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Der Bahnhof Eilenburg Ost ist einer von zwei Bahnhöfen in der sächsischen Stadt Eilenburg, im Stadtteil Eilenburg-Ost gelegen. Er besteht aus den Betriebsstellen Bahnhof Eilenburg Ost an der Bahnstrecke Pretzsch–Eilenburg und dem Haltepunkt Eilenburg Ost Bk Hp an der Bahnstrecke Halle (Saale) Hbf–Guben.[1] Eine Gleisverbindung besteht zwischen beiden Betriebsstellen nicht.

Eilenburg Ost
Eilenburg Ost Bk Hp
Eilenburg Ostbahnhof.jpg
Bahnsteige des Bahnhofs Eilenburg Ost
Daten
Betriebsstellenart Bahnhof (Pretzsch – Eilenburg)
Haltepunkt (Halle (Saale) Hbf – Guben)
Lage im Netz Anschlussbahnhof
Bahnsteiggleise 4
Abkürzung LEGO (Bahnhof)

LEGOB (Blockstelle/Haltepunkt)

IBNR 8010161
Profil auf Bahnhof.de Eilenburg_Ost
Lage
Stadt/Gemeinde Eilenburg
Land Sachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 27′ 51″ N, 12° 40′ 10″ OKoordinaten: 51° 27′ 51″ N, 12° 40′ 10″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe und Haltepunkte in Sachsen

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Am Bahnsteig der Hauptbahn begegnen sich RE 10 (rechts, Gleis 4) und S4 (links, Gleis 5).

Der Bahnhof Eilenburg Ost wurde mit dem Bau der Nebenbahn Pretzsch – Eilenburg im Jahre 1895 errichtet, jedoch an einer Stelle, bevor diese Strecke von der Bahnstrecke Halle (Saale) Hbf – Guben abzweigt. Der Bahnhof Eilenburg Ost hatte in seinen ersten Jahren den Namen Kültzschau, da er sich in der Nähe des 1864 eingemeindeten Dorfes Kültzschau befand. 1915, ein Jahr nach der Umbenennung des Stadtteils in Eilenburg-Ost, wurde auch der Bahnhof in Eilenburg Ost umbenannt.[2] Der Bahnhofsname wird bis heute entsprechend der Bahn-Orthographie und entgegen der amtlichen Schreibweise ohne Bindestrich geschrieben. Mittlerweile hatte sich der Stadtteil mit Wohn- und Industriebebauung bis zum Ostbahnhof ausgebreitet. Am 21. Oktober 1917 gelang dem späteren Präsidenten der DDR, Wilhelm Pieck, am Bahnhof Eilenburg Ost die Flucht aus einem Gefangenentransport.[3] 1998 bestellte die Landesverkehrsgesellschaft Sachsen den von der Deutschen Bahn erbrachten planmäßigen Personenverkehr auf dem Streckenabschnitt Eilenburg Ost – Bad Düben ab, seither gab es jedes Jahr mehrere Sonderzugverkehre und gibt es seit 2017 wieder einen regelmäßigen Verkehr am Wochenende. Die Station war zeit ihrer Existenz ausschließlich Halt von Regionalzügen. Im Sommer 2010 fanden auf dem Bahnhof Dreharbeiten für eine Szene im vielfach ausgezeichneten Film Kriegerin statt.

AnlageBearbeiten

 
Blick auf den Bahnhof von der Gleisseite, im Flachbau ganz links befand sich der Wartesaal, mittig gelegen das Betriebsgebäude von DB Netz und rechts der ungenutzte Güterschuppen mit Laderampe.

Der Bahnhof liegt in Eilenburg im Süden des Stadtteils Ost am Ende der Ostbahnhofstraße. Auf dem Gelände befinden sich ein Betriebsgebäude der DB Netz sowie ein Wartesaal und eine Verladerampe, die beide nicht mehr genutzt werden. Daher wurde auch das Gleis 1 als Verladegleis nicht mehr genutzt und schließlich 2017 zurückgebaut. Das 1897 errichtete eingeschossige Empfangsgebäude, das sich auf einer Grundfläche von 122 Quadratmetern erstreckt, wurde inzwischen von der DB veräußert, ist jedoch weiterhin ohne Nutzung. Zudem befindet sich auf dem Inselbahnsteig zwischen den Gleisen 4 und 5 ein Wartehaus, das seit 2017 ersatzlos verschlossen ist.

Aus betrieblicher Sicht ist der Bahnhof zweigeteilt. Die Bahnsteige 2 und 3 liegen an der Strecke Pretzsch – Eilenburg. Diese beiden Gleise sind der eigentliche Bahnhof. So existieren für diesen Teil der Anlage auch Ein- und Ausfahrsignale. Die beiden anderen Gleise 4 und 5 sind Teil der freien Strecke Bahnstrecke Halle (Saale) Hbf – Guben. Lediglich zwei Blocksignale befinden sich östlich der Bahnsteige. In Buchfahrplänen, sowie in der EBuLa wird diese Unterscheidung kenntlich gemacht durch die Angabe Eilenburg Ost für die Gleise 2 und 3 und Eilenburg Ost Hp für die Gleise 4 und 5. Der Fahrdienstleiter Eilenburg Ost ist sowohl für den Bahnhof Eilenburg Ost, als auch für die Blockstelle Eilenburg Ost zuständig; er gibt außerdem die Ausweichanschlussstellen des Kieswerks Sprotta und der Getreide AG in Absprache mit dem Zugleiter der DRE in Pretzsch (Elbe), frei.

Der Bahnsteig an Gleis 2 hat eine Nutzlänge von 120 Metern, der an Gleis 3 ebenso, der Inselbahnsteig von Gleis 4 und 5 für Gleis 4 von 179 Metern und für Gleis 5 eine von 184,5 Metern. Der Bahnsteig an Gleis 2 hat eine Höhe von 26 Zentimetern, der an Gleis 3 von 34 Zentimetern und der Inselbahnsteig an Gleis 4 und 5 von 38 Zentimetern.[4] Das Gleis 2 ist gegenwärtig nur für Ein- und Ausfahrten von bzw. nach Eilenburg nutzbar, da die Weiche von Pretzsch (Elbe) nur noch nach Gleis 3 befahren werden darf. Die Bahnsteige verfügen nur über einen niveaugleichen Zugang, der mit einer Schrankenanlage gesichert ist. Damit ist der Bahnhof zwar weitestgehend barrierefrei, aufgrund der niedrigen Bahnsteige ist jedoch kein stufenloser Einstieg in die Züge möglich.

VerkehrsanbindungBearbeiten

SchienenverkehrBearbeiten

Der Bahnhof liegt an den Kursbuchstrecken 218 und 501.4. Auf der KBS 218 herrscht nur am Wochenende Personenzugverkehr. Mit Inbetriebnahme des City-Tunnels Leipzig am 15. Dezember 2013 wurde der Bahnhof in das Netz der S-Bahn Mitteldeutschland integriert.

Linie Linienverlauf Takt (min) EVU
RE 10 LeipzigEilenburgEilenburg OstTorgauFalkenberg (Elster)Doberlug-Kirchhain – Calau – Cottbus 0120 DB Regio Nordost
RB 55 Heidebahn
Eilenburg – Eilenburg Ost – Bad Düben (Mulde) – Bad Schmiedeberg – Pretzsch – Lutherstadt Wittenberg Hbf (saisonale Linie; nur sonnabends, sonn- und feiertags)
03 Zugpaare/Tag DB Regio Südost
S 4 (Oschatz –) Wurzen – Leipzig – Eilenburg – Eilenburg Ost – Falkenberg (Elster) – Elsterwerda-BiehlaRuhland – Hoyerswerda 030/60/30 DB Regio Südost

RE und S4 verdichten sich zwischen Leipzig und Falkenberg zu einem täglichen 30/60/30-Minuten-Takt, wochentags kommen auf der S4 zusätzliche HVZ-Verstärker zum Einsatz, die einen 30-Minuten-Takt zwischen Leipzig und Torgau gewährleisten. Die RB 55 verkehrt als saisonale Linie in den Sommermonaten jeweils am Wochenende und feiertags. Hier gibt es Initiativen, die auf einen regelmäßigen täglichen Zugverkehr abzielen.

BusverkehrBearbeiten

In etwa 200 Metern Entfernung vom Bahnhof befindet sich die Bushaltestelle Hartmannstraße mit Anschluss an die Stadtbuslinien A/B und B/A sowie die Linien 674 und 676 nach Wurzen und zum Stadtbahnhof.

IndividualverkehrBearbeiten

Eilenburg Ost ist eine hauptsächlich von Berufspendlern genutzte Station. Auf dem kleinen Bahnhofsvorplatz befindet sich eine Fahrradabstellanlage und eine geringe Zahl PKW-Stellplätze. Laut dem zuständigen Zweckverband ZVNL gibt es hier noch ein Defizit von 100 P+R- und 80 B+R-Plätzen. Ein Ausbau als Schnittstelle ist zwar im Nahverkehrsplan festgehalten, entsprechende Planungen sind bisher jedoch nicht bekannt.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bahnhof Eilenburg Ost – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. DB Netze – Infrastrukturregister (Memento des Originals vom 11. Februar 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/fahrweg.dbnetze.com
  2. www.sachsenschiene.de
  3. Erhard Künitz, Erich Preuß: Bahnhöfe A – Z: Eilenburg, GeraMond Verlag, 2007
  4. Bahnsteiginformationen (Memento des Originals vom 15. September 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.deutschebahn.com auf deutschebahn.com, abgerufen am 7. September 2016