Bahnhof Ichigaya

U-Bahnhof in der Präfektur Tokio

Der Bahnhof Ichigaya (jap. 市ケ谷駅, Ichigaya-eki) ist ein Bahnhof auf der japanischen Insel Honshū. Er wird von der Bahngesellschaft JR East betrieben und befindet sich im Bezirk Chiyoda in Tokio. Denselben Namen tragen die daran angeschlossenen U-Bahnhöfe der Gesellschaften Tōkyō Metro und Toei.

Ichigaya (市ケ谷)
Ichigayastationplatform-andtrain-july13-2015.jpg
Bahnhof Ichigaya am Sotobori (Juli 2015)
Daten
Lage im Netz Kreuzungsbahnhof
Bauform Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 2 (Eisenbahn), 6 (U-Bahn)
Abkürzung JB15
Eröffnung 6. März 1895
Lage
Stadt/Gemeinde Chiyoda
Präfektur Tokio
Staat Japan
Koordinaten 35° 41′ 30″ N, 139° 44′ 10″ OKoordinaten: 35° 41′ 30″ N, 139° 44′ 10″ O
Höhe (SO) 12 T.P.
Eisenbahnstrecken

JR East

Tōkyō Metro

Toei

Liste der Bahnhöfe in Japan

VerbindungenBearbeiten

Ichigaya ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt, benannt nach dem gleichnamigen Stadtteil im zentralen Bezirk Chiyoda, wo sich vier verschiedene Bahnlinien auf unterschiedlichen Ebenen kreuzen. Oberirdisch verläuft die Chūō-Sōbu-Linie der Bahngesellschaft JR East von Chiba über Akihabara nach Chiba. Diese verläuft parallel zu den Gleisen der Chūō-Hauptlinie und der Chūō-Schnellbahnlinie, deren Züge hier jedoch nicht halten.

Die U-Bahn-Gesellschaft Tōkyō Metro betreibt die Yūrakuchō-Linie von Wakōshi nach Shin-Kiba und die Namboku-Linie von Meguro nach Akabane-iwabuchi. Hinzu kommt die Shinjuku-Linie der Toei-U-Bahn von Shinjuku nach Moto-Yawata. Am Bahnhof halten zwei Buslinien der Gesellschaft Toei Bus sowie ein von der Bezirksverwaltung betriebene Kleinbuslinie.

AnlageBearbeiten

Der ebenerdige JR-Bahnhof erstreckt sich entlang dem Südufer des Sotobori (ehemaliger äußerer Stadtgraben von Edo). In der Nähe sind der Yasukuni-Schrein, das japanische Verteidigungsministerium, die Hauptsitze des Nihon Ki-in und von Sony Music Entertainment sowie verschiedene Universitäten zu finden. Die Anlage ist von Nordosten nach Südwesten ausgerichtet und besitzt vier Gleise. Das nördliche Gleispaar erschließt einen überdachten Mittelbahnsteig, hingegen besitzt das südliche Gleispaar keine Bahnsteige.

Das Empfangsgebäude weist die Form eines Reiterbahnhofs auf, der sich über die gesamte Anlage spannt. Fußgängertunnel (zum Teil mit Fahrsteig ausgestattet) stellen Verbindungen zwischen dem Bahnhof und den drei unterirdischen U-Bahn-Linien her. Direkt unterhalb des Bahnhofs befindet sich der in Nord-Süd-Richtung orientierte U-Bahnhof der Yūrakuchō-Linie, der einen Mittelbahnsteig mit Bahnsteigtüren besitzt. Die Züge der Namboku-Linie halten nördlich des Sotobori, an einem von Nordosten nach Südwesten ausgerichteten Mittelbahnsteig (aber ohne Bahnsteigtüren). Zwischen diesen beiden Linien verläuft ein Betriebsgleis. Die Shinjuku-Linie verläuft von Westen nach Osten unter der Straße Yasukuni-dori und besitzt einen U-Bahnhof mit zwei Seitenbahnsteigen.

Im Fiskaljahr 2018 nutzten durchschnittlich 63.066 Fahrgäste täglich den JR-Bahnhof.[1] Das tägliche durchschnittliche Fahrgastaufkommen der U-Bahnhöfe war im Fiskaljahr 2017 wie folgt: 54.107 auf der Yūrakuchō-Linie, 20.268 auf der Namboku-Linie und 48.420 auf der Shinjuku-Linie.[2]

GeschichteBearbeiten

 
Bahnsteigsperren von JR East
 
Bahnsteig der Yūrakuchō-Linie
 
Bahnsteige der Shinjuku-Linie

Nachdem die private Bahngesellschaft Kōbu Tetsudō am 8. Oktober 1894 den Streckenabschnitt zwischen Shinjuku und Iidabashi in Betrieb genommen hatte, eröffnete sie am 3. April 1895 den dazwischen liegenden Bahnhof Ichigaya.[3] Nach dem Inkrafttreten des Eisenbahnverstaatlichungsgesetzes übernahm das Eisenbahnamt (das spätere Eisenbahnministerium) am 1. Oktober 1906 den Betrieb auf der Strecke. Im Rahmen der Privatisierung der Japanischen Staatsbahn ging der Bahnhof am 1. April 1987 in den Besitz der neuen Gesellschaft JR East über.

Die Teito Kōsokudo Kōtsū Eidan (kurz Eidan, seit der Privatisierung im Jahr 2004 als Tōkyō Metro bekannt) eröffnete am 30. Oktober 1974 den ersten Abschnitt der Yūrakuchō-Linie zwischen Ikebukuro und Ginza-itchōme, womit der Bahnhof Ichigaya erstmals an das Tokioter U-Bahn-Netz angebunden war. Mit der Eröffnung des Abschnitts Iwamotochō–Shinjuku der Shinjuku-Linie durch das Verkehrsamt der Präfektur Tokio (Toei) am 16. März 1980 wurde Ichigaya zu einem U-Bahn-Knotenpunkt. Schließlich erhielt auch die Namboku-Linie hier einen U-Bahnhof, als die Eidan am 26. März 1996 den Abschnitt KomagomeYotsuya eröffnete.[4]

Angrenzende BahnhöfeBearbeiten

Linien
Iidabashi   Chūō-Sōbu-Linie
JR East
Yotsuya
Iidabashi   Namboku-Linie
Tōkyō Metro
Yotsuya
Iidabashi   Yūrakuchō-Linie
Tōkyō Metro
Kōjimachi
Akebonobashi   Shinjuku-Linie
Toei
Kudanshita

WeblinksBearbeiten

Commons: Bahnhof Ichigaya – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. 各駅の乗車人員. JR East, 2018, abgerufen am 18. November 2019 (japanisch).
  2. Statistische Jahrbuch Tokio. Tokyo Metropolitan Government, 2018, abgerufen am 19. November 2019 (japanisch).
  3. 運輸開業免許状下付. In: Offizielles Amtsblatt. Nationale Parlamentsbibliothek, 6. April 1895, abgerufen am 19. November 2019 (japanisch).
  4. Tokyo. urbanrail.net, 2019, abgerufen am 19. November 2019 (englisch).