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Bahnhof Hamburg Berliner Tor

U- und S-Bahnhof in Hamburg

Der Bahnhof Hamburg Berliner Tor ist ein bedeutender Knoten des öffentlichen Personennahverkehrs im Osten der Hamburger Innenstadt. Er dient insbesondere dem Umstieg zwischen den hier verkehrenden Schnellbahnlinien im HVV.

Hamburg Berliner Tor
S-Bahnhof Berliner Tor; unter der Bahnsteigkante sind die Blitzleuchten erkennbar
S-Bahnhof Berliner Tor; unter der Bahnsteigkante
sind die Blitzleuchten erkennbar
Daten
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise

S-Bahn

U-Bahn

Abkürzung
IBNR 8000908
Kategorie 3
Eröffnung
  • 1906 (Eisenbahn)
  • 1912 (U-Bahn)
Profil auf Bahnhof.de Berliner_Tor
Lage
Ort/Ortsteil Borgfelde
Land Hamburg
Staat Deutschland
Koordinaten 53° 33′ 10″ N, 10° 1′ 29″ OKoordinaten: 53° 33′ 10″ N, 10° 1′ 29″ O
Eisenbahnstrecken

U-Bahn-Strecken:

Bahnhöfe im Raum Hamburg

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Übersichtskarte vom Bahnhof Berliner Tor
 
Der Bahnhof Berliner Tor kurz nach der Fertigstellung, links die Gleise nach Bergedorf und Berlin, im Hintergrund der Übergang zur Lübecker Bahn.
 
Empfangsgebäude des ursprünglichen U-Bahnhofs Berliner Tor 1911

Mit dem Bau der Stadtbahn nach Ohlsdorf und dem Bau des Hamburger Hauptbahnhofs war auch eine Neutrassierung der Berlin-Hamburger Bahn verbunden. Vom Hauptbahnhof bis zum Berliner Tor verläuft diese seitdem parallel zur Lübecker Bahn, ab Berliner Tor weiter in südlicher Richtung und schließt in Hamburg-Rothenburgsort wieder an die alte Trasse an. Sowohl die Stadtbahn, die Lübecker Bahn, die Berliner Bahn und die Vorortbahn nach Friedrichsruh erhielten eigene Mittelbahnsteige. Fertigstellung war 1906.

1912 wurde der U-Bahnhof der Ringlinie auf der nördlich gegenüberliegenden Straßenseite Beim Strohhause eröffnet.

1958 wurde die Strecke nach Berlin, auf der es infolge der deutschen Teilung kaum noch Fernverkehr gab, bis Bergedorf für den Gleichstrombetrieb mit Stromschienen ausgerüstet. Die S-Bahn benutzte den Bahnsteig der Vorortbahn, der Bahnsteig der Fernbahn wurde nicht mehr regelmäßig genutzt. Mit dem Bau der City-S-Bahn wurde der Bahnsteig der Lübecker Bahn abgetragen, stattdessen wurde ein zusätzlicher Seitenbahnsteig mit einem neuen Gleis für die S-Bahn-Züge Richtung Ohlsdorf errichtet.

Am 5. Oktober 1961 um 22:38 Uhr ereignete sich in der Nähe dieses Bahnhofs ein schwerer Eisenbahnunfall mit 28 Toten und 55 Verletzten, siehe S-Bahn-Unfall am Berliner Tor.

S-BahnBearbeiten

Der zur Deutschen Bahn gehörende Bahnhof liegt auf zwei Ebenen. Auf der unteren Ebene befinden sich die zwei Bahnsteige der S-Bahn-Linien S1 und S11 (je ein Mittel- und ein Seitenbahnsteig) und die beiden Gleise der Eisenbahnstrecke nach Lübeck (ohne Bahnsteige). In den Abend- und Wochenendstunden enden außerdem die Züge der Linie S31 am unteren Mittelbahnsteig des S-Bahnhofs Berliner Tor.

Auf der oberen Ebene (z. T. auf der Brücke über dem Anckelmannplatz) befinden sich der Mittelbahnsteig der S-Bahn-Linien S2 und S21 (Gleise 11 und 12) und die zwei Gleise der Fernbahnstrecke Richtung Berlin, deren noch vorhandener Mittelbahnsteig (Gleise 13 und 14) seit längerem außer Betrieb ist. Der Zugang zu letzterem ist in den 1980er Jahren zurückgebaut worden.

Eine bauliche Besonderheit des S-Bahn-Seitenbahnsteiges Richtung Ohlsdorf im unteren Bahnhofsteil sind die direkt unter der Bahnsteigkante montierten Blitzleuchten. Da das Gleis in einer engeren Kurve verläuft, ist der Abstand zwischen Bahnsteigkante und Wagenkasten teilweise ungewöhnlich groß. Auf diese Gefahr sollen die Lichter aufmerksam machen. Parallel dazu ertönen Lautsprecher-Durchsagen innerhalb des Zugs sowie am Bahnsteig, die auf den erhöhten Abstand aufmerksam machen.

S-Bahn-Linien
Linie Verlauf
  Wedel – Rissen – Sülldorf – Iserbrook – Blankenese – Hochkamp – Klein Flottbek – Othmarschen – Bahrenfeld – (im Bau: Ottensen –) Altona – Königstraße – Reeperbahn – Landungsbrücken – Stadthausbrücke – Jungfernstieg – Hauptbahnhof – Berliner Tor – Landwehr – Hasselbrook – Wandsbeker Chaussee – Friedrichsberg – Barmbek – Alte Wöhr – Rübenkamp – Ohlsdorf | – Hamburg Airport (Flughafen) | – Kornweg (Klein Borstel) – Hoheneichen – Wellingsbüttel – Poppenbüttel
  Blankenese – Hochkamp – Klein Flottbek – Othmarschen – Bahrenfeld – (im Bau: Ottensen –) Altona – Holstenstraße – Sternschanze – Dammtor – Hauptbahnhof – Berliner Tor – Landwehr – Hasselbrook – Wandsbeker Chaussee – Friedrichsberg – Barmbek – Alte Wöhr – Rübenkamp – Ohlsdorf – Kornweg (Klein Borstel) – Hoheneichen – Wellingsbüttel – Poppenbüttel
  Altona – Königstraße – Reeperbahn – Landungsbrücken – Stadthausbrücke – Jungfernstieg – Hauptbahnhof – Berliner Tor – Rothenburgsort – Tiefstack – Billwerder-Moorfleet – Mittlerer Landweg – Allermöhe – Nettelnburg – Bergedorf
  Elbgaustraße – Eidelstedt – Stellingen – Langenfelde – Diebsteich – Holstenstraße – Sternschanze – Dammtor – Hauptbahnhof – Berliner Tor – Rothenburgsort – Tiefstack – Billwerder-Moorfleet – Mittlerer Landweg – Allermöhe – Nettelnburg – Bergedorf – Reinbek – Wohltorf – Aumühle
  Altona – Holstenstraße – Sternschanze – Dammtor – Hauptbahnhof | – Hammerbrook – (im Bau: Elbbrücken –) Veddel – Wilhelmsburg – Harburg – Harburg Rathaus – Heimfeld – Neuwiedenthal – Neugraben | – Berliner Tor

Die Linien S2 und S11 verkehren nur zur Hauptverkehrszeit. Die Züge der Linie S31 bedienen diese Station nur zur Schwachverkehrszeit, sie enden von Westen kommend dann hier.

U-BahnBearbeiten

 
U-Bahnhof Berliner Tor

Der ab 1912 in Betrieb befindliche Bahnhof der Hamburger Hochbahn (Ringlinie), der damals mit offenen Seitenbahnsteigen parallel zum heutigen Westphalensweg (westlich der Eisenbahnstrecke nach Ohlsdorf und Lübeck) lag, wurde 1964 im Zuge des Neubaus der Strecke nach Billstedt aufgegeben. Dafür wurde im Tunnel unter der Straße Beim Strohhause eine neue viergleisige U-Bahn-Station gebaut, von der ab 1967 die U3 nach Billstedt abzweigte und ab 1968 die U2 zum Hauptbahnhof Nord fuhr. Seit 2009 werden nach umfangreichen Gleisumbauten die zwei hier in der −2-Ebene vorhandenen Richtungsbahnsteige von den Linien U2 (Niendorf NordMümmelmannsberg), U3 (BarmbekWandsbek-Gartenstadt) und (seit Ende 2012) U4 (ElbbrückenBillstedt) bedient.

Im Gegensatz zum S-Bahnhof ist der U-Bahnhof seit 2014 barrierefrei ausgebaut. Die dunkelroten Fliesen der Hintergleiswände wurden gleichzeitig aufgrund von Sanierungsbedarf entfernt und durch einen roten (Richtung Wandsbek-Gartenstadt) bzw. türkisen (Richtung Hauptbahnhof Süd) Farbanstrich ersetzt. Davon abgesehen gab es seit der Fertigstellung 1966 keine nennenswerten baulichen Veränderungen.

Der U-Bahnhof Berliner Tor hatte 2017 täglich (Mo–Fr) etwa 124.800 Ein- und Aussteiger. Die Station ist damit neben Hauptbahnhof Süd die Haltestelle mit den meisten Fahrgästen pro Tag im Hamburger U-Bahn-Netz.[1]

U-Bahn-Linien
Linie Verlauf
  Niendorf Nord – Schippelsweg – Joachim-Mähl-Straße – Niendorf Markt – Hagendeel – Hagenbecks Tierpark – Lutterothstraße – Osterstraße – Emilienstraße – Christuskirche – Schlump – Messehallen – Gänsemarkt – Jungfernstieg – Hauptbahnhof Nord – Berliner Tor – Burgstraße – Hammer Kirche – Rauhes Haus – Horner Rennbahn – Legienstraße – Billstedt – Merkenstraße – Steinfurther Allee – Mümmelmannsberg
  Barmbek – Saarlandstraße – Borgweg – Sierichstraße – Kellinghusenstraße – Eppendorfer Baum – Hoheluftbrücke – Schlump – Sternschanze – Feldstraße – St. Pauli – Landungsbrücken – Baumwall – Rödingsmarkt – Rathaus – Mönckebergstraße – Hauptbahnhof Süd – Berliner Tor – Lübecker Straße – Uhlandstraße – Mundsburg – Hamburger Straße – Dehnhaide – Barmbek – Habichtstraße – Wandsbek-Gartenstadt
  Elbbrücken – HafenCity Universität – Überseequartier – Jungfernstieg – Hauptbahnhof Nord – Berliner Tor – Burgstraße – Hammer Kirche – Rauhes Haus – Horner Rennbahn – Legienstraße – Billstedt

LiteraturBearbeiten

  • Andreas Janikowski, Jörg Ott: Deutschlands S-Bahnen. Geschichte, Technik, Betriebe. transpress, Stuttgart 2002, ISBN 3-613-71195-8.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bahnhof Berliner Tor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Antwort der Hamburger Hochbahn vom 17. Dezember 2018 auf eine Anfrage nach dem Hamburger Transparenzgesetz unter https://fragdenstaat.de/anfrage/haltestellennutzer-2017/, abgerufen am 3. Januar 2019