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Bayerische Staatsforsten

Forstunternehmen in Deutschland, das mit der Bewirtschaftung des bayerischen Staatswaldes betraut ist
Bayerische Staatsforsten (BaySF)

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Rechtsform Anstalt des öffentlichen Rechts
Gründung 2005
Sitz Regensburg, Deutschland
Leitung
  • Reinhardt Neft, Mitglied des Vorstands
Mitarbeiterzahl 2.753
Umsatz 371,9 Millionen Euro (Geschäftsjahr 2018)
Branche Forstwirtschaft
Website baysf.de
Stand: 15. Dezember 2018

Das Unternehmen Bayerische Staatsforsten (BaySF) mit Rechtsform einer Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR) wurde zum 1. Juli 2005 gegründet. Die Bayerischen Staatsforsten bewirtschaften für den Freistaat Bayern rund 808.000 Hektar, davon 755.000 Hektar Wald.[1] Die Bayerische Staatsforsten AöR ist damit der größte Forstbetrieb in Deutschland.[2]

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Das Unternehmen ist Ergebnis der im Herbst 2003 vom Bayerischen Ministerrat beschlossenen Forstverwaltungsreform. Kern der Reform war die Trennung der bisherigen Einheitsforstverwaltung in eine für Hoheit, Beratung und Förderung zuständige Forstverwaltung und ein nach privatwirtschaftlichen Grundsätzen ausgerichtetes Unternehmen mit der Aufgabe der Bewirtschaftung des bayerischen Staatswaldes.

OrganisationBearbeiten

Die rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts des Freistaats Bayern unterliegt der Rechtsaufsicht durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Organe des Unternehmens sind der zweiköpfige Vorstand, der Aufsichtsrat mit neun Mitgliedern und der Beirat mit 22 Mitgliedern. Die Aufgaben und die Organisation der Bayerischen Staatsforsten sind im Staatsforstengesetz (StFoG) geregelt.[3]

Der Sitz der Unternehmenszentrale ist Regensburg. Die Bewirtschaftung des Staatswaldes erfolgt durch 40 Forstbetriebe in Bayern und einen Forstbetrieb in Österreich zur Bewirtschaftung der Bayerischen Saalforste mit Sitz in Sankt Martin bei Lofer. Neben den 41 Forstbetrieben gehören zu den Bayerischen Staatsforsten noch der Stützpunkt für Forsttechnik in Bodenwöhr, die Forstlichen Bildungszentren in Nürnberg-Buchenbühl und der Laubau bei Ruhpolding, das Zentrum für Energieholz in Oberammergau sowie die Pflanzgartenbetriebe mit Samenklengen in Bindlach und Laufen (Salzach).[4]

Vorstandsvorsitzende

GeschäftsfelderBearbeiten

Holz und JagdBearbeiten

Kernaufgabe des Unternehmens ist die Bewirtschaftung des bayerischen Staatswaldes. Im Geschäftsjahr 2015 wurden 5,42 Millionen Festmeter Holz eingeschlagen. Die Bayerischen Staatsforsten tätigen damit fast zehn Prozent des Gesamteinschlags in den deutschen Wäldern.[6] Der Holzverkauf trägt mit 368,7 Millionen Euro (Geschäftsjahr 2015) den Löwenanteil zum Gesamtumsatz der Bayerischen Staatsforsten bei. Des Weiteren bewirtschaften die Bayerischen Staatsforsten die Staatsjagden in Bayern nach dem Grundsatz Wald vor Wild. Im Jagdjahr 2014/15 wurden in der Regiejagd 58.594 Stück Schalenwild erlegt. Die Umsätze im Bereich Jagd und Fischerei betrugen im Geschäftsjahr 2015 6,8 Millionen Euro.[7]

Erneuerbare EnergienBearbeiten

Im Rahmen der Energiewende sowie dem 2011 beschlossenen zweiten Atomausstieg werden bestimmte Waldstandorte der Bayerischen Staatsforsten für die Windenergienutzung mittels Windkraftanlagen an Fremdbetreiber bereitgestellt.[8] Im Jahr 2015 wurden im bayerischen Staatswald 46 Windkraftanlagen mit einer Gesamtnennleistung von 113 Megawatt sowie fünf Photovoltaikanlagen mit einer Nennleistung von 5,14 Megawatt betrieben. Zudem besitzen die Bayerischen Staatsforsten selbst 18 kleinere Photovoltaikanlagen und sind an zwei Biomassekraftwerken beteiligt. Der Umsatz im Geschäftsfeld Regenerative Energie betrug im Geschäftsjahr 2015 2,5 Millionen Euro.[9]

Weitere GeschäftsfelderBearbeiten

Weitere Geschäftsfelder der Bayerischen Staatsforsten sind Abbau&Deponie (z. B. Sand- und Kiesabbau), Freizeit und Erholung, Gebäude, Dienstleistung und Erzeugnisse, Naturflächen, Verkehr/Gewerbe/Landwirtschaft sowie Versorgung und Entsorgung. Die Umsätze im Bereich Immobilien und Weitere Geschäfte (inklusive Regenerative Energie) betrugen im Geschäftsjahr 2015 21,9 Millionen Euro.[10]

LiteraturBearbeiten

  • Carl Schmöller, Jacques Andreas Volland: Bayerns Wälder. 250 Jahre Bayerische Staatsforstverwaltung, Augsburg 2002, ISBN 3-927233-80-3

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bayerische Staatsforsten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten