Beidou (Satellitennavigation)

chinesisches Satellitennavigationssystem

Beidou (chinesisch 北斗, Pinyin BěidǒuGroßer Bär‘, Abkürzung BDS) ist ein chinesisches Satellitennavigationssystem. Die erste, den Asien-Pazifik-Raum abdeckende Ausbaustufe des Systems wurde nach einjährigem Probebetrieb am 27. Dezember 2012 offiziell eröffnet.[1][2] 2018 konnten die an Projekten der Neuen Seidenstraße beteiligten Länder das System nutzen, und 2020 soll der Ausbau zu einem weltweiten Navigationssystem abgeschlossen sein.[3] Beidou soll die chinesische Abhängigkeit vom US-amerikanischen Global Positioning System (GPS) verringern.

Dieser Artikel oder Abschnitt wird gerade im größeren Maße bearbeitet oder ausgebaut. Warte bitte mit Änderungen, bis diese Markierung entfernt ist, oder wende dich an die bearbeitende Person, um Bearbeitungskonflikte zu vermeiden.

Dieser Baustein sollte nur für kurze Zeit – in der Regel wenige Stunden, maximal einen Tag – eingesetzt und dann wieder entfernt werden. Kontinuierliche Weiterarbeit am Artikel sollte erkennbar sein. (--Regnart (Diskussion) 10:39, 20. Jan. 2020 (CET))

GeschichteBearbeiten

Schon Ende der 1970erJahre, nachdem die USA 1978 den ersten GPS-Satelliten gestartet hatten, hatte man in China im Rahmen der Reform- und Öffnungspolitik über ein kommerzielles satellitengestütztes Positionsbestimmungssystem nachgedacht. Das Projekt namens „Leuchtturm“ (灯塔, Pinyin Dēngtǎ) verlief dann jedoch aus verschiedenen Gründen, primär wegen der mangelnden Wirtschaftskraft Chinas, im Sande.[4] Nachdem die Sowjetunion am 12. Oktober 1982 ihre ersten drei GLONASS-Satelliten gestartet hatte und nachdem US-Präsident Ronald Reagan in Folge des Abschusses von Korean-Air-Lines-Flug 007 am 16. September 1983 die Öffnung des GPS-Systems für den zivilen Gebrauch bekanntgegeben hatte, erwachte in China erneut das Interesse an einem satellitengestützten Navigationssystem.[5]Chen Fangyun vom Satellitenkontrollzentrum Xi’an schlug in Anbetracht der damals noch begrenzten wirtschaftlichen Möglichkeiten Chinas vor, anders als in den USA und der Sowjetunion hierfür nur zwei geostationäre Kommunikationssatelliten, die seit 1975 in der Entwicklung waren, und eine Bodenstation zu verwenden: die Bodenstation sollte ein Signal über die Satelliten an das Gerät beim Nutzer senden und dieses sendete ein Antwortsignal über die Satelliten zurück an die Bodenstation, wo aus der unterschiedlichen Laufzeitverzögerung bei beiden Satelliten die Position des Nutzers bestimmt wurde, die diesem wiederum über die Satelliten mitgeteilt wurde. Der Arbeitstitel des Projekts lautete „Doppelsatellit-Positionsbestimmungssystem“ (双星定位系统, Pinyin Shuāngxīng Dìngwèi Xìtǒng).

Am 8. April 1984 hatte China mit Dong Fang Hong 2-2 erstmals einen geostationären Satelliten im Orbit platziert. Ein Jahr später, im April 1985, stellte Chen Fangyun sein Konzept auf einer Konferenz öffentlich vor. Im März 1986 wurde ein vorläufiger Antrag auf Entwicklung des Doppelsatellit-Positionsbestimmungssystems gestellt, und im April 1986 fand eine Sitzung zur Einschätzung der Machbarkeit statt. Drei zentrale Fragen kristallisierten sich heraus:

  • Warum brauchen wir dieses Doppelsatellit-Positionsbestimmungssystem, wenn es bereites das GPS-System gibt?
  • Ist das System mit unserem Technologie-Niveau machbar?
  • Können wir es finanzieren?

Abgesehen von den Vorteil, dass das Doppelsatellit-Positionsbestimmungssystem, da es über Kommunikationssatelliten lief, anders als GPS auch die Übermittlung kurzer Textnachrichten erlauben würde, kamen die Sitzungsteilnehmer nach heftiger Diskussion überein, dass es unter geostrategischen Gesichtspunkten und um die Sicherheit des Landes zu gewährleisten wichtig sei, ein eigenes Navigationssystem zu entwickeln. 17 Unterprojekte wurden definiert, Sun Jiadong (孙家栋, * 1929) wurde zum Chefkonstrukteur der Satelliten ernannt, und Chen Fangyun – im Alter von 70 Jahren – zum Chefkonstrukteur der elektronischen Systeme. Mit dem Doppelsatellit-Projekt konnte man zwar nicht die ganze Erde abdecken – dazu waren in der Theorie 24 Satelliten nötig – aber für das chinesische Staatsgebiet waren zwei Satelliten ausreichend.

Die Ingenieure begannen bei verschiedenen Ministerien Forschungsgelder einzuwerben, vom Eisenbahnministerium bis zur Forstverwaltung.[6] 1989 führten die 13 an dem Projekt beteiligten Firmen und Dienststellen schließlich mit bereits im Orbit befindlichen Nachrichtensatelliten und den dem Satellitenkontrollzentrum Xi’an unterstehenden Bodenstationen die ersten praktischen Tests durch. Dabei gelang es, die Position eines Messtrupps auf 30 m genau zu bestimmen. Dies war weit besser, als man sich erhofft hatte. Nachdem die von den USA im Zweiten Golfkrieg 1991 mit ihren GPS-gelenkten Raketen erzeugten Zerstörungen die Verantwortlichen bei der Volksbefreiungsarmee tief beeindruckt hatten, genehmigte die chinesische Regierung am 10. Januar 1994 einen Anfang 1993 von der Chinesischen Akademie für Weltraumtechnologie eingereichten Plan für den Bau der Beidou-1-Satelliten, mit denen zunächst das „Beidou-Satellitennavigation-Versuchssystem“ aufgebaut werden sollte.[7]

Beidou-Satellitennavigation-Versuchssystem (Beidou 1)Bearbeiten

 
Empfangsbereich des Beidou-Versuchssystems (2003)

Das Beidou-Satellitennavigation-Versuchssystem (chinesisch 北斗衛星導航試驗系統 / 北斗卫星导航试验系统, Pinyin Běidǒu Wèixīng Dǎoháng Shìyàn Xìtǒng) beruhte immer noch auf Chen Fangyuns ursprünglichem Konzept mit zwei Satelliten in geostationärer Umlaufbahn. Der Namenswechsel von dem sperrigen „Doppelsatellit-Positionsbestimmungssystem“ auf „Beidou“ war von dem schon 1994 sehr populären „Heldenlied“ (好汉歌) von Liu Huan inspiriert, wo sich die Sterne am Himmel bzw. die 108 Mensch gewordenen Helden vom Liang-Schan-Moor alle am Großen Bären orientieren. Der Plan sah vor, bei 80° und 140° östlicher Länge jeweils einen Satelliten über dem Äquator zu stationieren, wodurch ein Gebiet zwischen 70° und 140° östlicher Länge und 5° bis 55° nördlicher Breite abgedeckt werden konnte, also von der West-, Nord- und Ostgrenze Chinas bis hinunter nach Ceylon. Für den Fall, dass einer der beiden Satelliten ausfiel, sollte zwischen ihnen, auf 110,5° östlicher Länge, ein Reservesatellit stationiert werden, der zusammen mit dem jeweils anderen das System aufrechterhalten konnte.

Das vom Büro für Topographie und Kartographie beim Generalstab unter der Leitung von Brigadegeneral (ab Juli 2008 Generalmajor) Yuan Shuyou (袁树友) betriebene Versuchssystem[8] war dafür ausgelegt, 540.000 Nutzer pro Stunde mit Daten zu versorgen, 150 davon gleichzeitig. Die horizontale Genauigkeit lag bei 100 m, nach der Einrichtung von Referenzstationen und der Verwendung von Differenzmethoden bei 20 m. Unter optimalen Bedingungen, d. h wenn Sichtverbindung mit beiden Satelliten bestand, fand alle 5 Sekunden eine neue Ortsbestimmung statt.[9] Dazu konnten noch Textnachrichten mit bis zu 120 Schriftzeichen (etwa sechs lange Sätze) übertragen werden. Anders als später die Satelliten des eigentlichen Beidou-Systems hatten die Versuchssatelliten noch keine eigenen Rubidium-Oszillatoren oder Wasserstoff-Maser-Uhren an Bord, sondern bezogen ihr Zeitsignal vom Satellitenkontrollzentrum Xi’an; die Genauigkeit des Zeitgebers betrug 20–100 Nanosekunden.[10][11] Außerdem verfügte das System über keine Möglichkeit zur Messung der Geschwindigkeit des Nutzers, was es unmöglich machte, es zur Steuerung von Lenkraketen zu verwenden.

Am 18. April 2000 genehmigte die Internationale Fernmeldeunion den Antrag der Volksrepublik China auf eine Sendefrequenz (2491,75 MHz) und die Orbits der Satelliten. Am 30. Oktober bzw. 20. Dezember 2000 wurden daraufhin die ersten beiden Satelliten, Beidou-1A und Beidou-1B, vom Kosmodrom Xichang aus gestartet, am 24. Mai 2003 folgte der Reservesatellit Beidou-1C.[12] Am 2. Februar 2007 wurde ein vierter Satellit, Beidou-1D, gestartet, der nach mehr als sechs Jahren auf 144° östlicher Länge als Reserve für Beidou-1A dienen sollte (die auf dem DFH-3-Bus basierenden, ohne Treibstoff 1100 kg schweren Satelliten hatten eine reguläre Lebensdauer von fünf Jahren).[13] Bei diesem Satelliten ergab sich jedoch kurz nach dem Start ein Problem mit dem südlichen Solarmodul, was dazu führte, dass er nicht mehr in die korrekte Umlaufbahn gebracht werden konnte. Nach zweimonatiger Fernwartung durch das Forschungsinstitut 513 der Chinesische Akademie für Weltraumtechnologie in Yantai gelang es schließlich am 11. April 2007 doch noch, den Satelliten im richtigen Orbit zu platzieren, wo er von da an ordnungsgemäß arbeitete.[14][15]

Lfd.
Nr.
Start (UTC) Träger-
rakete
Satel-
liten-
name
Orbit Position
(östl.
Länge)
Katalog-
Nr.

(AFSC)
COSPAR-
Bezeichnung
Bemerkung
Beidou-1[16]
1 30. Okt. 2000 CZ-3A 1A GEO 140° 26599 2000-069A seit 2011 außer Betrieb
2 20. Dez. 2000 CZ-3A 1B GEO 80° 26643 2000-082A seit 2011 außer Betrieb
3 24. Mai 2003 CZ-3A 1C GEO 111° 27813 2003-021A seit 2012 außer Betrieb
4 02. Feb. 2007 CZ-3A 1D GEO 144° 30323 2007-003A seit 2009 außer Betrieb

Während beim amerikanische Global Positioning System die in diversen Orbits kreisenden Satelliten ständig ihre aktuelle Position ausstrahlen, woraus der Empfänger dann seine eigene Position berechnet, fand beim Beidou-Versuchssystem eine Kommunikation in beide Richtungen statt. Dies erforderte einen Sender im Endgerät des Nutzers, was besagte Geräte relativ groß, schwer und teuer machte, außerdem hatten sie einen hohen Stromverbrauch. Im Jahr 2008 kostete ein von der Space Star Weltraumtechnologie GmbH (航天恒星空间技术应用有限公司, über die China Spacesat Corporation ein Tochterunternehmen der Chinesischen Akademie für Weltraumtechnologie)[17] hergestelltes Endgerät 20.000 Yuan, fast zehnmal soviel wie ein GPS-Empfänger.[18][19] Damals kostete eine große Schale Nudelsuppe mit Rindfleisch 3,50 Yuan; obwohl das im Dezember 2003 in Betrieb gegangene Beidou-System im April 2004 für chinesische zivile Nutzer freigegeben wurde, wurde es primär von der Fischereibehörde des Landwirtschaftsministeriums, Militär, Grenzschutz und der damals der Bewaffneten Volkspolizei unterstehenden Feuerwehr genutzt.[20] In letzteren Anwendungsbereichen war das Zweiwege-Prinzip ein großer Nachteil: wenn eine Patrouille in einem Bergtal während der relativ lang dauernden Positionsberechnung den Sichtkontakt mit dem Satelliten verlor, gab es keine korrekte Positionsbestimmung.

Bei dem schweren Erdbeben in Sichuan 2008 erwies sich das Beidou-System dennoch als äußerst nützlich. An die Rettungsmannschaften wurden mehr als 1000 Endgeräte ausgegeben. Das Satellitenkontrollzentrum Xi’an nutzte die chinesischen Wetter- und Erdbeobachtungssatelliten, um sich aus dem Weltraum einen Überblick über die Zerstörungen in den abgelegenen Dörfern zu verschaffen, lotste die Rettungsteams über Beidou zu den am schlimmsten betroffenen Orten, und diese übermittelten dann über die Kurznachrichten-Funktion des Systems detaillierte Berichte über die Lage vor Ort.[21][22]

Asien-Pazifik-Raum (Beidou 2)Bearbeiten

 
Empfangsbereich von Beidou 2 (2012)

Durch die Notwendigkeit ständig mit zwei 60° voneinander entfernten, tief am südlichen Horizont stehenden Satelliten Sichtverbindung zu halten, war das Beidou-Versuchssystem für militärische Zwecke nicht wirklich geeignet, vor allem im bergigen Gelände Südwestchinas. Dazu kam noch, dass bei Chen Fangyuns System die Positionsberechnung in der zentralen Bodenstation stattfand. Im Falle eines bewaffneten Konflikts hätte es genügt, das Satellitenkontrollzentrum Xi’an auszuschalten, und das gesamte System wäre lahmgelegt gewesen. Bereits Anfang 2000, noch vor der Weltfunkkonferenz in Istanbul (8. Mai bis 2. Juni) und noch bevor der erste Satellit des Versuchssystems gestartet war, hatte man bei der Internationalen Fernmeldeunion Frequenzen und Orbits für ein weltumspannendes passives Positionsbestimmungssystem beantragt, das beim Nutzer keinen Sender mehr erforderte und neben den geostationären auch Satelliten in geneigten Bahnen verwendete, genauso wie GPS oder GLONASS. Am 18. April 2000 wurden besagte Frequenzen und Orbits von der ITU genehmigt.

Nun hatte man sieben Jahre Zeit, den ersten Satelliten ins All zu schicken, dann würden die nicht genutzten Frequenzen verfallen. Nachdem das Versuchssystem im Dezember 2003 erfolgreich in Betrieb genommen worden war,[23] erhob sich die Frage, ob man bei dem endgültigen System von Anfang an ein globales Netz aufbauen wollte, oder schrittweise vorgehen sollte. Nach kontroverser Diskussion entschied man sich für letzteres: zuerst eine Abdeckung des Asien-Pazifik-Raums, dann die ganze Welt. 2004 wurde das unter der Bezeichnung „Beidou 2“ (北斗二号, Pinyin Běidǒu Èr Hào) bekannte Projekt für den Asien-Pazifik-Raum von der chinesischen Regierung genehmigt.

In Anbetracht der von der Internationalen Fernmeldeunion gesetzten Frist war das sehr spät. Im Normalfall dauert die Entwicklung eines Satelliten fünf Jahre. Mit zahlreichen Überstunden gelang es dann aber doch noch, Anfang April 2007 den ersten, für eine mittlere Erdumlaufbahn (MEO) mit einer Bahnneigung von 57° gedachten Satelliten zusammen mit einer Trägerrakete vom Typ Changzheng 3A zum Kosmodrom Xichang zu bringen. Die Rakete wurde zusammengebaut, der Satellit montiert, da bemerkte man bei der dritten Hauptüberprüfung, kurz vor dem Start, dass das vom Transponder des Satelliten ausgesandte Signal instabil war. Dies war eine Kernkomponente des Satelliten. Bei einer grundlegenden Reparatur riskierte man, die Frist der ITU nicht einhalten zu können, und wenn man das Problem nicht löste, riskierte man, dass die Beidou-Nutzer kein Signal empfingen. Dazu kam noch, dass sich die Herstellerfirma des Transponders in Shanghai befand und innerhalb der vom Kosmodrom gesetzten Frist von drei Tagen nicht erreicht werden konnte. Man entschied sich daraufhin für ein Labor in Chengdu, baute vom Startturm aus in 50 m Höhe den Transponder aus und brachte ihn in einer abenteurlichen Fahrt über gewundene Bergstraßen in die Provinzhauptstadt. Am 14. April 2007 um 04:11 Ortszeit fand schließlich der Start statt, und am 17. April um 8 Uhr abends Peking Zeit, vier Stunden vor Ablauf der Frist, sendete der Satellit sein erstes Signal.[24]

Neben den damaligen politischen Verhältnissen und der chronischen Unterfinanzierung des Projekts lag der Grund für das Chaos darin, dass seit 2000 zwei konkurrierende Konzepte für Beidou 2 im Umlauf waren, die wiederum mehrfach revidiert wurden. Das eine Konzept, für den internationalen Gebrauch Compass-GEO genannt, sah vier Satelliten in einem geostationären Orbit (GEO) und neun Satelliten in einem um 50° geneigten geosynchronen Orbit (IGSO) vor. Das andere Konzept, Compass-GEO&MEO, sah vier geostationäre Satelliten und 12 Satelliten auf einer mittleren, um 55° geneigten Umlaufbahn vor. Am Ende kamen alle drei Arten von Umlaufbahnen zum Einsatz. Als der Ausbau des Beidou-2-Systems, also der Asien-Pazifik-Bereich, Ende Oktober 2012 abgeschlossen war, umfasste es 5 Satelliten in geostationärem Orbit, 5 Satelliten in geneigtem geosynchronem Orbit und 5 Satelliten in in einer mittleren Erdumlaufbahn von rund 21.500 km Höhe, also insgesamt 15 aktive Satelliten.[25] Der am 14. April 2009 gestartete geostationäre Satellit Beidou-2 G2 begann einige Monate nach dem Erreichen seiner Position nach Westen zu driften, dann wieder zurück nach Osten, und war nicht Teil des Systems.[26]

AusbauBearbeiten

Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung: Verlauf des Beidou-3-Aufbaus fehlt.
Bitte hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Als Genauigkeit für die öffentliche Nutzung werden 10 m für die Position und 0,2 m/s (≈ 0,7 km/h) für die Geschwindigkeit angegeben. Prinzipiell soll aber eine Ortsbestimmung im Stand mit einer Genauigkeit im Bereich von Zentimetern, bei Bewegung im Bereich von Dezimetern technisch möglich sein.[27] Erst die Satelliten der Serie 2 sind Bestandteil des Navigationssystems. Sie nehmen die Positionen über dem asiatisch-pazifischen Raum auf 58,75°O, 80°O, 110,5°O und 140°O ein. Bis ins Jahr 2020 soll die Zahl der Satelliten für das chinesische Navigationssystem auf 35 steigen.[28][1]

Satellitenliste Bearbeiten

Die Satelliten von Beidou 2 basieren auf dem chinesischen Satellitenbus DFH-3 und haben ein Leergewicht von 1180 kg (MEO), 1280 kg (IGSO) bzw. 1380–1550 kg (GEO). Die Satelliten von Beidou 3 basieren zum Teil ebenfalls auf dem DFH-3-Bus, zum Teil handelt es sich um Sepzialentwicklungen der Chinesischen Akademie für Weltraumtechnologie und des Shanghaier Ingenieurbüros für Mikrosatelliten (上海微小卫星工程中心 bzw. Shanghai Engineering Center for Microsatellites, kurz SECM), einem von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und der Shanghaier Stadtregierung im Dezember 2003 gegründeten gemeinnützigen Verein.[29][30][31] Das Leergewicht der Beidou-3-Satelliten beträgt rund 1000 kg (MEO) bzw. 3000 kg (IGSO und GEO).[32][33]

Auf welchen Frequenzen letztendlich gesendet werden soll, war im Jahr 2014 noch nicht vollständig geklärt. Die Frequenzen damals waren 1561,098 MHz (E2' QPSK), 1575,42 MHz (B1' MBOC),[34]1589,742 MHz (E1' QPSK), 1268,52 MHz (E6 QPSK) und 1207,14 MHz (E5b BPSK) überlappten sich mit einigen Signalen der GPS-, der russischen GLONASS- und der europäischen Galileo-Satelliten.

Lfd.
Nr.
Start (UTC) Träger-
rakete
Satel-
liten-
name
PRN Orbit Position
(östl.
Länge)
Inkli-
nation
Katalog-
Nr.

(AFSC)
COSPAR-
Bezeichnung
Bemerkung
Beidou-2[35]
1 13. Apr. 2007 CZ-3A M1 MEO 57° 31115 2007-011A außer Betrieb
2 14. Apr. 2009 CZ-3C G2 GEO driftet 34779 2009-018A außer Betrieb
3 16. Jan. 2010 CZ-3C G1 C01 GEO 140° 36287 2010-001A
4 02. Juni 2010 CZ-3C G3 GEO 97° 36590 2010-024A außer Betrieb
5 31. Juli 2010 CZ-3A IGSO1 C06 IGSO 118° 55° 36828 2010-036A
6 31. Okt. 2010 CZ-3C G4 C04 GEO 160° 37210 2010-057A
7 17. Dez. 2010 CZ-3A IGSO2 C07 IGSO 118° 55° 37256 2010-068A
8 09. Apr. 2011 CZ-3A IGSO3 C08 IGSO 118° 56° 37384 2011-013A
9 26. Juli 2011 CZ-3A IGSO4 C09 IGSO 95° 55° 37763 2011-038A
10 01. Dez. 2011 CZ-3A IGSO5 C10 IGSO 95° 55° 37948 2011-073A
11 24. Feb. 2012 CZ-3C G5 C05 GEO 59° 38091 2012-008A
12 29. Apr. 2012 CZ-3B M3 C11 MEO 55° 38250 2012-018A
13 M4 C12 MEO 55° 38251 2012-018B
14 18. Sep. 2012 CZ-3B/E M5 MEO 55° 38774 2012-050A außer Betrieb
15 M6 C14 MEO 55° 38775 2012-050B
16 25. Okt. 2012 CZ-3C G6 C02 GEO 80° 38953 2012-059A
22 29. Mär. 2016 CZ-3A IGSO6 C13 IGSO 96° 56° 41434 2016-021A
23 12. Juni 2016 CZ-3C G7 C03 GEO 110° 41586 2016-037A
32 09. Juli 2018 CZ-3A IGSO7 C16 IGSO 112° 55° 43539 2018-057A
45 17. Mai 2019 CZ-3C G8 C18 GEO 80° 44231 2019-027A im Test
Beidou-3
17 30. Mär. 2015 CZ-3C/YZ-1 IGSO 1-S C31 IGSO 98° 55° 40549 2015-019A im Test
18 25. Juli 2015 CZ-3B/YZ-1 M1-S C57 MEO 55° 40748 2015-037A im Test
19 M2-S C58 MEO 55° 40749 2015-037B im Test
20 29. Sep. 2015 CZ-3B IGSO 2-S C18 IGSO 95° 55° 40938 2015-053A im Test
21 01. Feb. 2016 CZ-3C/YZ-1 M3-S MEO 55° 41315 2016-006A außer Betrieb
24 05. Nov. 2017 CZ-3B/YZ-1 3 M1 C19 MEO 55° 43001 2017-069A
25 3 M2 C20 MEO 55° 43002 2017-069B
26 11. Jan. 2018 CZ-3B/YZ-1 3 M3 C21 MEO 55° 43107 2018-003A
27 3 M4 C22 MEO 55° 43108 2018-003B
28 12. Feb. 2018 CZ-3B/YZ-1 3 M5 C23 MEO 55° 43207 2018-018A
29 3 M6 C24 MEO 55° 43208 2018-018B
30 29. Mär. 2018 CZ-3B/YZ-1 3 M7 C27 MEO 55° 43245 2018-029A
31 3 M8 C28 MEO 55° 43246 2018-029B
33 29. Juli 2018 CZ-3B/YZ-1 3 M9 C29 MEO 55° 43581 2018-062A
34 3 M10 C30 MEO 55° 43582 2018-062B
35 24. Aug. 2018 CZ-3B/YZ-1 3 M11 C25 MEO 55° 43602 2018-067A
36 3 M12 C26 MEO 55° 43603 2018-067B
37 19. Sep. 2018 CZ-3B/YZ-1 3 M13 C32 MEO 55° 43622 2018-072A
38 3 M14 C33 MEO 55° 43623 2018-072B
39 15. Okt. 2018 CZ-3B/YZ-1 3 M15 C34 MEO 55° 43647 2018-078A
40 3 M16 C35 MEO 55° 43648 2018-078B
41 01. Nov. 2018 CZ-3B/G2 3 G1 C59 GEO 145° 43683 2018-085A im Test
42 18. Nov. 2018 CZ-3B/YZ-1 3 M17 C36 MEO 55° 43706 2018-093A
43 3 M18 C37 MEO 55° 43707 2018-093B
44 20. Apr. 2019 CZ-3B/G2 IGSO-1Q C38 IGSO 107° 55° 44204 2019-023A
46 24. Juni 2019 CZ-3B/G2 IGSO-2 C39 IGSO 98° 55° 44337 2019-035A
47 22. Sep. 2019 CZ-3B/YZ-1 3 M23 C45 MEO 55° 44542 2019-061A im Test
48 3 M24 C46 MEO 55° 44543 2019-061B im Test
49 04. Nov. 2019 CZ-3B/G2 IGSO-3 C40 IGSO 125° 59° 44709 2019-073A im Test
50 23. Nov. 2019 CZ-3B/YZ-1 3 M21 C44 MEO 55° 44793 2019-078A im Test
51 3 M22 C43 MEO 55° 44794 2019-078B im Test
52 16. Dez. 2019 CZ-3B/YZ-1 3 M19 C41 MEO 55° 44864 2019-090A im Test
53 3 M20 C42 MEO 55° 44865 2019-090B im Test

Stand: Januar 2020[36]

Empfänger-UnterstützungBearbeiten

Die Samsung-Smartphones der Serie S5, S6, S7, S8, S9, das XCover 4 sowie das Nokia 8 werden als BDS-fähig notiert.[37][38]

Die Smartphones OnePlus 5T, OnePlus 6,[39] OnePlus 6T,[40] OnePlus 7 und OnePlus 7Pro[41] sind BDS-fähig. Das Xiaomi Smartphone Redmi Note 5 unterstützt neben GLONASS auch Beidou.[42] Der Modul-Hersteller u-blox bietet Embedded-Module (Serie M8030) an, die neben anderen Satellitennavigationssystemen auch Beidou empfangen können.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Chinas Satelliten-Navigationssystem geht in Betrieb. derstandard.at; 27. Dezember 2011, abgerufen am 28. Dezember 2011
  2. 张晓静: 2012年12月27日国新办就北斗卫星导航系统正式提供区域服务等方面情况举行新闻发布会. In: taiwan.cn. 28. Dezember 2012, abgerufen am 20. Januar 2020 (chinesisch).
  3. Mei Ming: China to complete BeiDou-3 satellite system by 2020. In: xinhuanet.com. 5. Juni 2019, abgerufen am 20. Januar 2020 (chinesisch).
  4. 张少虎: 中国导航卫星品牌“北斗导航卫星”研制历程回顾. In: chinadaily.com.cn. 28. Dezember 2011, abgerufen am 17. Januar 2020 (chinesisch).
  5. 科工力量: 伽利略挂了,再次肯定了“北斗人”当年的选择. In: guancha.cn. 16. Juli 2019, abgerufen am 17. Januar 2020 (chinesisch).
  6. 探秘中国北斗导航卫星:最高机密到民用历时20年. In: tech.sina.com.cn. 20. Juni 2011, abgerufen am 18. Januar 2020 (chinesisch).
  7. 张利娟: 我们这样创造“北斗奇迹”. In: beidou.gov.cn. 4. März 2019, abgerufen am 17. Januar 2020 (chinesisch).
  8. 袁树友. In: glac.org.cn. 9. April 2019, abgerufen am 19. Januar 2020 (chinesisch).
  9. 探秘中国北斗导航卫星:最高机密到民用历时20年. In: tech.sina.com.cn. 20. Juni 2011, abgerufen am 19. Januar 2020 (chinesisch).
  10. 北斗卫星导航试验系统. In: beidou.gov.cn. 16. Mai 2011, abgerufen am 18. Januar 2020 (chinesisch).
  11. 马涛: 北斗一号卫星系统已装备云南部队 带来指挥变革. In: news.sohu.com. 14. Oktober 2009, abgerufen am 19. Januar 2020 (chinesisch).
  12. Mark Wade: Beidou in der Encyclopedia Astronautica, abgerufen am 18. Januar 2020 (englisch).
  13. Herbert J. Kramer: CNSS (Compass/BeiDou Navigation Satellite System) / BDS (BeiDou Navigation System). In: earth.esa.int. Abgerufen am 18. Januar 2020 (englisch).
  14. 郑野军: 太空抢修60天--排除北斗导航试验卫星故障纪实. In: news.sohu.com. 18. April 2007, abgerufen am 18. Januar 2020 (chinesisch).
  15. 513所成立山东航天微电子中心. In: cast.cn. 14. September 2016, abgerufen am 19. Januar 2020 (chinesisch).
  16. Robert Christy: Beidou - China's Navigation System. In: zarya.info. 30. Dezember 2019, abgerufen am 19. Januar 2020 (englisch).
  17. 公司简介. In: space-star.com. Abgerufen am 19. Januar 2020 (chinesisch).
  18. 杨杨: 北斗一号产业化悖论:终端售价近2万十倍于GPS. In: tech.sina.com.cn. 28. Juni 2008, abgerufen am 19. Januar 2020 (chinesisch).
  19. 刘思强: 能通讯能定位!价格2万元的北斗定位仪. In: tech.sina.com.cn. 30. Juni 2008, abgerufen am 19. Januar 2020 (chinesisch).
  20. 袁树友:北斗产业发展应加强统筹 避免盲目跟风. In: m.sohu.com. 24. September 2019, abgerufen am 19. Januar 2020 (chinesisch).
  21. 张文君: 5.12汶川大地震:我们从时间手中抢生命. In: scitech.people.com.cn. 19. Mai 2008, abgerufen am 19. Januar 2020 (chinesisch).
  22. 刘越山、李雪颖: 北斗一号救灾建奇功 7国无偿提供卫星数据. In: news.sohu.com. 20. Mai 2008, abgerufen am 19. Januar 2020 (chinesisch).
  23. 探秘中国北斗导航卫星:最高机密到民用历时20年. In: tech.sina.com.cn. 20. Juni 2011, abgerufen am 18. Januar 2020 (chinesisch).
  24. 张利娟: 我们这样创造“北斗奇迹”. In: beidou.gov.cn. 4. März 2019, abgerufen am 19. Januar 2020 (chinesisch).
  25. Herbert J. Kramer: CNSS (Compass/BeiDou Navigation Satellite System) / BDS (BeiDou Navigation System). In: earth.esa.int. Abgerufen am 20. Januar 2020 (englisch).
  26. Robert Christy: Beidou - China's Navigation System. In: zarya.info. 30. Dezember 2019, abgerufen am 20. Januar 2020 (englisch).
  27. Satellitennavigationssystem: China kündigt Fertigstellung von Beidou an - Golem.de. Abgerufen am 28. Dezember 2019 (deutsch).
  28. Mingquan Lu, Zheng Yao: New Signal Structures for BeiDou Navigation Satellite System. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 19. Juni 2015; abgerufen am 9. August 2015 (englisch).
  29. 单位简介. In: microsate.com. Abgerufen am 18. Januar 2020 (chinesisch).
  30. Xia Lin et al.: Satellite Geometry and Attitude Mode of BDS-3 MEO Satellites Developed by SECM. In: ion.org. 24. September 2018, abgerufen am 18. Januar 2020 (englisch).
  31. 17th Beidou navigation satellite functions in orbit. In: ion.org. 29. April 2015, abgerufen am 18. Januar 2020 (englisch).
  32. Herbert J. Kramer: CNSS (Compass/BeiDou Navigation Satellite System) / BDS (BeiDou Navigation System). In: earth.esa.int. Abgerufen am 18. Januar 2020 (englisch).
  33. BeiDou. In: mgex.igs.org. 8. Januar 2020, abgerufen am 18. Januar 2020 (englisch).
  34. NASA Spaceflight: Long March 3C in secretive launch with new Upper Stage. Abgerufen am 1. April 2015 (englisch).
  35. Robert Christy: Beidou - China's Navigation System. In: zarya.info. 30. Dezember 2019, abgerufen am 19. Januar 2020 (englisch).
  36. BeiDou. In: mgex.igs.org. 8. Januar 2020, abgerufen am 17. Januar 2020 (englisch).
  37. gsmarena.com
  38. u-blox: UBX-M8030 series. Abgerufen am 23. Februar 2017 (englisch).
  39. Get your OnePlus 5T. Abgerufen am 21. März 2018.
  40. Unlock The Speed. Abgerufen am 15. Mai 2019.
  41. Go Beyond Speed. Abgerufen am 15. Mai 2019.
  42. Xiaomi Redmi Note 5 im Test. Abgerufen am 5. September 2018.