Belarussische Christdemokratie

Partei in Belarus

Belarussische Christdemokratie (belarussisch Беларуская хрысьціянская дэмакратыя Belaruskaja chryszijanskaja demakratyja) ist eine unregistrierte politische Partei in Belarus (Weißrussland).

Беларуская хрысьціянская дэмакратыя
Belarussische Christdemokratie
Лагатып «Беларуская хрысьціянская дэмакратыя».png
Pawel Sewjarynez
Partei­vorsitzender Pawel Sewjarynez
Gründung 1917; Neugründung: 2005
Haupt­sitz Minsk
Aus­richtung Christdemokratie
Farbe(n) blau
Mitglieder­zahl 7000[1]
Internationale Verbindungen Christlich Demokratische Internationale (Beobachter)
Europapartei Europäische Volkspartei (Beobachter)[2]
Website www.bchd.info

GeschichteBearbeiten

Die Partei wurde im Jahr 1917 von mehreren katholischen Priestern gegründet, darunter Winzent Hadleuski, Fabijan Abrantowitsch und Adam Stankewitsch. Die Partei war bis zum Jahr 1940 im Westen von Weißrussland aktiv. Sie veröffentlichte die Zeitung Weißrussischer Frühling. Ihre politischen Einstellungen umfassten nicht nur Klerikalismus, sondern soziale Belange und die Forderung nach einem unabhängigen und demokratischen Belarus. Im Jahr 1926 gründete die Partei das Weißrussische Institut für Wirtschaft und Kultur.

Mit der Einnahme des westlichen Teils von Weißrussland durch die Sowjetunion 1939 wurden zahlreiche Mitglieder der Partei verfolgt und hingerichtet.[3] Hadleuski selbst wurde von den Nationalsozialisten am Heiligabend 1942 im Vernichtungslager Maly Trostinez ermordet. In der Sowjetunion war eine Neugründung nicht möglich, da alle Parteien bis auf die KPdSU verboten waren.

Erst nach der Unabhängigkeit von Belarus konnte die Partei im Jahr 2005 gegründet werden. Allerdings wird die Partei seit 2007 vom Justizministerium nicht registriert.[4][5] Bei der Präsidentschaftswahl in Belarus 2010 kandidierte Wital Rymascheuski, der stellvertretende Vorsitzende der Christdemokraten, und bekam 1,1 % der Stimmen.[6]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Weißrussische Christdemokraten: Registrierung der Partei nach wie vor unerwünscht? (Memento vom 6. Oktober 2015 im Internet Archive), KAS, 18. Mai 2015.
  2. EPP Congress in Malta – Highlights of the First Day. epp.eu
  3. Vitali Silitski, Jan Zaprudnik: The A to Z of Belarus. Scarecrow Press, 2010, ISBN 978-0-8108-7200-4. S. 39.
  4. Афіцыйны сайт Беларускай Хрысціянскай Дэмакратыі (БХД). bchd.info. Abgerufen am 2. Juni 2012.
  5. Об отказе в государственной регистрации Социального общественного объединения «БХД» (Memento vom 29. November 2010 im Internet Archive), 7. Dezember 2007.
  6. ЦИК: за Лукашенко проголосовало 79,67% избирателей. naviny.by. 20. Dezember 2010. Abgerufen am 2. Juni 2012.