Bastardwappen

Wappen, das durch eine besondere Gestaltung auf eine illegitime Abkunft des Wappenführenden verweist.

Das Bastardwappen diente im Mittelalter in der Wappenkunst der Kennzeichnung außerehelicher Söhne eines Adeligen, also einer illegitimen Geburt.

Bastardwappen: Familienwappen der Ducs de Vendome
Jean de Dunois mit seinem Bastardwappen

BedeutungBearbeiten

Da besonders im Falle von souveränen Fürsten wie Königen oder Kaisern der Vater keineswegs verpflichtet war, seine außerehelichen Nachkommen auch öffentlich anzuerkennen, stellte die Verleihung eines Bastardwappens meist eher eine Seltenheit dar und war sehr oft mit der Verleihung eines Adelstitels und eines standesgemäßen Wohnsitzes verbunden.

Ein auf diese Weise anerkannter Nachkomme des Landesfürsten zu sein, stellte in der Wahrnehmung des übrigen nicht-souveränen Adels in der Regel keinen Grund für soziale Geringschätzung dar, sondern bot dem nicht-souveränen Adel im Gegenteil die Möglichkeit zum Konnubium mit dem sozialen Umfeld des Landesfürsten, selbst wenn eine Einheirat in das eigentliche landesfürstliche Herrschergeschlecht aufgrund des sozialen Standesunterschieds gesellschaftlich undenkbar war.

Geographische UnterschiedeBearbeiten

In Süd- und Südosteuropa wurde über das väterliche Wappen ein Bastardfaden (Schräglinksfaden) gelegt. Das ist ein Beizeichen. Er verläuft von links oben nach rechts unten (heraldisch: aus der Sicht des Trägers) über den gesamten Schild. Ein nur kurzes „Balkenstück“ wird als schräglinker Einbruch bezeichnet. Für eine legitime Geburt ist die Richtung des Zeichens gekehrt und schrägrechts.

In Nord- und Nordwesteuropa erschien üblicherweise das väterliche Wappen in der rechten oberen Ecke (oberes oder vorderes Geviert) des ansonsten ledigen Schildes.

BeispieleBearbeiten

Wittelsbacher BastardwappenBearbeiten

Englische BastardwappenBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Walter Leonhard: Das große Buch der Wappenkunst. Entwicklung, Elemente, Bildmotive, Gestaltung. Lizenzausgabe. Bechtermünz, Augsburg 2001, ISBN 3-8289-0768-7, S. 345.