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Der Bahnhof Trompet ist ein Regionalbahnhof Ortsteil Bergheim des Duisburger Stadtbezirks Rheinhausen. An dem 1849 eröffneten Bahnhof verkehrt im Rahmen des Schienenpersonennahverkehrs die Regionalbahnlinie RB 31 „Der Niederrheiner“ von Duisburg Hbf über Moers nach Xanten.

Trompet
Leerstehendes Empfangsgebäude, 2008
Leerstehendes Empfangsgebäude, 2008
Daten
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bauform Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 2
Abkürzung KTR
IBNR 8005910
Kategorie 5
Eröffnung 1849
Profil auf Bahnhof.de Trompet
Lage
Stadt/Gemeinde Duisburg
Ort/Ortsteil Bergheim
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 24′ 49″ N, 6° 40′ 8″ OKoordinaten: 51° 24′ 49″ N, 6° 40′ 8″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen

Inhaltsverzeichnis

Lage und AufbauBearbeiten

Der Bahnhof befindet sich im Westen des Duisburger Ortsteils Bergheim. Er ist Kreuzungsbahnhof zwischen den Strecken Krefeld-Uerdingen – Homberg (Niederrhein) und Rheinhausen – Xanten sowie Ausgangspunkt einer Verbindungskurve zur Abzweigstelle Duisburg-Mühlenberg in Höhe des ehemaligen Rangierbahnhofs Hohenbudberg. Der Abschnitt von Krefeld-Uerdingen nach Trompet ist seit 1961 stillgelegt und abgebaut, der Abschnitt nach Homberg dient als Anschlussgleis der Sachtleben Chemie. Die Verbindungskurve nach Mühlenberg dient ausschließlich dem Güterverkehr, auf der Strecke von Rheinhausen nach Xanten findet Personen- und Güterverkehr statt.

Der Bahnhof verfügt über ein Empfangsgebäude an der Neustraße aus dem Jahr 1928, das Gebäude steht leer. Dem Personenverkehr stehen zwei Bahnsteiggleise zur Verfügung, Gleis 1 am Hausbahnsteig sowie Gleis 2 an einem Mittelbahnsteig. Die gegenüberliegende Bahnsteigkante (Gleis 3) und Überreste eines weiteren Mittelbahnsteigs (Gleise 4/5) sind erhalten. Die Gleise 3 und 5 sind hingegen nicht mehr befahrbar. Neben Gleis 4 stehen die Gleise 6–8 als Überhol- und Abstellgleise zur Verfügung.

Neben dem Empfangsgebäude befindet sich das 1966 in Betrieb genommene Stellwerk Tf. Es ist für die Sicherung von Zugfahrten im Bereich Trompet und Rumeln zuständig.[1]

GeschichteBearbeiten

Beim Bau des Streckenabschnittes von Uerdingen nach Homberg der Aachen-Düsseldorf-Ruhrorter Eisenbahn war bei Trompet die Einrichtung eines Kohledepots vorgesehen. Vermutlich gingen das Depot mitsamt einer Bedarfshaltestelle gleichzeitig mit der Streckeneröffnung am 5. Oktober 1849 in Betrieb. Ein Bahnhofsgebäude findet sich erst ab 1866 in den Karten.[2]

Ab 1891 projektierte die Königliche Eisenbahn-Direction Cöln den Bau einer Zweigbahn von Trompet über Moers nach Xanten. Der Bahnhof Trompet sollte hierbei zum Keilbahnhof mit mittigem Empfangsgebäude ausgebaut werden. Da in Rheinhausen der Bau eines Hüttenwerks von Krupp bevorstand, wurde der Streckenbeginn zum Bahnhof Rheinhausen verlegt. Die Bauarbeiten begannen 1896. Der Abschnitt von Rheinhausen nach Trompet ging am 23. Dezember 1903 in Betrieb, es folgten der Abschnitt von Trompet nach Moers am 6. April 1904 und die übrige Strecke über Xanten nach Kleve am 15. August 1904.[3]

Ab 1912 verlief die Bahnstrecke Oberhausen West – Hohenbudberg nördlich am Bahnhof Trompet vorbei.[4] Sie stellte zusammen mit der Hamm-Osterfelder Bahn eine direkte Verbindung zwischen den Rangierbahnhöfen Hohenbudberg, (Oberhausen-)Osterfeld und Hamm (Westf) her. 1913 folgte eine Verbindungskurve von der Abzweigstelle Borgschenhof südlich von Rumeln zum Rangierbahnhof Hohenbudberg.[5]

Die direkte Verbindung von Trompet nach Krefeld-Uerdingen wurde 1961 stillgelegt, da die Bayer AG eine Vergrößerung ihres Werkgeländes vornehmen wollte.[6] Für die Personenzüge ging als Ersatz eine Verbindungskurve von der Abzweigstelle Borgschenhof zur Abzweigstelle Mühlenberg in Betrieb, die den Rangierbahnhof Hohenbudberg umging.[7] Die Güterstrecke von Oberhausen West nach Hohenbudberg wurde am 25. August 1969 auf der linken Rheinseite stillgelegt, gleichzeitig wurde die Verbindungskurve von Hohenbudberg nach Borgschenhof bis nach Trompet verlängert.[4][5] Der Personenverkehr von Trompet über Abzw Mühlenberg endete 1983, die 1961 errichtete Kurve wurde daraufhin stillgelegt und abgebaut.[7]

PersonenverkehrBearbeiten

 
Zwei LINT-Triebwagen (Baureihe 648) der NordWestBahn in Trompet, 2010

Der Bahnhof wird stündlich von der Regionalbahnlinie RB 31 bedient. Die Linie stellt eine direkte Verbindung mit den Bahnhöfen Duisburg Hbf, Rheinhausen, Moers und Xanten her. Werktags wird auf dem Abschnitt von Duisburg Hbf nach Moers ein Halbstundentakt angeboten. Betreiber der Linie ist seit dem Fahrplanwechsel 2009 die NordWestBahn.[8]

Am Bahnhof Trompet halten außerdem die von der Duisburger Verkehrsgesellschaft betriebenen Buslinie 924 (Rumeln – Duisburg) sowie die Schnellbuslinie SB42.

Fahrplanangebot 2016
Linie Verlauf Takt
RB 31 Der Niederrheiner:
Xanten – Alpen – Millingen (bei Rheinberg) – Rheinberg (Rheinl) – Moers – Trompet – Rumeln – Rheinhausen – Duisburg Hbf
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2015
30 min (Duisburg–Moers)
60 min (Moers–Xanten)
924 Kaldenhausen Krölls – Rumeln Markt – DU-Trompet Bf – Rheinhausen Markt – Pauluskirche – Dellviertel – Duisburg Hbf – Duisburg Hbf Ost – Neudorf – Universität – Sportpark
SB 42 Rumeln Rathaus – DU-Trompet  – Rheinhausen – Duisburg Hbf – Duisburg Hbf Ost

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Friedrich Albert Meyer: Rheinhausen am Niederrhein im geschichtlichen Werden. Rheinhausen 1956, S. 450 ff.
  • Helmut Mootz: Rheinhauser Bahnhöfe – eine herabwürdigende Visitenkarte. In: Freundeskreis lebendige Grafschaft (Hrsg.): Jahrbuch der linksrheinischen Ortsteile der Stadt Duisburg 1995/96. 1996, ISSN 0931-2137, S. 53 ff.
  • Klaus Sefzig: Die Eisenbahnlinie Trompet – Homberg. In: Freundeskreis lebendige Grafschaft (Hrsg.): Jahrbuch der linksrheinischen Ortsteile der Stadt Duisburg 2004/05. 2005, ISSN 0931-2137, S. 85 ff.
  • Zeitzeugenbörse Duisburg: Die Duisburger Eisenbahnen in historischen Fotografien, Sutton Verlag Erfurt, 2017, ISBN 978-3-95400-789-9

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. André Joost: StellwerksArchiv Trompet Tf. In: NRWbahnarchiv. Abgerufen am 5. Januar 2016.
  2. Friedrich Albert Meyer: Rheinhausen am Niederrhein im geschichtlichen Werden. Rheinhausen 1956, S. 489–497.
  3. Friedrich Albert Meyer: Rheinhausen am Niederrhein im geschichtlichen Werden. Rheinhausen 1956, S. 475–480.
  4. a b André Joost: Streckenarchiv 2333 – Hohenbudberg – Baerl. In: NRWbahnarchiv. Abgerufen am 5. Januar 2015.
  5. a b André Joost: Streckenarchiv 2340 – Abzw Mühlenberg – Trompet. In: NRWbahnarchiv. Abgerufen am 5. Januar 2015.
  6. André Joost: Streckenarchiv 2 – Uerdingen – Trompet. In: NRWbahnarchiv. Abgerufen am 5. Januar 2015.
  7. a b André Joost: Streckenarchiv 2341 – Abzw Mühlenberg – Abzw Borgschenhof. In: NRWbahnarchiv. Abgerufen am 5. Januar 2015.
  8. André Joost: Linieninfo RB31. In: NRWbahnarchiv. Abgerufen am 5. Januar 2016.