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Bahnstrecke Bad Endorf–Obing

Normalspurige Eisenbahnstrecke vom Bahnhof Bad Endorf nach Obing
Endorf–Obing
Strecke der Bahnstrecke Bad Endorf–Obing
Streckennummer (DB):5705
Kursbuchstrecke (DB):12951
Streckenlänge:18,5 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Höchstgeschwindigkeit:50 km/h
Strecke – geradeaus
von Salzburg
Bahnhof, Station
0,0 Bad Endorf 525 m
   
nach Rosenheim
   
St 2095
Haltepunkt, Haltestelle
3,3 Bad Endorf Flugplatz (Bedarfshaltestelle)
Bahnhof, Station
5,8 Halfing 504 m
   
Viadukt über das Todtmannstal
Bahnhof, Station
10,3 Amerang 544 m
Haltepunkt, Haltestelle
14,3 Aindorf (Bedarfshaltestelle)
Haltepunkt, Haltestelle
15,7 Pittenhart (Bedarfshaltestelle)
Kopfbahnhof – Streckenende
18,5 Obing 569 m

Die Bahnstrecke Bad Endorf–Obing ist eine 18,5 km lange normalspurige Eisenbahnstrecke vom Bahnhof Bad Endorf über Halfing, Amerang und Pittenhart nach Obing. Sie wird von der Chiemgauer Lokalbahn (Abkürzung: CLB, auch LEO für Lokalbahn Endorf–Obing genannt) als Museumsbahn betrieben.

GeschichteBearbeiten

Entstehung und BauBearbeiten

Der westliche Chiemgau ist ein waldreiches Gebiet, der Abtransport der Forstprodukte gestaltete sich jedoch schwierig, da nur schlechte Forststraßen vorhanden waren. Ab 1890 gab es ein Bestreben, dieses Gebiet bahntechnisch zu erschließen. Am Rand des westlichen Chiemgaus befanden sich die Bahnstrecken Rosenheim–Salzburg und Rosenheim–Mühldorf, doch keine dieser Strecken führte in das westliche Chiemgau hinein. Um diese Situation zu ändern, wurde 1890 ein Eisenbahnkomitee in Rosenheim gegründet, das eine Lokalbahn nach Frabertsham plante. Die Strecke sollte später bis Schnaitsee fortgesetzt werden. Auch in Eggstätt wurde ein Eisenbahnkomitee gegründet, dieses plante allerdings eine Bahnstrecke von Bad Endorf über Eggstätt nach Obing, bei der Planung entstanden zwei Möglichkeiten, eine über Arxtham und eine über Höslwang. 1901 einigten sich die beiden Eisenbahnkomitees für eine Streckenführung von Bad Endorf über Pittenhart nach Obing. Die Strecke sollte später nach Frabertsham und Schnaitsee verlängert werden, die Verlängerung wurde jedoch nie verwirklicht. Am 10. August 1904 wurde der Bau in einem Lokalbahngesetz festgelegt, für den Bau standen 1.195.100 Mark zu Verfügung. Mit dem Bau wurde im August 1907 begonnen, am 15. Oktober 1908 wurde die Strecke eröffnet.

 
Lok 657.2770 der ÖGEG beim Saisonabschluss der CLB 2006
 
Bahnhof Obing

BetriebBearbeiten

Bereits am 26. Mai 1968 wurde der planmäßige Personenverkehr von der Deutschen Bundesbahn eingestellt, der Güterverkehr folgte zum 1. Januar 1996.

Zum Einsatz kamen bis Ende der 1950er Jahre bayerische Lokalbahnlokomotiven, insbesondere die Baureihe 70 (bayerische Pt 2/3), später Schienenbusse der Baureihe 795 sowie im Güterverkehr Diesellokomotiven der Baureihe 211[1].

Seit 2002 versuchte der Verein Chiemgauer Lokalbahn e. V. mit Sitz in Obing die Strecke zu sichern und mittelfristig zu reaktivieren. Mit der Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH (RSE) wurde 2005 ein Betreiber gefunden, der die Reaktivierung einen Schritt weiter brachte. Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Technologie, Infrastruktur und Verkehr erteilte der RSE die erforderliche Genehmigung zum Betreiben der Bahnstrecke Bad Endorf–Obing. Pächter ist die Chiemgauer Lokalbahn-Betriebsgesellschaft mbH & Co. KG, die 2005 gegründet wurde. Im September 2014 kaufte der Verein Chiemgauer Lokalbahn die Strecke schließlich von DB Netz.[2]

Der Betrieb als Touristikeisenbahn wurde am 1. Juli 2006 aufgenommen. Züge verkehren an Sonn- und Feiertagen während der Sommersaison. Zum Einsatz kam bis Frühjahr 2014 in der Regel der Triebwagen VT 103, der dann zunächst abgestellt wurde, da die Hauptuntersuchung fällig wurde. Seitdem wird der 2011 übernommene und aufgearbeitete VT 26 eingesetzt.[3] Tageweise sind auch Dampfzüge auf der Obinger Lokalbahn unterwegs. So beförderte die Lok 657.2770 der Österreichischen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte zum Saisonabschluss 2006 an einem Wochenende 4000 Passagiere, inzwischen üblich sind etwa 5000 Fahrgäste.

InfrastrukturBearbeiten

 
denkmalgeschütztes Viadukt bei Amerang über das Todtmannstal

Die 18,507 km lange, nicht elektrifizierte Strecke umfasst sieben Haltepunkte und acht Brückenbauwerke, darunter das Stampfbetonviadukt über das Todtmannstal bei Amerang. Daneben existieren 62 Durchlässe, 52 Bahnübergänge und 7 Weichen. Die Gesamtlänge aller Gleise beträgt nach Angaben der RSE rund 20 km.

Das Viadukt bei Amerang und das Bahnhofsgebäude in Obing stehen unter Denkmalschutz.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wolfram Alteneder, Clemens Schüssler: Die Nebenbahnen der BD München. 1. Auflage. Kersting, Bonn 1987, ISBN 3-925250-03-4, S. 89.
  2. Verbindung nach Obing. Oberbayerisches Volksblatt, 1. September 2014, abgerufen am 8. März 2015.
  3. LEO Online - Fahrzeuge - VT26