Berufsverband der Frauenärzte

Der Berufsverband der Frauenärzte ist eine privatrechtliche Körperschaft, die sich der Förderung der Belange der Frauenärzte in Deutschland zum Ziel gesetzt hat. Die Vereinigung hatte am 31. Dezember 2020 15.085 Mitglieder. Sitz der Vereinigung ist München. Sie ist im Vereinsregister des Amtsgerichts Hamburg, Abteilung 69 mit der Geschäftsnummer VR 6350 eingetragen.

Logo des Berufsverbandes der Frauenärzte

ZieleBearbeiten

Als einer der größten ärztlichen Berufsverbände vertritt der Verband die besonderen Interessen bei Behörden, ärztlichen und sonstigen Organisationen, insbesondere bei Ärztekammern und Kassenärztlichen Vereinigungen. Der Verband nimmt die Interessen der Frauenärzte in der Öffentlichkeit wahr.

StrukturBearbeiten

Mitglied des Verbandes kann auf Antrag jede Frauenärztin und jeder Frauenarzt, auch junge Ärzte in Weiterbildung, werden. Die Vereinigung verfügt über 17 Landes- und 75 Bezirksverbände. Hauptgeschäftsführer und Leiter der Geschäftsstelle ist Burkhard Scheele.

Vorstand des Verbandes:

Funktion Name
1. Vorsitzender und Präsident Christian Albring
2. Vorsitzende und Schriftführer Klaus Doubek
3. Vorsitzender und Schatzmeister Ulrich Freitag
Beisitzer Rolf Englisch
Beisitzer Cornelia Hösemann
Beisitzer Markus Haist
Ehrenvorsitzender Eduard Koschade
assoziierte Beisitzerin Barbara Schmalfeldt

Organe des Verbandes sind der Vorstand, die Vertreterversammlung, die Mitgliederversammlung, der Finanzausschuss und der Hauptgeschäftsführer. Christian Albring ist zudem stellvertretender Vorstandsvorsitzender im Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa)[1]

BVF AkademieBearbeiten

 
Logo der BVF Akademie

Mit dem Ziel, die Weiterentwicklung des Faches zu fördern, sowie die Qualität der frauenärztlichen Berufsausübung durch Fortbildung sowie durch Qualitätssicherung weiterzuentwickeln, wurde die Frauenärztliche Bundesakademie GmbH (FBA) als 100-prozentige Tochtergesellschaft des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V. gegründet. Mit dem Jahreswechsel 2020/2021 wurde die gesamte Geschäftstätigkeit der FBA in eine neue Abteilung des Berufsverbandes der Frauenärzte, die BVF Akademie überführt.

Die BVF Akademie organisiert jährlich einen Fortbildungskongress in Düsseldorf, zahlreiche regionale Gynäkologentage, fachspezifische Fortbildungen für Frauenärzte, und zertifiziert und empfiehlt Fortbildungsveranstaltungen.

Größter Förderer der bis 2020 von der Frauenärztlichen Bundesakademie organisierten Fortbildungsveranstaltungen ist laut Datenbank des Recherchekollektivs Correctiv die Bayer AG. Demnach floss 2016 die Summe von 103.260 Euro, 2015 waren es 194.210 Euro.[2]

PublikationsorganeBearbeiten

  • Frauenarzt – offizielles Publikationsorgan der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe und des Berufsverbandes der Frauenärzte, Publimed Medizin und Medien GmbH, München, ISSN 0016-0237
  • BVF@ktuell – Eilinformationsdienst für dringende Nachrichten
  • www.frauenaerzte-im-netz.de : Informationsplattform für Patientinnen
  • Aktuelle Rundschreiben auf Landes- und Bezirksebene

ZusammenarbeitBearbeiten

Der Berufsverband der Frauenärzte und die Frauenärztliche Bundesakademie arbeiten mit folgenden internationalen Organisationen zusammen:

GeschichteBearbeiten

Während des 28. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe unter Leitung von Heinrich Martius 1951 in Bad Pyrmont, wurde durch die Mitgliederversammlung der Beschluss gefasst, eine Interessengemeinschaft Gynäkologie (IGG) zu bilden. Im Rahmen der Gründungssitzung wurde F. Bernhard Rüder zum ersten Vorsitzenden dieser Gemeinschaft gewählt, nach welchem Ende der 1980er Jahre die Bernhard-Rüder-Medaille benannt wurde, die als Auszeichnung des Verbandes an Personen verliehen werden kann, die sich in besonderem Maße um die Belange des Berufsverbandes verdient gemacht haben. Im September 1956 wurde der Name in Berufsverband Gynäkologie geändert. Unter dem Namen Berufsverband der Frauenärzte e.V. erfolgte die Eintragung im Vereinsregister im September 1967. Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 wurden in den neuen Bundesländern eigene Landes- und Bezirksverbände gegründet. Zu den Ersten, die sich um den Aufbau der Strukturen des Verbandes in den neuen Bundesländern bemühten gehörten Martin Link (1934–2005), Dresden, Hans-Joachim Seewald (* 1937), Jena, Reinhold Schwarz (1929–2017), Rostock, und Wolfgang Weise (1938–2006), Magdeburg.

PräsidentenBearbeiten

  • Bernhard Rüder, Hamburg (1951 bis 1964)
  • Friedhelm Isbruch, Bochum (1964 bis 1971)
  • Hans Wegner, Ludwigshafen (1971 bis 1981)
  • Eduard Koschade, Dachau (1981 bis 1990)
  • Klaus Doench, Göttingen (1991)
  • Armin Malter, Merzig (1992 bis 2002)
  • Manfred Steiner, Ihringen (2002 bis 2005)
  • Christian Albring, Hannover (seit 2005)

LiteraturBearbeiten

  • 50 Jahre BVF (Festschrift) In: Frauenarzt. Band 43, 2002, S. 179–202 (PDF-Datei; 756 kB)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Vorstand – SpiFa e.V. In: SpiFa e.V. (spifa.de [abgerufen am 18. September 2017]).
  2. Datenbank „Euros für Ärzte“. In: CORRECTIV. (correctiv.org [abgerufen am 14. November 2017]).
  3. SpiFa: Ordentliche Mitgliedsverbände – SpiFa e.V. (spifa.de [abgerufen am 18. September 2017]).