Hauptmenü öffnen
Orlamünde–Oppurg
Orlabahn nördlich von Pößneck (2017)
Orlabahn nördlich von Pößneck (2017)
Streckennummer (DB):6684
Kursbuchstrecke (DB):559
Streckenlänge:14,9 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:A
BSicon .svgBSicon STR.svg
von Großheringen
BSicon .svgBSicon BHF.svg
0,0 Orlamünde
BSicon .svgBSicon ABZgr.svg
nach Saalfeld (Saale)
BSicon .svgBSicon hKRZWae.svg
Saale
BSicon .svgBSicon HST.svg
0,6 Freienorla
BSicon .svgBSicon hKRZWae.svg
Orla
BSicon .svgBSicon eHST.svg
2,6 Waldhaus (Orla)
BSicon .svgBSicon HST.svg
5,6 Langenorla West
BSicon .svgBSicon hKRZWae.svg
Orla
BSicon .svgBSicon HST.svg
7,4 Langenorla Ost (früher Kleindembach)
BSicon KHSTaq.svgBSicon ABZr+xr.svg
11,7 Pößneck unt. Bf. (früher Jüdewein)
BSicon .svgBSicon xABZg+r.svg
von Probstzella
BSicon .svgBSicon BHF.svg
14,9 Oppurg
BSicon .svgBSicon STR.svg
nach Leipzig-Leutzsch

Die Bahnstrecke Orlamünde–Oppurg (auch: Orlabahn) ist eine Nebenbahn in Thüringen. Sie zweigt in Orlamünde von der Saalbahn ab und führt im Tal der Orla nach Pößneck. Bis 1946 bestand eine Fortführung nach Oppurg an der Bahnstrecke Leipzig–Probstzella.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die 11,7 Kilometer lange Strecke, die in Orlamünde von der Saalbahn abzweigt und heute nur noch bis zum unteren Bahnhof von Pößneck betrieben wird, wurde am 1. Oktober 1889 bis zu diesem Bahnhof eingeweiht.

 
Orlabahn-Brücke in Orlamünde (2017)

Als zweiter Streckenabschnitt folgte die 3,2 Kilometer lange Verbindung von Pößneck unt Bf bis nach Oppurg, die 1892 eröffnet und 1946 bereits wieder eingestellt wurde. Jener Streckenteil wurde nach dem Krieg als Reparationsleistung für die Sowjetunion abgebaut.

Für den Bau der Strecke waren mehrere Brückenbauten erforderlich. Markantestes Bauwerk ist die 84 Meter lange Saalebrücke[1] zwischen Orlamünde und Freienorla, daneben wurde auch der namensgebende kleine Fluss Orla mehrmals gequert. Im Stadtgebiet von Pößneck wurde auf dem Oppurger Streckenast die Straße Pößneck–Neustadt (Orla) überbrückt.

 
Brücke in Freienorla (2017)

Im Jahre 1979 erhielt Pößneck unterer Bahnhof mit einem EZMG-Stellwerk zeitgemäße Sicherungstechnik mit Lichtsignalen, die bis 2002 in Betrieb waren.[2]

 
Bahnübergang in Orlamünde (2017)

Die heutige Reststrecke erhielt 1999/2000 eine Grundsanierung, so dass die Wiederinbetriebnahme zur Landesgartenschau in Pößneck im Jahr 2000 erfolgen konnte. Dabei erhielten alle Haltepunkte befestigte Standard-Bahnsteige, alle noch wärterbedienten Bahnübergänge wurden auf zugbedienten Betrieb umgestellt. Alle Weichen und Nebengleise wurden entfernt, so dass es sich bei der Gesamtstrecke jetzt faktisch um ein Bahnhofsgleis von Orlamünde handelt. Zugkreuzungen sind nicht mehr möglich, es befindet sich dementsprechend immer nur ein Zug auf der Strecke. In den auf die Sanierung folgenden Jahren wurde der Stundentakt eingeführt; seit dem Fahrplanwechsel 2001 werden die Züge bis Jena Saalbahnhof durchgebunden.

Fahrzeuge und BetriebBearbeiten

 
Strecke nördlich von Langenorla (2017)

Auf der typischen Nebenbahn verkehrten nach dem Ende der Dampflok-Ära bis zum Ende der DDR Dieselloks der Baureihe 110, meist mit zwei- oder dreiachsigen Rekowagen oder später vierachsigen Rekowagen, daneben auch die Baureihe 106.

Nach der Wende in der DDR wurden dann auch die durch den Verkehrsrückgang in höherwertigen Diensten freiwerdenden Dieselloks der Baureihe 119 mit noch recht neuen DR-Abteilwagen oder älteren DB-Wagen eingesetzt.

Im Güterverkehr wurden zuletzt hauptsächlich Holz aus den ausgedehnten Wäldern entlang der Strecke transportiert, weiterhin Kohle für Heizzwecke nach Pößneck und bis etwa 1991 verkehrten noch Personenzüge mit Güterbeförderung, die im Bahnhof Langenorla-West sogar teils mit Fahrgästen an Bord rangierten. Daraus ergaben sich noch 1991 Fahrzeiten bis zu 36 Minuten (zum Vergleich: 2016 noch 17 Minuten).[3] Zahlreichen Fotos aus der Zeit nach 2000 ist zu entnehmen, dass neben Triebwagen der Baureihe 628 auch solche der Baureihe 642 verkehrten. Seit 2012 werden Triebwagen des Typs „Regioshuttle“ eingesetzt.

 
Verknüpfungsstelle Bus und Bahn (2016)

BetreibergesellschaftenBearbeiten

Zunächst gehörte die Strecke zur privaten Saalbahn, bis diese 1895 von der preußischen Staatsbahn übernommen wurde.[4] Seit Gründung der Deutschen Reichsbahn im Jahre 1920 wurde die Linie von dieser Staatsbahn betrieben, bis sie 1994 in der Deutschen Bahn AG aufging. Nach Vergabe der Strecke im Wettbewerbsverfahren wird der Betrieb seit 2012 von der Erfurter Bahn durchgeführt.

Museales/HistorischesBearbeiten

  • Im Empfangsgebäude der Station Langenorla Ost / Kleindembach befand sich bis 2018 das Orlabahnmuseum.[5][6]
  • Das ehemalige Dienstgebäude des Haltepunktes Freienorla steht unter Denkmalschutz.[7]
  • An der Brücke über die Neustädter Straße befand sich bis zu deren Abriss der Schriftzug Wählt Thälmann, der die Zeit überdauerte und in der DDR gepflegt wurde.[8]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Orlabahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Seiffert, Dieter: Die Orlabahn Orlamünde–Pößneck, Verlag Kenning, Nordhorn 1996, S. 7
  2. Internetquelle: EZMG-Stellwerke, abgerufen am 27. Februar 2016
  3. Deutsche Reichsbahn, Kursbuch Winter 1990/91, Fahrplantabelle 562
  4. Drescher, Werner: Die Saalbahn, EK-Verlag, Freiburg 2004, S. 23
  5. (Memento des Originals vom 5. Oktober 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.orlabahnmuseum.de
  6. Zug um Zug leergeräumt: Das Orlabahn-Museum in Kleindembach gibt es nicht mehr. Ostthüringer Zeitung, 6. März 2018, abgerufen am 1. Oktober 2018.
  7. Internetquelle: Gemeinde Freienorla, freienorla.de, abgerufen am 27. Februar 2016
  8. Seiffert, Dieter: Die Orlabahn Orlamünde–Pößneck, Verlag Kenning, Nordhorn 1996, S. 19