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Bahnstrecke Kirchheim (Teck) Süd–Weilheim (Teck)

Bahnstrecke in Baden-Württemberg
Kirchheim (Teck) Süd–Weilheim (Teck)
Streckennummer (DB):4611
Kursbuchstrecke (DB):ehemals 761,
zuvor 317e
Streckenlänge:7,74 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Strecke – geradeaus
Teckbahn von Wendlingen (Neckar)
Haltepunkt, Haltestelle
0,00 Kirchheim (Teck) Süd 317 m
   
Teckbahn nach Oberlenningen
   
1,46 Jauchertbach
   
1,58 Kirchheim (Teck)-Bohnau 322 m
   
1,84 Gießnaubach
   
3,15 Kirchheim (Teck)-Jesingen 331 m
   
4,17 Firma Keller
   
4,40 Lindach
   
4,90 Industriegebiet Holzmaden
   
5,31 Holzmaden 356 m
   
7,74 Weilheim (Teck) 385 m

Die Bahnstrecke Kirchheim (Teck) Süd–Weilheim (Teck) war eine 7,74 Kilometer lange Nebenbahn in Baden-Württemberg. Die normalspurige und mittlerweile stillgelegte Stichbahn zweigte im Stadtgebiet von Kirchheim unter Teck von der Teckbahn ab, die bis heute Wendlingen (Neckar) mit Oberlenningen verbindet.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Der Endbahnhof Weilheim (Teck) um 1963

Nachdem Kirchheim bereits ab 1864 und Oberlenningen ab 1899 an das Eisenbahnnetz angeschlossen waren, eröffneten die Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen am 15. September 1908 auch die Strecke von Kirchheim (Teck) Süd über Jesingen und Holzmaden nach Weilheim (Teck). Der Haltepunkt Kirchheim (Teck)-Bohnau ging dabei erst nach dem Zweiten Weltkrieg in Betrieb. Betrieblich gesehen verzweigten sich die beiden Strecken bereits im Bahnhof Kirchheim (Teck). Am Haltepunkt Kirchheim Teck (Süd) – dem Nullpunkt der Kilometrierung – verliefen die beiden Gleise bereits getrennt voneinander.

Der Personenverkehr nach Weilheim wurde am 25. September 1982 auf Bahnbusse umgestellt. Etwa 1985 wurde dann auch der Güterverkehr im Abschnitt Holzmaden–Weilheim aufgelassen, der Abschnitt am 31. März 1988 offiziell stillgelegt und anschließend entwidmet. Zuletzt folgte am 1. August 1995 die Gesamtstilllegung des verbliebenen Abschnitts bis Holzmaden, der noch bis zum 25. September 1994 im Güterverkehr bedient wurde.

GegenwartBearbeiten

Heute ist das Gleis ab dem Streckenkilometer 5,5, der kurz hinter dem Holzmadener Bahnhof liegt, abgebaut. Der letzte Streckenabschnitt wurde teilweise zu einem Fuß- beziehungsweise Radweg umgebaut. Er wird aber von der Stadt Weilheim bis zum Bildungszentrum Wühle für eine mögliche Reaktivierung freigehalten. Das Weilheimer Empfangsgebäude wird heute von der Diakonie genutzt. Der Holzmadener Bahnhof ist denkmalgeschützt und dient als Restaurant.[1]

ZukunftBearbeiten

Pläne sehen eine Wiederinbetriebnahme der Weilheimer Strecke sowie daran anschließend eine Neubaustrecke zur Verknüpfung mit der von Göppingen nach Bad Boll führenden Voralbbahn vor, die ebenfalls stillgelegt ist. Im Regionalverkehrsplan der Region Stuttgart von 2001 ist die Errichtung einer solchen Verbindung unter „Hohe Dringlichkeit“ eingestuft.[2] Ein Gutachten vom März 2018 prognostiziert hierfür mindestens 3000 Fahrgäste täglich.[3] Jedoch bescheinigte ein weiteres Gutachten vom März 2019 dem Vorhaben, vor allem durch die kostenintensive Neubaustrecke zwischen Bad Boll und Weilheim, mangelnde Rentabilität.[4]

Die Neubaustrecke Wendlingen–Ulm soll die Trasse zwischen Holzmaden und Weilheim parallel zur Bundesautobahn 8 überqueren. Ein Vorschlag sah eine temporäre Nutzung im Güterverkehr während der Bauarbeiten für die Neubaustrecke vor, dies wird aber nicht mehr weiter verfolgt.[5]

LiteraturBearbeiten

  • Peter-Michael Mihailescu, Matthias Michalke: Vergessene Bahnen in Baden-Württemberg. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1985, ISBN 3-8062-0413-6, S. 197–200.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten