Bahnstrecke Zofingen–Wettingen

Zofingen–Wettingen
Fahrplanfeld:514 Zofingen–Lenzburg
650.1 Lenzburg–Mägenwil
Streckenlänge:41,5 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4
Stromsystem:15 kV 16,7 Hz ~
Zweigleisigkeit:Lenzburg–Abzw Gruemet
Strecke – geradeaus
von Luzern
Bahnhof, Station
0,0 Zofingen
   
nach Olten
Haltepunkt, Haltestelle
2,3 Küngoldingen
Haltepunkt, Haltestelle
4,9 Walterswil-Striegel
Bahnhof, Station
6,6 Safenwil
Bahnhof ohne Personenverkehr
Kölliken Sondermülldeponie
Haltepunkt, Haltestelle
9,3 Kölliken Oberdorf
Bahnhof, Station
10,9 Kölliken
Kreuzung
WSB Aarau-Schöftland
Bahnhof, Station
13,9 Oberentfelden
Kreuzung
WSB Aarau-Menziken-Burg
Bahnhof, Station
16,7
67,5
Suhr
   
nach Aarau
   
Migros Verteilzentrum
Bahnhof, Station
63,3 Hunzenschwil
   
von Aarau
Bahnhof, Station
59,8 Lenzburg
   
Seetalbahn nach Luzern
   
Seetalbahn Lenzburg Stadt-Wildegg
   
57,9 Abzw. Gexi nach Rotkreuz
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von Rotkreuz
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Bahnhof, Station
55,6 Othmarsingen
   
nach Brugg
Bahnhof, Station
53,8 Mägenwil
Brücke (klein)
Strasse Brugg-Mellingen (66 m)
Brücke über Wasserlauf (klein)
Brücke Mellingen über die Reuss (193 m)
   
50,7 Abzw. Gruemet nach Killwangen-Spreitenbach
Brücke (klein)
Strasse Baden-Mellingen (74 m)
Bahnhof ohne Personenverkehr
50,1 Mellingen
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
47,4 Dättwil
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
44,2 Baden Oberstadt
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von Baden
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alte Streckenführung Zürich–Baden
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Untere Limmatbrücke (Limmat) (129 m)
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42,7 Wettingen
   
nach Zürich
Strecke – geradeaus
nach Zürich Seebach

Die Bahnstrecke Zofingen–Wettingen wurde am 6. September 1877 zwischen Zofingen und Baden Oberstadt zusammen mit der Bahnstrecke Aarau–Suhr von der Schweizerischen Nationalbahn (SNB) eröffnet. Die Eröffnung des Abschnitts Baden Oberstadt–Wettingen folgte wegen Bauverzögerung an der Limmatbrücke erst am 15. Oktober 1877 zusammen mit der Bahnstrecke Wettingen–Effretikon, welche die Fortsetzung nach Osten darstellte. Die SNB ging bereits 1878 in Konkurs, worauf die Strecke von der Schweizerischen Nordostbahn (NOB) aus der Konkursmasse erworben wurde. Mit dem Rückkauf der Eisenbahnen durch den Schweizerischen Bund ging die NOB 1902 in die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) über.

GeschichteBearbeiten

Die Strecke wurde von der SNB als einspurige Strecke angelegt und war als Konkurrenz zur Bahnstrecke Baden–Aarau der NOB gedacht. Die SNB wollte eine möglichst kurze Verbindung vom Bodensee in die Westschweiz sein und führte deshalb an den wirtschaftlich interessanten Orten vorbei, allerdings war aber vorgesehen, von Zofingen aus Solothurn zu erschliessen. Die Stadt wurde dann aber mit der Gäubahn von Olten her an das Netz der SCB angebunden.

Der durch die Konkurrenz der bestehenden Bahngesellschaften ausbleibende Verkehr und die vom Gründerkrach ausgelöste Wirtschaftskrise führten dazu, dass die SNB nach nur 4 Monaten durchgehendem Betrieb Konkurs anmelden musste, worauf die NOB zum 1. Oktober 1880 das Streckennetz aus der Konkursmasse erwarb. Der Streckenabschnitt Zofingen–Suhr wurde an die SCB verkauft.

Am 5. Mai 1927 wurde im Rahmen der Elektrifizierung der Südbahn der Streckenabschnitt Lenzburg–Gexi mit dem Fahrdraht überspannt, am 28. Mai 1932 folgte Gexi–Othmarsingen und am 6. Juli 1946 Zofingen–Suhr–(Aarau). Bei den beiden Kreuzungen mit der WSB mussten spezielle Schutzstrecken eingebaut werden, da die WSB mit 750 Volt Gleichstrom elektrifiziert war. Am 17. Dezember 1946 wurden auch die Streckenabschnitte Suhr–Lenzburg und Othmarsingen-Wettingen elektrifiziert, womit die ganze Strecke Zofingen–Wettingen mit Fahrdraht überspannt war.

Am 24. Februar 2004 kamen beim Zusammenstoss eines Unimog 424 mit einem Regionalzug auf einem unbewachten Bahnübergang bei Walterswil zwei Gemeindearbeiter des Werkhofes Oftringen ums Leben.[1]

StreckeBearbeiten

Die Strecke führt von Zofingen über den Striegel nach Suhr und umfährt somit das solothurnische Gebiet um Olten. Die solothurnische Ortschaft Walterswil besitzt eine Haltestelle an der Strecke auf aargauischem Boden. In Suhr zweigte die Bahnstrecke nach Aarau ab, welche 2004 stillgelegt wurde, damit die Trasse von der WSB benutzt werden kann. Von Suhr führt die Strecke weiter nach Lenzburg, überquert danach zusammen mit der Südbahn auf einem Damm den Aabach und die ehemalige Strecke der Seetalbahn nach Wildegg, um über Othmarsingen, Mellingen und Baden Oberstadt nach Wettingen zu gelangen.

Die von der SNB bei Mellingen errichtete Reussbrücke war das erste grosse Bauwerk der Bell Maschinenfabrik. Der ursprüngliche, einspurige Stahlfachwerkträger wurde 1973 durch eine Verbundbrücke ersetzt, weil im Zusammenhang mit dem Bau des 1975 eröffneten Heitersbergtunnels die Strecke von Lenzburg bis zur neu errichteten Dienststation bei Gruemet zu einer doppelspurigen Hauptstrecke ausgebaut wurde. In Gruemet östlich der Reussbrücke bei Mellingen zweigt die Strecke in Richtung Heitersbergtunnel von der Strecke in Richtung Wettingen ab.

BetriebBearbeiten

Der Personenverkehr von Lenzburg nach Wettingen über die Nationalbahnstrecke wurde 2007 eingestellt. Die Strecke Gruemet–Wettingen wird nur noch vom Güterverkehr für die Bedienung des Tanklagers Mellingen und der Anschlussgleise in Baden Oberstadt regelmässig benutzt. Wenn der Heitersbergtunnel wegen Unterhaltsarbeiten gesperrt ist oder eingleisige Betriebsführung notwendig ist, wird sie noch als Ausweichstrecke benutzt (meist in West-Ost-Richtung).

Der Abschnitt Lenzburg – Zofingen wird halbstündlich bis 20 Uhr, danach stündlich von der S 28 der S-Bahn Aargau befahren und wird im Volksmund abgeleitet von Nationalbahn als «Nazeli» bezeichnet.[2]

Seit 5. Juli 2009 ist die ganze Strecke für die Streckenklasse D4 zugelassen.[3]

LiteraturBearbeiten

  • Hans G. Wägli, Generalsekretariat SBB (Hrsg.): Schienennetz Schweiz. AS-Verlag, Zürich 1998, ISBN 3-905111-21-7.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jean Gross: Schlussbericht über den Unfall auf dem unbewachten Bahnübergang ‚Winterhaldenstrasse’ zwischen Regionalzug 6464 (SBB AG) und einem Bauamtsfahrzeug der Gemeinde Oftringen. (PDF, 0.3 MB) Schweizerische Unfalluntersuchungsstelle SUST, 6. Juli 2004, abgerufen am 7. Dezember 2013.
  2. In 30 Minuten «beim Kaffee in Bern» - 12. Dezember 2004 Der grösste Fahrplanwechsel in der Geschichte der SBB. Zofinger Tagblatt, 20. April 2004, archiviert vom Original am 16. Januar 2013; abgerufen am 5. Oktober 2018.
  3. Ausführungsbestimmungen FDV Anderung 2 gültig ab 5. Juli 2009, R I-30111 Seite 51–108