Berlin-Blankenfelde

Ortsteil von Berlin

Blankenfelde ist ein Ortsteil Berlins im Bezirk Pankow. Er ist nicht zu verwechseln mit dem Ortsteil Blankenfelde der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow im Land Brandenburg an der südlichen Berliner Stadtgrenze.

Blankenfelde
Ortsteil von Berlin
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Über dieses Bild
Koordinaten 52° 37′ 7″ N, 13° 23′ 24″ OKoordinaten: 52° 37′ 7″ N, 13° 23′ 24″ O
Fläche 13,35 km²
Einwohner 2058 (31. Dez. 2020)
Bevölkerungsdichte 154 Einwohner/km²
Postleitzahl 13159
Ortsteilnummer 0308
Gliederung
Verwaltungsbezirk Pankow
Ortslagen

GeographieBearbeiten

Blankenfelde liegt an der nördlichen Berliner Stadtgrenze nahe dem Ortsteil Schildow der Gemeinde Mühlenbecker Land im Land Brandenburg. Der Ortsteil ist das letzte Dorf auf Berliner Stadtgebiet, das rundum von Feldern umgeben ist, und wegen der vormals hier liegenden Rieselfelder der am dünnsten besiedelte Ortsteil Berlins.

GeschichteBearbeiten

Zwischen Blankenfelde und Rosenthal ist auf alten Karten in einem Niederungsgebiet die Bezeichnung „Dorfstelle“ zu finden. Vermutlich handelte es sich um eine spätslawische Siedlung, die aufgegeben wurde, als deutsche Siedler im Rahmen der Besiedlung des Barnim um 1230 ein Angerdorf (deformiert durch die spätere Anlage eines Ritterguts) anlegten, in das die Slawen umgesiedelt wurden. Blankenfelde wird erstmals im Jahre 1284 durch einen Urkundszeugen, den Berliner Ratsmann Johannes de Blankenfelte' belegt.

Im Landbuch Kaiser Karls IV. von 1375 wurde das Dorf ebenfalls urkundlich erwähnt. Das Hufenland bestand aus 54 Hufen, davon vier Pfarrhufen (Wedemhof) und eine Kirchhufe. Es gab 24 Kossäten und einen Krug. Der Wagendienst, das Kirchenpatronat, das Ober- und Untergericht lagen bei Bornewitz (Bernewitz?).[1]

 
Aufnahmeheim in den 1960er Jahren

Nach den Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges wurden 1652 17 Höfe und neun Kossätenstellen gezählt, doch waren hiervon 14 Höfe und vier Kossätenstellen wüst. Von 1679 bis 1690 gehörten Dorf und Rittergut dem General-Kriegskommissar Joachim Ernst von Grumbkow, dessen Wappen sich am südlichen Patronatslogen-Anbau der Dorfkirche befindet. 1711 wurde Blankenfelde als Vorwerk dem Amt Niederschönhausen unterstellt.[2] Nach mehrmaligem Besitzerwechsel erwarb die Stadt Berlin 1882 das Gut zur Anlage von Rieselfeldern entsprechend den Plänen des Stadtbaurates James Hobrecht.

Bis zur Gründung von Groß-Berlin im Jahr 1920 war Blankenfelde eine eigenständige Landgemeinde im Landkreis Niederbarnim der preußischen Provinz Brandenburg. Im Jahr 1920 wurde die Landgemeinde Blankenfelde mit 549 Einwohnern und dem Gutsbezirk Blankenfelde mit 360 Bewohnern nach Berlin eingemeindet.

Von 1943 bis 1945 befanden sich an der Straße nach Lübars zwei Lager für Zwangsarbeiter. Das Lager südlich der Straße war als Durchgangslager für die Rücksendung von Ostarbeitern eingerichtet worden, die arbeitsunfähig geworden waren. Es wurde auch als „Krankenlager für Ostarbeiter“ genutzt, ein Teil davon für die Unterbringung Schwangerer. Viele von ihnen starben unter schrecklichen Bedingungen; heute erinnert daran eine Gedenktafel.

Die DDR unterhielt in Blankenfelde von 1959 bis 1979 ihr zentrales „Aufnahmeheim für Zuwanderer und Rückkehrer“.[3][4]

BevölkerungBearbeiten

Jahr Einwohner
2007 1923
2010 1904
2011 1885
2012 1958
2013 2023
2014 2072
Jahr Einwohner
2015 2094
2016 2116
2017 2169
2018 2285
2019 2064
2020 2058

Quelle: Statistischer Bericht A I 5. Einwohnerinnen und Einwohner im Land Berlin am 31. Dezember. Grunddaten. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (jeweilige Jahre)[5]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Seit dem späten Mittelalter verlief ein Zweig der Fernhandelsstraße zwischen Berlin und Prenzlau durch Blankenfelde. Zwischen Rosenthal und Blankenfelde befanden sich seit der Gründerzeit bis zum Jahr 1985 Rieselfelder, auf die die Abwässer Berlins verbracht wurden. Im Ortsteil Arkenberge besteht seit Jahren eine Recycling-Halde, die zur höchsten Erhebung Berlins aufgeschüttet werden soll.

Im Südosten des Ortsteils liegt die Elisabethaue, deren Bebauung mit 5000 neuen Wohnungen vorgesehen war.[6] Vor allem aufgrund von Bürgerprotesten ist inzwischen von einem neuen Wohngebiet in diesem Maßstab Abstand genommen worden.[7]

VerkehrBearbeiten

Öffentlicher PersonennahverkehrBearbeiten

Die Buslinie 107 der BVG verbindet Blankenfelde mit dem Pastor-Niemöller-Platz in Niederschönhausen und dem dortigen Straßenbahnanschluss in das Zentrum Berlins. Im Süden des Ortsteils verkehrt die Buslinie 124, die Blankenfelde mit den Nachbarortsteilen Rosenthal und Französisch-Buchholz verbindet.

Ab 1901 hatte Blankenfelde einen Bahnanschluss mit Bahnhof an der sogenannten „Heidekrautbahn“. Mit dem Bau der Berliner Mauer 1961 wurde die bis dahin bestehende Verbindung zwischen Wilhelmsruh und Blankenfelde unterbrochen, der Ort war anschließend bis zur Stilllegung des Streckenabschnitts nach Basdorf 1983 südlicher Endpunkt der Bahn. Mit der vorgesehenen Reaktivierung der Heidekrautbahn soll ein neuer Haltepunkt in ähnlicher Lage errichtet werden.

IndividualverkehrBearbeiten

Die wichtigste Verkehrsachse ist der Straßenzug Schildower StraßeBlankenfelder Chaussee (Bundesstraße 96a), von der im alten Dorfkern mehrere Straßenzüge in die Nachbarortsteile Französisch-Buchholz, Lübars und Rosenthal abzweigen.

Durch den Nordosten des Ortsteils verläuft die Bundesautobahn 114. Die Anschlussstelle Schönerlinder Straße liegt zum Teil auf Blankenfelder Gebiet.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Berlin-Blankenfelde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Johannes Schultze (Hrsg.): Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375. Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, Barnym. Districtus Berlin. Blankenvelt, S. 122–123.
  2. Handbuch der deutschen Kulturdenkmäler/Georg Dehio-Berlin, Neubearbeitung, Deutscher Kunstverlag 1994, S. 333
  3. Henning Hoff: Großbritannien und die DDR 1955–1973. In: Seite 266. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2001, abgerufen am 15. Juni 2007.
  4. Zuwanderer im Berliner Nordosten. (PDF) In: Exposé: Migration im Wandel. Berliner Geschichtsverein Nord-Ost e. V., 2007, archiviert vom Original am 30. Mai 2009; abgerufen am 15. Juni 2008.
  5. Statistischer Bericht A I 5 – hj 2 / 20. Einwohnerinnen und Einwohner im Land Berlin am 31. Dezember 2020. Grunddaten. S. 24.
  6. Elisabeth-Aue. In: www.stadtentwicklung.berlin.de. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, abgerufen am 8. März 2021.
  7. Auch Berliner SPD gegen Großbausiedlung auf Elisabeth-Aue. In: Der Tagesspiegel. 1. Dezember 2020, abgerufen am 8. März 2021.