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Bernd Hüttemann

deutscher Generalsekretär der Europäischen Bewegung Deutschland
Bernd Hüttemann, 2014

Bernd Hüttemann (* 8. Dezember 1970 in Paderborn) ist Vizepräsident der Europäischen Bewegung International und Generalsekretär der Europäischen Bewegung Deutschland. Er ist europapolitischer Berater der katholischen Deutschen Bischofskonferenz.[1]

LebenBearbeiten

Bernd Hüttemann wuchs in Paderborn auf, besuchte das Gymnasium Theodorianum und studierte an der Universität Bonn Politische Wissenschaft, Geschichte und Europarecht. Zunächst war er in der Robert Bosch Stiftung, anschließend als PR-Berater und später als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Europäische Politik tätig. Von 2000 bis 2003 führte er Programme des Auswärtigen Amts zur EU-Heranführung der Slowakei und Kroatien durch, u. a. als Berater des slowakischen Regierungsamtes in Bratislava.

Seine politische Karriere begann Bernd Hüttemann bei den Jungen Europäischen Föderalisten (JEF). Er war Büroleiter in Bonn bzw. Brüssel. Später war Hüttemann ehrenamtlicher Generalsekretär der Europa-Union Deutschland unter Peter Altmaier.[2]

Seit 2003 ist er hauptamtlicher Generalsekretär der Europäischen Bewegung Deutschland (EBD), ein institutionell vom Auswärtigen Amt gefördertes zivilgesellschaftliches Netzwerk in Berlin.[3] Seit 2014 ist er Vizepräsident des internationalen Mutterverbandes EMI.

2010 wurde Bernd Hüttemann vom Wirtschaftsmagazin Capital als einer von 160 deutschen Top-Nachwuchsführungskräften unter 40 Jahren benannt.[4]

Seit 2011 ist Bernd Hüttemann Lehrbeauftragter an der Universität Passau (Jean-Monnet-Lehrstuhl European Studies).[5][6] Seit 2015 lehrt er regelmäßig an der Hochschule für Wirtschaft und Recht.[7]

Hüttemann ist Vizepräsident der Europäischen Bewegung International.

Laut Der Tagesspiegel ist „seine Rolle als europäischer Netzwerker in der Regierungsmeile nicht zu unterschätzen“.[8] Der Deutschlandfunk bezeichnet ihn als hauptberuflichen Lobbyisten für die EU.[9] Hüttemanns inhaltliche Schwerpunkte liegen u. a. in der europäischen Interessenvertretung, der Politischen Kommunikation und der Koordinierung zur Europapolitik in Deutschland.[10] Dabei vertritt er die These, dass Lobbyisten im Brüsseler Politikbetrieb zu Unrecht einen schlechten Ruf genössen.[11] Im Zuge der Eurokrise kritisierte er die mangelhafte Zusammenarbeit zwischen Sozialen Bewegungen und Interessenverbänden.[12]

SchriftenBearbeiten

  • Bernd Hüttemann: Tackling Populism In Europe With A New Form Of Public Diplomacy. In: Turkish Policy Quarterly (Hrsg.): Turkish Policy Quarterly. Spring 2017, Nr. 1. Istanbul (turkishpolicy.com).
  • Bernd Hüttemann: Das „Schwarze Loch“ der deutschen Europapolitik – Lobbyismus und europapolitische Koordinierung in Deutschland. In: Daniel Göler, Alexandra Schmid, Lukas Zech (Hrsg.): Europäische Integration: Beiträge zur Europaforschung aus multidimensionaler Analyseperspektive. Nomos Verl.-Ges., Baden-Baden 2015, ISBN 978-3-8487-1943-3, S. 175–195 (nomos-elibrary.de).
  • #PublicDiplomacyEU statt diplomatischer Etatismus! Beitrag zum Review Prozess Auswärtiges Amt, 10. September 2014.
  • Stiftung & Sponsoring (Hrsg.): Fondazioni ex-bancarie: Die Renaissance des italienischen Stiftungswesens. Februar 2000, S. 29–30.
  • (mit Ingo Linsenmann):: Europa im Internet. In: Wolfgang Wessels, Werner Weidenfeld (Hrsg.): Europa von A bis Z. Taschenbuch der Europäischen Integration. 12. Auflage. Nomos, Baden-Baden 2011, ISBN 978-3-8252-3528-4, S. 460–466.
  • mit Juraj Alner: Slowakei. In: Wolfgang Wessels, Werner Weidenfeld (Hrsg.): Jahrbuch der Europäischen Integration. Nomos, Baden-Baden 2007 (Vorgängerartikel seit 2002).
  • Europäisches Regieren und deutsche Interessen. Demokratie, Lobbyismus und Art. 11 EUV, Erste Schlussfolgerungen aus „EBD Exklusiv“, 16. November 2010 in Berlin. In: EU-in-BRIEF. Nr. 1, 2011, ISSN 2191-8252 (europaeische-bewegung.de [PDF]).
  • mit Thomas Traguth: Europeanisation. The Impact of Europe. What You See Is What You Do Not Get. In: Tartu Ülikool Euroopa Kolledž (Hrsg.): EL ajalooline kujunemine ja euroopastumise teooria. Tartu 2009 (hdl.handle.net).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Sonntagabend: Menschen in der Zeit - Bernd Hüttemann. Vatican News, 19. Oktober 2018, abgerufen am 28. Oktober 2018 (deutsch).
  2. Bernd Hüttemann als Generalsekretär verabschiedet. Europa-Union Deutschland, abgerufen am 30. März 2011.
  3. vgl. zur Aufgabe und Entwicklung der EBD seit 2003 Adriana Lettrari: Brüssel in Berlin (er)leben. In: Zeitschrift für Politikberatung. Nr. 1. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2010, ISSN 1865-4789, S. 69–73, S. 73 (vsjournals.de [abgerufen am 30. März 2011]). vsjournals.de (Memento des Originals vom 19. April 2007 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.vsjournals.de
  4. Claudio De Luca, Nikos Späth: Die Gut-Verdiener. Junge Elite. In: Capital. Nr. 12, 2010, S. 56 (leuphana.de [PDF]).
  5. Lehrbeauftragter Universität Passau
  6. netzwerk-ebd.de
  7. campus4u.hwr-berlin.de
  8. „Hüttemann versuchte (..) den Lobbyismus zu rehabilitieren.“Albrecht Meier: Erklär mir Brüssel. Der Tagesspiegel, 24. Juni 2014, S. Agenda, 13, abgerufen am 5. Juli 2014.
  9. Zukunft der EU - Visionen gegen die Krise. In: Deutschlandfunk. (deutschlandfunk.de [abgerufen am 16. Mai 2017]).
  10. Vgl. Der deutsche Patient im Lazarett Europa: Zur Europa-Koordination und –Kommunikation in Deutschland. EurActiv, 6. Oktober 2005, abgerufen am 30. März 2011.
  11. „Hüttemann versuchte (..) den Lobbyismus zu rehabilitieren.“Tomasz Kurianowicz: Kein Rückzug ins Nationale: Eine Diskussion über europäische Bürgerbeteiligungen. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29. Juni 2011, S. Natur und Wissenschaft, N 4, abgerufen am 25. Juli 2011.
  12. Vgl. Martin Kaul: Europäische Globalisierungskritiker: Avanti ist nicht Campact. die tageszeitung, 22. April 2013, abgerufen am 9. Mai 2013.