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Traunstein–Ruhpolding
Strecke der Bahnstrecke Traunstein–Ruhpolding
Streckennummer (DB):5733
Kursbuchstrecke (DB):953
Streckenlänge:13,206 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4
Stromsystem:15 kV, 16,7 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit:60 km/h
Strecke – geradeaus
von Salzburg
Bahnhof, Station
0,000 Traunstein 597 m
   
nach Garching
   
nach Rosenheim
Haltepunkt, Haltestelle
1,5 Seiboldsdorf (seit 2018)
   
2,022 Seiboldsdorf (bis 2018)
Haltepunkt, Haltestelle
3,680 Traundorf
Bahnhof, Station
5,563 Siegsdorf 608 m
Haltepunkt, Haltestelle
6,889 Höpfling
Haltepunkt, Haltestelle
8,957 Eisenärzt (ehemals Bf)
Haltepunkt, Haltestelle
12,134 Bibelöd (seit 2005)
   
13,206 Ruhpolding (ehemals Bf) 656 m
   
Ruhpolding Waldbahnhof
   
Waldbahn nach Reit im Winkl
Bahnhof Ruhpolding

Die Bahnstrecke Traunstein–Ruhpolding ist eine eingleisige, elektrifizierte und insgesamt 13,206 Kilometer lange Bahnstrecke der Südostbayernbahn zwischen Traunstein und Ruhpolding. Auf ihr verkehren Regionalbahnen der DB Regio AG. Die Strecke wird seit 1996 im angenäherten Stundentakt bedient.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Bahnsteig 1a in Traunstein: hier fährt der Zug nach Ruhpolding ab

Die Lokalbahn Traunstein–Ruhpolding ist ein Überbleibsel der ursprünglich um 1880 entstandenen Idee, eine Hauptbahn von Traunstein über Ruhpolding und Reit im Winkl, dort die bayerisch-österreichische Grenze überschreitend, nach Kössen und Kufstein zu bauen.

Jedoch ist ein solcher Bahnbau bereits zu dieser Zeit höchst umstritten: Zum einen herrscht ein starker Wettbewerbsgedanke zwischen den Befürwortern der Bahnlinie „Traunstein–Ruhpolding–Reit i. W.“ mit den Befürwortern einer Strecke „Übersee–Marquartstein“ mit der Option auf Verlängerung nach Reit i. W.; zum anderen hat die Staatsregierung von Bayern zu diesem Zeitpunkt bereits den Bau von Hauptbahnen als einen Gedanken bezeichnet, der nicht weiter zu verfolgen sei, also bestehe in Bayern nur noch Bedarf für die sogenannten Secundär- oder Lokalbahnen. Die Petition wird daher auch von der bayerischen Staatsregierung abgewiesen.

Einige Jahre später wird der Bau einer verkürzten Linie von Traunstein nach Ruhpolding aufgenommen und nach fast einem Jahrzehnt auch verwirklicht.

Die Eröffnung erfolgte am 17. August 1895 und schloss Ruhpolding an die Hauptstrecke Rosenheim–Salzburg an. Die ersten Jahre wurde die Strecke von einer Lok der Baureihe D VII befahren. Zwischen 1933 und 1945 war Ruhpolding Endpunkt von KdF-Sonderzügen. Seit 3. November 1955 ist die Strecke elektrifiziert. Seit März 2002 werden Elektrotriebwagen der Baureihe 425, später 426 eingesetzt. Mit rund 1500 Reisenden je Tag zählt sie zu den stärker frequentierten Nebenstrecken.

Mit der 1922 erfolgten Inbetriebnahme der schmalspurigen Staatlichen Waldbahn Ruhpolding–Reit im Winkl wurde die Normalspurstrecke um circa 400 Meter bis zum Waldbahnhof Ruhpolding verlängert. Dort standen unter anderem zwei Rollwagengruben zur Verfügung.

Seit 1996 bestellt der Freistaat Bayern einen Stundentakt zwischen Traunstein und Ruhpolding, wofür DB Regio Bayern seit März 2002 einen Elektrotriebwagen der Baureihe 425 einsetzt, der 200 Sitzplätze bietet. Mit rund 1.500 Reisenden je Tag zählte die Ruhpoldinger Bahn zu diesem Zeitpunkt zu den stärker frequentierten Nebenbahnen im südlichen Oberbayern.

Seit 2001 gehören alle Gleise und Stationen zwischen Traunstein und Ruhpolding zum RegioNetz der Südostbayernbahn. Bereits zuvor liefen die Modernisierungsarbeiten an, die die Installation eines Streckenblocks im Bahnhof Siegsdorf sowie eine Erneuerung von Weichen und Gleisen mit Y-Stahlschwellen beinhaltete. Die kleineren Stationen Seiboldsdorf, Traundorf und Höpfling wurden ebenso saniert wie der Bahnhof Ruhpolding. Bahn und Gemeinde investierten knapp zwei Millionen Euro in einen neuen barrierefreien Bahnsteig und Abstellanlagen für Fahrräder sowie neue Parkplätze.[1] Östlich des Ruhpoldinger Ortsteils Bibelöd wurde 2005 ein neuer Haltepunkt in Betrieb genommen.[2]

Im Jahr 2011 wurde der Bahnsteig 1a im Bahnhof Traunstein, der zuvor eine Höhe von zwanzig Zentimetern hatte, als Kombibahnsteig barrierefrei ausgebaut.[3] Die Haltepunkte Eisenärzt und Seiboldsdorf erhielten 2018 neue Bahnsteige mit einer Länge von 100 Metern sowie einer Höhe von 55 Zentimetern, wobei letzterer um 500 Meter nach Norden zur Fußgängerbrücke über die Traun verschoben wurde. Der Bahnsteig in Bibelöd wurde auf 100 Meter verlängert.[4]

VerkehrBearbeiten

Im Nahverkehr verkehren Regionalbahnen der Südostbayernbahn im Stundentakt zwischen Traunstein und Ruhpolding. Sie legen die Strecke in 22–26 Minuten zurück und bedienen dabei alle Stationen, wobei in Seiboldsdorf, Traundorf, Höpfling und Bibelöd nur bei Bedarf gehalten wird.

Zum Stadtfest Traunstein und während des Biathlon-Weltcups in Ruhpolding fahren Sonderzüge auf der Strecke. Zudem verkehren vereinzelt Sonderzüge aus Mühldorf am Inn, zum Beispiel der Narrenexpress am 26. Januar 2008.

Der Güterverkehr ist bereits seit vielen Jahren eingestellt.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bahnstrecke Traunstein - Ruhpolding. In: suedostbayernbahn.de. DB RegioNetz Verkehrs GmbH, abgerufen am 12. Januar 2018.
  2. Neue Haltepunkte in Bayern seit 1996. In: stmi.bayern.de. Abgerufen am 12. Januar 2018.
  3. Meilenstein für »Hauptbahnhof des Chiemgaus«. (traunsteiner-tagblatt.de [abgerufen am 12. Januar 2018]).
  4. Bayern: Ab Freitag wieder Zugverkehr auf der Strecke Traunstein – Ruhpolding. In: lok-report.de. 6. September 2018, abgerufen am 18. Oktober 2018.