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Der Bahnhof Bernburg ist der wichtigste Bahnhof der Stadt Bernburg (Saale) im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt. 1846 ging er als Kopfbahnhof in Betrieb und war somit Endpunkt einer der ältesten Bahnstrecken Deutschlands. Schon 1865 wurde er durch einen Durchgangsbahnhof ersetzt. Der alte Kopfbahnhof wurde nicht weiter für Bahnzwecke genutzt. Neben der Stammstrecke zwischen Köthen und Aschersleben zweigt seit 1889/90 eine weitere Strecke nach Calbe ab. Im Güterverkehr spielte der Bahnhof lange eine sehr wichtige Rolle. 2012 wurden umfangreich Empfangsgebäude – unter Denkmalschutz stehend – und Bahnsteige modernisiert.

Bernburg
Bahnhof nach der Sanierung (2013)
Bahnhof nach der Sanierung (2013)
Daten
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bauform Kopfbahnhof (bis 1865)
Durchgangsbahnhof (seit 1865)
Bahnsteiggleise 3
Abkürzung LBG[1]
IBNR 8010043[2]
Kategorie 5[3]
Eröffnung 10. September 1846
Profil auf Bahnhof.de Bernburg
Lage
Stadt/Gemeinde Bernburg
Land Sachsen-Anhalt
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 47′ 46″ N, 11° 45′ 5″ OKoordinaten: 51° 47′ 46″ N, 11° 45′ 5″ O
Höhe (SO) 72 m
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Sachsen-Anhalt

Inhaltsverzeichnis

LageBearbeiten

Der Bahnhof befindet sich im Nordosten der Stadt Bernburg. Auf der Strecke zwischen Köthen und Aschersleben liegt er am Streckenkilometer 21,2. Zudem ist er Startpunkt der Strecke nach Calbe. Anliegende Straßen sind die Bahnhofstraße, Hegestraße und die Köthensche Straße. Die nächste Station in Richtung Norden ist der Bahnhof Bernburg-Waldau, der etwa zwei Kilometer entfernt liegt, und in Richtung Süden befindet sich der drei Kilometer entfernt gelegene Haltepunkt Bernburg-Friedenshall.

GeschichteBearbeiten

 
Das 2015 abgerissene Gebäude des ersten Bernburger Bahnhofs am Rheineplatz

Nachdem 1845 der Bau einer Bahnstrecke von Bernburg nach Köthen beschlossen wurde, konnte die Bahnstrecke schon am 10. September 1846 eröffnet werden.[4] Bernburg war der vorläufige Endpunkt der Strecke und der Bahnhof wurde als Kopfbahnhof angelegt.[5]

Im Zuge der Streckenverlängerung über Güsten nach Aschersleben wurde ab 1864 der Bahnhof als Durchgangsbahnhof[5] neu erbaut und die gesamten Bahnanlagen verlegt. Zudem führten durch Bernburg von nun an einige Fernverkehrslinien. Für den Personenverkehr wurde er am 10. Oktober 1865 freigegeben. Den Güterverkehr nahm man erst sechs Monate später auf, wofür ein Güterschuppen und eine Ladestraße zur Verfügung standen. Da von dem Eisenbahnanschluss zunächst nur kleine und mittlere Betriebe Gebrauch machten, genügten die Anlagen bis ungefähr 1880 voll und ganz den Anforderungen. In dieser Zeit entstand das Solvaywerk in Bernburg. Daher wurden östlich des Bahnhofs die ersten Anschlussgleise verlegt. Diese Gleise hatten jedoch verschiedene Eigentümer. Einige gehörten der Stadtgemeinde Bernburg und andere privaten Firmen. Nach 1880 wurde auch das Bahnbetriebswerk Bernburg errichtet, das bis 1967 ein eigenständiges und bis 1991 eine Einsatzstelle des größeren Bahnbetriebswerks Güsten war.[6] Der Mittelbahnsteig entstand neu im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts.[5]

Die Bedeutung Bernburgs im Güterverkehr stieg in seinen ersten Jahren rasant an. Durch die neu entstandenen Strecken in den Jahren 1889 und 1890 wuchs auch der Personenverkehr stark. Seine regionale Bedeutung hielt über viele Jahrzehnte an.[6]

2012 wurden die Bahnsteige erneuert und Aufzüge eingebaut. Ebenfalls wurde im selben Jahr das Empfangsgebäude revitalisiert und modernisiert. Die Kosten betrugen insgesamt 3,24 Millionen Euro. In dem Gebäude sind ein DB-Reisezentrum und weitere Geschäfte untergebracht.[7]

AnlagenBearbeiten

Bahnsteige und GleiseBearbeiten

 
Bahnsteige (2009) vor der Sanierung

Heute hat die Station zwei Bahnsteige mit drei Gleisen, einen Haus- und einen Mittelbahnsteig. Gleis 1 ist 141 Meter lang, die anderen beiden 155 Meter.[8]

EmpfangsgebäudeBearbeiten

 
Empfangsgebäude (2009) vor der Revitalisierung

Das Empfangsgebäude aus der Eröffnungszeit des Bahnhofs liegt auf der Südseite der Gleisanlagen und steht unter Denkmalschutz.[9]

 
Empfangsgebäude (2013) nach der Sanierung

2012 wurde es saniert.

StellwerkeBearbeiten

Der Bernburger Bahnhof verfügt insgesamt über drei Stellwerke der Bauform Jüdel. Zwei davon sind Wärterstellwerke (W1 und W3) und eines ein Fahrdienstleiterstellwerke (B2).[10]

Erster BahnhofBearbeiten

In der Nähe des Rheineplatzes, früher Sedan-Platz genannt, befand sich der Bahnhof der Anhalt-Cöthenschen Eisenbahn, der 1846 in Betrieb ging. Ab diesem Jahr wurden zunächst drei Lokomotiven vom Bahnhof Bernburg aus eingesetzt. Zwei davon stammten von Borsig aus Berlin und die andere von Stephenson aus Großbritannien.[4]

Der Empfangsgebäude aus der Eröffnungszeit des Bahnhofs war ein dreiteiliger klassizistischer Bau. Nach der Verlagerung des Bahnbetriebs zum heutigen Bahnhof wurde es als Hotel genutzt.

Nach 1990 fand sich jahrelang keine Nutzung. Eine Sanierung wurde als unrentabel erklärt. Somit wurde es im März 2015 abgerissen.[11]

VerkehrsanbindungBearbeiten

Es halten Züge von Abellio Rail Mitteldeutschland in Bernburg. Eingesetzt werden seit 9. Dezember 2018 nur noch Dieseltriebwagen der Baureihe 1648. In den Jahren zuvor wurden auch Dieseltriebwagen der Baureihen 640 und 642 eingesetzt. Im Fahrplanjahr 2019 wird der Bahnhof Bernburg von folgenden Linien bedient:

Linie Linienverlauf Takt (min)
RB 47 BernburgBaalbergeKönnern – Wallwitz – Halle-TrothaHalle 120
RB 48 BernburgCalbe – Schönebeck – Magdeburg-BuckauMagdeburg
(Sa–So nur Bernburg–Calbe)
120
RB 50 Aschersleben – Güsten – Bernburg – Baalberge – KöthenDessau 120 (Aschersleben–Güsten)
060 (Güsten–Dessau)

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bahnhof Bernburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Michael Dittrich: Abkürzungsverzeichnis. Abgerufen am 24. April 2016.
  2. Michael Dittrich: IBNR-Verzeichnis. Abgerufen am 24. April 2016.
  3. DB Station&Service AG: Stationspreisliste 2016. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) 1. Januar 2016, S. 9, archiviert vom Original am 24. März 2016; abgerufen am 24. April 2016.
  4. a b Georg Zieglgänsberger: Die Geschichte der Bernburger Bahn. Abgerufen am 26. April 2016.
  5. a b c Bahnhöfe und Bahnstrecken. Bahnhöfe B. Abgerufen am 27. April 2016.
  6. a b Rainer Dill: Die Geschichte der Eisenbahnen im Raum Bernburg. Ein Kurzfassung über 160 Jahre Eisenbahngeschichte in unserer Heimat. Abgerufen am 24. April 2016.
  7. Bahnhofsprogramm Sachsen-Anhalt: Bernburg. Abgerufen am 25. April 2016.
  8. Stationsausstattung Bernburg. DB Station&Service, abgerufen am 1. April 2019.
  9. Kleine Anfrage und Antwort Olaf Meister (Bündnis 90/Die Grünen), Prof. Dr. Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen) Kultusministerium 19.03.2015 Drucksache 6/3905 (KA 6/8670) Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt. Abgerufen am 27. April 2016.
  10. Liste deutscher Stellwerke. Einträge Beo–Bk. In: stellwerke.de. Abgerufen am 25. April 2016.
  11. Torsten Adam: Abriss in Bernburg Aus fürs Makarenko-Haus. 6. März 2015, abgerufen am 27. April 2016.