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Ausgegrabener Baumstumpf
Naturkreislauf
Junge Fichte (Picea) auf Baumstumpf

Ein Baumstumpf (auch Strunk, Stubben, Stumpen, Stuken, Stucken, Wurzelstock), forstlich Stockholz oder Erdstammblock, ist das Überbleibsel eines Baumes, das nach der Baumfällung vorläufig am Hiebort verbleibt und aus dem Erdreich ragt. Ein Baumstumpf verbleibt ebenso nach dem Bruch eines abgestorbenen Baumes (Baumleiche) oder bei Windbruch.

Ein Wurzelstock besteht aus:

  • Wurzelholz: der gesamte unterirdische Teil des Baumes
  • Stubbenholz, Strunkholz im eigentlichen Sinne: das verbliebene oberirdische Stammstück

Dieses Wurzelwerk hat einen minderen holzwirtschaftlichen Nutzwert und kann nur mit Mühe geborgen werden. Es ist jedoch von ökologischem Wert.

Ein Baumstumpf gehört zum Totholz und bildet ein Biotop z. B. für bestimmte seltene Insekten oder Pilze wie den Klebrigen Hörnling. Andererseits bildet er auch Eintrittspforten für Forstschädlinge wie z. B. den Wurzelschwamm, welcher über Stubben in die Wurzeln eindringt und im Boden das Wurzelwerk der umstehenden Bäume infizieren kann.

In der Forstwirtschaft bleibt der Baumstumpf in der Regel stehen. Im Bergwald hilft er bis zum Anwuchs des neuen Bestandes zwischenzeitlich den Hang zu befestigen. Man geht grob geschätzt von einem Jahr Verrottungszeit je zehn Zentimeter Strunkhöhe aus. Probleme bereiten teilweise Baumstümpfe mit anhängendem Wurzelteller, die bei einem schweren Sturmschaden aus der Erde gerissen wurden.

Im Garten- und Landschaftsbau sind die Stümpfe häufig unerwünscht. Für eine schnelle Entfernung können sie ausgegraben werden, was bei älteren Bäumen in der Regel mit dem Bagger erfolgt. Zur vollständigen Entfernung kann auch ein Rodungsmesser, ein Anbaugerät für Bagger, oder eine Baumstumpffräse im Rahmen der Wurzelstockrodung zum Einsatz kommen. Eine Stubbensprengung wird nur in Ausnahmefällen, insbesondere in schwer zugänglichem Gelände, durchgeführt. Um ein schnelleres Verrotten eines Stumpfes zu fördern, können Rillen in die Oberfläche gesägt werden, die holzzersetzenden Pilzen und Bakterien die Besiedlung erleichtern.

Manche Bäume, insbesondere Laubholz, sterben nach der Fällung aber nicht, sondern treiben neu aus. Diese Triebe nennt man Stockausschlag. Sie können sich zu einem mehrstämmigen Baum auswachsen, aber auch zu einem einzelnen Stamm verwachsen. Diese Eigenschaft wird in der Niederwaldwirtschaft zur Regeneration der Bestände genutzt. Bekannt sind hierfür etwa Edelkastanie, Weide, Hainbuche und Esche.

Manchmal kann man auch beobachten, dass Stubben überwallen, ohne dass es zu einem Austrieb kam, oder dass Baumstümpfe auch nach vielen Jahren nicht absterben, obwohl sich keinerlei Wachstum bemerkbar macht. Das Wurzelsystem des verbliebenen Baumstumpfs erhält dann Nährstoffe von den Nachbarbäumen und kann so noch eine Zeitlang weiterleben.[1]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Baumstumpf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Baumstumpf – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Die Überwallung von Baumstubben – Beobachtungen von Klaus Schröder (Memento des Originals vom 28. September 2007 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.galk.de.