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Der Bahnhof Baal im Ortsteil Baal war der wichtigste Bahnhof auf Hückelhovener Stadtgebiet und wurde 1852 als Durchgangsbahnhof an der Bahnstrecke Aachen–Mönchengladbach errichtet. Die mit der Errichtung eines weiter westlich gelegenen Turmbahnhofs gewonnene Bedeutung als Knotenpunkt für den Personenverkehr hat er in den vergangenen Jahren aufgrund der Stilllegung der Bahnstrecke Jülich–Dalheim auf diesem Abschnitt aber eingebüßt. Seit 2002 ist der Haltepunkt mit Hückelhoven-Baal beschildert, im Betriebsstellenverzeichnis der Deutschen Bahn heißt er jedoch weiterhin Baal.

Baal
Baal Bhf 1914.jpg
Bahnhof Baal um 1912
Daten
Betriebsstellenart Haltepunkt
Lage im Netz Zwischenbahnhof
Bauform Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 2
Abkürzung KBA[1]
IBNR 8000677
Kategorie 4[2]
Eröffnung 1852
Lage
Stadt/Gemeinde Hückelhoven
Ort/Ortsteil Baal
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 2′ 11″ N, 6° 16′ 50″ OKoordinaten: 51° 2′ 11″ N, 6° 16′ 50″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Der alte Bahnhof um 1900
 
Der alte Bahnhof

Der alte BahnhofBearbeiten

1852 wurde die Bahnstrecke Aachen–Mönchengladbach durch die damalige Aachen-Neuß-Düsseldorfer Eisenbahn-Gesellschaft eröffnet und Baal erhielt am Streckenkilometer 41,6 einen Personen- und Güterbahnhof. Dieser Bahnhof war mit einem Empfangsgebäude, einer Rampe für den Güterumschlag, einer kleinen Drehscheibe und einer kleinen Schiebebühne ausgestattet, welche für den Güterverkehr genutzt wurden.

An den ursprünglichen Ort erinnert heute noch der Straßenname Am alten Bahnhof, sowie die Stützmauer des alten Fundaments. Heute befindet sich an der Stelle des alten Bahnhofs noch der Baaler Güterbahnhof, das zugehörige und seit Ende 2007 nicht mehr genutzte Fahrdienstleiterstellwerk und der Abzweig zur Verbindungskurve nach Ratheim.

Der TurmbahnhofBearbeiten

 
Eröffnungsfeier der Bahnstrecke in Baal
 
Regionalzug am Haltepunkt Baal (oberer Bahnhofsteil)

1911 wurde der Personenbahnhof nach Westen verlegt. Anlass war die neu eröffnete Bahnstrecke Jülich–Dalheim. Um die zwei Eisenbahnstrecken bedienen zu können wurde ein Turmbahnhof erbaut, der betrieblich aus einem oberen Haltepunkt an der Bahnstrecke Aachen–Mönchengladbach und einem unteren Haltepunkt an der Strecke zwischen Jülich und Dalheim bestand. Über eine Verbindungsstrecke bei Baal Güterbahnhof/Baal West wurde die Strecke nach Dalheim direkt an die Bahnstrecke Aachen–Mönchengladbach angeschlossen, was insbesondere für den Güterverkehr zur Zeche Sophia-Jacoba von Bedeutung war.

Zwischen Jülich und Baal wurde der Personenverkehr in den 1960er Jahren so stark ausgedünnt, dass sich nur wenige noch verbleibende Züge im Fahrplan zwischen den vielen Buskursen befanden. Hinzu kam der anwachsende Individualverkehr. Die infolgedessen nachlassenden Fahrgastzahlen veranlassten die Deutsche Bundesbahn dazu, den Personenverkehr zwischen Jülich und Baal zum 29. September 1968 einzustellen; gleiches geschah am 28. Mai 1972 mit dem Güterverkehr. 1974 begann die Demontage der Gleise zwischen Baal und Linnich.

Die dann noch übriggebliebene Verbindung Baal–Dalheim wurde wegen des so genannten Rundverkehrs (eine Verbindung über MönchengladbachRheydtRheindahlenWegberg–Dalheim–Wassenberg–Ratheim–Hückelhoven–Baal (West)–Erkelenz–Rheydt–Mönchengladbach) zunächst von der Bevölkerung noch relativ gut angenommen.

Doch in den 1970er Jahren wurde auch auf der Nordstrecke von Baal nach Dalheim der Fahrplan bis auf wenige Züge am Tag ausgedünnt, der bei der Bevölkerung beliebte Rundverkehr schließlich abgeschafft und parallel verkehrende Bahnbusse taten dann ihr Übriges: Am 27. September 1980 fuhr der letzte Personenzug mit einem Trauerkranz versehen von Baal aus in Richtung Dalheim/Mönchengladbach.

Der Güterbahnhof besaß als Knotenpunkt bis 2007 noch Bedeutung für den Verkehr zur Zeche Sophia-Jacoba, denn trotz der Stilllegung der Zeche am 27. März 1997 verkehrten montags und mittwochs weiterhin Kohlezüge der Deutschen Bahn zwischen Baal Güterbahnhof und dem Zechenbahnhof Ratheim, da die SJ-Brikett- und Extracitfabrik GmbH auf dem alten Zechengelände in Hückelhoven weiterhin Formkohlen aus Anthrazit produzierte. Nach der Schließung der Brikettfabrik im September 2007 wurde die Strecke zwischen Baal und Ratheim am 1. Oktober 2007 stillgelegt.[3]

Heutige SituationBearbeiten

Vom ehemaligen Turmbahnhof blieb nur der obere Haltepunkt bestehen, das Einfahrsignal des Güterbahnhofs aus Richtung Aachen liegt wenige Meter hinter dem Bahnsteig. Der Haltepunkt, welcher im Verbundbereich des Aachener Verkehrsverbunds liegt, wird von ca. 2000 Fahrgästen pro Tag benutzt. Seit 2002 ist er aufgrund der Zugehörigkeit von Baal zur Stadt Hückelhoven mit Hückelhoven-Baal beschildert und wird auch so in Fahrplänen aufgeführt. 2018 wurde der Haltepunkt für den Vorlaufbetrieb des Rhein-Ruhr-Express saniert.

Der Haltepunkt verfügt auf dem Gelände des ehemaligen unteren Haltepunkts der Strecke Jülich–Dalheim über zwei Bushaltestellen namens Baal Bahnhof und einen P+R-Platz.

BahnverbindungenBearbeiten

Linie Linienverlauf Takt
RE 4 Wupper-Express:
Aachen Hbf – Aachen Schanz – Aachen West – Herzogenrath – Übach-Palenberg – Geilenkirchen – Lindern – Hückelhoven-Baal – Erkelenz – Rheydt Hbf – Mönchengladbach Hbf – Neuss Hbf – Düsseldorf Hbf – Wuppertal-Vohwinkel – Wuppertal Hbf – Wuppertal-Barmen – Wuppertal-Oberbarmen – Schwelm – Ennepetal (Gevelsberg) – Hagen Hbf – Witten Hbf – Dortmund Hbf
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2015
60 min
RB 33 Rhein-Niers-Bahn:
Duisburg Hbf – Duisburg-Hochfeld Süd – Rheinhausen Ost – Rheinhausen – Krefeld-Hohenbudberg Chempark – Krefeld-Uerdingen – Krefeld-Linn – Krefeld-Oppum – Krefeld Hbf – Forsthaus – Anrath – Viersen – Mönchengladbach Hbf – Rheydt Hbf – Wickrath – Herrath – Erkelenz – Hückelhoven-Baal – Brachelen – Lindern – Geilenkirchen – Übach-Palenberg – Herzogenrath – Kohlscheid – Aachen West – Aachen Schanz – Aachen Hbf
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2016
60 min

BusverbindungenBearbeiten

Linie Verlauf
295 Linnich Bf – Glimbach – Körrenzig – Rurich – Baal Bf
402 Erkelenz Bf – Baal Bf – Hückelhoven – Ratheim – Dremmen Bf – Oberbruch Bf – Heinsberg Busbf
495 (Katzem –) LövenichBaal Bf – Hückelhoven – Ratheim – Wassenberg
HÜ1 RurichBaal Bf – Hückelhoven – (Millich – Ratheim –) Kleingladbach
Disco-Bus Jülich – Koslar – Barmen – Floßdorf – Rurdorf – Linnich – Glimbach – Körrenzig – Rurich – Baal Bf – Doveren – Hückelhoven – Hilfarth – Himmerich

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Josef Lennartz: Schienenwege im Rheinischen Grenzland. (Museumsschriften des Kreises Heinsberg, Band 6) 1985.
  • Frank Körfer: Die Baaler Bahnhöfe. In: 1100 Jahre Baal. Jülich 1993. S. 112–114

WeblinksBearbeiten

  Commons: Haltepunkt Hückelhoven-Baal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Übersicht der Betriebsstellen und deren Abkürzungen aus der Richtlinie 100. (PDF-Datei; 744 KB) DB Netz AG, August 2015, S. 39, abgerufen am 12. Februar 2016.
  2. Aktuelle Stationspreislisten 2019. (PDF) Deutsche Bahn AG, 14. Dezember 2018, S. 31, abgerufen am 5. April 2019 (Bahnhofskategorie als „Preisklasse“ in der Liste enthalten).
  3. Stefan von der Ruhren: Kursbuchstrecke 457 Baal - Ratheim. In: Eisenbahnen in Aachen und der Euregio Maas-Rhein. Stefan von der Ruhren, 12. November 2013, abgerufen am 2. Januar 2016.