Bahnstrecke Nykøbing–Gedser

Nykøbing–Gedser
Bahnhof Gedser
Bahnhof Gedser
Strecke der Bahnstrecke Nykøbing–Gedser
Strecke Nykøbing–Gedser
Streckennummer:3
Streckenlänge:23 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Höchstgeschwindigkeit:75 km/h
Strecke – geradeaus
von Næstved
Bahnhof, Station
146,9 Nykøbing Falster
   
Bahnstrecke Ringsted–Rødby Færge nach Rødby Færge
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
153,5 Væggerløse (ehem. Bhf)
Haltepunkt, Haltestelle
Marrebæk (ehem. Bhf)
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
161,9 Fiskebæk (ehem. Bhf)
   
Gedesby
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Gedser remise
   
169,9 Gedser
   
nach Warnemünde (bis 1995) und Großenbrode (bis 1963)

Die Bahnstrecke Nykøbing–Gedser ist eine eingleisige Eisenbahnstrecke in Dänemark. Sie liegt auf der Insel Falster und verbindet seit 1886 Nykøbing mit Gedser. Seit 2009 war die Strecke stillgelegt, jedoch bis zum 1. September 2017 mit der Streckennummer 2 in den bis dahin geltenden Unterlagen von Banedanmark vorhanden. Innerhalb des ehemaligen Bahnhofes Væggerløse endete der überwachte Bereich nach einem PU-Signal (PU = Peronudkørselsignal – Bahnsteigsausfahrtsignal) an einem ungesicherten Bahnübergang. Die Signalanlagen sind außer Betrieb.[1] In den Unterlagen nach dem 1. September 2017 ist die Strecke nicht mehr aufgeführt.

GeschichteBearbeiten

Nachdem 1872 Nykøbing Falster einen Eisenbahnanschluss mit der Strecke Nykøbing–Orehoved bekommen hatte, errichtete die A/S Gjedser Jernbane die Strecke Nykøbing–Gedser als Privatbahn und nahm sie am 1. Juli 1886 in Betrieb.

Damit konnte die Postdampferverbindung von Warnemünde nach Nykøbing auf die Strecke Warnemünde–Gedser verkürzt werden. Zusammen mit weiteren Bahnstrecken wurde die Verbindung Nykøbing–Gedser am 1. Januar 1893 verstaatlicht und von den Danske Statsbaner übernommen. Durch die Eröffnung der Fährverbindung Warnemünde–Gedser am 1. Oktober 1903 gelangte internationaler Fernverkehr auf diese Strecke. Nach dem Zweiten Weltkrieg änderte sich die Verkehrssituation durch den Eisernen Vorhang grundsätzlich. Seit 1949 wurde die Fährverbindung Warnemünde–Gedser von den DSB zusammen mit der Deutschen Reichsbahn betrieben. Da diese Verbindung nicht von der Deutschen Bundesbahn genutzt werden konnte, richtete diese 1951 die Eisenbahnfähre Großenbrode–Gedser ein.

Auf dieser Verbindung entwickelte sich der internationale Fernverkehr sehr gut, es fuhren immer mehr Fernzüge über die Strecke Nykøbing–Gedser. Dieser Fernverkehr endete 1963, als die Vogelfluglinie eröffnet und der Betrieb auf der Fährverbindung Großenbrode–Gedser eingestellt wurde. Nachdem der Betrieb durch die Deutsche Reichsbahn ab 1954 auf ein wöchentliches Zugpaar im Personenverkehr zurückgegangen war, gab es seit 1957 wieder eine tägliche Direktverbindung BerlinKopenhagen. Von 1963 bis 1970 wurde dafür die Schnelltriebwagen der Baureihe VT 18.16 der DR eingesetzt.

Einen kurzzeitigen Aufschwung erlebte die Verbindung nach dem Fall der innerdeutschen Grenze 1989. 1995 wurde dann der Eisenbahnfährverkehr zwischen Warnemünde und Gedser eingestellt. Seitdem gab es zeitweise gar keinen Zugverkehr zwischen Nykøbing und Gedser. Im Dezember 2009 wurde der Verkehr vollständig eingestellt. Zuletzt verkehrte ein Zugpaar am Tag auf der Strecke. Die Strecke sollte ausgebaut werden, was aber aus Kostengründen gescheitert ist.[2]

Im Zuge des Umbaus des Fährhafens wurden im Sommer 2011 schließlich alle Gleise aus dem Bahnhof Gedser entfernt und das Gebäude als weiterer Fährterminal umgestaltet. Eine Wiederaufnahme der Bahnverbindung Berlin–Kopenhagen über die Fähre Rostock–Gedser ist daher nicht mehr zu realisieren. Allerdings wurde das Eisenbahnmuseum Gedser mit einer neuen Gleisverbindung an die bestehende Bahnstrecke angeschlossen.[3] Im Sommer 2015 verkehrten erstmals wieder Touristenzüge nach Gedser.[4][5]

EisenbahnmuseumBearbeiten

Seit 1987 ist im ehemaligen Bahnbetriebswerk in Gedser ein Eisenbahnmuseum eingerichtet. Bevaringsforeningen Gedser Remise hatte das von den DSB nicht mehr benötigte Betriebswerk gemietet und viele Fahrzeuge von anderen Museumsbahnen darin aufbewahrt.[6] Am 1. April 1998 erwarb der Verein die Anlage von den DSB.[7]

Mit Hilfe von deutschen und dänischen Fans der Filmreihe Olsenbande konnte das bekannte Stellwerk „Det Gule Palæ“ aus dem Film „Die Olsenbande stellt die Weichen“ in großen Teilen gerettet werden. Es wurde im September 2016 von Kopenhagen nach Gedser überführt.[8]

LiteraturBearbeiten

  • Victor Freiherr von Röll: Artikel Dänische Eisenbahnen. in: Enzyklopädie des Eisenbahnwesens. Band 3. Berlin/Wien 1912, S. 213–220.
  • Friedhelm Ernst: Die Vogelfluglinie. Freiburg 1999.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. TIB-SStræknings-oversigter. (PDF) Banedanmark, S. 103, archiviert vom Original am 21. Dezember 2016; abgerufen am 13. Januar 2020 (dänisch).
  2. Artikel in Jyllandsposten, abgerufen am 13. Dezember 2009
  3. Streckenführung nach dem Umbau des Terminal. (PDF; 499 kB) (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 13. Dezember 2016.@1@2Vorlage:Toter Link/www.gedser-remise.dk (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  4. Gedser Remise. Abgerufen am 13. Dezember 2016 (dänisch).
  5. Thomas Rasmussen: Train Ride from Nykøbing Falster to Gedser and back. In: YouTube. 13. August 2016, abgerufen am 13. Dezember 2016 (dänisch).
  6. Liste der Museumsfahrzeuge. Archiviert vom Original am 17. Juli 2014; abgerufen am 13. Dezember 2016.
  7. Geschichte des Bahnbetriebswerkes. Archiviert vom Original am 14. Juli 2014; abgerufen am 13. Dezember 2016.
  8. TAG24.de: Sachsen retten Stellwerk

WeblinksBearbeiten