Bauernburg Tartlau

Bauern- und Kirchenburg in Rumänien

Die Bauernburg Tartlau ist eine Bauernburg und Kirchenburg in Prejmer (Tartlau) im Kreis Brașov in der Region Siebenbürgen in Rumänien.

Bauernburg in Tartlau

Die Kirchenburg von Tartlau in Ortsmitte

Staat Rumänien
Ort Prejmer
Entstehungszeit 13. Jahrhundert
Burgentyp Ortslage
Erhaltungszustand Erhalten
Geographische Lage 45° 43′ N, 25° 46′ OKoordinaten: 45° 43′ 19,2″ N, 25° 46′ 25,3″ O
Bauernburg Tartlau (Rumänien)

Der Bau der Kirche im Zentrum der Anlage wurde wohl bereits 1218 vom Deutschen Orden begonnen, der 1225 aus der Region vertrieben wurde. Unter dem Zisterzienserkloster Kerz wurde der Bau fortgesetzt. Eine Besonderheit des Inventars ist der spätgotische Flügelaltar aus der Mitte des 15. Jahrhunderts.

BaubeschreibungBearbeiten

Prägend für die Gesamtanlage ist die 12 bis 14 Meter hohe und im Durchschnitt 4,5 Meter starke Ringmauer. Ihr innerer Durchmesser beträgt durchschnittlich 70 Meter. Um in die Burg zu kommen, muss eine Toreinfahrt mit einem tunnelartigen Gang von 32 Metern Länge bewältigt werden. Die Innenseite der Ringmauer hat auf drei bis vier Ebenen 272 Kammern, die durch separate Eingänge über hölzerne Treppen und Laufstege erreichbar sind. Sie dienten den Bauernfamilien als Zuflucht. Zur Zeit ist in einer Kammer ein Klassenzimmer und in einer anderen eine siebenbürgisch-sächsische Bauernstube mit originalem Mobiliar eingerichtet. Die Mauer schließt mit dem eigentlichen Wehrgang mit Satteldach ab, der mit zahlreichen Schießscharten und Pechnasen ausgestattet ist.

Seit dem 16. Jahrhundert ist der massiven Toreinfahrt, welche mit Eichentoren und Fallgattern gesichert war, eine Vorburg vorgelagert. Die gesamte Anlage war außerdem mit einem Wassergraben geschützt, der im 19. Jahrhundert verfüllt wurde.

Die Legende zur TodesorgelBearbeiten

Die Todesorgel ist eine Waffe, die der Legende nach unter König Sigismund von Luxemburg entwickelt wurde. Auf einer Art Wippe konnten mehrere Gewehre nebeneinander platziert und abgeschossen werden. Die Wirksamkeit der Waffe war so berühmt, dass sie zur nationalen Legende wurde.[1]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Hermann Fabini: Die Kirchenburgen der Siebenbürger Sachsen. Sibiu 2013, S. 237f.

WeblinksBearbeiten

Commons: Bauernburg Tartlau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. geschrieben von Ladislau Ciocan: Die Todesorgel von Tartlau: Legende oder Realität? 7. Februar 2013, abgerufen am 29. Juli 2022.