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Bernhard Peters (Sportfunktionär)

deutscher Hockeytrainer und Sportfunktionär

Bernhard Peters (* 5. April 1960 in Rheine) ist ein deutscher Diplom-Sportlehrer und vielseitiger Trainer. Mehrere Jahrzehnte für den Deutschen Hockey-Bund tätig, dessen Nationalmannschaft er schließlich zwischen 2000 und 2006 als Nationaltrainer zu mehreren Weltmeistertiteln führte, wechselte er 2006 in den Fußballsport. Von 2006 bis 2014 war er bei der TSG 1899 Hoffenheim als Leiter der Nachwuchsförderung aktiv. Von August 2014 bis Oktober 2018[1] war er beim Hamburger SV infolge der Schaffung der HSV Fußball AG als „Direktor Sport“ sportlicher Leiter des übrigen Vereins, wieder insbesondere im Nachwuchs.

LebenBearbeiten

Peters studierte an der Deutschen Sporthochschule Köln.[2] Im Jahre 1983 wurde Peters bereits mit 23 Jahren sportlicher Leiter des Hockeyvereins Crefelder HTC. Hier trainierte er auch diverse Jugendmannschaften. Von 1985 bis 2006 war Peters Trainer beim Deutschen Hockey-Bund. Anfangs war er für verschiedene Juniorenteams zuständig mit denen er zwischen 1988 und 2000 mehrere Welt- und Europameisterschaften gewann. Im Dezember 2000 übernahm er die Deutsche Herren-Hockeynationalmannschaft von Paul Lissek, dessen Assistenztrainer er zuvor gewesen war. Bernhard Peters führte das Herrenteam bei der Weltmeisterschaft 2002 und 2006 erfolgreich zum Titel. 2003 wurde die Nationalmannschaft unter Peters zudem Weltmeister im Hallenhockey.

Für breites Medienecho sorgte Anfang 2006 die Tatsache, dass Peters als Wunschkandidat von Fußball-Bundestrainer Jürgen Klinsmann für den Posten des DFB-Sportdirektors benannt wurde, Klinsmann sich aber nicht durchsetzen konnte. Zuvor hatte Peters bereits bei den Fußballvereinen FC Schalke 04 und 1. FSV Mainz 05 hospitiert. Zum 15. Oktober 2006 wurde er nur einen Monat nach dem verteidigten Weltmeistertitel stattdessen Direktor für Sport und Nachwuchsförderung beim Regionalligisten TSG 1899 Hoffenheim, der in den folgenden zwei Jahren bis in die Bundesliga aufstieg und insbesondere für seine erfolgreiche Jugendarbeit bekannt wurde. Außerdem wurde Peters als Berater Mitglied des DFB-Kompetenzteams, um seine Trainingsmethoden und Erfahrung als erfolgreicher Hockey-Bundestrainer für den neuen Fußball-Bundestrainer Joachim Löw einzubringen. Nachdem Peters die Vorbereitung auf die Europameisterschaft 2008 während des Turniers kritisiert hatte, wurde die Zusammenarbeit von Seiten des DFB im Juli 2008 beendet.[3]

Peters gilt als Taktik-Experte, der besonderen Wert auf Disziplin und Fitness legt. Er referiert an der für die Fußball-Trainerausbildung zuständigen Hennes-Weisweiler-Akademie in Köln über Themen wie Coaching, Kommunikation, Team- und Halbzeitbesprechung und Wochenplanung. Im Zuge der Zeitplanung legt er auch großen Wert auf die intellektuelle Weiterentwicklung der Spieler.[4] 2008 veröffentlichte Peters zusammen mit dem ZEIT-Journalisten Moritz Müller-Wirth im Heyne Verlag sein erstes Buch Führungs-Spiel, in dem er auch seine verhinderte Ernennung zum DFB-Sportdirektor kommentiert. 2008 schlug Peters beim Fußball den von anderen Sportarten bekannten fliegenden Wechsel vor. Dadurch soll ein höheres Spieltempo, weniger Stammplatzdiskussionen bzw. ein größeres „Wir-Gefühl“ des Kaders, eine bessere Einflussnahme des Trainers und vor allem eine bessere Förderung der jungen Talente ermöglicht werden.[5]

Zum 1. August 2014 wechselte Peters als Direktor Sport zum Hamburger SV. Dort übernahm er die Bereiche Jugend, Nachwuchs und Koordination.[6] Im Juni 2018 waren seine Aufgaben auf den Bereich Jugend begrenzt worden. Peters hatte dann auch ein Büro im Nachwuchsleistungszentrum Campus bezogen.[7] Im Oktober 2018 wurde das Arbeitsverhältnis im gegenseitigen Einvernehmen beendet.

Peters gehört dem Kuratorium der Stiftung Jugendfußball an. Die Stiftung Jugendfußball wurde im Jahr 2000 von Jürgen Klinsmann, weiteren erfolgreichen Nationalspielern sowie den Dozenten des Fußball-Lehrer-Sonderlehrgangs gegründet.

Peters ist Vater von vier Kindern und lebt mit seiner Familie in Hamburg.

VerweiseBearbeiten

  1. HSV und Sportdirektor Peters gehen getrennte Wege. Kicker, 15. Oktober 2018, abgerufen am 18. Oktober 2018.
  2. Homepage der Deutschen Sporthochschule Köln: Bekannte Studierende und Alumni der Deutschen Sporthochschule Köln
  3. DFB trennt sich von Berater Bernhard Peters auf spiegel.de, 4. Juli 2008, abgerufen 16. September 2016
  4. Die Bundesliga ist keine Elite, FAZ, 19. März 2007
  5. Fliegender Wechsel, Plädoyer von Bernhard Peters, kicker.de, 17. November 2008
  6. Bernhard Peters wird „Direktor Sport“ des HSV. HSV, 15. Juli 2014, archiviert vom Original am 17. März 2016; abgerufen am 18. Oktober 2018.
  7. Bernhard Peters bleibt Direktor Sport beim HSV. Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, 6. Juni 2018, abgerufen am 18. Oktober 2018.

SchriftenBearbeiten

WeblinksBearbeiten