Bahnstrecke München-Giesing–Kreuzstraße

München-Giesing–Kreuzstraße
Strecke der Bahnstrecke München-Giesing–Kreuzstraße
Karte der Strecke zwischen der Abzweigung
von der Strecke nach Deisenhofen und Kreuzstraße
Streckennummer (DB):5552
Kursbuchstrecke (DB):999.7
Streckenlänge:27,908 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4
Stromsystem:15 kV 16,7 Hz ~
Minimaler Radius:395 m
Höchstgeschwindigkeit:120 km/h
Strecke – geradeaus
von München Ost
Bahnhof, Station
0,000 München-Giesing
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
1,021 München Ost Frankenwaldstraße
   
nach Deisenhofen
Brücke (mittel)
Bundesautobahn 8
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Hachinger Bach
Bahnhof, Station
3,668 München-Perlach
   
Anschluss Universität der Bundeswehr
BSicon STR.svg
   
4,993 München-Neuperlach Süd
Brücke Carl-Wery-Straße (173 m)
BSicon STR.svg
   
Anschluss Fliegerhorst Neubiberg
Bahnhof, Station
6,761 Neubiberg
Haltepunkt, Haltestelle
8,660 Ottobrunn
Brücke (mittel)
Bundesautobahn 99
Brücke (mittel)
Bundesstraße 471
Bahnhof, Station
11,080 Hohenbrunn
   
Anschluss Munitionsanstalt Hohenbrunn
Haltepunkt, Haltestelle
12,884 Wächterhof
Bahnhof, Station
14,668 Höhenkirchen-Siegertsbrunn 587 m
Haltepunkt, Haltestelle
17,841 Dürrnhaar
Bahnhof, Station
21,508 Aying 603 m
Haltepunkt, Haltestelle
22,652 Peiß
Haltepunkt, Haltestelle
24,230 Großhelfendorf 613 m
   
nach Rosenheim
Bahnhof, Station
27,908 Kreuzstraße 622 m
Strecke – geradeaus
von Holzkirchen

Quellen: [1][2]

Die Bahnstrecke München-Giesing–Kreuzstraße ist eine eingleisige, elektrifizierte Hauptbahn im Süden von München. Sie wurde zwischen 1902 und 1912 als Lokalbahn eröffnet und 1972/73 in das Münchner S-Bahn-Netz integriert.

StreckenführungBearbeiten

 
Bahnhof Aying
 
Abzweigung von der Mangfalltalbahn im Bahnhof Kreuzstraße

Die Strecke zweigt südlich der Ständlerstraße, zwischen dem Bahnhof München-Giesing und dem Haltepunkt Fasangarten, von der Strecke München Ost–Deisenhofen ab. Nach einigen hundert Metern mit zwei Gleisen wird die Strecke eingleisig und führt zunächst nach Osten in Richtung München-Perlach. Dabei wird die Bundesautobahn 8 überquert. Nach dem Bahnhof Perlach wendet sich die Strecke Richtung Südosten und erreicht den Haltepunkt Neuperlach Süd. Dieser liegt auf einer Brücke über der Carl-Wery-Straße und ist der einzige in München mit einem so genannten Kombibahnsteig, an dem sich U-Bahn und S-Bahn einen gemeinsamen Bahnsteig teilen.

Im weiteren Verlauf führt die Strecke nun durch die Gemeinden Neubiberg und Ottobrunn und damit durch dicht bebautes Gebiet. Nach der Überquerung des Münchner Autobahnringes und der Bundesstraße 471 erreicht die Strecke Hohenbrunn und damit bereits eine stark ländlich geprägte Gegend. Die folgenden Bahnhöfe und Haltepunkte liegen mit Ausnahme von Höhenkirchen-Siegertsbrunn in Ortschaften mit teils nur dreistelliger Einwohnerzahl. Insbesondere wird die Gemeinde Aying durch vier Haltepunkte bzw. Bahnhöfe in kleinen Orten erschlossen, namentlich Dürrnhaar, Aying, Peiß und Großhelfendorf. Nach dem letztgenannten Haltepunkt verläuft die Strecke schließlich in südwestlicher Richtung hinunter nach Kreuzstraße in der Gemeinde Valley, wo sie auf die Mangfalltalbahn von Rosenheim nach Holzkirchen trifft. Der Bahnhof liegt dabei in einem Seitental der Mangfall, dem Teufelsgraben.

GeschichteBearbeiten

 
Haltepunkt Ottobrunn
 
Bahnhof Hohenbrunn mit S7 zum Ostbahnhof

Die ursprünglich nur zwischen München-Giesing und Aying verkehrende Lokalbahn entstand als eine der letzten Eisenbahn-Radiallinien zwischen der Haupt- und Residenzstadt München und ihrem Umland.[3] Bereits seit 1892 bemühten sich die Gemeinden Peiß, Helfendorf, Egmating, Siegertsbrunn, Hohenbrunn, Höhenkirchen, Brunnthal und Oberpframmern um den Bau einer Bahnstrecke. Vorerst wurde allerdings der Bahnstrecke München Ost–Deisenhofen der Vorzug gegeben. Südlich von Aying/Peiß sollte die Strecke ersten Planungen nach über Helfendorf nach Grub führen. Dort hätte Anschluss an die Mangfalltalbahn bestanden. Ebenfalls zur Diskussion stand eine Führung in Richtung Westen nach Otterfing an der Strecke von Deisenhofen nach Holzkirchen, oder direkt nach Holzkirchen. Unstimmigkeiten gab es auch über den Standort der Haltestellen Dürrnhaar (das westlich gelegene Faistenhaar wollte die Bahn weiter westlich geführt sehen) und den Endbahnhof Aying. Letzterer sollte ursprünglich weiter südlich zwischen Aying und Peiß entstehen (etwa am heutigen Bahnübergang). Der Bau der Bahn wurde am 2. März 1900 genehmigt. Am 1. April 1902 wurde mit dem Bau der Strecke begonnen. Am 28. Mai 1904 machte ein Zug mit mehreren Prominenten (u. a. dem Verkehrsminister Heinrich von Frauendorfer) eine Probefahrt auf der Strecke, die kurz danach am 5. Juni eröffnet wurde.

Die 6,4 Kilometer lange Verlängerung der Strecke nach Kreuzstraße ging am 23. November 1912 in Betrieb. Dem Antrag der Gutsverwaltung von Graf Arco auf Valley, die Strecke über Valley nach Darching weiterzubauen, wurde seinerzeit mangels Wirtschaftlichkeit nicht entsprochen.[4]

1971/72 wurde die Strecke im Zuge des Ausbaus der S-Bahn München elektrifiziert. Am 28. Mai 1972, dem Eröffnungstag der S-Bahn, wurde der Teil bis Hohenbrunn zur Linie S1 (Freising–München–Kreuzstraße), mit Zug- und Busanschlüssen in Richtung Aying und Kreuzstraße.[5][6] Am 30. September 1973 wurde der S-Bahn-Betrieb über Hohenbrunn hinaus bis Kreuzstraße aufgenommen.[7][8] Ab dem 10. Juni 2001 verkehrte auf dem Abschnitt die S7, ab dem 12. Dezember 2004 die S6 und seit dem 13. Dezember 2009 wieder die S7.

VerkehrBearbeiten

Die Strecke wird auf ganzer Länge von der Linie S7 der S-Bahn München befahren. Zwischen München und Höhenkirchen-Siegertsbrunn wird ein 20-Minuten-Takt angeboten, von und nach Aying ein 20/40-Minuten-Takt, und bis Kreuzstraße ein Stundentakt. In der Hauptverkehrszeit werden zudem einzelne Fahrten, die im „normalen“ Taktschema in Höhenkirchen-Siegertsbrunn beginnen oder enden, bis Kreuzstraße verlängert: Morgens von Kreuzstraße in Richtung München, abends von München in Richtung Kreuzstraße. Einige dieser Verstärkerfahrten lassen wiederum die schwach genutzten Haltepunkte Peiß und Dürrnhaar aus.

LiteraturBearbeiten

  • Hans Eisele: Die Lokalbahn München-Ostbahnhof-Aying. Ansichten-Album und Fremdenführer. Verlag Jakob Feldbauer, München, ohne Jahr (vor 1910); Faksimile, hrsg. von der Gemeinde Neubiberg, 2004.
  • Gemeinde Hohenbrunn (Hrsg.): Hohenbrunner Heimatbuch. Selbstverlag, Egmating 1986, Verfasser: Heinrich Gröber, S. 296–298.
  • Katja Klee, Hermann Rumschöttel (Hrsg.): Neubiberg – Unterbiberg. Von den Anfängen am Hachinger Bach bis ins 21. Jahrhundert. Selbstverlag, Neubiberg 2010, S. 146–150.

WeblinksBearbeiten

Commons: Bahnstrecke München-Giesing–Kreuzstraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. DB Netz AG: Infrastrukturregister. In: geovdbn.deutschebahn.com, abgerufen am 30. August 2020.
  2. Eisenbahnatlas Deutschland 2009/2010. 7. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2009, ISBN 978-3-89494-139-0.
  3. Landkreis München (Hrsg.): Stadt – Land – Fluss. 150 Jahre Land um München rechts und links der Isar. Franz Schiermeier Verlag, München 2012, S. 46.
  4. Katrin Hager: 100 Jahre Bahnhof Kreuzstraße - Als die Welt ins Dorf kam. In: Holzkirchner Merkur (Lokalteil). Nr. 291/2012, 17. Dezember 2012, S. 1.
  5. Chronik der IG-S-Bahn München, abgerufen am 2. Februar 2012
  6. Fahrplantafel S1, Verbundfahrplan MVV, Sommerfahrplan 1972, Hrsg.: Münchner Verkehrs- und Tarifverbund GmbH, unveränderter Nachdruck München, 2012
  7. Geschichte der Bahnstrecke auf http://www.aying.info (Memento vom 17. März 2011 im Internet Archive)
  8. Geschichte der Bahnstrecke auf der Seite der Gemeinde Aying (PDF; 34 kB)