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Bahnstrecke Bobingen–Landsberg am Lech

Bahnstrecke in Schwaben
Bobingen–Landsberg (Lech)
Strecke der Bahnstrecke Bobingen–Landsberg am Lech
Streckennummer:5363 (Bobingen–Kaufering)
5364 (Kaufering–Landsberg (Lech))
Kursbuchstrecke (DB):986
Streckenlänge:27,4 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4
Höchstgeschwindigkeit:100 km/h
Strecke – geradeaus
von Augsburg
Bahnhof, Station
0,0 Bobingen 525 m
   
nach Buchloe
Haltepunkt, Haltestelle
3,7 Oberottmarshausen
Haltepunkt, Haltestelle
7,8 Graben (Lechfeld) Gewerbepark
   
Anschluss zum Fliegerhorst Lechfeld
Bahnhof, Station
9,9 Lagerlechfeld 551 m
Haltepunkt, Haltestelle
13,2 Klosterlechfeld
   
16,7 Hurlach
   
von Buchloe
Bahnhof, Station
22,6
0,0
Kaufering 591 m
   
nach München
Brücke (mittel)
A 96
Haltepunkt, Haltestelle
4,0 Landsberg (Lech) Schule
Bahnhof, Station
4,8 Landsberg (Lech) 586 m
Strecke – geradeaus
nach Schongau

Die Bahnstrecke Bobingen–Landsberg am Lech (auch Lechfeldbahn oder Lechtalbahn genannt) ist eine Nebenbahn in Schwaben und Oberbayern.

Die seit 1877 bestehende Bahnstrecke Bobingen–Kaufering ist eine 22,6 Kilometer lange eingleisige Verbindungsstrecke zwischen den Bahnstrecken Augsburg–Buchloe und München–Buchloe. Aus Sicht des Bahnbetriebs gehört zur Lechfeldbahn auch die fünf Jahre früher eröffnete Stichbahn KauferingLandsberg am Lech.

Inhaltsverzeichnis

Bau- und BetriebsgeschichteBearbeiten

Am 1. September 1847 wurde aufgrund eines bayerischen Gesetzes vom 25. August 1843 die 60,19 Kilometer lange Verbindung vom Augsburger Hauptbahnhof über Bobingen und Buchloe bis Kaufbeuren eröffnet. In Bobingen zweigt davon die seit 15. Mai 1877 bestehende 22,6 Kilometer lange Lechfeldbahn nach Kaufering ab.

In deren Verlängerung liegen die am 1. November 1872 eröffneten 4,83 Kilometer nach Landsberg am Lech. Die Fuchstalbahn führt von dort aus 28,71 Kilometer weiter bis Schongau und wurde am 16. November 1886 erstmals befahren. Der Bahnhof Landsberg ist die Nahtstelle zwischen der Lechfeldbahn und der Fuchstalbahn zwischen Landsberg am Lech und Schongau.

Neben der zivilen Nutzung stand bei der Lechfeldbahn die militärische Nutzung von Anfang an im Vordergrund. So wurde ein 7,4 Kilometer langes Parallelgleis zwischen Klosterlechfeld und dem Truppenübungsplatz verlegt. Auf diesem Weg konnten Geräte und Soldaten rasch umgesetzt werden. Zudem gab es ein Anschlussgleis zum Munitionsdepot Schwabstadl.

Die im 19. Jahrhundert angelegte Infrastruktur entlang der Bahnstrecke wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zurückgebaut, die Militärbahn wurde 1957 geschlossen. Der Güterverkehr wurde ähnlich wie auf vielen anderen Nebenstrecken in den 1990er Jahren eingestellt und entsprechende Anlagen (Gütergleise und Güterhallen) abgebrochen. Die Trasse wird lediglich von der Augsburger Localbahn als Anschluss in Richtung Schongau genutzt.

Der Personenverkehr wurde trotz lang anhaltender Gerüchte nicht eingestellt. Nach der Integration in den Allgäu-Schwaben-Takt wurde die Zugfrequenz erhöht und anschließend neue Triebwagen in Dienst gestellt. Im Jahr 2002 feierte die Lechfeldbahn ihr 125-jähriges Jubiläum. Ab Dezember 2007 war die Strecke ein Teilstück der von der Deutschen Bahn AG vermarkteten Kneipp-Lechfeld-Bahn.[1]

Am 21. Oktober 2012 wurde zwischen Oberottmarshausen und Lagerlechfeld der Haltepunkt Graben (Lechfeld) Gewerbepark eröffnet. Er soll das in den letzten Jahren entstandene Gewerbegebiet verkehrlich besser erschließen. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2018 wird die Strecke von der Bayerischen Regiobahn betrieben.

AusblickBearbeiten

 
Logo Kneipp-Lechfeld-Bahn

Im Zuge der Umsetzung des RegioSchienenTakt Augsburg soll das Fahrtenangebot zwischen Augsburg und Lagerlechfeld verdichtet werden.

ZukunftsaussichtenBearbeiten

Nach dem Konzept der Bayerischen Staatsregierung für mehr Elektromobilität auf der Schiene in Bayern hat Innenminister Joachim Herrmann die Strecke Kaufering–Landsberg aus bayerischer Sicht für die Elektrifizierung vorgeschlagen.[2]

LiteraturBearbeiten

  • Peter Rasch: Die Nebenbahnen zwischen Ammersee, Lech und Wertach. Mit Ammerseebahn, Pfaffenwinkelbahn & Co rund um den Bayerischen Rigi. EOS Verlag, St. Ottilien 2011, ISBN 978-3-8306-7455-9, S. 249–290.
  • Reinhold Breubeck: Eisenbahnknoten Augsburg. Die Eisenbahn in Mittelschwaben und Oberbayern zwischen Iller und Isar. Eisenbahn-Fachbuch-Verlag, Neustadt/Coburg 2007, ISBN 978-3-9810681-1-5, S. 153–164.
  • Handbuch der deutschen Eisenbahnstrecken. Dumjahn, 1984, ISBN 3-921426-29-4.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kneipp-Lechfeld-Bahn kommt bei Kunden gut an. In: Augsburger Allgemeine. 7. Dezember 2008 (augsburger-allgemeine.de [abgerufen am 20. Mai 2017]).
  2. Mehr Elektromobilität auf der Schiene. Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, 23. Januar 2018, abgerufen am 2. Juni 2019.