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Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie

(Weitergeleitet von Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie)

Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (StMWi) ist ein Ministerium der Bayerischen Staatsregierung mit Sitz in München.

Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie
– StMWi –
Coat of arms of Bavaria.svg
Staatliche Ebene Freistaat Bayern
Stellung Oberste Landesbehörde
Gründung 1952
Hauptsitz München
Behördenleitung Staatsminister Hubert Aiwanger
Website stmwi.bayern.de

Dem Staatsministerium für Wirtschaft ist seit dem 1. Oktober 1952 das bis dahin eigenständige Staatsministerium für Verkehr angegliedert. Seit dem 27. Oktober 1994 hieß die Behörde „Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr und Technologie“. 2003 wurde noch der Zusatz „Infrastruktur“ hinzugefügt. Nachdem das Ressort Verkehr an das Innenministerium und der Bereich Landesentwicklung an das Finanzministerium überging, erhielt das Ministerium im Oktober 2013 den Namen Ministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie. Im März 2018 wurde es zum Ministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie umbenannt. Seit November 2018 trägt es die heutige Bezeichnung.

Inhaltsverzeichnis

Aufgaben und AufbauBearbeiten

Die Aufgaben sind in der Verordnung über die Geschäftsverteilung der Bayerischen Staatsregierung festgelegt.[1] Der Geschäftsbereich umfasst demnach die Angelegenheiten der wirtschaftlichen Grundsatzfragen und Rahmenbedingungen, die Zuständigkeit für einzelne Wirtschaftszweige, Standort-, Medienförderung und Medienpolitik, Energie und Technologie (§ 7 StRGVV). Das Staatsministerium gliedert sich in zehn Abteilungen:

  • Abteilung Z: Zentrale Aufgaben
  • Abteilung 1: Gesetzgebung und Recht
  • Abteilung 2: Wirtschaftspolitik, Strategie, Kommunikation
  • Abteilung 3: Mittelstand, Handwerk, Tourismus
  • Abteilung 4: Innovation, Forschung, Technologie
  • Abteilung 5: Investition, Finanzierung, Strukturpolitik
  • Abteilung 6: Internationalisierung, Industrie
  • Abteilung 7: Digitalisierung, Medien
  • Abteilung 8: Energiepolitik, Energieinfrastruktur
  • Abteilung 9: Erneuerbare Energien, Energieeffizienz

Das Ministerium ist die Börsenaufsichtsbehörde für das Land Bayern und damit für die Aufsicht über die Börse München zuständig. Ebenso übt es die Rechtsaufsicht über die Industrie- und Handels- sowie die Handwerkskammern aus.

Nachgeordnete Behörden und AgenturenBearbeiten

Nach- beziehungsweise zugeordnete Behörden des StMWi sind die Bayerische Landeskartellbehörde, das Bayerische Landesamt für Maß und Gewicht und die Regulierungskammer des Freistaats Bayern.

Dem StMWi sind außerdem angegliedert die Bayern Tourismus Marketing GmbH, die Bayern International GmbH und die Bayern Innovativ GmbH mit Sitz in Nürnberg. Am 5. Dezember 2017 wurde das Büro des Freistaates Bayern für Wirtschaft, Wissenschaft, Technologie, Bildung und Jugendaustausch in Israel (Tel-Aviv) vorgestellt. Arbeitsbeginn soll am 1. März 2018 sein.[2][3] Es gehört zum Geschäftsbereich des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie. Bereits seit 2009 gibt es eine Repräsentanz des Freistaates in Israel (Herzliya), die vorrangig der Wirtschaftsförderung und Hochschulzusammenarbeit dient. Repräsentant in Israel ist Godel Rosenberg.[4]

LeitungBearbeiten

Das Ministerium wird seit dem 12. November 2018 von Staatsminister Hubert Aiwanger (CSU) geleitet.[5] Amtschef ist Bernhard Schwab, der zuvor in der CSU-Landesleitung tätig war.

WirtschaftsförderungBearbeiten

Zur Förderung der Ansiedlung ausländischer Unternehmen in Bayern betreibt das Ministerium die international tätige Agentur Invest in Bavaria. Zur Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit insbesondere kleiner und mittlerer bayerischer Unternehmen vergibt das Ministerium federführend seit dem Jahr 2007 in jährlichem Turnus den Exportpreis Bayern.[6]

GeschichteBearbeiten

 
Gebäude an der Prinzregentenstraße

Das erste bayerische Wirtschaftsministerium mit der Bezeichnung „Staatsministerium des Handels und der öffentlichen Arbeiten“ wurde 1848 gegründet und 1871 wieder aufgelöst. Erst während der Weimarer Republik wurde erneut ein Wirtschaftsministerium eingerichtet, das den Namen „Staatsministerium für Handel, Industrie und Gewerbe“ trug. Dieses wurde aber bereits 1928 dem Außenministerium angegliedert, bevor fünf Jahre später das „Staatsministerium für Wirtschaft“ gegründet wurde. Kurz darauf wurde das Ministerium unter die Führung der nationalsozialistischen Reichsbehörden gestellt und verlor dabei seine Eigenschaften als bayerisches Ministerium. Nach der Neugründung Bayerns nach dem Zweiten Weltkrieg wurde am 26. Januar 1946 abermals ein Wirtschaftsministerium gegründet. Am 1. Oktober 1952 wurden das Staatsministerium für Wirtschaft und das bis dahin eigenständige Staatsministerium für Verkehr zusammengelegt. Aufgrund der neuen politischen Schwerpunktsetzung trug das Ministerium seit dem 27. Oktober 1994 die Bezeichnung „Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr und Technologie“. Am 14. Oktober 2003 kam die Zuständigkeit für die „Infrastruktur“ hinzu. Nachdem im Oktober 2013 das Ressort „Verkehr“ an das Innenministerium und der Bereich der „Landesentwicklung“ an das Finanzministerium überging, erhielt das Ministerium seinen heutigen Namen.

Minister seit 1904Bearbeiten

Bayerische Staatsminister für Handel, Industrie und Gewerbe
Name Amtsantritt Ende der Amtszeit Partei
Josef Simon 18.03.1919 07.04.1919 SPD
Martin Segitz 12.04.1919 31.05.1919 SPD
Eduard Hamm 31.05.1919 26.07.1922 DDP
Wilhelm von Meinel 15.11.1922 08.02.1927 -
Heinrich Held 08.02.1927 ??.??.1932 BVP
Bayerische Staatsminister für Verkehrsangelegenheiten
Name Amtsantritt Ende der Amtszeit Partei
Heinrich von Frauendorfer 01.01.1904 11.02.1912
Lorenz von Seidlein 12.02.1912 08.11.1918
Heinrich von Frauendorfer (2. Mal) 08.11.1918 15.07.1920

Bayerische Staatsminister für Wirtschaft
Name Amtsantritt Ende der Amtszeit Partei
Heinrich Held ??.??.1932 24.04.1933 BVP
Eugen von Quadt zu Wykradt und Isny 24.04.1933 27.06.1933 BVP
Ludwig Siebert 27.06.1933 28.02.1934 NSDAP
Hermann Esser 01.03.1934 23.03.1935 NSDAP
Hans Dauser 21.03.1935 28.11.1936 NSDAP
Ludwig Siebert 28.11.1936 01.11.1942 NSDAP
Paul Giesler 02.11.1942 28.04.1945 NSDAP
Karl Arthur Lange 06.06.1945 28.09.1945 CSU
Ludwig Erhard 22.10.1945 16.12.1946 CDU
Rudolf Zorn 21.12.1946 20.09.1947 SPD
Hanns Seidel 20.09.1947 01.10.1952 CSU
Bayerische Staatsminister für Verkehr
Name Amtsantritt Ende der Amtszeit Partei
Michael Helmerich 09.02.1946 21.12.1946 CSU
Otto Frommknecht 10.01.1947 18.12.1950 CSU
Hans Ehard 09.01.1951 01.10.1952 CSU

Bayerische Staatsminister für Wirtschaft und Verkehr
Name Amtsantritt Ende der Amtszeit Partei
Hanns Seidel 01.10.1952 14.12.1954 CSU
Otto Bezold 14.12.1954 16.10.1957 FDP
Otto Schedl 16.10.1957 08.12.1970 CSU
Anton Jaumann 8.12.1970 03.6.1988 CSU
Gerold Tandler 14.06.1988 19.10.1988 CSU
August R. Lang 19.10.1988 17.06.1993 CSU
Otto Wiesheu 17.06.1993 27.10.1994 CSU
Bayerische Staatsminister für Wirtschaft, Verkehr und Technologie
ab 2003 Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie
Name Amtsantritt Ende der Amtszeit Partei
Otto Wiesheu 27.10.1994 29.11.2005 CSU
Erwin Huber 29.11.2005 15.10.2007 CSU
Emilia Müller 16.10.2007 30.10.2008 CSU
Martin Zeil 30.10.2008 9.10.2013 FDP
Bayerische Staatsminister für Wirtschaft und Medien,
Energie und Technologie

ab März 2018 Staatsminister für Wirtschaft, Energie und Technologie
ab November 2018 Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie
Name Amtsantritt Ende der Amtszeit Partei
Ilse Aigner 9.10.2013 21.03.2018 CSU
Franz Josef Pschierer 21.03.2018 12.11.2018 CSU
Hubert Aiwanger 12.11.2018 FW

GebäudeBearbeiten

Das bayerische Wirtschaftsministerium ist seit 1945 in einer ehemaligen Kommandostelle der Luftwaffe in der Prinzregentenstraße 28 im Münchner Stadtbezirk Altstadt-Lehel untergebracht. Das Gebäude entstand 1935 und 1936 nach dem Entwurf von German Bestelmeyer.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Verordnung über die Geschäftsverteilung der Bayerischen Staatsregierung (StRGVV) · Verkündungsplattform Bayern In: verkuendung-bayern.de, abgerufen am 20. Dezember 2017.
  2. Neues Büro des Freistaates Bayern für Wirtschaft, Wissenschaft, Technologie, Bildung und Jugendaustausch in Israel | Bayerisches Landesportal In: bayern.de, abgerufen am 20. Dezember 2017.
  3. „Weiß-Blau und einzigartig“: Bayern eröffnet als erstes Bundesland eigenes Büro in Israel In: br.de, abgerufen am 20. Dezember 2017.
  4. Bayerische Repräsentanz Israel: Über uns In: bavariaworldwide.de, abgerufen am 20. Dezember 2017.
  5. Staatssekretär Franz Josef Pschierer: Wirtschaftsministerium Bayern (Memento des Originals vom 20. Juli 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stmwi.bayern.de In: stmwi.bayern.de, abgerufen am 20. Dezember 2017.
  6. Grußwort Exportpreis 2014 - Exportpreis Bayern. Website Bayerische Gesellschaft für Internationale Wirtschaftsbeziehungen mbH. Abgerufen am 11. März 2014.

WeblinksBearbeiten

Koordinaten: 48° 8′ 31″ N, 11° 35′ 29″ O