Der Bayerische Jugendring (BJR) KdöR ist die Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände, -gemeinschaften und -initiativen in Bayern. Der BJR ist die Arbeitsgemeinschaft der 34 landesweiten und 40 (über-)regional tätigen Jugendverbände und 323 örtlichen Jugendgruppen in Bayern. Strukturell ist er in sieben Bezirksjugendringe sowie 96 Stadt- und Kreisjugendringe gegliedert. Der BJR setzt sich für die Interessen von Kindern und Jugendlichen in Bayern ein. Zudem sind dem BJR durch Rechtsverordnung seit 1993 alle wesentlichen Aufgaben eines Landesjugendamts nach § 85 Abs. 2 SGB VIII übertragen worden.

Bayerischer Jugendring
(BJR)
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Rechtsform Körperschaft des öffentlichen Rechts
Gründung April 1947
Sitz München
Zweck Jugendverbandsarbeit, Landesjugendamtaufgaben
Vorsitz Philipp Seitz
Vize: Ilona Schuhmacher
weitere Mitglieder: Anna Gmeiner, Hannah Conrad, Maria Klimovskikh, Christian Kuhnle, Christian Löbel, Florian Hörlein, Frederik Börner
Geschäftsführung Gabriele Weitzmann
Umsatz 47.009.409 Euro (2022)
Website www.bjr.de

Geschichte

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Der BJR wurde nach dem Zweiten Weltkrieg 1947 als Folgeorganisation des von 1946 bis 1947 bestehenden Landesjugendausschusses gegründet. Der erste Vorsitzende war Alois Johannes Lippl. 1948 war Martin Faltermaier der Präsident des BJR. Der Vizepräsident war bis 1951 Heinz Beck. Im Geiste der Völkerverständigung wurden Weiterbildungen von Lehrkräften in Jugendleiterschulen, beispielsweise in Schloss Neubeuern und Niederpöcking, sowie ab Mitte 1949 auf Veranlassung der Jugendabteilung der US-amerikanischen Militärregierung in Bayern Austauschprogramme durchgeführt, in denen Delegationen (denen unter anderen Alfred Christmann, Gerhard Fauth, Willy Ginhold (DGB), Anton Graßl, Helene Guyot, Karl Maly (BJR) und Lilo Ramdohr angehörten) in die Vereinigten Staaten reisten.[1] Den Delegierten wurden moderne Erkenntnisse der Jugendpsychologie vermittelt, und diese flossen so erstmals in die deutsche Jugendarbeit der Nachkriegszeit ein.

Im Mai 2023 startete der Bayerische Jugendring zusammen mit dem Verein Vote16 ein Volksbegehren, um das Wahlalter auch auf kommunaler Ebene und für die Landtagswahlen in Bayern auf 16 Jahre abzusenken.[2][3][4] BJR-Präsident Seitz betonte, dass diese Initiative notwendig sei, um mehr politische Teilhabe für junge Menschen zu erreichen.[5] Schon wenige Wochen nach dem Start teilten die Organisatoren mit, dass die für die Einreichung des Volksbegehrens notwendigen 25.000 Unterschriften erreicht wurden.[6] Der Bayerische Rundfunk bezeichnete dies als „großen Erfolg für die junge, überparteiliche Initiative“.[7]

Ende des Jahres 2023 richtete der BJR eine bayernweite Antidiskriminierungsberatung ein. Ziel dieser bayernweiten Antidiskriminierungsberatung soll es nach Angaben des BJR sein, Betroffene unabhängig von der Art der Diskriminierung zu unterstützen.[8] Der BJR kooperiert hierbei mit dem Dachverband der Integrationsbeiräte AGABY.[9] Ebenfalls im Jahr 2023 wurde das Projekt Digital Streetwork Bayern des Bayerischen Jugendrings als einziges deutsches Projekt[10] für den jährlich vergebenen European Social Services Award (ESSA) in der Kategorie „Digital Transformation“ (Digitaler Wandel) nominiert.[11][12]

Präsidenten

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  • 1947–1948: Alois Johannes Lippl
  • 1948–1953: Martin Faltermaier
  • 1953–1957: Eugen Polz
  • 1957–1964: Arthur Bader
  • 1964–1971: Hermann Kumpfmüller
  • 1971–1981: Adolf Waibel
  • 1981–1989: Robert Sauter
  • 1989–2001: Gerhard Engel
  • 2001–2010: Martina Kobriger
  • 2011–2023: Matthias Fack
  • seit 2023.0: Philipp Seitz

Struktur

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Der Bayerische Jugendring verwaltet sich selbst und wird dabei von der Bayerischen Staatsregierung beaufsichtigt. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts nimmt er eine Sonderstellung unter den Jugendringen in Deutschland ein, denn damit übernimmt der BJR auch öffentliche Aufgaben. Für den Bereich der Jugendarbeit nimmt er zum Beispiel zudem die Aufgaben des überörtlichen Trägers der öffentlichen Jugendhilfe wahr. Von Jugendorganisationen gewählte Gremien des BJR befassen sich mit Aufgaben, die in anderen Ländern von staatlichen Behörden ausgeführt werden. Mitglieder des Bayerischen Jugendrings sind die meisten in Bayern aktiven Jugendverbände, welche aus ihren Reihen Vertreter in die Versammlungen des Bayerischen Jugendrings und seiner Gliederungen entsenden.

Der Bayerische Jugendring hat lokale Untergliederungen entsprechend den Gebietskörperschaften in Bayern. Er ist die Arbeitsgemeinschaft der 34 landesweiten und 40 (über-)regional tätigen Jugendverbände und 323 örtlichen Jugendorganisationen in Bayern.

Strukturell ist er in sieben Bezirksjugendringe, deren Zuständigkeitsbereich den bayerischen Regierungsbezirken entspricht, sowie 96 Stadt- und Kreisjugendringe, entsprechend den Landkreisen und kreisfreien Städten gegliedert.

Die Gliederungen des Bayerischen Jugendrings sind rechtlich nicht eigenständig, sondern vom Bayerischen Jugendring abhängig. In ihrer Entscheidungsfindung und ihrem Handeln sind sie aber weitgehend selbständig, für ihre Finanzierung kommen zum größten Teil die entsprechenden lokalen Gebietskörperschaften auf. Die Vollversammlungen der Gliederungen auf allen Ebenen bestehen aus Delegierten der im jeweiligen Gebiet tätigen Mitgliedsverbände, auf Bezirks- und auf Landesebene sind auch Delegierte der niedrigeren Jugendring-Ebenen vertreten.

Der Jugendring wählt einen Vorstand aus seiner Vollversammlung und unterhält eine Geschäftsstelle mit hauptberuflichem Personal zur Erfüllung seiner Aufgaben, die auf Landesebene vom Präsidenten bzw. auf Bezirks- und Kreis- oder Stadtebene vom jeweiligen Vorsitzenden geleitet wird.

Einrichtungen

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Der Bayerische Jugendring ist Träger von Einrichtungen für die Jugendarbeit mit bayernweiter Bedeutung. In Gauting betreibt er das Institut für Jugendarbeit, das Fortbildungsangebote für Mitarbeiter in der Jugendarbeit anbietet. Seit 1997 ist er Träger des Koordinierungszentrums Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch Tandem in Regensburg. Seit 2012 ist der Bayerische Jugendring Träger der Landeskoordination Schule ohne Rassismus. Auch die Landeskoordinierungsstelle Bayern gegen Rechtsextremismus (LKS) ist eine Einrichtung des Bayerischen Jugendrings.

Mitgliedsverbände

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Einzelnachweise

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  1. Ellen Latzin: Lernen von Amerika? Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2005, S. 359 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Dominik Bunk: Die Initiative "Vote 16" will Jugendlichen in Bayern eine Stimme geben. Abgerufen am 21. Mai 2024.
  3. „Macht Politik für junge Menschen“. Abgerufen am 21. Mai 2024.
  4. Thomas Balbierer: Wählen ab 16: Warum die CSU mit ihrer Ablehnung so allein dasteht. 13. Mai 2023, abgerufen am 21. Mai 2024.
  5. "Vote16": Unterschriften für Wahl ab 16 Jahren werden gesammelt. 7. Juli 2023, abgerufen am 21. Mai 2024.
  6. Thomas Balbierer: Wahl ab 16 in Bayern: Volksbegehren nimmt erste Hürde - steigt Druck auf CSU und FW? 17. Oktober 2023, abgerufen am 21. Mai 2024.
  7. Wählen mit 16: Vorerst kein Volksbegehren. 20. Dezember 2023, abgerufen am 21. Mai 2024.
  8. Diskriminierungen die Stirn bieten. Abgerufen am 21. Mai 2024.
  9. Diskriminierungen die Stirn bieten. Abgerufen am 21. Mai 2024 (deutsch).
  10. Digital Streetwork Bayern-über 10.000 Kontakte mit jungen Menschen. Abgerufen am 21. Mai 2024 (deutsch).
  11. Digital Streetwork Bayern nominiert für den European Social Services Award 2023. Abgerufen am 21. Mai 2024.
  12. admin: Digital Streetwork Bayern ist für den European Social Services Award nominiert - Abstimmung noch bis 04.11. möglich. In: makeITsocial Infodienst. 1. November 2023, abgerufen am 21. Mai 2024 (deutsch).
  13. [1] Webseite der ditib-jugend.bayern
  14. [2] Webseite Alevitische Jugend