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Bernhard VII. (Lippe)

deutscher Edelherr zur Lippe
Bernhard VII. zur Lippe

Bernhard VII. zur Lippe (* 4. Dezember 1428; † 2. April 1511) war von 1429 bis 1511 Landesherr der Herrschaft Lippe. Wegen vieler blutiger Fehden, in die er verwickelt war, wurde er auch „Bellicosus“ (= der Kriegerische)[1] genannt. Er war mit über 81 Jahren der am längsten regierende Adlige Europas.

LebenBearbeiten

Er war der erste Sohn von Simon IV. zur Lippe und Margaretha von Braunschweig-Grubenhagen. Da sein Vater verstarb, als Bernhard noch kein Jahr alt war, stand er bis 1446 unter vormundschaftlicher Regierung seines Onkels Otto, danach unter der seines Großonkels, des Kölner Erzbischofs Dietrich II. von Moers, und dem von diesem eingesetzten Amtmann Johann von Möllenbeck.

Bernhard schloss 1444 mit dem Herzog Adolf von Kleve-Mark einen Vertrag, wonach er diesem die bis dahin verpfändete Stadt Lippstadt zur Hälfte abtrat. Zugleich wurde zwischen beiden Häusern ein Bündnis errichtet, das Bernhard in die sogenannte Soester Fehde mit dem Kölner Erzbischof Dietrich verwickelte. Letzterer rief 1447 ein böhmisches Heer zu Hilfe, das die lippischen Lande verwüstete und die Stadt Blomberg nahezu dem Erdboden gleichmachte, die Städte Lippstadt und Soest jedoch vergebens belagerte.

Nach der 1449 erfolgten Beilegung des Streites wohnte Bernhard zunächst auf der Burg Blomberg. 1468 wählte er Detmold, damals mit etwa 350 Einwohnern die kleinste unter den lippischen Städten, zu seiner ständigen Residenz. An den anschließenden Wiederaufbau des Schlosses erinnert unter anderem eine Inschrift im alten Schlossturm des Detmolder Schlosses mit der Jahreszahl 1470.

Bernhard focht seine Fehden mit wechselnden Gegnern und Verbündeten. So leistete er 1469 dem Landgrafen Ludwig II. von Hessen Beistand gegen dessen Bruder Heinrich III., war aber andererseits eine der wichtigsten Stützen seines Bruders Simon, des Fürstbischofs von Paderborn, gegen Landgraf Ludwig II. während der 1464 wegen der Burg Calenberg ausgebrochenen und bis 1471 dauernden Hessen-Paderbornischen Fehde.

Sein Grabmal und das seiner Frau befindet sich im Chor der Blomberger Klosterkirche, die bis 1769 Grabstätte der lippischen Edelherren blieb.

NachkommenBearbeiten

Aus der Ehe mit Anna Gräfin von Holstein-Schauenburg (Tochter von Otto II.) hatte er folgende Kinder:

Daneben hatte er (mindestens) zwölf illegitime Kinder von drei Konkubinen:[2]

Kinder mit der ersten Konkubine NN:

  • Elisabeth von der Lippe
  • Johann von der Lippe

Kinder mit der zweiten Konkubine Ilse NN:

  • Petronella von der Lippe
  • Frederich (w) von der Lippe
  • Walburg von der Lippe
  • Bernhard von der Lippe
  • Anton von der Lippe
  • Simon von der Lippe
  • Vincenz von der Lippe
  • Bartold von der Lippe
  • Erich von der Lippe

Kind mit der dritten Konkubine NN Budde:

  • Niggehus von der Lippe

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wilhelm Pölert: Alt-Salzuflen – Ein Führer durch der Stadt und ihre Geschichte; Schötmar, Zweite Auflage, 1960, Seite 72
  2. Bechtel, Lenniger, Linde, Rügge; 2013
VorgängerAmtNachfolger
Simon IV.Herr zur Lippe
1429–1511
Simon V.