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Hildesheim–Braunschweig
Streckennummer (DB):1772 (Hildesheim–Groß Gleidingen)
1730 (Groß Gleidingen–Braunschweig)
Kursbuchstrecke (DB):313
Streckenlänge:42,5 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4
Stromsystem:15 kV, 16,7 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit:160 km/h
Zweigleisigkeit:durchgehend
Strecke – geradeaus
von Nordstemmen und von Würzburg
   
40,6 Hildesheim Hbf
   
von Lehrte
   
nach Goslar
Straßenbrücke
Bundesstraße 6
Straßenbrücke
Bundesautobahn 7
   
46,9 Bettmar
   
52,9 Garbolzum
Haltepunkt, Haltestelle
58,1 Hoheneggelsen Hp
Bahnhof ohne Personenverkehr
59,2 Hoheneggelsen
Haltepunkt, Haltestelle
63,7 Woltwiesche
   
Fuhse
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von Peine (VPS)
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66,7 Lengede-Broistedt
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nach Salzgitter (VPS)
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70,5 Alvesse
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Stichkanal Salzgitter
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von Hannover
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74,9
52,8
Groß Gleidingen
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zu den Stahlwerken Salzgitter und ehem. nach Wolfenbüttel
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BSicon .svgBSicon eBHF-L.svgBSicon eBHF-R.svg
56,3 Broitzem
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Bahnstrecke Braunschweig–Derneburg[1]
BSicon exABZ+lr.svgBSicon eKRZo.svgBSicon eKRZo.svg
nach Derneburg und nach Braunschweig-Nord[1]
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Bundesautobahn 391
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zum Rangierbahnhof
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BSicon eABZgl.svgBSicon eKRZxl.svgBSicon exSTRq.svg
zum alten Bahnhof
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von Bad Harzburg
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zum Rangierbahnhof
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vom alten Bahnhof
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Oker
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zum Rangierbahnhof
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61,0 Braunschweig Hbf
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nach Magdeburg, nach Wolfsburg und nach Wieren
Streckennummer 1772 mit Abschnitt Hildesheim – Groß Gleidingen
Streckennummer 1730 mit Abschnitt Groß Gleidingen – Braunschweig

Die Bahnstrecke Hildesheim–Braunschweig ist eine 43 km lange Hauptbahn in Niedersachsen. Die zweigleisige und elektrifizierte Strecke verläuft quer durch die Braunschweig-Hildesheimer Lößbörde. Sie wurde 2012 zweigleisig ausgebaut, um die Vereinbarkeit zwischen Fern- und Nahverkehr zu verbessern.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Hildesheim und Braunschweig hatten schon in den 1840er Jahren ihre Eisenbahnanschlüsse erhalten. Eine Direktverbindung über die damalige Staatsgrenze zwischen dem Königreich Hannover und dem Herzogtum Braunschweig war jedoch zumindest in Hannover nicht erwünscht. Der Ost-West-Verkehr lief über Lehrte und Kreiensen, Hildesheim war nur nach Lehrte im Norden und mit einer Stichstrecke zum Bahnhof Nordstemmen an die Hannöversche Südbahn angeschlossen.

Nach der Annexion Hannovers durch Preußen änderte sich dies langsam. Die Hannover-Altenbekener Eisenbahn baute die Weserbahn und verlängerte diese 1875 mit der Bahnstrecke Hildesheim–Goslar nach Südosten. Damit war Hildesheim an den Ost-West-Verkehr angeschlossen. Für die Direktverbindung nach Braunschweig musste erst der Eisenerzabbau im Nordharzraum zunehmen. Am 16. August 1888 wurde der Abschnitt von Hildesheim nach Hoheneggelsen eröffnet, am 1. Februar 1889 folgte der Rest der Strecke bis Groß Gleidingen und die etwa 35 Kilometer lange Verbindung von Hildesheim an die Bahnstrecke Hannover–Braunschweig konnte durchgehend befahren werden. Vier Jahre später verkehrte der erste deutsche D-Zug, der D 31/32 zwischen Köln und Berlin, über die Strecke, da diese die kilometermäßig kürzeste Verbindung darstellte.

Die Strecke blieb dennoch zweitrangig. Sie liegt tangential zu Hannover, hinzu kam bis 1960 der alte Braunschweiger Bahnhof, der als Kopfbahnhof den Durchgangsverkehr hemmte. Ab 1945 blockierte die Innerdeutsche Grenze den größten Teil des Verkehrs von Braunschweig nach Osten. Am 25. Mai 1976 wurde der elektrische Betrieb auf der Strecke aufgenommen.

Bei dem Bau der Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg wurde auch die Hildesheimer Schleife errichtet, um Hildesheim und Braunschweig in Richtung Süden anzuschließen. Seit 1991 fuhren IC-Züge von Frankfurt über Göttingen, Hildesheim, Braunschweig und Magdeburg nach Berlin. Diese wurden 1993 durch ICE abgelöst; seit 1998 nehmen sie östlich Braunschweig den Weg über die Weddeler Schleife und die Schnellfahrstrecke Hannover–Berlin. Der eingleisige Betrieb erwies sich als verspätungsanfällig. Im Bundesverkehrswegeplan 1992 und in seinem Nachfolger von 2003 ist eine Ausbaustrecke LöhneHameln–Hildesheim–Braunschweig enthalten, wobei unter anderem der durchgehend zweigleisige Ausbau vorgesehen war, der 2012 abgeschlossen wurde.

Der Abschnitt zwischen Hildesheim und Groß Gleidingen wurde zwischen 20. Juni und 12. September 2002 für eine Sanierung komplett gesperrt.[2]

BetriebBearbeiten

FernverkehrBearbeiten

Die Strecke wird jede Stunde von ICE der Relation BerlinBraunschweigHildesheimKasselFrankfurt (Main)MannheimMünchen/Basel befahren. Zudem wird sie als Umleitungs- und Entlastungsstrecke für die Bahnstrecke Hannover–Braunschweig verwendet.

RegionalverkehrBearbeiten

Das ursprünglich im Zweistundentakt verkehrende Angebot mit zusätzlichen Verdichtungen in der Hauptverkehrszeit musste im Dezember 2006 wegen der angespannten Finanzierungslage beim ZGB gekürzt werden. So verkehrten bis Dezember 2015 montags bis freitags neun, samstags sechs und sonntags fünf Zugpaare. Das Angebot war zwar weiterhin vertaktet, allerdings wies der Fahrplan mehrere Bedienungslücken von drei Stunden auf. Zum Einsatz kamen bis zum Jahr 2012 n-Wagen, die mit Lokomotiven der Baureihe 143 bespannt waren. Seit dem 9. Dezember 2012 sind die Fahrzeiten durch den Ausbau der Strecke von 43 Minuten auf 33 Minuten verringert worden. Danach wurden Dieseltriebwagen der DB-Baureihe 628 eingesetzt.

 
ENNO-Triebzug auf der InnoTrans 2014 in Berlin

Ab Dezember 2015 verkehren die Regionalzüge zwischen Hildesheim und Braunschweig stündlich und werden über die Weddeler Schleife nach Wolfsburg durchgebunden. Den Betrieb der als Teil des Elektronetzes Niedersachsen-Ost („ENNO“) ausgeschriebenen Linie übernahm für eine Laufzeit von zehn Jahren die enno Eisenbahngesellschaft. Eingesetzt werden 20 vierteilige Elektrotriebwagen vom Typ Coradia Continental des Herstellers Alstom, die der Zweckverband Großraum Braunschweig in einem eigenen Fahrzeugpool zur Verfügung stellt.[3]

Zweigleisiger Ausbau für 160 km/hBearbeiten

Im Frühjahr 2000 prüfte das Bundesverkehrsministerium Pläne, die Achse Braunschweig – HamelnLöhne als Güterverkehr-Südumfahrung des Knotens Hannover zweigleisig auszubauen. Die Strecken sollten anschließend Hauptachse für den Güterverkehr in Ost-West-Richtung werden. Eine Entscheidung wurde bis 2002 erwartet.[4] Die Planfeststellungsbeschlüsse für den drei Abschnitte und insgesamt 34 km umfassenden zweigleisigen Ausbau wurden am 14. November 2001, 12. Dezember 2001 und 24. Februar 2002 wirksam.[5]

Ende 2007 wurde mit der Klärung der Finanzierung ein Durchbruch für das Projekt des zweigleisigen Ausbaus erzielt. Der Bund sollte demnach für den zweigleisigen Ausbau 80 Millionen Euro finanzieren, das Land mit 40 Millionen Euro den Rest der Gesamtsumme. Vorgesehen war der Ausbau der Strecke für eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h statt bisher 140 km/h.[6][7] Im Januar 2009 gab der Bund bekannt, 131 Millionen Euro der Gesamtinvestitionen von 139 Millionen Euro zu übernehmen.[8] Die Bauarbeiten sollten im Sommer 2009 beginnen und Ende 2012 abgeschlossen werden.[9] Daneben beteiligten sich das Land Niedersachsen und die Deutsche Bahn an der Finanzierung.[10]

Mitte Dezember 2008 schrieb schließlich die Deutsche Bahn den zweigleisigen Ausbau auf einer Länge von 34 Kilometern aus. Das Paket umfasste ein Auftragsvolumen von 100 Millionen Euro (netto).[11] Am 20. Januar 2009 wurde die Finanzierungsvereinbarung für den Ausbau geschlossen.[5] Am 23. Januar 2009 sollte dann der symbolische erste Spatenstich stattfinden.[12] Allerdings schrieb die Deutsche Bahn die Arbeiten erst Mitte Juli 2009 aus, wobei der zu vergebende Bauauftrag von November 2009 bis Ende Dezember 2012 läuft.[13]

Mit dem Ausbau wurde schließlich am 18. Januar 2010 begonnen.[14] Die Gesamtkosten für den Ausbau wurden nunmehr mit 140 Millionen Euro angegeben.[15]

Im Oktober 2011 wurde der Abschnitt zwischen Hildesheim und Hoheneggelsen in Betrieb genommen.[16] Die feierliche Inbetriebnahme des zweiten Streckengleises fand am 5. November 2012 statt. Der Investitionsanteil des Bundes wurde dabei mit 137 Millionen Euro angegeben.[17] Nach dem Abschluss von Restarbeiten konnte der zweigleisige Betrieb zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2012 aufgenommen werden. Durch den Wegfall von Wartezeiten und die höhere Streckengeschwindigkeit verkürzt sich die Reisezeit im Nahverkehr um bis zu zehn Minuten, im Fernverkehr um zwei Minuten. Neben dem Neubau von 34 Kilometer Gleis wurden 19 Eisenbahnbrücken verbreitert, zwei Straßen- und eine Eisenbahnbrücke ersetzt sowie eine neue Eisenbahnbrücke über den Stichkanal Salzgitter errichtet. Drei neue elektronische Stellwerke in Bettmar, Hoheneggelsen und Lengede-Broistedt steuern nun den Streckenabschnitt.[18]

BilderBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bahnstrecke Hildesheim–Braunschweig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b OpenRailwayMap, abgerufen am 8. Juli 2016.
  2. Meldung ICE-Ersatzverkehr. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 8–9/2002, ISSN 1421-2811, S. 355.
  3. Region Hannover, LNVG, Zweckverband Großraum Braunschweig (Hrsg.): metronom erhält Zuschlag für Elektro-Netz Niedersachsen-Ost (ENNO). Presseinformation vom 6. August 2014. (Memento des Originals vom 8. August 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lnvg.de
  4. Meldung Südumfahrung Hannover. In: Eisenbahn-Revue International. Heft 5/2000, ISSN 1421-2811, S. 194.
  5. a b Deutscher Bundestag (Hrsg.): Verkehrsinvestitionsbericht für das Berichtsjahr 2012. Unterrichtung durch die Bundesregierung (= Drucksache. Nr. 18/580). Bundesanzeiger Verlagsgesellschaft mbH, 18. Februar 2014, ISSN 0722-8333, S. 47 (dipbt.bundestag.de [PDF; 66,2 MB; abgerufen am 24. Februar 2014]).
  6. Landkreis – Zweites ICE-Gleis: Baubeginn schon 2008? In: Hildesheimer Allgemeine Zeitung. 18. November 2007.
  7. Hildesheim – ICE-Ausbau: 120 Millionen Euro-Projekt. In: Hildesheimer Allgemeine Zeitung. 22. Dezember 2007.
  8. Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung: Tiefensee: Finanzierung der Bahnstrecke Hildesheim-Groß Gleidingen gesichert. Presseinformation vom 21. Januar 2009.
  9. Deutsche Bahn AG: Strecke zwischen Hildesheim und Groß Gleidingen wird zweigleisig ausgebaut. Presseinformation vom 23. Januar 2009.
  10. Flaschenhals zwischen Braunschweig und Hildesheim beseitigt. In: NetzNachrichten. Nr. 4/2012, Dezember 2012, ( PDF-Datei (Memento des Originals vom 28. September 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.db-netz.de, 0,9 MB; ZDB-ID 2548162-9), S. 6.
  11. D-Hannover: Bauarbeiten für Eisenbahnlinien. (Memento vom 13. Februar 2013 im Webarchiv archive.is) Dokument 2008/S 247-329725 im Elektronischen Amtsblatt der Europäischen Union
  12. Endlich: Baubeginn 2. ICE-Gleis im Januar. In: Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 30. Dezember 2008
  13. D-Hannover: Bauarbeiten für Eisenbahnlinien. (Memento vom 13. Februar 2013 im Webarchiv archive.is) Dokument 195141-2009-DE vom 15. Juli 2009 im Elektronischen Amtsblatt der Europäischen Union.
  14. Niedersachsen: Baubeginn für Hildesheim – Groß Gleidingen (Memento vom 27. Februar 2012 im Internet Archive) In: Eurailpress, 20. Januar 2010
  15. Start für ICE-Streckenausbau. In: Die Welt (Onlineausgabe), 6. Januar 2010.
  16. Heiko Töpfer: Zweites Gleis weiter Nadelöhr zwischen Braunschweig und Hildesheim. In: DB ProjektBau (Hrsg.): Infrastrukturprojekte 2012: Bauen bei der Deutschen Bahn. Eurailpress, Hamburg 2012, S. 12–17.
  17. Pressemitteilung 248/2012: 2. Gleis zwischen Hildesheim–Groß Gleidingen wird in Betrieb genommen. Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, 5. November 2012, archiviert vom Original am 10. Februar 2013; abgerufen am 6. November 2012.
  18. Endspurt beim zweigleisigen Ausbau der Strecke zwischen Hildesheim und Groß Gleidingen. DB Mobility Logistics AG, 5. November 2012, archiviert vom Original am 21. Januar 2013; abgerufen am 8. November 2012.