alpine marmot (Marmota marmota L.): evidence for semantic communication. In: Ethology, Ecology and Evolution, Band 3, Ausgabe 2, 1992, Seite 125–138, online publiziert 19 Mai 2010