Bankenverband

Bankenverbände sind Zusammenschlüsse von Kreditinstituten zu einer Interessenvertretung in Form eines Verbandes.

AllgemeinesBearbeiten

Die Terminologie „Bankenverband“ wird in der Fachliteratur nicht einheitlich definiert. Gemeint ist dennoch stets der Bankenverband im Allgemeinen, nicht jedoch ein spezieller Bankenverband einer bestimmten Institutsgruppe respektive einer bestimmten Kooperationsstufe.[1] Es handelt sich bei Bankenverbänden um eine „kooperative Form der Zusammenarbeit zwischen Banken, die aufgrund gemeinsamer Interessen durch Verhandlungen und Abmachungen ihr Verhalten gegenseitig koordinieren ...“.[2] Der uneinheitliche Begriffsinhalt liegt auch daran, dass es außerhalb des deutschsprachigen Raumes überwiegend nur Banken und nicht auch Sparkassen gibt.

Bankenverbände sind Unternehmensverbände für Kreditinstitute und gleichzeitig Wirtschaftsverbände. Meist sind diese als nationale Verbände organisiert (z. B. Schweizerische Bankiervereinigung). Teilweise bestehen jedoch regional (z. B. Rheinisch-Westfälischer Genossenschaftsverband), nach Eigentümern (z. B. Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands oder Bundesverband deutscher Banken) oder fachliche (z. B. Verband der Auslandsbanken in Deutschland) Zusammenschlüsse.

AufgabenBearbeiten

Zu den Aufgaben der Bankenverbände gehören typischerweise

Oftmals sind die Bankenverbände auch Träger der

Teilweise sind die Verbände auch als Arbeitgeberverband Tarifpartner der Gewerkschaften. Daneben gibt es Bankenverbände zu Teilaspekten des Bankgeschäftes wie den Deutschen Derivate Verband.

BankenverbändeBearbeiten

GlobalBearbeiten

EuropaBearbeiten

DeutschlandBearbeiten

Deutschland verfügt aufgrund des Dreisäulensystems der deutschen Kreditwirtschaft im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern nicht über einen zentralen Bankenverband, sondern über mehrere Spitzenverbände der Institutsgruppen:

Diese fünf Verbände sind im Dachverband Die Deutsche Kreditwirtschaft zusammengeschlossen.

Innerhalb der Bankenverbände gibt es teilweise regionale Untergliederungen wie den Bayerischen und den Ostdeutschen Bankenverband (OstBV) im BdB, in dem die privaten Banken der neuen Bundesländer Mitglied sind. Bei den Sparkassen gibt es entsprechend Rheinischer Sparkassen- und Giroverband oder den Sparkassenverband Bayern.

Andere LänderBearbeiten

Land Verband Abk.
Schweiz Schweizerische Bankiervereinigung SBVg
Österreich Verband österreichischer Banken und Bankiers,
Verband der österreichischen Landes-Hypothekenbanken
Liechtenstein Liechtensteinischer Bankenverband
Belgien Belgische Vereniging van Banken
Association Belge des Banques
BVB
ABB
Dänemark Finansrådet
Estland Eesti Pangaliit
Finnland Finanssialan Keskusliitto FK
Frankreich Association française des banques
Fédération bancaire française
AFB
FBF
Bulgarien Association of Banks in Bulgaria
Großbritannien British Bankers’ Association BBA
Italien Associazione bancaria italiana ABI
Luxemburg Association des Banques et Banquiers du Luxembourg
Niederlande Nederlandse Vereniging van Banken NVB
Norwegen Finansnæringens Hovedorganisasjon FNH
Polen Związek Banków Polskich ZBP
Portugal Associação Portuguesa de Bancos APB
Schweden Svenska Bankföreningen
Slowakei Slovenská banková asociácia SBA
Slowenien Združenju bank Slovenije ZBS
Spanien Asociación Española de Banca AEB
Ungarn Magyar Bankszövetség


LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Dietmar Grichnik, Bankenverbände: Strategisches Netzwerkmanagement in der Bankwirtschaft, 2000, S. 22 f.
  2. Peter Schwarz, Strukturelemente von Wirtschaftsverbänden, in: DU (33. Jahrgang), 1979, S. 4