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Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration

Ministerium in Bayern

Das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration ist ein Ministerium des Freistaates Bayern mit Sitz in München. Es hieß bis Oktober 2013 Bayerisches Staatsministerium des Innern (BStMI), danach bis März 2018 Bayerische Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr und bis November 2018 Bayerische Staatsministerium des Innern und für Integration.

Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration
– StMI –
Coat of arms of Bavaria.svg
Staatliche Ebene Freistaat Bayern
Stellung Oberste Landesbehörde
Gründung 1806
Hauptsitz München
Behördenleitung Staatsminister Joachim Herrmann
Bedienstete ca. 900
Netzauftritt www.stmi.bayern.de
Dienstgebäude am Odeonsplatz

GeschichteBearbeiten

Das Ministerium wurde am 29. Oktober 1806[1] für das kurz zuvor begründete Königreich Bayern als Departement des Innern eingerichtet. Erster Staatsminister des Innern war bis 1817 Graf Maximilian von Montgelas. Zum 1. Januar 1904 wurde das Verkehrsministerium ausgegründet. Es trug die Bezeichnung Königliches Staatsministerium für Verkehrsangelegenheiten und war für Eisenbahn, Post, Telegrafenwesen, Dampfschifffahrtsbetrieb, die Leitung der Staatsanstalten für den Verkehr, also insbesondere die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen, die Königlich Bayerische Post und deren Telegraphen zuständig.[2]

LeitungBearbeiten

ZuständigkeitenBearbeiten

Das Ministerium ist vor allem für die Innere Sicherheit, das Wahlrecht, die Kommunalverwaltung und das Bauwesen im Freistaat zuständig. Es fasst seine Tätigkeiten in drei Themenkreisen zusammen: Bürger und Staat mit den Bereichen Wahlen, Kommunen, Ausländerrecht und E-Government; Sicherheit mit den Bereichen Innere Sicherheit, Polizei, Verkehrssicherheit, Verfassungsschutz, Feuerwehr, Rettungswesen, Katastrophen- und Zivilschutz.

Die Themenkreise Bauen und Verkehr, für den die bisherige Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr zuständig war, wurden 2018 vollständig auf das eigenständige Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr übertragen.

Liste der Innenminister BayernsBearbeiten

Königreich BayernBearbeiten

 
Siegelmarke des Kgl. Staatsministerium des Innern
Name Amtszeit (Beginn) Amtszeit (Ende) Partei
Maximilian Graf von Montgelas 21. November 1806 2. Februar 1817
Friedrich Karl Graf von Thürheim 2. Februar 1817 1. Januar 1826
Joseph Ludwig Graf von Armansperg 1. Januar 1826 31. August 1828
Eduard von Schenk 1. September 1828 27. Mai 1831
Johann Baptist von Stürmer (Verweser) 27. Mai 1831 31. Dezember 1831
Ludwig Fürst von Oettingen-Wallerstein 1. Januar 1832 4. November 1837
Karl (von) Abel 5. November 1837 13. Februar 1847
Anton von Fischer (Verweser) 13. Februar 1847 1. März 1847
Johann Baptist von Zenetti (Verweser) 1. März 1847 30. November 1847
Franz von Berks (Verweser) 1. Dezember 1847 5. März 1848
Gottlieb Friedrich Freiherr von Thon-Dittmer 8. März 1848 14. November 1848
Gustav Freiherr von Lerchenfeld 15. November 1848 18. Dezember 1848
Moritz von Weigand 19. Dezember 1848 31. Dezember 1848
Hermann von Beisler 31. Dezember 1848 7. März 1849
Johann Georg von Forster 8. März 1849 9. Juni 1849
Theodor von Zwehl 9. Juni 1849 30. November 1852
August Lothar Graf von Reigersberg 1. Dezember 1852 30. April 1859
Max Ritter von Neumayr 1. Mai 1859 7. November 1865
Nikolaus von Koch 10. November 1865 19. Januar 1866
Johann von Vogel 1. März 1866 31. Juli 1866
Johann von Nepomuk 1. August 1866 24. Februar 1868
Winfried Hörmann von Hörbach 31. März 1868 9. Dezember 1869
Paul von Braun 20. Dezember 1869 23. August 1871
Sigmund von Pfeufer 23. August 1871 1. Juli 1881
Maximilian von Feilitzsch 1. Juli 1881 4. April 1907
Friedrich von Brettreich 4. April 1907 12. Februar 1912
Maximilian von Soden-Fraunhofen 12. Februar 1912 11. Dezember 1916 Zentrum
Friedrich von Brettreich (2. Mal) 11. Dezember 1916 8. November 1918

Freistaat Bayern (1918–1945)Bearbeiten

Name Amtszeit (Beginn) Amtszeit (Ende) Partei
Erhard Auer 8. November 1918 21. Februar 1919 SPD
Heinrich von Völk (komm.) 21. Februar 1919 18. März 1919
Martin Segitz 18. März 1919 31. Mai 1919 SPD
Fritz Endres 31. Mai 1919 14. März 1919 SPD
Gustav von Kahr 16. März 1920 11. September 1921
Franz Xaver Schweyer 21. September 1921 5. Mai 1924 BVP
Karl Stützel 28. Juni 1924 9. März 1933 BVP
Adolf Wagner 10. März 1933 21. April 1942 NSDAP
Paul Giesler 21. April 1942 28. April 1945 NSDAP

Freistaat Bayern (seit 1945)Bearbeiten

Name Amtszeit (Beginn) Amtszeit (Ende) Partei
Karl August Fischer 6. Juni 1945 12. September 1945
Josef Seifried 22. Oktober 1945 20. September 1947 SPD
Willi Ankermüller 20. September 1947 18. Dezember 1950 CSU
Wilhelm Hoegner 18. Dezember 1950 14. Dezember 1954 SPD
August Geislhöringer 14. Dezember 1954 16. Oktober 1957 BP
Otto Bezold 16. Oktober 1957 9. Dezember 1958 FDP
Alfons Goppel 9. Dezember 1958 11. Dezember 1962 CSU
Heinrich Junker 11. Dezember 1962 5. Dezember 1966 CSU
Bruno Merk 5. Dezember 1966 26. Mai 1977 CSU
Alfred Seidl 26. Mai 1977 6. November 1978 CSU
Gerold Tandler 7. November 1978 27. Oktober 1982 CSU
Karl Hillermeier 27. Oktober 1982 30. Oktober 1986 CSU
August Richard Lang 30. Oktober 1986 19. Oktober 1988 CSU
Edmund Stoiber 19. Oktober 1988 28. Mai 1993 CSU
Günther Beckstein 17. Juni 1993 30. Oktober 2007 CSU
Joachim Herrmann 30. Oktober 2007 amtierend CSU[3]

Nachgeordnete BehördenBearbeiten

Als Behörden der Mittelstufe sind dem Ministerium die sieben Regierungen der Regierungsbezirke (Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz, Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken und Schwaben) nachgeordnet sowie das Präsidium der Bayerischen Bereitschaftspolizei und die zehn Präsidien der Bayerischen Landespolizei. Nachgeordnete Behörden der Unterstufe sind die 96 Kreisverwaltungsbehörden in den 71 Landratsämtern und 25 kreisfreien Städten, die 22 staatlichen Bauämtern sowie zahlreiche Polizeidienststellen.

Dem Ministerium sind außerdem folgende Landes- und Zentralbehörden nachgeordnet:[4]

Hinsichtlich der Gerichtsverwaltung sind außerdem noch die sechs Verwaltungsgerichte sowie der Bayerische Verwaltungsgerichtshof dem Staatsministerium nachgeordnet.

GebäudeBearbeiten

Das Dienstgebäude des Ministeriums ist das ehemalige Odeon, ein klassizistischer Bau des Münchner Architekten Leo von Klenze aus dem Jahr 1828 am Odeonsplatz 3 in der Maxvorstadt, das bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg als Konzerthaus diente. Der Nachkriegsbau entstand nach Entwurf von Josef Wiedemann.[5]

SonstigesBearbeiten

Die AG BIRGiT (Beschleunigte Identifizierung und Rückführung von Gefährdern aus dem Bereich des islamistischen Terrorismus/ Extremismus) besteht seit Oktober 2004 ist ein Zusammenschluss mehrerer bayerischer Sicherheitsbehörden. Ziel ist die Identifizierung islamistischer Gefährder und deren Ausweisung.[6]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Götschmann, Dirk: Das bayerische Innenministerium 1825 - 1864 ; Organisation und Funktion, Beamtenschaft und politischer Einfluss einer Zentralbehörde in der konstitutionellen Monarchie Göttingen 1993, S. 26
  2. Eisenbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 30. Januar 1904, Nr. 5. Nachrichten, S. 41.
  3. Bayerische Innenminister und Staatssekretäre seit 1945 (BStMI), PDF
  4. Organisation des Bayerischen Staatsministeriums des Innern
  5. Prof. Josef Wiedemann: Der Wiederaufbau des Odeons 1950-51 (Memento vom 3. Dezember 2013 im Internet Archive) (PDF; 80 kB)
  6. http://www.stmi.bayern.de/sicherheit/innere/sicherleben/detail/11749/ (Memento vom 11. September 2012 im Webarchiv archive.today)

Koordinaten: 48° 8′ 32″ N, 11° 34′ 39″ O