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Köthen–Aken (Elbe)
Bahnhof Aken (2007)
Bahnhof Aken (2007)
Streckennummer:6855
Kursbuchstrecke (DB):342 (2007)
Streckenlänge:12,5 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:CM4
Höchstgeschwindigkeit:60 km/h
Strecke – geradeaus
von Leipzig Hbf
Gleisdreieck – geradeaus, nach links, von links
von und nach Aschersleben
Bahnhof, Station
0,045 Köthen
   
nach Magdeburg Hbf
   
nach Dessau Hbf
Haltepunkt, Haltestelle
7,668 Trebbichau (ehem. Bf)
Bahnhof, Station
12,492 Aken (Elbe)
   
12,5 Elbhafen
Streckenende auf freier Strecke – Ende
Industriegebiet Aken Ost[1]

Die Bahnstrecke Köthen–Aken ist eine Nebenbahn in Sachsen-Anhalt. Sie verbindet den Hafen und die Stadt Aken über Trebbichau mit dem Bahnhof der Kreisstadt Köthen an der Bahnstrecke Magdeburg–Leipzig.

GeschichteBearbeiten

 
Bahnhof Köthen (2007)

Im Jahr 1865 sollte ein Eisenbahnkomitee die Möglichkeiten für den Bahnbau nach Aken ausloten. Es kamen mehrere Ausgangspunkte für die Nebenbahn in Betracht. Da Aken in Preußen lag, wurde zunächst überlegt, das ebenfalls preußische Maxdorf, zwischen Wulfen und Köthen an der Strecke aus Magdeburg gelegen, als Ausgangspunkt der Bahn zu wählen. Dort gab es allerdings keinen Bahnhof. Fachleute rieten, die Stadt Köthen im Herzogtum Anhalt als Ausgangspunkt zu wählen. Außerdem wurde noch Elsnigk in Erwägung gezogen. In Köthen stießen diese Pläne auf heftige Kritik. Es kam vorerst nicht zum Bau einer Bahnstrecke nach Aken. Eine solche Bahn hätte sich als eigenständiges Unternehmen gründen und betrieben werden müssen. Doch dafür waren die Kosten zu hoch. Damalige Wirtschaftlichkeitsberechnungen prognostizierten allerdings, dass sich eine Hafenbahn rentiere. Man suchte aber ständig nach Geldgebern. Ein bereits beauftragter Unternehmer zog seine Finanzierung zurück.

Mittlerweile waren viele große Eisenbahngesellschaften verstaatlicht. Der Akener Bürgermeister wendete sich im Juli 1880 an die preußische Regierung, den Bau zu übernehmen. Schon einige Zeit später wurden Verträge bezüglich Boden, Gelände und Finanzierung erarbeitet. Das Gelände war flach und eben. Das führte wiederum zu günstigen Entschädigungen. Um Kosten einzusparen, wurde die Strecke von Aken so geführt, dass sie südöstlich von Elsdorf in die Bahnstrecke Dessau–Köthen einmündete. So musste nur etwa 9,8 Kilometer neu gebaut werden und die Dessau-Köthener Strecke wurde auf 2,5 Kilometer mitgenutzt. Ein Staatsvertrag zum Bahnbau zwischen Preußen und Anhalt wurde am 24. September 1887 beschlossen. Die landespolizeiliche Abnahme fand auf den Tag genau ein Jahr später statt. Kurz danach begannen die Bauarbeiten.

Die Strecke aus Aken endete im Berlin-Halberstädter Bahnhof Köthen. Ein neuer Bahnsteig wurde angelegt und der Fußgängertunnel am Bahnhof verlängert. Eine Firma aus Uelzen war für den Bau zuständig. Die Arbeiten waren im April 1890 abgeschlossen, sodass im Mai die Strecke eröffnet werden konnte. Dazu kam es auch am 1. Mai. Gegen 13:00 Uhr fuhr der erste Zug in Köthen ab. In Aken wurde der Tag mit großer Begeisterung gefeiert. Der Köthener Oberbürgermeister nahm an der Feier nicht teil.

Im Personenverkehr fuhren zunächst fünf Zugpaare täglich. Eines davon war ein Güterzug mit Personenbeförderung. Die hatten aufgrund der Sparmaßnahmen lediglich eine Metermasse von 25 Kilogramm. Leichte Lokomotiven mussten daher bald durch stärkere ersetzt werden. Der Fahrpreis für die vierte Klasse betrug 30 Pfennig. 1908 gab seitens des Akener Magistrats Bestrebungen die Strecke bis nach Zerbst oder Loburg zu verlängern. Preußische Dienststellen lehnten dieses Vorhaben zunächst ab. Die Bahnstrecke Wiesenburg–Roßlau war nämlich schon in Planung. Der Erste Weltkrieg, der bald darauf ausbrach, verhinderte alle Bauvorhaben. Am 2. September 1916 fuhr der letzte Zug im Berlin-Halberstädtbahnhof Köthen nach Aken ab. Dieser Bahnhof wurde dann endgültig geschlossen.

Die insbesondere für den Güterverkehr zum Akener Elbehafen wichtige Strecke konnte am 1. Mai 1890 eröffnet werden. Ihr höchstes Transportaufkommen im Personen- und Güterverkehr erreichte die Strecke zu DDR-Zeiten. Wie auf vielen Nebenstrecken in Ostdeutschland sanken bei der Verbindung Köthen–Aken nach der Wende 1989 die Fahrgastzahlen und auch der Güterverkehr ging zurück. Erste Diskussionen über die Stilllegung der Strecke kamen Anfang der 1990er-Jahre auf. Doch im Winter 1993/94 wurde der Oberbau erneuert, denn der Hafen in Aken erforderte einen Bahnanschluss. Die NASA, die Stadt Köthen und der Landkreis Köthen waren bemüht, die Fahrgastzahlen zu erhöhen.

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2006 bezog DB Regio den Betrieb auf der Strecke in das Netz der Marke Elbe-Saale-Bahn ein. Damit kamen auch moderne Fahrzeuge zum Einsatz.

Der Personenverkehr wurde wegen geringer Passagierzahlen zum 9. Dezember 2007 eingestellt. Zuletzt fuhren die Züge werktags im Stundentakt, am Wochenende zweistündlich mit Triebwagen der Baureihe 642 der Elbe Saale Bahn. Güterverkehr zum Hafen in Aken findet weiterhin bei Bedarf statt. Gelegentlich finden auch Sonderfahrten im Personenverkehr statt.

Wegen des defizitären Betriebs wollte DB Netz im Jahr 2011 die Strecke abgeben. Nachdem die Übernahmeverhandlungen mit dem Hauptnutzer Hafenbetrieb Aken gescheitert waren,[2] veröffentlichte das Unternehmen Mitte Juni 2011 eine Ausschreibung zur Übernahme durch andere Eisenbahninfrastrukturunternehmen.[3] Diese gewann die Deutsche Regionaleisenbahn,[4] wobei die Strecke von der Tochtergesellschaft Bayerische Regionaleisenbahn betrieben wird. Da im Bahnhof Aken alle Nebengleise gesperrt sind, ist ein Umsetzen von Lokomotiven nur noch auf dem daran anschließenden Netz des Hafenbetriebs Aken möglich. Bis dorthin müssen auch alle Sonderzüge fahren, da die Bahnsteige von DB Station&Service gesperrt sind.[5]

WeblinksBearbeiten

FußnotenBearbeiten

  1. Industriegebiet "Am Magnesitwerk" Aken Ost, PDF; 278 kB, Zugriff=2012-08-04. Abgerufen am 22. Oktober 2015.
  2. M. Schmidt: (Verkehrs-) Minister besuchte (Verkehrs-) Hafen. In: Akener Nachrichtenblatt Nr. 532. 15. Juli 2011, abgerufen am 18. September 2011.
  3. Abgabe von Eisenbahninfrastruktur. Köthen (ausschließlich) – Aken (Elbe) (einschließlich). Ausschreibung vom 15.06.2011 bis 15.09.2011. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) DB Netze, 15. Juni 2011, ehemals im Original; abgerufen am 18. September 2011.@1@2Vorlage:Toter Link/fahrweg.dbnetze.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  4. Sylke Hermann: Für Bahnstrecke hat sich neuer Betreiber gefunden. Mitteldeutsche Zeitung, 22. Januar 2012, abgerufen am 23. Januar 2012.
  5. Strecke Köthen - Aken, Bahn-Report, Heft 3/2013, S. 43, Herausgeber: Interessengemeinschaft Schienenverkehr e.V., Rohr, ISSN 0178-4528